Symbolbild: Polizeifahrzeug mit einer im Fahrzeug installierten Radaranlage (Quelle: imago images/Müller-Stauffenberg)
Bild: imago images/Müller-Stauffenberg

Berliner Verkehrsstatistik - Mehr als eine Million Tempoverstöße in einem Jahr

Die Berliner Polizei hat im vergangenen Jahr 1.149.405 Fahrer erwischt, die zu schnell unterwegs waren. Das war ein deutlicher Anstieg gegenüber 2018 (829.049), wie aus der am Dienstagabend veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik der Polizei hervorgeht. 

Ein Grund war, dass in Berlin inzwischen mehr feste Blitzanlagen stehen als noch vor einigen Jahren. Die Polizei setzt auf mehr "Überwachungsdruck", dafür wurde "der Einsatz von Laser- und Radar-Technik noch einmal erhöht und der Bestand an Überwachungsanlagen weiter ausgebaut".

Wegen verbotener Autorennen wurden 362 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Polizei beschlagnahmte 186 Autos und 197 Führerscheine.

Zahl der Unfälle um zwei Prozent gestiegen

Insgesamt 147.306 Verkehrsunfälle wurden in Berlin im vergangenen Jahr von der Polizei registriert. Das war ein leichter Anstieg um zwei Prozent. Die Zahl der Unfälle war in den vergangenen Jahren parallel zur wachsenden Bevölkerungszahl der Hauptstadt gestiegen.

Es gab 15.458 leicht verletzte Menschen (minus 172) und 2299 Schwerverletzte (minus 243). 40 Menschen starben. Das war im Verhältnis zur Einwohnerzahl der niedrigste Wert aller Bundesländer. Darunter stellten die Fußgänger die größte Gruppe (24). Dazu kamen sieben Autofahrer, sechs Radfahrer, zwei Motorradfahrer und ein weiterer Verkehrsteilnehmer.

Die häufigsten Gründe für Unfälle waren Fehler beim Abbiegen und Missachten der Vorfahrt. Mit einigem Abstand folgten eine zu hohe Geschwindigkeit, unaufmerksame Fußgänger und Alkoholeinfluss.

Sendung: Radioeins, 25.03.2020, 05.00 Uhr

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Antwort auf [Susanna Hahn] vom 25.03.2020 um 08:54
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10 Kommentare

  1. 10.

    Ich frage mich öfter, warum ein 30er Schild wegen Kindern auch Nachts um 2 Uhr Gilt. Ich auf einer Straße mit schon 60 km/h von einer voll besetzten Straßenbahn überholt werde. 30 wegen Lärmschutz auch für Elektrofahrzeuge gilt. Und warum Autofahrer zu 30 verdonnert werden, weil 1x einer die Haltestellenabsperrung missachtet und auf die Straße in den fließenden Verkehr geklettert ist.
    Wenn ich von der B1 nach Friedrichshagen fahre auf der selben Straße plötzlich eine andere Geschwindigkeit gilt, nur weil sich die Gemeinde ändert. Und dazu noch auf dem baulich schlechteren und kurvigeren Abschnitt schneller gefahren werden darf.
    Und auch schon erlebt, dass die Polizei die Gesetze nicht kennt, die sie kontrolliert. Dass Geschwindigkeitsschilder Streckenverbote sind und eben nicht an der nächsten Kreuzung enden. Dazu muss man erst bis vor Gericht gehen.
    Ich könnte hier, wie wahrscheinlich jeder Autofahrer, endlose Beispiele bringen, dafür reicht der Platz hier gar nicht.

  2. 9.

    Es gibt einen geheimen Trick wie man Blitzer austrickst, wurde 2017 entdeckt, funktioniert aber wohl noch immer: https://www.der-postillon.com/2017/04/zahlentrick-blitzer.html

  3. 8.

    Wenn man so viele Verfahren hat, dann sollte man mal darüber nachdenken, was an den Regeln nicht stimmt.

    Auf Arte oder Phoenix habe ich mal ein Interview mit einem "berühmten" Richter gesehen der die Auffassung vertrat, dass ein Gesetz verfassungswidrig sei, wenn es keine Wirkung entfaltet (sinnmäßig)
    Schön aber offenkundig ist das Geschäft der Gesetzgeber doch zu lukrativ. Da brächen bundesweit Milliarden Einnahmen weg.
    Und wie wir erst vor kurzem wieder in Berlin gesehen haben, wählt sich der Gesetzgeber die Richter (hier eine Linke Richterin ins Verfassungsgericht, mit Absprachen etc pp), die über ihn richten sollen/ werden selber aus.
    Das nenne ich mal Demokratie vom Feinsten.

