Kontrollraum eines Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) (Quelle: dpa/Baumgarten)
Video: Brandenburg aktuell | 04.02.2020 | Anja Meyer | Bild: dpa/Baumgarten

Weltkrebstag - Krebserkrankungen nehmen zu, die Überlebenschancen steigen

2,5 Prozent aller Berliner und 3,3 Prozent aller Brandenburger sind in den vergangenen zehn Jahren an Krebs erkrankt. In Zukunft dürfte ihr Anteil weiter steigen, erwartet etwa die Welt-Gesundheitsorganisation. Das macht Vorsorgemaßnahmen umso wichtiger.

Zum Weltkrebstag am Dienstag haben Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) und Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) zu Vorsorgeuntersuchungen aufgerufen.

Nur wer regelmäßig zum Arzt gehe, könne das Risiko einer Krebserkrankung minimieren, sagte Kalayci. Die Gesundheitssenatorin erinnerte daran, dass Krebs immer noch eine der am häufigsten diagnostizierten Krankheiten ist. Eine gute Vorsorge sei daher unerlässlich.

Auch Nonnemacher rief dazu auf, Angebote zur Krebsfrüherkennung wie beispielsweise ein Hautkrebs-Screening oder eine Darmspiegelung regelmäßig zu nutzen. "Krebs ist heute oft gut behandelbar und die Überlebenschancen haben sich deutlich verbessert", hieß es in einer Mitteilung der Ministerin. Trotzdem bleibe Krebs eine gefährliche Krankheit, die bei Betroffenen große Angst und Sorgen auslöse. "Je früher eine Krebserkrankung erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen", erklärte die Ministerin.  

Männer erkranken seltener, Frauen häufiger als früher an Lungenkrebs

Auch eine gesunde Lebensweise kann laut Nonnemacher dazu beitragen, Krebs aktiv vorzubeugen. Dazu gehöre etwa auch, mit dem Rauchen aufzuhören. Nach Angaben der Gesundheitsministerin zeige die Krebsstatistik, dass sich bei Lungenkrebserkrankungen des Mannes seit Mitte der 1980er Jahre ein Rückgang beobachten lasse, was mit der sinkenden Zahl an Rauchern erklärt werden kann. Die Zahl der Lungenkrebserkrankungen bei Frauen steige dagegen weiterhin an, da sich Rauchen bei Frauen erst später verbreitet habe.

Brust- beziehungsweise Prostatakrebs häufigste Erkrankungen

Laut Schätzungen des Krebsregisters der ostdeutschen Bundesländer haben in Berlin rund 2,5 Prozent der Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren die Diagnose Krebs bekommen. Weil die Menschen in Deutschland in Zukunft immer älter werden, rechnet die Gesundheitsverwaltung damit, dass auch mehr Menschen Krebs bekommen.  

In Brandenburg leben ungefähr 82.700 Menschen, bei denen in den vergangenen Jahren eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Das sind etwa 3,3 Prozent der Bevölkerung. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

In Ostdeutschland ist bei Frauen die mit Abstand häufigste Krebserkrankung Brustkrebs (30 Prozent) und bei Männern Prostatakrebs (24 Prozent). Danach folgen bei Frauen Darm- und Lungenkrebs mit 11 beziehungsweise 8 Prozent. Bei Männern liegt Lungenkrebs mit 13 Prozent vor Darmkrebs mit 12 Prozent.

WHO: Anstieg um 60 Prozent bis 2040

Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO erwartet weltweit einen starken Anstieg der Krebserkrankungen.

Bis 2040 würden die Fallzahlen um 60 Prozent steigen, heißt es in einem Bericht zum Weltkrebstag. Viele Krebserkrankungen könnten aber vermieden werden, wenn man seinen Lebensstil ändere, so die Experten.

Am 4. Februar 2020 feiert der Weltkrebstag sein 20. Jubiläum.

Sendung: Inforadio, 04.02.2020, 11.00 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Auch auf dem Bürgersteig muss man aufpassen, dass man nicht hinter einem Nikotinvampir oder an einer Shishabar mit Außenbewirtung vorbeigeht.
    Für mich gibt es nur zwei Möglichkeiten:
    Entweder werden Tabakwaren (auch E-Zigaretten und Shishas) verboten oder der "Spaß" wird so teuer, dass er keinen mehr macht.
    Die Mehreinnahmen bei Möglichkeit Zwei dürften gern auf die Krankenkassen verteilt werden oder an die Kinderkrebshilfe gehen.

  2. 1.

    Die Qualmerei ist eine Pest:
    Man wartet auf den Bus: Todsicher zündet sich jemand eine Kippe an. Und vorzugsweise so, dass der Wind ihm so richtig dabei hilft, andere Personen zu räuchern (und am liebsten in einem Wartehäuschen bei Regenwetter).
    In U-Bahnhöfen halten sich viele Männer (bei Frauen habe ich das noch nicht beobachtet) auch nicht daran und sind der Meinung, zumindest der untere Bereich des Treppenaufgangs wäre ein Freigehege für Nikotinschwerstabhängige.
    Regeln und Gesetze werden solche Idioten nicht abhalten, denn wer kontrolliert die schon?
    F. f.

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