Archivbild: Zahlreiche Frauen versammeln sich im Rahmen der Frauenrechtskampagne "One Billion Rising" auf dem Alten Markt in Potsdam und tanzen, um ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen zu setzen. (Quelle: dpa/S. Kembowski)
Video: rbb24 | 04.03.2020 | 13 Uhr | Bild: dpa/S. Kembowski

Landesweit rund 200 Veranstaltungen - Brandenburger Frauenwoche will Visionen für die Zukunft

Sich gegen überholte Frauenbilder wehren und Visionen für ein gleichberechtiges Zusammenleben erstellen: Darum geht es bei der 30. Brandenburger Frauenwoche, die am Mittwoch unter dem Motto "Zurück in die Zukunft" startet. Von Dominik Lenz

Bundesweit einmalig, Erfolgsgeschichte, Aushängeschild des Landes: Mit diesen Worten schwärmt Frauenministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) von der "Brandenburger Frauenwoche". Dennoch im 30. Jahr des Bestehens der Aktionswoche liege in Sachen Gleichberechtigung noch vieles im Argen, sagt die Ministerin, gerade was Beruf und Karriere angehe.

Deshalb ist es ihr wichtig, "solche Probleme der Gleichstellungspolitik zu thematisieren, zu fokussieren und sich darüber auszutauschen." Ein Thema ist dabei beispielsweise, dass mit dem Erstarken der Rechtspopulisten im Land längst überholte Frauenbilder wieder im Gespräch seien. Dabei stehe nach Angaben von Ursula Nonnemacher "die Frau und Mutter am Herd der 1950er Jahre der Republik West oder sogar ein traditionelles Frauenbild, was in die 30 Jahre in den Faschismus zurückgeht, was halt nicht auf Gleichberechtigung, Gleichstellung angelegt ist".
Darum passe der Titel dieser Frauenwoche "Zurück in die Zukunft" sehr gut.

Auch Männer und Jungen eingeladen

Neben dem Rückblick auf das, was war, gehe es auch um Zukunftsbilder, sagt Verena Letsch vom Frauenpolitischen Rat Brandenburg. "Damit wir dieses Jubiläum nicht nur nutzen um zurückzugucken, wollen wir mit dem Motto ganz ausdrücklich aus diesen Erfahrungen heraus die Frage stellen: Wie wollen wir eigentlich leben? Wie soll die Gesellschaft aussehen, in der wir leben wollen?", erläutert Letsch. Das Motto solle dazu aufrufen, utopisch und visionär zu sein und die Frage zu stellen: Wo wollen wir hin?

Es sind auch ausdrücklich Männer und Jungen zu vielen der landesweiten Workshops, Diskussionsrunden oder Sportveranstaltungen eingeladen. Auch für diese könne es spannend sein: wie zum Beispiel in Neuruppin zu hören, wie Frauen in der Wendezeit 1989, beim Arabischen Frühling oder aktuell bei Friday for Future auf die Straßen gingen.

Zweieinhalb Wochen Frauenwoche

Doch es gibt auch Workshops, die einen geschützten Raum geben sich auszutauschen oder auszuprobieren, wie etwa beim Wochenende für Mädchen in Teltow, sagt Biancas Scheer von der Kontaktstelle Mädchenarbeit Brandenburg. "Die machen einen Rap-Workshop beispielsweise so, dass Mädchen sich 'skills' aneignen können, die eigentlich eher männlich dominierte Bereiche sind", so Scheer.

Offiziell startet die zweieinhalb Wochen dauernde Frauenwoche um 10 Uhr im Treffpunkt Freizeit in Potsdam. Mit dabei sind Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke und Frauenministerin Ursula Nonnemacher. Das ganze Programm mit landesweit rund 200 Veranstaltungen findet sich auf der Homepage des Frauenpolitischen Rats Brandenburg [frauenpolitischer-rat.de].

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.03.2020, 10:10 Uhr

Beitrag von Dominik Lenz

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1 Kommentar

  1. 1.

    Gute Sache! Und ein interessantes Programm. Sollte die CDU sich mal ansehen

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