Berlin: Blick über die Spree auf das Stadtzentrum mit dem Fernsehturm. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Bild: dpa/Jens Kalaene

Sinkende Temperaturen und Nachtfröste - Gutes Wetter für Social Distancing

Eisiges Wetter im Anmarsch: "Ostlage" nennt sich das, was auf uns zukommt und wovon wir im Winter bislang verschont blieben. Kalter Wind direkt aus Russland, nachts kann es frieren. Ein Grund mehr, daheim zu bleiben.

Social Distancing wird in den kommenden Tagen vielleicht etwas leichter: Das frühlingshafte Wetter, das die Menschen trotz Corona-Krise in Scharen auf die Straßen, die Parks und auf die Spielplätze zieht, wird nämlich pünktlich zum astronomischen Frühlingsbeginn am Freitag vorerst ein Ende finden.

Bei Temperaturen von maximal fünf (Sonntag) oder vier Grad (Montag) – trotz Sonne – wird der Spielplatz oder die Verabredung mit den Kumpels vermutlich für die meisten Menschen in Berlin und Brandenburg deutlich unattraktiver werden.

Die "Ostlage" mit Wind aus Russland

"Wir bekommen das Wetter, das wir im Prinzip den ganzen Winter nicht hatten", sagt Meteogroup-Meteorologe Oliver Klein dazu. Es handele sich um eine sogenannte Ostlage, bei der der kalte Wind direkt "von Russland rüberweht". Klein empfiehlt, sich bei allen Gängen vor die Haustür gut einzumummeln. "Schal wieder rausholen, die Jacke zumachen und die Mütze aufziehen", fasst er zusammen. Denn die vier bis fünf Grad Realtemperatur würden sich bei dem erwarteten Wind gleich noch viel Kälter anfühlen.

Aber auch ohne Wind ist es recht kalt für die Jahreszeit – insbesondere, wenn man sich die Nachttemperaturen noch zusätzlich anschaut. Bis zu acht Grad Minustemperaturen werden für die Nächte zwischen Sonntag und Mittwoch erwartet. Das seien kältere Temperaturen als wir sie im vergangenen Winter gehabt hätten, sagt Meteorologe Oliver Klein. Der typische gefürchtete "Märzwinter" sei das aber nicht. Für derlei Kälteeinbrüche sorge nämlich meistens kalte Polarluft.

Wer jetzt schon blüht, kann Schaden nehmen

Trotzdem sind von der jetzt anrückenden "Ostlage" sowohl Obstblüten wie auch alle anderen Frühblüher bedroht. Gerade bei mehreren Nächten mit Minustemperaturen seien hier durchaus Schäden zu erwarten bei Obstbäumen, die in diesem Jahr in Berlin und Brandenburg teils schon zwei bis drei Wochen blühten. "Und auch Tulpen und Narzissen könnten über Nacht verwelken", sagt Meteorologe Oliver Klein. Da halte sich zwar der wirtschaftliche Schaden in Grenzen, "das sieht dann aber trotzdem traurig aus".

Sendung: Antenne Brandenburg, 20.03.2020, 10 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

7 Kommentare

  1. 6.

    Bei Heimarbeit denkt man zunächst an Frauen mit Strickmaschinen, Adressen schreiben oder sowas von früher; jetzt geht es um Tätigkeiten, die man sonst im Büro gemacht hat. Vielleicht deshalb.

  2. 5.

    RBB - radio in the British Sector.

  3. 4.

    Bin genau der gleichen Meinung. Nur noch englische Begriffe. Warum sagt niemand mehr Heimarbeit anstelle von Home Office ?

  4. 3.

    "Social Distancing" ist nicht nur unnötiger Weise ein englischer Begriff, sondern in meinen Augen auch noch völlig falsch. Es bedarf "Physischer Distanz". Menschlich sollten wir noch viel enger zusammenrücken, denn es liegt eine schwierige Zeit vor uns.
    Das ist und wird nicht einfach. Doch ich möchte nicht von einem Arzt hören, dass meine Eltern oder Großelter nicht behandelt werden, weil die Betten belegt und andere Patienten mit besserer Genesungsprognose vorgezogen werden. Das wäre dann die Situation, vor der Italien gerade steht.

  5. 2.

    "Social Distancing"...was soll das, wir leben in Deutschland und dann kann man auch deutsch schreiben.

  6. 1.

    Ach herrje. "Social distancing" wird immer noch nicht verstanden. Wenn ich im Park laufe, einen Spaziergang mache: das (!) ist social distancing. Wenn ich zu Hause bleibe bei Familie und Partner und bei Freunden (ja, Sozialkontakt werde ich mir nicht verbieten lassen), ist das nicht (!) social distancing. Der Hashtag #wirbleibenzuhause ist nicht nur ignorant gegenüber allen Müttern, die mal eine Pause brauchen und keinen Spielplatz mit ihren Kinder besuchen dürfen. Er ist auch brandgefährlich.

Das könnte Sie auch interessieren