31.05.2020, Berlin: Demonstranten protestieren in Kreuzberg nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten in den USA gegen Rassismus und Polizeigewalt, u.a. mit einem Schild "I can't breathe" (Ich kann nicht atmen) (Quelle: dpa / Bernd von Jutrczenka).
Bild: dpa

Tod von George Floyd - Erneut Proteste in Berlin gegen rassistische Polizeigewalt in USA

Deutlich mehr Menschen als erwartet sind am Sonntag in Berlin wegen des Todes des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz auf die Straße gegangen. Es ist nicht die erste Demo gegen Rassismus und Polizeigewalt am Pfingstwochenende.

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd führt auch in Berlin zu Protesten. Floyd war am Montag nach einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis gestorben. Unter dem Motto "Justice for George Floyd" (Gerechtigkeit für George Floyd) zogen am Mittag weitaus mehr Menschen als erwartet durch Kreuzberg. Die Demo habe "in der Spitze rund 1.500 Teilnehmer", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Eine Privatperson hatte für die Demonstration demnach ursprünglich nur 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet.

Protestzüge bleiben friedlich

Der Protestzug ging vom Mehringdamm zum Hermannplatz. Am Südstern gab es eine Zwischenkundgebung. Unter den Demonstranten waren auch Familien und Kinder. Sie zeigten Plakate mit Slogans wie "I can't breathe, justice for George Floyd" (Ich kann nicht atmen, Gerechtigkeit für George Floyd) und "Being black is not a crime" (Schwarz zu sein, ist kein Verbrechen).

Zuvor war am Morgen ein "Gedenkmarsch gegen rassistische Polizeigewalt in den USA" zum Brandenburger Tor gezogen. Statt der angemeldeten 75 Menschen waren nach Polizeiangaben rund 200 Teilnehmer unterwegs, ebenfalls auf Initiative einer Privatperson. Beide Protestzüge seien friedlich verlaufen, sagte der Polizeisprecher am Nachmittag.

31.05.2020, Berlin: Demonstranten protestieren in Kreuzberg nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten in den USA gegen Rassismus und Polizeigewalt, u.a. mit einem Schild "Being black is not a crime!" (Schwarz zu sein ist kein Verbrechen!) (Quelle: dpa / Bernd von Jutrczenka).
Der Demonstrationszug lief am Sonntag auf der Hasenheide Richtung Hermannplatz. | Bild: dpa

Demo an Pfingstsamstag vor der US-Botschaft

Bereits am Samstag hatten etwa 2.000 Menschen friedlich vor der US-Botschaft in Berlin protestiert, ebenfalls erheblich mehr als erwartet. Die Zahl nannte ein Berliner Polizeisprecher am Abend, sie deckt sich mit abschließenden Schätzungen von rbb-Reportern vor Ort. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer forderten auf Transparenten unter anderem "Gerechtigkeit für George Floyd! Gegen rassistische Polizeigewalt". Unter diesem Motto hatten mehrere Initiativen im Internet zu dem Protest vor der US-Botschaft aufgerufen.

Der Afroamerikaner George Floyd war in Minnesota wegen des Verdachts festgenommen worden, er wolle mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein bezahlen. Den Beamten zufolge habe er sich dann seiner Festnahme widersetzt. Ein Polizist drückte sein Knie bei der Festnahme minutenlang auf Floyds Hals, obwohl dieser sich zu diesem Zeitpunkt nicht wehren konnte und ignorierte dessen Hilferufe, er bekomme keine Luft. Das zeigt ein Handyvideo von Augenzeugen vor Ort, das später millionenfach im Internet geteilt wurde. Der 46-jährige Floyd verlor das Bewusstsein, auf dem Weg ins Krankenhaus starb er. 

Die vier beteiligten Polizisten wurden daraufhin entlassen, einer von ihnen ist nun wegen Mordes und Totschlags angeklagt worden. Infolge von Floyds Tod war es in den vergangenen Nächten zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen im US-Bundesstaat Minnesota und in mehr als 30 Städten im Land gekommen [tagesschau.de]. In vielen US-Bundesstaaten wie Georgia oder Kalifornien gilt der Ausnahmezustand. Die meisten Kundgebungen in den USA gegen aus der Sicht der Demonstranten unangemessen harte und rassistisch motivierte Polizeigewalt aber verliefen bislang friedlich [tagesschau.de].

