Symbolbild: Solarmodule auf Hausdächern, im Hintergrund eine Windkraftanlage und die Dampfwolke aus dem Kühlturm eines Kohlekraftwerks. (Quelle: dpa/P. Eckenroth)
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Video: Super.Markt | 25.05.2020 | Wolfgang Dümke | Bild: dpa/P. Eckenroth

Tipps zur Installation - So lässt sich mit Photovoltaik-Anlagen besonders viel sparen

In Brandenburg gibt es mehr als 44.000 Photovoltaik-Anlagen. Berlin fördert sie verstärkt. Die Eigentümer können bis zu zwei Drittel ihrer Stromkosten reduzieren. Aber nur, wer so viel Eigenenergie wie möglich nutzt, spart am Ende wirklich. Von Wolfgang Dümcke

Familie Kronfeldt aus Wandlitz hat sich 2019 eine Photovoltaik-Anlage angeschafft. Mit rund 18 Kilowatt ist es eine leistungsstarke Anlage. Ost-, West- und Südseite des Hauses sind belegt. Das Herzstück der Anlage befindet sich allerdings im Keller: die Monitoring-Plattform. Hier können Kronfeldts überprüfen, wie viel Energie produziert und entnommen wurde.

Die Kosten: 43.000 Euro auf Kredit. Für Familienvater Thilo Kronfeldt spielte der ökologische Gedanke bei der Kaufentscheidung eine große Rolle - aber auch die langfristige Ersparnis von Energiekosten. Denn Kronfeldt geht davon aus, dass er zwei Drittel der Energiekosten reduzieren kann - die Familie heizt auch mit Strom.

Vergütung für überschüssigen Strom

Aber wie geht das genau? Scheint die Sonne, wird viel Strom produziert - so weit, so klar. Bei Bewölkung gibt es weniger Strom, so dass Kronfeldts immer wieder Strom aus dem Netz nutzen müssen. Nachts produziert die Anlage keinen Strom.

Überschüssige Energie, also die, die der Haushalt nicht selbst verbraucht, wird ans Netz abgegeben. Durchschnittlich ein Drittel der so erzeugten Energie gehen in Deutschland in den eigenen Haushalt, zwei Drittel sind überschüssig und gehen ins Netz. Dafür gibt es eine Vergütung.

Der Strom aus der eigenen Solaranlage kostet durchschnittlich neun Cent pro Kilowattstunde, erläutert Udo Siegfriedt von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie. "Und speise ich davon etwas ins Netz, bekomme ich neun Cent pro Kilowattstunden -  so lässt sich kein Geld gewinnen", erklärt der Experte.

Eine Lösung könnte ein Batterie-Speicher sein. Mit diesem ist es möglich, den Tag-Strom zu speichern, so dass man ihn abrufen kann, wenn die Sonne nicht scheint. Eine Verdopplung des Nutzanteils an "eigenem" Solarstrom ist so möglich, zeigen Rechnungen.   

Eignung des Dachs prüfen

Nur wer so viel wie möglich eigenen Solarstrom nutzt, kann die Erträge aus der Differenz zwischen den Kosten des Stroms aus dem Netz von aktuell über 30 Cent und den Produktionskosten für den Solarstrom von 9 Cent steigern. Kronfeldts sparen auf die Art und Weise etwa 230 Euro an Stromkosten pro Monat.

"Das entspricht genau der Zahl, die ich für die Finanzierung brauche. Und zwar so lange bis die Anlage abgezahlt wird. Das sind schätzungsweise zwischen 15 und 18 Jahren", so Thilo Kronfeldt. 

Wer selbst den Kauf einer Photovoltaik-Anlage plant, sollte vor allem die Eignung des Dachs prüfen. Daneben gibt wenige Gründe, die gegen den Aufbau einer Anlage sprechen, so Solar-Experte Siegfriedt. Einer wäre höchstens ein "wirklich großer Baum direkt vor dem Gebäude", sagt er. Ansonsten rät Siegfriedt, auf jeden Fall direkt den Speicher miteinzuplanen.   

