Berlin: Fahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fahren unter Polizeischutz auf das Gelände der DRK Kliniken Berlin-Köpenick (Quelle: dpa/Gregor Fischer)
Bild: dpa

Coronavirus - Berliner Senat rät Italien-Rückkehrern zu ärztlicher Kontrolle

Das Coronavirus grassiert in Europa nirgendwo so stark wie in Italien. Besonders betroffen ist der Norden: Elf Städte wurden abgeriegelt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Der Senat empfiehlt Rückkehrern aus der Region, Kontakt zu einem Arzt aufzunehmen.

Wegen des überraschend starken Ausbruchs des Coronavirus in Italien mit mittlerweile drei Todesfällen, hat auch die Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin reagiert. Menschen, die in den vom Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 in Norditalien betroffenen Regionen waren und nach Berlin zurückkommen, sollten sicherheitshalber einen Arzt kontaktieren. 

Die für China geltenden Regelungen gelten auch für Kontakte zu möglicherweise Betroffenen in der Lombardei und Venetien, erklärte Sprecherin Lena Högemann. "Auch wer selbst in dem betroffenen Gebiet in Norditalien gewesen ist oder Kontakt zu jemandem aus dem betroffenen Gebiet hatte, sollte eine telefonische Abklärung vornehmen lassen." Das sei etwa über die Hotline der Gesundheitsverwaltung (030/90 28 28 28) oder bei Hausärzten möglich. Weitere Informationen hat die Gesundheitsverwaltung im Internet zusammengestellt [berlin.de].

Österreich stoppt zeitweise Zugverkehr nach Italien

"Die Einreise nach Berlin für innereuropäische Reisende ist aufgrund der vielen unterschiedlichen Wege und Verkehrsmittel kaum wirkungsvoll zu überwachen", gab Sprecherin Högemann zu bedenken. Die Reisesperren in Italien seien für die Verhinderung der Ausbreitung des Virus schon sehr hilfreich. Weitere Maßnahmen müssten auf Bundes- und Europaebene abgestimmt werden.

Aus Furcht vor Coronavirus-Infektionen waren in Österreich zwei Züge auf der zentralen Brenner-Route nach Italien zunächst gestoppt worden. Die staatliche Eisenbahngesellschaft ÖBB teilte mit, dass bei zwei aus Italien kommenden Bahn-Passagieren der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestanden habe. Rund 500 Passagiere mussten stundenlang warten, bevor die Behörden kurz vor Mitternacht grünes Licht für die Weiterfahrt gaben [tagesschau.de].

Italienische Städte abgeriegelt

Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Italien stark gestiegen. Um eine weitere Ausbreitung zu unterbinden, werden die am stärksten betroffenen Städte abgeriegelt. Betroffen ist die Provinz Lodi (Lombardei) rund 60 Kilometer südöstlich der Metropole Mailand, wo rund 50.000 Menschen leben, sowie die Stadt Vo in der Provinz Padua (Venetien) mit rund 3.000 Einwohnern.

Sämtliche Veranstaltungen des Karnevals in Venedig sowie alle Sportveranstaltungen würden bis zum 1. März abgesagt, erklärte der Regionalpräsident von Venetien, Luca Zaia, am Sonntag. Der Lega-Politiker äußerte sich zudem "besorgt" darüber, dass die Ursache des Coronavirus-Ausbruchs in Italien bisher noch unbekannt sei. Der neuartige Erreger habe sich möglicherweise viel weiter ausgebreitet als angenommen.

20 China-Rückkehrer dürfen aus Quarantäne nach Hause

Am Sonntagmorgen waren 20 China-Rückkehrer in Berlin aus der zweiwöchigen Quarantäne entlassen worden. Sie durften vom Isolierbereich auf dem Gelände der DRK Kliniken im Stadtteil Köpenick nach Hause, wie das Deutsche Rote Kreuz mitteilte. "Wir sind sehr erleichtert, dass bei keinem der Rückkehrer ein Coronavirus nachgewiesen werden konnte. Wir sind glücklich, dass die Isolation aufgehoben werden konnte. Die Belastung für alle Beteiligten war enorm", sagte DRK-Generalsekretär Christian Reuter laut einer Mitteilung.