Sendung: Abendschau, 31.05.20, 19:30 Uhr

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49 Kommentare

  1. 49.

    "Trump hat hiermit nichts zu tun !" ???

    Dieser durchgeknallte Irre hat womit nichts zu tun?

    https://www.tagesschau.de/ausland/trump-rede-proteste-105.html

    https://www.tagesschau.de/kommentar/trump-usa-protest-101.html

  2. 46.

    Menschen mit dem Knie auf der Luftröhre zu ersticken ist keine gängige Praxis in den USA. Ich weiß nicht, aus welchem Videospiel Sie ihr Wissen ziehen.
    Im Übrigen, vielleicht wissen Sie das, ist "die" Polizei in den USA völlig anders organisiert als bei uns. 50 eigenständige Staaten, sehr sehr viele Kommunen und Landkreise, bestimmt ein Dutzend Polizeibehörden auf Bundesebene, private Firmen, die Festnahmen durchführen dürfen. Da fehlen glaub ich noch einige.
    Aber hier geht es nicht darum, über die Polizeiarbeit in den USA in ihrem So-Sein zu reden. EIn Mensch ist bei einer Festnahme umgebracht worden. Das war ganz konkret. Da muss man doch mal die "gängige Praxis" hinterfragen.

  3. 45.

    Wenn man die Videos sieht, fällt auf, dass die Polizisten Blue Lines matter Arnbänder tragen. Polizisten in den USA müssen bei fast jedem Einsatz damit rechnen, dass Verdächtige bewaffnet sind. Viele sind damit überfordert. Das entschuldigt nichts, erklärt aber so einiges. Leider ein Dilemma des Waffenrechts.

  4. 44.

    Wo hab ich was von Manipulation der Medien gesagt? Sie haben da etwas verwechselt. Soziale Medien sind nunmal anders. Auf die Probleme mit den rechten Plattformen muss ich ja wohl nicht extra verweisen, oder?

  5. 43.

    Diese Art des Festhaltens ist in den Staaten üblich. Sie sollten sich mit Sicherungsmaßnahmen der jeweiligen Polizeien beschäftigen. Man kann grundsätzlich über so etwas reden, aber dann eben sachlich.

  6. 41.

    Es mag Ihnen als fremd erscheinen, doch es gibt Leute, die aus Menschlichkeit auf die Straße gehen.

    Im Übrigen gibt es, auch hier im Forum, Menschen, die sich mit den USA vertraut gemacht haben. Einer antwortet gerade auf Ihren Kommentar.

  7. 40.

    Ihr Kommentar ist leider - und ich drücke mich vorsichtig aus - weder klug noch schlau. Verlangen Sie, dass die Demonstranten in Berlin alle in die USA fliegen? Und was hat das mit dem Tiergarten zu tun?

    Aber folgen Sie doch gerne Ihrem eigenen Vorschlag: Räumen Sie den Tiergarten auf! Demonstrieren waren Sie ja nicht.

  8. 39.

    Ab wieviel Jahren verbüßter Haftstrafen des Opfers darf sich ein Erwachsener auf dessen Luftröhre knien?

  9. 38.

    Die Demos haben weder etwas mit Hetze noch mit Besserwisserei zu tun. Die Motivation ist Solidarität und Empörung. Polizeigewalt und Rassismus ist immer und überall zu verurteilen. Und wer von Manipulation der Medien schwafelt, sollte sich einfach nur das Video des Mordes ansehen. Ohne Worte.

  10. 37.

    Eigentlich ist noch nicht mal erwiesen, dass der Polizist aus rassistischen Motiven so gehandelt hat. Ich behaupte jetzt mal, einen weißen Tatverdächtigen hätte er genau so festgehalten. Wer etwas anderes unterstellt, muss es auch beweisen können. Das ist in jedem Rechtsstaat so. Bis zu einer Verurteilung ist alles reine Annahme.

  11. 36.