Verzögerungen seitens der Netzbetreiber

Die Anschaffungskosten für eine durchschnittliche Photovoltaik-Anlage liegen bei etwa zwischen 6.000 bis 10.000 Euro; Familie Kronfeldt hat eine weit größere Anlage.

Wichtig ist natürlich der Anschluss ans örtliche Stromnetz, um den überschüssigen Strom zu verkaufen. Hier wird es auch manchmal schwierig. Immer wieder kommt es zu Verzögerungen seitens der Netzbetreiber, die den Anschluss nicht bereitstellen. Für diese Fälle - und auch für andere Ärgernisse - gibt es die Clearingstelle erneuerbare Energien.

Trotz mancher Probleme, die auftreten können, sind Photovoltaik-Anlagen angesichts niedriger Zinsen allerdings immer noch eine vorausschauende Anschaffung - bei guter Planung. Wenn sich die Anlage nach etwa 15 Jahren amortisiert hat, entsteht auch angesichts weiter steigender Strompreise neben dem Umwelt - ein zusätzlicher finanzieller Effekt.  

Sendung: Super.Markt, 25.05.2020, 20:30 Uhr

Beitrag von Wolfgang Dümcke

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Antwort auf [Peter] vom 25.05.2020 um 21:53
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17 Kommentare

  1. 17.

    Das V2G geht derzeit nur mit Nissan und Mitsubishi Outlander PHEV.
    Letzteren habe ich mir letztes Jahr gekauft wegen dem V2G das seit mehr als 3 Jahren von Mitsubishi angekündigt wird und es derzeit immer noch nicht in Serie auf dem Markt ist und die Wallbox zusätzlich angeblich 6000 Euro kostet.
    Da macht das V2G auch keinen Sinn.
    Wenn man dann sieht, wie Anlagen behandelt werden, die jetzt 20 Jahre alt sind kann potentiellen Interessenten schon die Lust auf Solar vergehen.
    Abgesehen davon, ist die derzeitige Steuerpolitik alles Andere als Einladend - letztendlich verdient der Fiskus und die EVUs und der Betreiber hat die Arbeit und das Risiko.
    Alleine für den Haushaltsstrom ist eine Solaranlage bei der derzeitigen Einspeisevergütung und der Steuerproblematik inkl der Arbeit mit den Steuererklärungen kaum rentabel - es sei den man kauft wie ich gleich ein E-Auto oder einen PHEV dazu - dann fährt man wenigstens lokal emissionsfrei und hat wenigstens ein gutes Gewissen.

  2. 16.

    bei meiner Rechnung sind noch nicht einmal die Betriebs und Wartungskosten berücksichtigt und es ergibt sich da unter dem Strich schon ein Verlust durch das Batteriesystem

  3. 15.

    Thema Windrad im Garten könnte man mal beleuchten. Bringt das etwas? Gerade im Winter, wenn die s kaum scheint? In Brandenburg hat man auf jeden Fall den Platz dafür.

  4. 14.

    Ich hab seit August letzten Jahres eine 8kWp Anlage ohne Speicher auf dem Dach und bis jetzt 5,4MWh produziert. Durch die Einspeisevergütung und niedrigeren Abschlägen hat sich meine Anlage (bei gleichbleibenden Stromkosten) nach 10 Jahren Amortisiert. Rechnet man den Wechselrichter nach 10-12 Jahren dazu sind es nochmal 2 Jahre extra.
    Da wir auch über Strom heizen lohnt es sich allemal.
    Alles in Allem war es die beste Investition überhaupt. Unsinnig finde ich jedoch die 70% (bei uns weiche) Regelung und die Umsatzsteuer auf den selbstgenutzten, produzierten Strom. Das sollte die Regierung streichen.
    Ein Speicher kommt nicht in Frage, da nicht wirtschaftlich. Schade dass die Wasserstofftechnik noch nicht Massentauglich / wirtschaftlich für Hausgebrauch ist.
    Ich kann es jedem empfehlen, der "mal eben" das nötige Kleingeld hat. Ohne das hätte ich es auch nicht gemacht.

