Der Bahnhof Zoo an der Hardenbergstraße in Berlin-Charlottenburg, Archivbild (Quelle: AKG Images)
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Brennbare Flüssigkeit verwendet - Mutmaßlicher Schlafplatz-Anzünder kommt in U-Haft

Ein 46-Jähriger ist in Berlin in Untersuchungshaft gekommen, weil er die Schlafstätte eines Obdachlosen angezündet haben soll. Im Haftbefehl werde dem Mann gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Der Mann ohne festen Wohnsitz soll laut Staatsanwaltschaft am 31. März an der Bahnunterführung Hardenbergstraße gegen 23 Uhr Decken des 36 Jahre alten Obdachlosen mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angesteckt haben.

Eine Radfahrerin bemerkte nach Angaben der Polizei die Flammen und alarmierte zwei Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn. Diese löschten die Flammen. Der 36-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht. Er erlitt eine Rauchgasvergiftung. Die Staatsanwaltschaft prüfe jetzt, ob der lettische Staatsangehörige für weitere Straftaten verantwortlich sei, sagte der Sprecher.

Obdachlose öfter Opfer von Gewalt

In Berlin kam es in den vergangenen Jahren wiederholt zu gefährlichen Angriffen auf Obdachlose. So wurde an Heiligabend 2016 ein schlafender Obdachloser am U-Bahnhof Schönleinstraße angezündet. Aufmerksame Passanten griffen ein und verhinderten schlimme Verletzungen. Sechs Jugendliche und junge Erwachsene kamen vor Gericht und erhielten zum Teil Haftstrafen wegen versuchter gefährlicher Körperverltzung.

Im Sommer 2018 hatte ein Mann das Nachtlager von zwei Obdachlosen am S-Bahnhof Schöneweide in Brandgesteckt. Einer der beiden Männer starb, der zweite wurde schwer verletzt. Der Täter wurde vergangenes Jahr zu einer langen Haftstrafe verurteilt.

Sendung: Abendschau, 08.04.2020, 19.30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Noch kein Kommentar zu solch einer niederträchtigen Tat? Es macht mich immer wieder fassungslos, warum man Menschen, die eh nichts mehr haben, auch noch anzünden muss. Was geht in solchen kranken Köpfen vor sich? Ich hoffe und appelliere an jeden ,der solch eine Tat beobachtet ,unbedingt einzuschreiten und zu helfen.

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