Am Samstagmorgen waren sechs deutsche Ex-Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Diamond Princess", das wegen des Coronavirus zwei Wochen im japanischen Yokohama unter Quarantäne stand, in Berlin eingetroffen. An Bord einer italienischen Maschine landeten die Menschen aus Berlin, Niedersachsen und Hessen auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel.

Bestätigte Fälle von Coronavirus gibt es in Berlin und Brandenburg bisher nicht. Dennoch sind beide Länder auf den Ernstfall vorbereitet.

Hinweis: In einer früheren Version des Beitrages hieß es, dass die Gesundheitsverwaltung aus Italien zurückkehrenden Menschen einen Besuch beim Arzt empfiehlt. Korrekt ist, dass ihnen zu einer Kontaktaufnahme mit einem Arzt geraten wird. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Sendung: Abendschau, 23.02.2020, 19:30 Uhr

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20 Kommentare

  1. 20.

    ich wollte fragen ob man jetzt in die Quarantäne muss wenn man aus Norditalien wieder ankommt.
    ich muss zwar noch hingehen aber wenn man in die Quarantäne muss dann gehe ich nicht

  2. 19.

    Wenn mehr als eine handvoll infiziert sind, bricht das totale Chaos aus. Wir haben keine funktionierenden Notfallpläne etc. , kein Personal, kein Wissen und kein Material (Gesichtsmasken gibt es ein paar zu Wucherpreisen - was passiert, wenn die Ärzte im Op keine mehr haben?).
    Wir können nur hoffen, dass wir mehr Glück als Verstand haben.

  3. 18.

    Bitte Titel ändern,ansonsten sitzen in meiner Arztpraxis morgen mehrere nach Italienaufenthalt und verbreiten es weiter. Senat ist nicht vorbereitet.

  4. 17.

    "Diese Art der Testung bei einem absolut reduzierten Personenkreis halte ich für unverantwortlich ! es müssten alle menschen mit Symptomen getestet werden, um überhaupt einen realistischen Überblick zu bekommen.."

    Das wird schon so gemacht:
    Eine Testung ist grundsätzlich bei symptomatischen Personen entsprechend der epidemiologischen Falldefinition sowie im Rahmen der differentialdiagnostischen Abklärung empfohlen,
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Vorl_Testung_nCoV.html#doc13490982bodyText6


    Ich vermute aber mal, dass das derzeit wahrscheinlich nur für die "schwereren Fälle" möglich ist, weil die Testkits sehr aufwendig in der Herstellung sind.

  5. 16.

    Jo, super.
    Gestern Abend beim ärztlichen Bereitschaftsdienst angerufen und gefragt, ob man irgendwas als Italien-Rückkehrer beachten müsse. Nö, außer Hygiene (Händewaschen). Erst, wenn Symptome kommen, sollte man zum Arzt.
    Nach dem Aufruf des Senats habe ich heute nochmals beim Hausarzt angerufen. Es gibt bisher keine Anweisungen, was zu tun ist, also weitermachen wie bisher und nur bei Symptomen zum Arzt.
    Ja mei, die Telefoniererei wird heute so manche Praxis viel Spaß bereiten und nichts bringen.
    Nur zur Info: ich war in Italien und dass ich nun, wenn es denn Symptome gäbe, mich mit einem Arzt in Verbindung setze, dazu brauch ich nicht die Empfehlung des Senats. Auf die Idee käm ich glatt allein. Und Angst hab ich eh nicht.
    Was also soll dieses komische Spiel mit "setzen sie sich mit dem Arzt in Verbindung"?

  6. 15.

    Komme gerade aus Norditalien und habe dort in den letzten zwei Wochen bei einer großen Sportveranstaltung gearbeitet. Bei der Hotline habe ich erst nach einer Stunde jemanden erreicht, der konnte mir gar nicht helfen und mein Hausarzt und das Sana Klinikum Lichtenberg lehnen mich ab. Angeblich kann ich den Schnelltest im Virchow machen lassen 300€! Na mal sehen. So richtig gut vorbereitet wirkt das nicht auf mich.

  7. 14.

    Schön für Sie wenn sie über genügend finanzielle Mittel verfügen. Es gibt Leute die müssen sich 3x überlegen ob sie zum Arzt gehen können und ob die Rechnung bezahlt wird ...

  8. 13.