  5. 13.

    Nein, mit Speicher wird es erst interessant wenn der Akku des E-Autos dazu genutzt werden kann.
    Dann kommt aber wieder das Problem der Ladezyklen dazu.
    So oder so, Speicher für vorwiegend selbst Nutzung rechnet sich nicht, auch aus Umweltschutzgründen.

  6. 12.

    Bei ETFs ist es im normalen Rahmen ein Totalverlust quasi ausgeschlossen. Und breit gestreut steckt man langfristig auch solche Corona-Jahre locker weg, nach z. B. letztem Jahr mit 30-40% Rendite.
    In Deutschland ist die finanzielle Wissensbildung leider sehr schwach.
    Bei der PV-Anlage sind die Risiken ebenfalls da, z. B. auf vorzeitigen Ausfall des Wechselrichters oder des Akkus. Das macht jede Rendite-Bestrebung zunichte, zumal man auch einen sehr langen Zeitraum bis zum Return on invest hat und viel Geld binden muss.
    @Stonks: Gebühren und Inflation kenne ich fast nur vom Sparkonto, wo das Geld schleichend weniger wird. Und viele reizen ihren Freibetrag nicht aus, müssen letztlich also keine Steuern auf Dividenden und Kursgewinne zahlen.

  7. 11.

    Da haben Sie sicher recht.......wenn man das Risiko des möglichen Totalverlusts tragen möchte.
    Die PV Anlage liefert Strom egal wie der Börsenkurs steht.

  8. 10.

    Mit Energiespeicher wird die Sache interessant, leider sind Batterien teuer und haben eine begrenzte Lebensdauer

  9. 9.

    Hallo Fabian, habe das für meine Anlage ziemlich genau durchgerechnet und komme auf einen IRR von 13,5% auf 20 Jahre bei durchschnittlichen Annahmen wie 3% Strompreissteigerung, 30% Eigenverbrauch und 0,8% Degradation. Wenn ich dazu rechne, dass das Risikoprofil der Anlage (ist versichert (und Kosten für Versicherung sind in die IRR Rechnung eingeflossen)) sehr gering ist, schlägt die Investition bzgl Risiko/Chance Profil sehr viele andere Investitionen.
    Dazu kommt natürlich, dass ich mit der Anlage pro Jahr ca. 4 Tonnen CO2 vermeide. Also in Summe sowohl des Umweltaspekts als auch der Rendite eine sehr lohnende Investition!
    Speicher habe ich mir angeschaut und bislang zurückgestellt. Bei den aktuellen Preisen rechnet sich das für mich noch nicht (und auch der Umweltaspekt ist für mich noch nicht überzeugend so lange das Netz die eingespeisten kWh ausgleichen kann). Gruß, Andreas

  10. 8.

    Denn wie jeder weiß gehen Aktien nur hoch, 8-15% pro Jahr, nach Steuern Gebühren und Inflation natürlich! Völlig ohne Risiko!

  11. 7.

    „Rendite gibts nirgends“? Schon mal was von Aktien und ETFs gehört, nur als Beispiel? Hab die PV-Anlage bei mir mehrfach durchgerechnet, die durchschnittlichen 8-15% Rendite p.a. schlägt die Anlage nie, selbst in dem Jahr mit Corona.

  12. 6.

