Ein Rettungswagen ist abends in Berlin unterwegs. (Quelle: dpa/Lukas Schulze)
Bild: dpa

Berlin-Spandau - 16-Jähriger attackiert Rettungswagen mit Hammer

Ein 16-Jähriger hat in der Nacht zu Samstag die Besatzung eines Rettungswagens mit einem Hammer attackiert. Das teilte die Polizei am Samstag mit. Das Rettungsteam war zuvor von einem 31-Jährigen in die Parkanlage im Jenneweg in Berlin-Spandau gerufen worden.

Er gab an, von mehreren Jugendlichen attackiert worden zu sein. Die Jugendlichen sollen ihn mit einem Schlag zu Boden gebracht und anschließend auf ihn eingetreten haben. Die Polizei fand den Anrufer wenig später blutüberströmt in den Spektewiesen. Die mutmaßlichen Angreifer hatten sich inzwischen entfernt.

Der Mann wies schwere Verletzungen am Kopf auf. Unter anderem hatte er eine Schnittverletzung im Gesicht. Die Besatzung eines Rettungswagens des DRK übernahm die Versorgung des Schwerverletzten. Die Polizisten entfernten sich zunächst, um Angehörige des Mannes darüber in Kenntnis zu setzen, dass dieser in ein Krankenhaus gebracht werden müsse.

Heckscheibe mit Hammer zertrümmert

Noch während der 31-Jährige in dem Rettungswagen behandelt wurde, klopfte nach Angaben der Mitarbeiter des DRK plötzlich ein Jugendlicher an der Tür des Fahrzeuges. Als diese geöffnet wurde, brüllte der Jugendliche die Männer an, während er einen Hammer über seinem Kopf hielt. Als die Rettungskräfte daraufhin umgehend das Fahrzeug verriegelten, schlug der Jugendlichen mit dem Hammer mehrfach gegen das Fahrzeug und zertrümmerte unter anderem die Heckscheibe.

Der mutmaßliche Angreifer verschwand zunächst wieder, konnte aber von den inzwischen zurückgekehrten Polizisten wenig später noch in der Parkanlage angetroffen werden. Hierbei hielt er nach wie vor den Hammer in der Hand, lies diesen jedoch wenig später fallen. Bei seiner Festnahme leistete er Widerstand und versuchte, sich gegen das Anlegen der Handfessel zu wehren. Hierbei erlitt ein Polizist leichte Verletzungen.

Rettungskräfte erleiden Schock

Eine Atemalkoholmessung bei dem 16-Jährigen ergab einen Wert von rund 0,9 Promille. Der Jugendliche räumte nach rechtlicher Belehrung ein, den 31-Jährigen zuvor verletzt zu haben. Die Hintergründe sind noch nicht klar und Teil der Ermittlungen, die nun wegen gefährlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen sowie Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel gegen den 16-Jährigen geführt werden.

Die Rettungskräfte erlitten einen Schock und traten vom Dienst ab. Der verletzte 31-Jährige musste stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden. Der Jugendliche wurde seinen Eltern übergeben. Das Motiv der Tat ist noch unklar.

Steinwurf auf Einsatzfahrzeug der Feuerwehr

Auch die Berliner Feuerwehr berichtete am Samstag auf Twitter von einem Übergriff. Demnach sei am Nachmittag ein Stein auf ein Einsatzfahrzeug geworfen worden sein. In Berlin kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Rettungskräfte. Die Feuerwehr verzeichnete im vergangenen Jahr 200 Angriffe auf Einsatzkräfte.

25 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 25.

    Komischerweise gibt es in Amerika trotzdem nicht weniger Kriminalität als bei uns. Vielleicht helfen ja die harten Strafen überhaupt nicht?

    Wenn ein Jugendlicher erstmal kriminell genug ist um ins Gefängniss zu müssen hat man meiner Meinung nach schon verloren. Man muss viel früher in der Erziehungskarriere ansetzen um sowas zu verhindern.

  2. 23.