    "rät"
    ist der Senat wahnsinnig?

  9. 12.

    Keine Testung möglich?! oder sehe ich das falsch ? Um getestet zu werden muss man nachweislichen Kontakt zu einer bekannt infizierten Person gehabt haben oder selber in China oder auch mittlerweile in Italien gewesen sein.... was ist mit all den Zwischenwirten ?? so wie ich dass sehe hat Deutschland kaum infizierte weil einfach niemand getestet wird. woher soll jemand wissen ob nicht ein Kindergartenfreund eines Infizierten Kindes, seine Mutter ansteckte, diese den Tankwart, der seine Tante diesen ihren Enkel und der seinen Freund usw usw.

    Diese Art der Testung bei einem absolut reduzierten Personenkreis halte ich für unverantwortlich ! es müssten alle menschen mit Symptomen getestet werden, um überhaupt einen realistischen Überblick zu bekommen und dann müssen Gegenmaßnahmen umgehend ergriffen werden, auch wenn diese die wirtschaft schwächen

  10. 11.

    Solange sich Leute um die Beihilfe sorgen machen geht es uns noch sehr gut.
    Einfach den Menschenverstand einschalten und Besonnenen reagieren. Aber daran scheitert es schon.

  11. 10.

    „.....die Leute aus Italien gehören in Quarantäne“. Großartiger Satz. In diesem Land wurden schon mal Leute aus Italien unschuldig in „Quarantäne“ gesteckt..... PFUI

  12. 9.

    In der Meldung heisst es:
    "Berliner, die in den vom Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 in Norditalien betroffenen Regionen waren, sollten sicherheitshalber Kontakt zu einem Arzt aufnehmen. "
    Gilt das nicht auch für die, die in Italien wohnen und zu Besuch nach Berlin gekommen sind, zum Beispiel Deutsche, die in Italien wohnen? Oder Italiener? Anders gesagt: Die Einschränkung auf "Berliner" ist hier völlig fehl am Platz.

  13. 8.

    Sie können nur empfehlen, denn wenn sie es vorschreiben, müssen sie für die Folgekosten zahlen. Berlin hat aber kein Geld für seine Bewohner.

  14. 7.

    Oben steht doch die Nummer einer Hotline und dass man sich alternativ telefonisch an seinen Hausarzt wenden soll, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Welcher möglicherweise Betroffene würde sich denn mit dem Wissen um die hohe Ansteckungsgefahr in ein Wartezimmer setzen?

  15. 6.

    Das frag ich mich auch.
    Was macht der Senat und die Gesundheitssenatorin wieder für einen Schwachsinn, die Leute aus Italien gehören in
    Quarantäne und nicht zum Hausarzt um da das Virus zu verbreiten. Was passiert hier nur alles in dieser Stadt.

  16. 4.

    Komme gerade aus Italien. Morgen ruft der Dienst. Da fahre ich mit der U7 quer durch die Stadt. Arzt vorstellen?! Zahlt das die Beihilfe?! Nein. Also,...... Berliner Senat. Herr Müller LOLOLOLOL

  17. 3.

    Der Titel des Artikels ist hochgradig irreführend und damit gefährlich. Wer den Verdacht hat, sich infiziert haben zu können, der soll natürlich NICHT in die nächste Arztpraxis oder Notaufnahme spazieren und "einen Arzt aufsuchen". Sondern möglichst zuhause bleiben und sich zunächst telefonisch beraten lassen bzw. den Arztbesuch telefonisch ankündigen, damit entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können. Siehe auch https://www.berlin.de/sen/gesundheit/themen/gesundheitsschutz-und-umwelt/infektionsschutz/#Coronavirus

  18. 2.

    Pardon, aber wie darf ich mir das vorstellen? Jeder, der aus Italien kommt, rennt (auch ohne Symptome) jetzt mal schnell zum Arzt und verbreitet dort, während er ein bis zwei Stündchen im Wartezimmer sitzt, das Virus womöglich schön weiter?

  19. 1.

    So ein Quatsch, die niedergelassenen Ärzte sind gar nicht auf die Seuche vorbereitet noch geschult, das gleiche ist mit den Laboren, normalerweise müsste ein Anlaufstelle in Berlin für solche Fälle eingerichtet werden.

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