Eine Demonstration gegen eine Impfpflicht und gegen die Freiheitseinschränkenden Maßnahmen der Bundesregierung im Rahmen der Ausbreitung des Coronavirus (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Bild: dpa/Kay Nietfeld

Demo vor dem Reichtagsgebäude - Verdächtiger nach Angriff auf ARD-Team freigelassen

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche wurde in Berlin ein Fernsehteam angegriffen, erneut bei einer Demonstration gegen die geltenden Hygiene-Regeln. Der zunächst festgenommene Tatverdächtiger ist nun wieder auf freiem Fuß.

Nach dem Angriff auf ein Fernsehteam des ARD-Hauptstadtstudios während einer Demonstration in Berlin ist der mutmaßliche Verdächtige wieder freigelassen worden.

Gegen den 46-Jährigen werde aber weiterhin wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Während einer Demonstration am Mittwoch nahe dem Reichstag hatte sich der Mann aus der Menge gelöst und versucht, den Tonassistenten zu treten. Dabei traf der Mann laut Polizei offenbar die Mikrofonangel, die einem Kameramann gegen den Kopf geschlagen sein soll. Der 46-Jährige wurde danach festgenommen.

260 Polizisten im Einsatz

Nach Angaben eines rbb-Reporters vor Ort hatten sich rund 1.000 Menschen vor dem Reichstagsgebäude versammelt, darunter auch Neonazis und Hooligans. Die Polizei sprach von 400 Teilnehmern. Auch AfD-Vertreter wurden gesichtet, wie bereits bei den "Hygiene-Demos" am Rosa-Luxemburg-Platz.

260 Polizisten waren im Einsatz. Sie bildeten eine Kette um die Demonstranten und forderten sie über Lautsprecherdurchsagen auf, die nicht angemeldete Demonstration zu beenden. Ein Versuch der Demonstrierenden, ihre Kundgebung als "Spaziergang" fortzusetzen, wurde unterbunden. Schließlich wurde die Versammlung von der Polizei aufgelöst. Es sei unter anderem zu Beleidigungen, Widerstandshandlungen und Körperverletzung gegen Polizisten gekommen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Beamten setzten Platzverweise durch und nahmen die Personalien von 24 Menschen auf.

Verdi verurteilt neuerlichen Angriff auf Medienschaffende

Der Verdi-Landesverband Berlin-Brandenburg verurteilte den Angriff auf das ARD-Team. "Medienvertreter sind kein Freiwild", erklärte die Gewerkschaft am Donnerstag. "Körperliche Gewalt und Bedrohungen gegen Journalisten dürfen wir nicht hinnehmen."

Erst vor wenigen Tagen war ebenfalls in Berlin ein Kamerateam der ZDF-Satiresendung "Heute-Show" angegriffen worden. Nach Dreharbeiten zum Demonstrationsgeschehen am 1. Mai wurde das Team von etwa 20 Vermummten attackiert - sechs Mitarbeiter wurden verletzt. Sechs zunächst festgenommene Tatverdächtige wurden einen Tag später wieder freigelassen. Über den aktuellen Ermittlungsstand ist noch nichts bekannt.

Sendung: Abendschau, 7.5.2020, 19:30 Uhr

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8 Kommentare

  1. 7.

    Haben Sie schon einmal Nachrichten geschaut? G20 Gipfel in Hamburg 2017, RAF, etc.? Ich komme aus F-Hain und Hausbesetzungen waren hier bis vor einigen Jahren noch absoluter Standard. Sie werfen in anderen Beiträgen vor, was Sie selbst nicht nachweisen können und verlangen hier Nachweise, derer es bei ein wenig Interesse für Geschehnisse in Deutschland keinerlei Nachweise nötig wären. Aber gut, hier eine Statitisk über Straftaten links vs. rechts:

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4721/umfrage/vergleich-der-anzahl-von-rechten-und-linken-gewalttaten/

    Bevor Sie jetzt gleich großspurig konstantieren wollen, dass von rechts ja viel mehr Straftaten begangen würden, als von links, empfehle ich einen Blick auf die Hinweise und Anmerkungen. Ich finde beide radikalen Strömungen schlicht falsch und beide sind in meinen Augen verfassungsfeindlich, auch wenn Sie das vermutlich nicht glauben werden!

  2. 6.

    Weil der Rechtsstaat auch für A---löcher gilt, um mal A. Geisel zu zitieren.

    Was sie fordern, ist ganau das was diese Leute wollen. Die Abschaffung des Rechtsstaats.

  3. 5.

    warum greift man bei sowas nicht hart durch?!
    da wird offensichtlich und vorsätzlich gegen die auflagen verstossen, was gefahr für die leute selbst, vor allem aber für andere bedeutet.
    dafür sorgen das die leute da nicht weg kommen.
    jeden einzeln raus holen
    erkennungsdienstlich behandeln
    zwangstesten weil infektionsgfahr und gefahr eines ausbruchsherdes
    so lange bis ergebnisse da sind in quarantäne stecken
    wenn alle getestet sind und die ergebnisse da sind entscheiden:
    keine infektion, dann kann die quarantäne aufgehoben werden die leute freilassen
    bei infektionen alle so lange weiter in quarantäne belassen bis der letzte infektionsfrei ist,
    inklusive 2 wochen mindest-quarantäne, damit sicher ist das keiner sich noch angesteckt hat, belegt durch weiteres testen

    alle dadurch anfallenden kosten für polizeieinsatz, quarantäne, testungen, usw, haben die telnehmer zu zahlen.
    zusätzlich strafverfahren wegen orsätzlichem erstoss egen die auflagen und damit gefährdung dritter.

  4. 4.

    "und durch ihr tun der allgemeinheit jährlich Millionen Euros sn Steuergelder kosten... ;-)"

    Haben sie für ihre Märchen auch Belege oder haben sie "linke" mit Amazon, Google und Starbucks verwechselt?

  5. 3.

    Genau... vergessen sie nicht zu erwähnen das linke Häuser besetzen, in Hamburg Supermärkte plündern, Polizisten mit Steinen bewerfen , Autos anzünden , Eigentum anderer besprühen und durch ihr tun der allgemeinheit jährlich Millionen Euros sn Steuergelder kosten... ;-)

  6. 2.

    Bitte auch nicht vergessen zu erwähnen, dass Rechtsradikale, Neonazis und AfD-Sympathisanten gerne Flüchtlingsheime anzünden und ausländisch wirkende Personen krankenhausreif prügeln. Hat zwar nichts mit dem Thema des Artikels zu tun, aber damit orientiere ich mich ganz an Ihren Einlassungen zum Heute-Show-Team und dem Polizisten.

  7. 1.

    Bitte nicht vergessen zu erwähnen, dass nicht nur das Heute-Show-Team angegriffen und krankenhausreif geprügelt wurde sondern auch, dass eine Journalistin von einem Polizisten mit der Faust mitten ins Geschicht geschlagen wurde. Die Gewalt geht nicht ausschließlich von den Teilnehmenden nicht genehmigter Demos aus.

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