    Mit 16 hat man ja wohl genug Gripss,sollte man meinen.In Amerika werden auch die
    Jugendlichen hart bestraft ,das sollte man in Deutschlnd auch einführen,hier ist
    die strafe viel zu Harmlos,das lachen die Jugendlichen doch nur darüber.

  3. 22.

    Unsere Gesetze sind da recht eindeutig. Das Problem ist nur, dass sie aufgrund von Personalmangel in der Justiz nicht konsequent angewendet werden können.

  4. 21.

    Jens, Sie argumentieren wieder mit Vernunft & Verstand. Und setzen nach guter alter Art darauf, dass Leute durch Bestrafung eben Verstand bekommen. Das mag teilweise funktionieren. Es gibt aber ein entscheidendes Problem: in kritischen Situationen wird genau dieser Verstand vollautomatisch abgeschaltet! Das Denken weicht dem Affekt; entweder der Panik oder eben der Aggression. Weswegen man bei entsprechenden Leuten von "mangelnder Affektkontrolle" spricht. Und HIER muss eine sinnvolle Therapie ansetzen: Der (potenzielle) Täter muss erstmal begreifen, was überhaupt mit ihm passiert, wenn seine Automatik einschaltet. Und dann muss er Wege finden, diese Automatik doch zu kontrollieren. Die Wahrscheinlichkeit, dies durch Sanktionen (Geldstrafe, Sozialdienst, Bewährung, Knast...) und Minimaltherapie zu erreichen, sind gering. Das ist Zeit- und Geldverschwendung mit maximalem Restrisiko. Intensives Coaching (ggf gegen den Widerstand von Täter bzw Eltern) ist m.E. der einzig sinnvolle Weg.

  5. 20.

    Hallo Usselbart, ich rufe hier zu gar nichts auf. Ich sage lediglich meine Meinung. Und die ändere ich auch nicht nach ihrem Kommentar. Wo kommen wir denn hin, wenn Menschen meinen, mit einem Hammer auf andere los gehen zu können!

  6. 19.

    Egal für welches Alter, Strafe muss sein.
    Und zwar Eine, die den Eindruck hinterlässt, nie wieder dort hin zu wollen. Bei Wiederholungen noch härter.
    Und ich kann die Ausreden nicht mehr hören, von wegen schwere Kindheit oder ähnliches. Jeder hat seinen eigenen Kopf zum denken, sollte es auch tun. Und man hat im günstigsten Fall auch etwas Bildung mitbekommen, von Eltern/Erwachsenen, Schule, Medien.
    Ja, auch da ist Begleitung/Therapie notwendig, um zi lernen, mit dieser Welt, dem Leben umzugehen.

  7. 18.

    Sehe ich auch so. Die Jugendlichen werden viel zu viel verhätschelt. Kein Wunder, dass die denken, sie können tun und lassen was sie wollen. Sie erfahren ja keine Konsequenzen mehr. Leider leider !!!!

  8. 17.

    @RBB-Redaktion: Bitte haltet uns doch mal auf dem Laufenden, was bei derartigen Angriffen als Motiv für die Taten herauskommt.
    Ich bezweifle ja, dass Notärzte, Sanitäter, Rettungskräfte etc. den Angreifern einen Grund dafür geben, das Verhindern des Todes des Opfers mal außenvorgelassen.
    Danke

  9. 16.

    schämen ist nicht angesagt, was können die Spandauer für solche Menschen . Wichtig wäre, dass Politik und Justiz mal reagiern , schon zu oft war von Attacken auf Rettungskräfte zu lesen . " Die Rettungskräfte erlitten einen Schock und traten vom Dienst ab. "

  10. 15.

