Polizei vor einem Wohnhaus (Quelle: Julian Stähle)
Video: Brandenburg Aktuell | 12.05.2020 | Anja Meyer | Bild: Julian Stähle

Haftbefehl wegen Totschlag in Werder (Havel) - Mann soll Ehefrau in Teich ertränkt haben

Nach dem gewaltsamen Tod einer 40-Jährigen in Werder (Havel) ist gegen den mutmaßlichen Täter und Ehemann Haftbefehl wegen Totschlags ergangen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Potsdam am Dienstagabend mit. "Das Amtsgericht Potsdam hat den Haftbefehl erlassen", sagte ein Sprecher. Der Mann sei bislang nicht vernehmungsfähig.

Der 64-Jährige war laut Staatsanwaltschaft auf der Flucht mit dem Auto im nahe gelegenen Plötzin (Potsdam-Mittelmark) gegen eine Hauswand geprallt und wurde dabei schwer verletzt. "Wir vermuten, dass der Unfall in suizidaler Absicht geschehen ist", sagte der Sprecher. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Motiv des Mannes die Trennung des Paares gewesen sei. Zuvor hatte der Mann den Angaben zufolge einen Nachbarn, der den Streit beobachtet hatte, mit einer Schreckschusswaffe bedroht.

Maßnahmen zur Wiederbelebung scheiterten

Wie die Polizeidirektion West nach der Tat am Montagabend zunächst mitgeteilt hatte, soll der Mann nach einem Streit seine Ehefrau mehrfach geschlagen und versucht haben, sie in einem Teich zu ertränken. Den alarmierten Rettern sei es nicht gelungen, die schwer verletzte 40-Jährige wiederzubeleben. Sie sei noch auf dem Grundstück ihren Verletzungen erlegen.

Es ist kein Einzelfall, dass Frauen Gewalt erleben, wenn sie Annäherungen zurückweisen oder sich trennen wollen. Nach Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) versucht im Durchschnitt jeden Tag ein Mann, seine Frau oder Partnerin oder Ex umzubringen. 2018 wurden bundesweit 123 Frauen von ihren Lebensgefährten oder Ex-Männern getötet, hinzu kommen 208 Mord- beziehungsweise Totschlagsversuche in Partnerschaften. Oft verschleiern Begriffe wie Beziehungstat oder Familiendrama diese Gewalt gegen Frauen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.05.2020, 7.00 Uhr

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sollten Sie von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, oder dies bei Angehörigen vermuten, suchen Sie bitte umgehend Hilfe. Bei der Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner, auch anonym. Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 www.telefonseelsorge.de

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7 Kommentare

  1. 7.

    Liebe KommentatorInnen,

    wir können Ihre Kritik verstehen und haben auch gleich heute Morgen die Überschrift geändert, sie war in der Tat nicht gut formuliert.
    Einen Streit hat es aber ja offenbar tatsächlich gegeben - bevor der Mann dann gewalttätig geworden sein soll. Ob die Frau ermordet wurde und damit ein Feminizid vorliegt, sollen aber die Gerichte entscheiden - deshalb können , wollen und dürfen wir diese Formulierung nicht vor einem abgeschlossenen Prozess verwenden.

    Wir werden den Fall weiterhin verfolgen und berichten.

  2. 6.

    Auch ich war über die allererste Schlagzeile - mittlerweile anscheinend von der Redaktion geändert - bei der der Ermordeten eine Teilschuld gegeben wurde, sehr verärgert und angewidert.

  3. 5.

    Nunja, schämen sollte man sich für ganz andere Dinge. Aber einen Vorschlag zur Beruhigung. Sie bewerben sich einfach auf die nächste Stellenbeschreibung des rbb für den Bereich der Online-Berichterstattung und machen dann ganz einfach alles besser.

  4. 4.

    Ein komisches Rechtsverständnis.
    Der Formulierung ist bis dahin nichts anzuhängen.
    Es besteht in diesem Fall ein dringender Tatverdacht, bis ein ordentliches Gericht die Schuld feststellt.
    Vorher nicht.

  5. 3.

    Falsches Bild?

  6. 2.

    Wer hat diesen Artikel verfasst, es ist grausam, wie Sie den Mord, einen Feminizid umschreiben. Man ist ja vieles gewöhnt ("Beziehungstat", "Familiendrama"), aber hier wird ja fast so getan, als sei die Frau danach einfach aus Versehen gestorben, als habe der Mann versehentlich seine Frau ertränkt, wie ein Kind, dass mit der Regulation des eigenen Ärgers noch nicht umgehen kann und dabei eine Vase zerstört...
    Ja, wie mein Vorredner weiter unten sagt: Schämen Sie sich, Sie sind Teil des Problems.

  7. 1.

    Was sind das denn für grausige Formulierungen, vor allem im Titel! Die Frau stirbt nicht nach dem Streit, sie wurde von ihrem Mann getötet. Schönes Beispiel, wie Femizid in unserer Gesellschaft wieder und wieder kleingeschrieben wird. Sie sollten sich schämen, Sie sind Teil des Problems.

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