Weltkriegsbombe in Stahnsdorf gesprengt (Bild: dpa/Julian Stähle)
Video: rbb|24 | 08.02.2020 | Material: NonStopNews, Fotos: dpa | Bild: dpa/Julian Stähle

500-Kilo-Blindgänger - Weltkriegsbombe in Stahnsdorf gesprengt

Die in Stahnsdorf gefundene Weltkriegsbombe ist in der Nacht zum Samstag gesprengt worden. Eine Entschärfung war nicht möglich. Mehr als 3.000 Anwohner hatten am Abend ihre Wohnungen verlassen müssen.

In der Nacht zu Samstag ist in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark)ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden. Die 500 Kilogramm schwere Bombe detonierte gegen 3.30 Uhr. Erst am Freitagnachmittag war sie bei Bauarbeiten entdeckt worden.

Etwa 3.200 Menschen hatten ihre Wohnungen verlassen müssen, nachdem ein Sperrkreis evakuiert wurde. Der Fundort lag nahe einer Gasdruckleitung, die für die Entschärfung stillgelegt wurde. Gegen Mitternacht war der Sperrkreis geräumt. Ursprünglich war von bis zu 6.000 Menschen die Rede gewesen. Die Evakierung war gegen Mitternacht abgeschlossen worden.

Entschärfung war nicht möglich

Die Bombe war in einem schlechten Zustand gewesen und konnte deshalb nicht entschärft werden, erklärte Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg. Der Zünder sei stark verkrustet gewesen, weshalb die geplante Entschärfung mit einem Wasserschneidegerät nicht erfolgen konnte. "Diese Bombe ist mit 500 Kilo doppelt so groß, wie die Bomben, die wir sonst in Potsdam haben. Dementsprechend ist auch eine sehr große Sprengstoffmenge in der Bombenhülle", so Schwitzke.

 

Vor der Entschärfung hatte die Regionalleitstelle Brandenburg eine amtliche Gefahrenmitteilung herausgegeben. Die Polizei hatte darum gebeten, dass betroffene Anwohner den Anordnungen der Behörden folgen. Sie sollten Kleidung sowie wichtige Medikamente und Dokumente bereithalten. Auch sollten sie Fenster und Türen schließen und Lüftungs- und Klimaanlagen abschalten.

Notunterkünfte eingerichtet

Betroffen von der Evakuierung waren folgende Straßen: Güterfelder Damm Höhe am Weiher, Potsdamer Allee Höhe Eichenweg, Zehlendorfer Damm/Ecke Karl-Marx-Straße und Wilhelm-Külz-Straße/Ecke Biomalzspange sowie Ruhlsdorfer Straße/Ecke Kieler Straße und Krokusweg.

Für die betroffenen Anwohner hatte die Gemeinde Notunterkünfte im Gemeindezentrum und in der Sporthalle der Grundschule Heinrich Zille eingerichtet. Nach Angaben der Gemeinde verbrachten 150 Menschen im Gemeindezentrum und 30 Menschen in der Grundschule den Abend.

Während der Entschärfung waren unter anderem die Kreisstraße zwischen Potsdam und Teltow sowie die Landstraße 77 nicht mehr zugänglich. Autofahrer mussten das Gebiet weiträumig umfahren.

Neben dem Kampfmittelräumungsdienst waren alle Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung im Einsatz, sagte ein Sprecher. Weil die Personalbesetzung für eine Evakuierung an einem Freitagnachmittag aber dünn war, seien zusätzlich alle verfügbaren Polizei- und Feuerwehrkräfte angefordert worden.

Sendung: Inforadio, 07.02.2020, 15:18 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Auch am Innsbrucker Platz war der Rums noch zu hören!

  2. 10.

    Die Detonation war noch hier in Charlottenburg Nord zu hören und zu spüren!

  3. 9.

    Dit hat er aber wieder gut gemacht. Gratulierte. Und mal nen Scherz. Die Baugrube braucht nicht mehr ausgebaggert werden.

  4. 8.

    Ich finde es unverschämt uns als Vertriebene zu bezeichnen. Sie wissen offensichtlich nicht was das heißt Vertrieben zu sein.

  5. 7.

    Ich hoffe alle Helfer bei dieser Sprengung sind gesund und wohl auf. Ihnen allen, voran dem Sprengmeister, den vielen Helfern und der Polizei gebührt Dank. Sie alle haben sich den Tag und die Nacht dafür eingesetzt diese Bombe unschädlich zu machen und Gefahren abzuwehren. Danke

  6. 6.

    Ich habe in meiner Wohnung in Teltow gegen 3,35 Uhr einen ziemlich lauten Knall gehört. Da war mir klar, dass die Bombe gesprengt wurde. Ich hatte den Gedanken, hoffentlich gewollt? Aber es ist wohl alles gut gegangen? Ich habe eine ganz große Hochachtung vor allen Menschen, die daran beteiligt waren, dass alles gut gelaufen ist. Vielen Dank dafür!!!
    Auch hatte ich ein beklemmendes Gefühl, weil ich mir vorstellte, wie es meinen Eltern und Großeltern im Krieg gegangen sein muss. Frieden ist ein kostbares Gut!

  7. 5.

    Guten Morgen es ist gerade 10 vor 04.00 Uhr und kurz vorher hörte ich einen lauten Knall meine Scheiben im Wohnzimmer wackeln und was war los. Schaue gleich bei rbb24 nach und lese heute Bombenentschärfung in Stahnsdorf ok muss aber was schief gegangen sein . Wenn in Lichterfelde die Fenster Wackeln. Hoffen das alle Beteiligten nichts passiert ist. Aber es war zu hören und gespürt haben wir es .

  8. 4.

    Was wollen Sie uns damit sagen? Hier opfern Menschen ihre Freizeit und das kann auch mal gewürdigt werden.

  9. 3.

    Alle verfügbaren Angestellten haben ihren Dienst angetreten. Die Beteiligung ist großartig.

  10. 2.

    Da wird einmal das vollständige Personal der Gemeinde dort gebraucht... Und dann ist Freitag und Wochenende... Gehört das nicht zu den Aufgaben des Personal einer Gemeinde solche außergewöhnlichen Ereignisse zu unterstützen? Oder braucht es immer Wartemarken?

  11. 1.

    Man gut, dass ich im Urlaub bin - sowat fehlt einem dann noch zum Glück @!@
    Gutes Gelingen den Beteiligten, den "Vertriebenen" gutes Unterkommen und baldige Heimkehr!

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