    Volle Zustimmung, Paula! Entgegen jahrzehntelangen Erfahrungen setzt man in Deutschland beim Umgang mit Gewalttätern noch immer vorwiegend auf dieselbe Strategie: Knast; bzw vorher erstmal Bewährungsstrafe - mit ein paar wenigen Therapiestunden dabei. Obwohl doch völlig klar ist, dass die Personen so keinen besseren Umgang mit inneren und äußeren Konflikten lernen: Spätestens nach dem ersten üblichen Knastaufenthalt sind sie noch krasser drauf als vorher. Wenn wir also weiter nur auf diese überkommenen Methoden setzen, können wir die Gesellschaft nicht effektiv vor Gewalttätern schützen. - So unsympathisch mir diese Personen sind: ein Gewalttäter hat IMMER massive Defizite im Umgang mit anderen - braucht also intensive Hilfe. Wenn er das nicht einsieht, muss man ihm die Hilfe aufzwingen. Ggf im Knast: Das ist dann okay, wenn dort der klare Schwerpunkt auf dem Training des Sozialverhaltens liegt. Und nicht nur darauf, die - verständlichen - Rachegelüste von anderen zu befriedigen.

  11. 14.

    Was passiert nur mit einigen Menschen. Das ist doch krank.
    Hier muss hart durchgegriffen werden und nicht wieder weichgespült.
    Wenn er schuldunfähig sein sollte gehört er in die Klinik und wenn nicht ins Gefängnis.

  12. 13.

    Da schäm ich mich ja fast Spandauer zu sein, was sind denn das für Typen?

  13. 12.

    Japp, draufhauen und agieren wie Erwachsene, wählen dürfen, aber als halbe Kinder wegen des Alters geschützt sein.
    Sorry, als ich 16 war, habe ich keine Gewalt zum Leben gebraucht. Alles hatte Grenzen und wenn für jemanden Gefahr drohte oder die Gesundheit von Menschen gefährdet war, war Schluss. Wenn wir uns mal gehauen haben und der Gegner lag am Boden, war Schluss. Kein Nachtreten, nein eher die Sorge, man war dann zu dolle dabei und hat bei Verletzungen dem Gegner sogar geholfen. Danach haben wir sogar noch n Bier zusammen getrunken was der Unterlegene bezahlt hat und wir haben uns wieder vernünftig miteinander verhalten. Aber heute ist es nur noch brutal,blutrünstig und primitiv ohne Anstand. Wir wussten um die Konsequenzen und konnten uns auch Einhalt gebieten. Aber der Wicht kann mal gepflegt einwandern.

  14. 11.

    Ich habe nicht geschrieben,dass er ungestraft davonkommen soll
    Mit 16 bekommt er eine Jugendstrafe. Ob die allein dann was an seinem Verhalten ändert, weiß ich nicht.
    Deshalb wäre ggf. auch zusätzlich ein Antigewalttraining wichtig.

  15. 10.

    Was sagen die Politiker immer:
    Berlin ist s i c h e r.
    Da der Knabe Alkohol im Blut hatte bekommt er wahrscheinlich wieder nur den erhobenen "Zeigefinger" vom Richter gezeigt.

  16. 9.

    Welchen Weg sollte man warum sperren?
    Er wurde seinen Eltern übergeben? Was die wahrscheinlich wenig interessiert hat. Kiner werden von ihrer Umwelt geprägt. Das nächste Umfeld sind die Eltern.

    @RBB, beschäftigt Ihr Erstklässler, die hier die Artikel schreiben? Das tut schon etwas weh: "Hierbei hielt er nach wie vor den Hammer in der Hand, lies diesen jedoch wenig später fallen."

  17. 8.

    @Peter, Aufruf zu Gewalttaten, strafbar
    @LE, Aufruf zur Rechtsbeugung, strafbar.
    Viele von denen dies am lautesten nach dem Recht schreien, respektieren es am wenigsten. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit einem Hammer bedroht werde? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich in Zukunft in einem Polizeistaat leben muss, weil Ignoraten wie Peter, LE oder Steffen sich mit ihren idiotischen Vorstellungen durchsetzen? Eben.

  18. 7.

    Sozialstunden, Training??? Was soll das, der hat billigend in Kauf genommen, einen Menschen zu töten. Da gehört er weggesperrt und das für viele Jahre. Wo ist dieses Land nur hingeraten, dass so was unbestraft davonkommt.

  19. 6.

    Erst in die Psychiatrie und gründlich untersuchen. Wenn sonst unauffällig, vorläufig festnehmen, in U-Haft und einen Haftbefehl wegen versuchtem Mord, ab nach Plötzensee.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren