Ein Mann mit Schutzkleidung läuft vor einem Flugzeug über das Rollfeld (Bild: dpa/Robert Michael)
Bild: dpa/Robert Michael

Beschluss - Bundesregierung will 14-tägige häusliche Quarantäne für Rückkehrer

Deutsche, EU-Bürger und langjährig in Deutschland lebende Ausländer sollen künftig grundsätzlich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, wenn sie aus dem Ausland in die Bundesrepublik zurückkehren. Auf diese Empfehlung an die Bundesländer einigte sich das Corona-Krisenkabinett am Montag in Berlin.

Wie aus dem Beschluss hervorgeht, gilt die neue Regelung aber erst ab dem 10. April und nur für Menschen, die sich für mehrere Tage im Ausland aufgehalten haben - und damit nicht für Berufspendler. Außerdem gibt es Ausnahmen für bestimmte Gruppen wie etwa Lastwagenfahrer und medizinisches Personal.

Ausnahmen für Berufspendler

Menschen, die weder Deutsche noch dauerhaft hier ansässig sind, dürfen wegen der Corona-Pandemie ohnehin schon seit Mitte März nur noch aus einem "triftigen Reisegrund" nach Deutschland kommen. Das betrifft etwa EU-Bürger, die durch Deutschland in ihr Heimatland reisen. Grundsätzlich sind Einreisen aus Drittstaaten in die EU nur noch in ausgewählten Fällen zulässig.

Für Pendler sowie Geschäftsreisende und Servicetechniker, die für wenige Tage beruflich ein- oder ausreisen müssen, werde keine Quarantäne angeordnet, heißt es in dem Beschluss weiter. Gleiches gelte für Personen, die beruflich grenzüberschreitend Menschen, Waren und Güter auf der Straße, auf der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren müssten sowie für Reisende im Transit auf dem Weg in das Land ihres ständigen Aufenthalts.

Wer für einen mehrwöchigen Arbeitsaufenthalt einreisen wolle, müsse nachweisen können, dass eine zweiwöchige Quarantäne sichergestellt sei oder gleichwertige betriebliche Hygienemaßnahmen und Vorkehrungen zur Kontaktvermeidung gelten. Damit soll Saisonarbeitern vor allem in der Landwirtschaft die Tätigkeit in Deutschland ermöglicht werden.

Spargelbauern klagen über fehlende Helfer

Der Berliner Senat beschloss eine ähnliche Verordnung für die Hauptstadt. Aus Reisen zurückkehrende Berliner müssen sich demnach beim Gesundheitsamt melden und ebenfalls sofort nach Ankunft 14 Tage in häusliche Quarantäne. Das gilt vor allem für Personen, die an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld in das Stadtgebiet kommen. 

In Brandenburg müssen Rückkehrer aus Risikogebieten auch sofort nach Hause und dürfen sich von dort zwei Wochen nicht herausbewegen. Ein Verstoß dieser Regelung wird mit einer Geldstrafe von 100 bis 1.000 Euro geahndet. Die Landesregierung veröffentlichte den Bußgeldkatalog dazu Anfang vergangener Woche. Eine Sonderregelung fand die Landesregierung für Erntehelfer aus Rumänien, Bulgarien und Polen. Ihnen ist es erlaubt, in das Bundesland einzureisen, weil viele Bauern über fehlende Feldarbeiter klagten. Vor allem Spargelbauern befürchteten Schwierigkeiten, weil ihre Erntezeit im April beginnt.

Grenzkontrollen auch innerhalb der EU

Seit dem 16. März finden an den Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark in Abstimmung mit den Nachbarstaaten vorübergehend Grenzkontrollen statt. An diesen Grenzen wurden bis zum 5. April nach Angaben des Bundesinnenministeriums rund 70.000 Personen abgewiesen, die keinen dringenden Einreisegrund vorweisen konnten.

In Grenzregionen, in denen es keine solchen Grenzkontrollen gebe, nutze die Bundespolizei die bestehenden Fahndungs- und Kontrollinstrumente, hieß es im Beschluss des Krisenkabinetts. Das bedeutet, dass auch Menschen, die von dort einreisen, in Quarantäne geschickt oder zurückgeschoben werden können, wenn sie von der Polizei im 30-Kilometer-Grenzraum angesprochen werden.

Sendung: Inforadio, 06.04.2020, 15:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

5 Kommentare

  1. 5.

    Alkohol, Autofahren, billig essen kaufen, das wird jetzt alles Herrn Wolfgang verboten, denn das schadet der Umwelt und gefährdet unser aller Gesundheit :)

  2. 4.

    Deutscher gehts nicht. Fleisch essen schadet auch der Umwelt und der Gesundheit, und du isst es trotzdem. Gleiche Logik, also ab in die Quarantäne.

  3. 3.

    Gut so und gerne auch für Risikogebiete beibehalten.
    Man muss nicht in die entlegensten Ecken der Welt reisen. Das schadet der Umwelt und gefährdet unser aller Gesundheit.

  4. 2.

    Entschuldigung, wenn ich lachen muss, aber nun sind fast 90 % dieser Gruppe schon lange wieder zu Hause ........
    Irgendwie erinnert es mich an die Fabel mit dem Hase und den Igel

  5. 1.

    Ich würde ja gerne mal wissen wielange dieses "künftig" gehen soll?Zudem sollte man abschätzen aus welchem Land die Menschen zurückreisen und danach beurteilen anstatt alle gleich unter Quarantäne zu setzen

Das könnte Sie auch interessieren