    Das die Polizei, die Aufpasser, selbst 800 Unfälle verursacht hat ist schon beängstigend. Bei mir unten vor der Dönerbude steht die Polizei regelmäßig in 2. Reihe zum Döner kaufen. Und dann schleppen die Selben den normalen Autofahrer dafür ab. Nun finden einige sicher wieder 1000 Ausreden.

  4. 7.

    Gemäß Polizei ist ganz Deutschland flächendeckend Unfallschwerpunkt. Geschwindigkeitsbeschränkungen sind vielerorts unsinnig und dienen nur dem abkassieren. Ohne die Gelder, die man bei Autofahrern für alles Mögliche abkassiert, würde manche Gemeinde gar nicht überleben können. Also blitzt, rotwellt und parkverbotet man was das Zeug hält.

  5. 6.

    Tempo 30 ist definitiv nicht die Lösung. Eine Abänderung des Bußgeldkataloges schon.
    Ich bin für Geldstrafen/Bußgelder/Verwarnungsgelder in Abhängigkeit vom Jahreseinkommen. Denn nur so würde Strafen einem Gutverdiener genauso weh tun wie einem Geringverdiener. Aber "unsere lieben Politiker", "unsere gewählten Volksvertreter" werden schon wissen warum sie dieses nicht durchsetzen. Dabei wäreen Einkommensabhängige Geldbußen/Verwarnungsgelder eine wirkliche Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer.

  6. 4.

    Die Beschränkungen gelten, egal ob nachvollziehbar oder nicht. Ob es wirklich helfen würde, wenn an jedem 30er Schild in Zukunft eine Tafel hängt mit "Oma Erna beantragte 1986 eine 30er Zone, weil sie ihre Kanarienvögel so besser hören konnte."?
    Wenn wir damit anfangen, wo hören wir dann auf? Wäre es nicht viel sinnvoller erstmal viel unklarere Punkte anzugehen, z.B. warum Fahrradampeln an T-Kreuzungen auf rot schalten, obwohl die Fahrradfahrer ohne irgendwen zu behindern auf dem abgetrennten Fahrradweg geradeaus durchfahren könnten?

  7. 3.

    Und das bei einer so geringen Kontolldichte... das lässt weit blicken.
    Insbesondere im Westen Berlins gibt es auf den Autobahnen Blitzer und auf großen Hauptverkehrsstraßen wie clayallee oder Hohenzollerndamm wird mobil geblitzt. In verkehrsberuhigten Bereichen und Wohngebieten nehme ich gar keine Kontrollen wahr. Warum wird eigentlich so wenig kontrolliert, wenn der Bedarf so hoch ist? Ich fahre übrigens selbst Auto und bin von Rasern genervt. Als Fußgänger und Radfahrer weiß ich, dass die Raserei für schwächere Verkehrsteilnehmer lebensgefährlich ist. Selbst jetzt in Zeiten von Corona wo die Straßen vergleichsweise leer sind wird gedrängelt und gerast. Mehr Kontrollen wären auch hier hilfreich.

  8. 2.

    Mir fällt noch ein anderer Grund für den starken Zuwachs ein: Alle paar Meter ein völlig unvorhersehbares 30er-Schild, mal tagsüber, mal nachts.
    Der klassische Raser, der mit 80 durch die Stadt heizt, ist eine aussterbende Art.
    Es sind die vielen kleinen Überschreitungen, die sich einem durchschnittlichen Fahrer nun mal nicht erschließen.
    Wenn Beschränkungen auch für den betroffenen Nutzer NACHVOLLZIEHBARER sein würden, gäbe es nicht so einen Anstieg.

  9. 1.

    Aktuell wird auf der Stadtautobahn sehr viel zu schnell gefahren, vermehrt ohne Blinker kurzfristig die Spur gewechselt. Klar, es ist sehr viel weniger los, man hat also Platz. Aber die Verkehrsregeln sind nicht außer Kraft gesetzt. Rücksichtnahme und Vernunft scheinbar schon...

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