Fester Wildschweinzaun an der Grenze zu Dänemark (Quelle: imago-images/Christian Spicker)
Bild: imago-images/Christian Spicker

Grenze zu Polen - Bauernverband fordert feste Zaunanlage gegen Schweinepest

Brandenburg hat schon Ende vergangenen Jahres an der Grenze zu Polen einen Schutzzaun von 120 Kilometer Länge errichtet. Wenn es nach dem Landesbauernverband geht, soll dieser durch einen festen ausgetauscht und um eine zweite Reihe erweitert werden.

Der Landesbauernverband Brandenburg (LBV) fordert als Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest eine feste Zaunanlage an der Grenze zu Polen.

Die Einschleppung der Seuche durch Wildschweine müsse unbedingt verhindert werden, sagte der Vorsitzende Henrik Wendorff. Es müssten jetzt die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit vorübergehend ein fester Zaun gebaut werden darf.

Rechtsgrundlage fehle

Der Verband plädierte außerdem für eine zweite Zaunreihe, um so eine wildschweinfreie Zone einzurichten und zu verhindern, dass die Seuche eingeschleppt wird. Nach Angaben des Verbands fehlt derzeit die Rechtsgrundlage, um vorsorglich feste Zaunanlagen auch außerhalb bestimmter Zonen zu errichten. LBV-Präsident Henrik Wendorff forderte Bund und Land dazu auf, dafür die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.

Wendorff verwies auf die schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen für die Schweinehalter, falls die Seuche nach Brandenburg eingeschleppt wird.

 

Beschädigungen am Zaun

Brandenburg hat schon Ende vergangenen Jahres an der Grenze zu Polen einen Schutzzaun von 120 Kilometer Länge in den Kreisen Spree-Neiße, Oder-Spree und in Frankfurt (Oder) errichtet. Er reicht bis zur sächsischen Grenze. Anders als in Dänemark, wo an der Grenze zu Deutschland ein festes Gitter installiert wurde, handelt es sich in Brandenburg um mobile, elektrische Drahtzäune. Nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums sind die Kreise und kreisfreien Städte dafür verantwortlich, dass diese Zäune nicht beschädigt werden.

Der Zaun im Stadtgebiet Frankfurt (Oder) wurde jedoch beschädigt, wie Anfang des Jahres von der Stadt bekanntgegeben wurde. Bei den Beschädigungen soll es sich um Einzelfälle gehandelt haben.

Fußgänger und Diebe beschädigten Zäune

Dem Landesamt für Gesundheit zufolge seien es vor allem Spaziergänger, die über die Zäune klettern und sie niederreißen würden. Auch der Diebstahl der Stromkabel, die im Zaun eingelassen sind, sei ein Problem. Aufgrund der Beschädigungen könne die durchgehende Stromversorgung beeinträchtigt werden. Auch ein abmontiertes Stromgerät hätte in der Vergangenheit dazu geführt, dass die durchgehende Stromversorgung beeinträchtigt gewesen sein soll.

Die Oderdeiche, an dem die Weidezaunanlagen auf einer Länge von 14 Kilometern stehen, würden laut eines Stadtsprechers aus Frankfurt (Oder) täglich kontrolliert.
 

Zaun auf polnischer Seite geplant

Auch auf polnischer Seite soll ein Schutzzaun gegen Wildschweine gebaut werden. Das sei bei deutsch-polnischen Konsultationen auf Expertenebene Ende Januar vereinbart worden, hatte Brandenburgs Gesundheits- und Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) im Februar angekündigt. Die deutsche Seite soll sich laut Nonnemacher personell und finanziell an dem Zaun auf polnischem Staatsgebiet beteiligen.

Schweinepest für Wild- und Hausschweine tödlich

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist für Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine aber tödlich. Bisher ist bundesweit noch kein ASP-Fall nachgewiesen worden. Allerdings wurde kürzlich in Polen nur rund 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ein an der Tierseuche verendetes Wildschwein gefunden.

Sendung: Inforadio, 4. Mai 2020, 10 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Die Schweinepest... Ich habe mich schon gefragt, was mit unseren anderen Seuchen ist. Vor Corona standen die verseuchten Wildschwein, laut Berichterstattung auch vom RBB, praktisch schon kurz vorm eigenen Gartenzaun und plötzlich nichts mehr, nur noch Corona... Und nun, haben die Schweine so lange an der Grenze verharrt, dass sie sich jetzt noch mit einem Zaun aufhalten lassen? Oder haben sie sich etwa freiwillig an die Reisebeschränkungen aufgrund Covid19 gehalten? Irgendetwas Stimmt doch hier mit der Berichterstattung nicht. Als nächstes kommen dann bestimmt auch wieder die Berichte zu den Wölfen, die nicht nur die Herden der Viehzüchter zerfleischen sondern es auch auf unsere Kinder auf dem Weg zur Schule abgesehen haben.

  2. 5.

    Demos gegen die Zäunebauer, doch zuerst die vorhandenen Zäune in Brandenburg und Dänemark platt machen. Nie mehr Zäune und Mauern in Europa.

  3. 4.

    Zwei feste Zaunreihen? Ob das ausreicht? Warum nicht gleich eine Hinterlandmauer, Wachtürme usw. dazu. Alternativ könnte natürlich auch angemessener als bisher in die Lebensräume der Wildschweine eingegriffen und mal generell die industrielle Haltungsform in der Schweinezucht überdacht werden. Aber dann wird wohl das Mett teurer und feste Grenzen kann man ja auch noch anderweitig gebrauchen...

  4. 3.

    Die Schweinepest kann man nicht mit Zäunen aufhalten...Ein Schwein was durchkommt reicht. Aber Zäune sind ja wieder in!

  5. 2.

    Reisefreiheit für Wildschweine?

  6. 1.

    Au ja, lasst uns alle gemeinsam die Europäische Reisefreiheit weiter kaputtmachen. Schengen war ja nur ein Spaß, nun brauchen wir endlich wieder starke Sicherungsmaßnahmen an allen Grenzen, gegen Krankheiten und sonst allem was so aus dem bösen Ausland kommt! Achso, inerdeutsche Grenzen brauchen wir natürlich auch wieder. Alles für die Sicherheit, Sie wissen schon... [Sarkasmus-Modus off]

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