    Es geht eher darum, dass er in Zeiten der Krise erneut einzig eine Gruppe beschuldigt gegen die er etwas hat und, anstatt Worte zu finden die das Land einen und beruhigen, weiter Öl ins Feuer gießt.
    Zur Antifa Situation, im Moment, sei erwähnt, dass er ohne Belege (!) diese Gruppe beschuldigt. Wahrscheinlicher ist, dass es -wie in Deutschland auch- linke UND rechte Gruppen sind die die Demonstrationen für Gewalt nutzen. Auch sind nicht 80% der Demonstranten von außerhalb (Wie Herr Trump behauptet) sondern etwa 20%.
    In anderen Worten: Erneut politisiert er eine schreckliche Sache um Dinge durch zu setzen die er ansonsten nicht durchgesetzt bekommt. Er will dabei gut da stehen (und kann die Rechten nicht angreifen, sie sind seine Stammwähler), dafür lügt er, ohne Rücksicht auf Verluste, fröhlich vor sich hin.

  12. 35.

    Man kann zu diesem Thema demonstrieren.
    Aber es gibt unzählige Länder, die man eher wegen Rassismus anprangern könnte und wo ganz viele Menschen vor Institutionen rechtlos sind.
    Und wo vor allem die Polizei alles darf!
    Hier sollte man auch fair mit den USA umgehen.
    Viele Polizisten haben dort auch einen tödlichen Knochenjob.
    Trotzdem muss der Polizist bestraft werden.
    Aber alles nur noch mit Rassismus zu betiteln nervt.

  13. 34.

    Trump möchte alles verbieten und vernichten was nicht mit Ihm und seiner Weltanschauung konform geht und einiges hat er ja in den letzten Jahren auch schon durchgesetzt. Demokratische Regeln interessieren Ihn dabei ebenso wenig wie Menschenrechte oder Umweltschutz !! Um das zu erkennen braucht es weder eine " amerikanische Antifa " noch deutsche oder sonstige Mainstream Medien . Wahr ist aber auch das ein großer Teil der amerikanischen Bevölkerung Trump gewählt hat und die zum Teil immer wieder Menschenverachtende Politik Ihres Präsidenten gut findet.

  14. 33.

    Auch wenn ich Handys / Smartphones manchmal echt verfluche, finde ich diese Geräte in solchen Situationen, in denen Gewalttäter (in diesem Fall diese Polizisten) jemanden Gewalt antun, für eine Beweisaufnahme dieser Gewalt echt hilfreich. Es gibt genügend Videos im Netz, die USamerikanische Polizisten in ähnlichen Situationen zeigen.

  15. 32.

    Natürlich wird die mögliche Gefährdung bei der Vorgehensweise berücksichtigt. Wenn man vorraussetzt, dass den Cops die kriminelle Historie bekannt war, ist eine resolute Festnahme nachvollziehbar.
    Dies rechfertigt aber in keiner Weise die Brutalität, nachdem der Festgenommene ruhig und gesichert am Boden lag.

  16. 31.

    Die Menschen demonstrieren hier UND in den USA, weil sie zum Ausdruck bringen wollen, dass sie die Situation absolut inakzeptabel finden. Floyds Tod ist nur der aktuellste in einer langen Kette diesbezüglich, über die Hintergründe strukturellen Rassismus' wurde und wird hinlänglich berichtet. Und akzeptieren muss man überhaupt nichts - ich verbiete doch auch nicht anderen den Mund, wenn Sie für oder gegen etwas demonstrieren, was mich nicht interessiert oder von dem ich nicht betroffen bin. Sie können doch nicht bestimmen, dass man gegen Missstände in anderen Ländern pauschal nicht demonstrieren darf.

  17. 30.

    Aber das ist doch des Deutschen liebstes Hobby. Mit seinen Moralvorstellungen andere Länder und deren Systeme pauschal zu kritisieren, ohne zuvor damit richtig vertraut zu machen. Dank der sozialen Medien wird eine Meinung gebildet. Schon oft genug stellte sich hinterher der Sachverhalt ganz anders dar. Das wird dann aber ignoriert und auf zum nächsten Event.

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