    Also, sie nennen Ihren Artikel
    "Tips zur Installation" und bringen ein Beispiel mit 18 oder 19 KWp.
    Da wäre mein erster Tip: für Anlagen ab 10 KW p fällt die EEG Umlage an (zur Zeit 6,7 Cent) und zwar auch für den selbst verwendeten Strom! Völlig widersinnig und umweltfreundlich, aber irgendwie müssen doch unsere Politiker die Stromkonzerne und die Stadtwerke schützen.
    Weiter gehts: (ich setze mir dieses Jahr auch ein PV Anlage aufs Dach, daher musste ich mich damit befassen).
    Ich habe es mit Excel hin- und her gerechnet: Ein Stromspeicher rechnet sich nicht. Nur mit Förderung würde es sich rechnen, aber die war in Brandenburg sehr begrenzt. Und dann informiert sich der Beamtenapperat gegenseitig vor, wenn es mal wieder ein kleines Förderprogramm gibt, und wenn es online geht: bevor der Normalbürger ein Angebot hat sind die Fördergelder ausgeschöpft - na so was.
    PV für den Eigenbedarf rechnet sich, aber die angegebenen 9 Cent sind zu optimistisch. Bei mir sind es 16,7 Cent auf 20 Jahre gerechnet (inkl. Wechsel des Wechselrichters nach 12 Jahren). Das kommt daher, weil unser Strombedarf mit 2600 KWh pro Jahr für 4 Personen sehr niedrig ist. Da PV Anlagen länger als 20 Jahre halten sollten, und viele Leute mehr verbrauchen sind 12 bis 15 Cent Kosten für den Eigenstrom realistisch. Und wer weiß wo der Stromkreis noch hi getrieben wird...
    Auch nicht erwähnt in ihrem Artikel: Die Steuerproblematik (Einkommens Steuer und der Nachweis, dass die PV Anlage ein steuerliche "Hobby" ist) und die Sache mit der MwSt.
    Auch nicht etwähnt in diesem glorreichen Artikel: die Drosselung auf 70% oder die Regel-Rechte der Netzbetreiber....

    Also insgesamt ein sehr oberflächlicher, z.T. falscher Artikel. Mies und lieblos und ohne Aufwand recherchiert. Erbärmlich.
    Ich verlange mehr für meine Gebühren!

  13. 5.

    Jeder der die Möglichkeit hat sollte sich eine Solaranlage anschaffen.
    Auf der Bank bringt das Geld nix und mehr Rendite gibts nirgends. Anlage so planen das Eigenverbrauch Vorrang hat, dann macht bei kleinen Anlagen ein Speicher keinen Sinn. 3,6 KW reichen locker für einen 3 Personen Haushalt, Kosten ca. 6700 Euro inclusive Aufbau und 30 Jahre Garantie. Neuere Großverbraucher ( Waschmaschine, Trockner etc.) sind zeitlich programmierbar
    Wichtig, Doppelglas Module und Wechselrichter aus deutscher Produktion, ist das Beste was z. Zt. auf dem Markt ist.
    Der Hersteller sitzt in Dresden.
    Verzichtet auf den Billigmist bei eBay, kommt aus China und ist meist hier nicht einbaufähig.

  14. 4.

    Frage. Wurde in den Kosten-Nurzenrechnungen auch die eventuell anfallenden Wartungskosten berücksichtigt? Ggf. Sind ja hin und wieder Ersatzteile und Rep. Kosten fällig.

  15. 3.

    Das Speicherproblem ist die größte Hürde und für die meisten Verbraucher das letzte Anschaffungshindernis. Wenn dies gelöst ist, wird eine echte autarke Selbstversorgung einzelner Haushalte finanziell und ökologisch rentabel.

  16. 2.

    Bevor man mal eben mehrere tausend Euro für einen riesigen Akku ausgibt (der womöglich irgendwann auch wieder ausgetauscht werden muß wegen nachlassender Speicherleistung), sollte man vielleicht nochmal ganz genau durchrechnen, ob man damit wirklich günstiger kommt, als wenn man nachts Netzstrom bezieht. Möglicherweise ist es auch sinnvoller, das Geld lieber in noch mehr Solarfläche zu investieren. Und nicht zuletzt ist es auch fraglich, ob der Umwelt bzw. der Erde und den anderen Menschen auf der Welt ein so großer Gefallen getan wird, wenn man sich ein paar hundert Kilo Lithium in den Keller stellt…

  17. 1.

    Ich habe seit 1 Jahr einen Batteriespeicher BYD-LV 3,5 und einen SMA SI4. 4 in Betrieb.
    Kostete ca 6000 Euro.
    Von 100 Kwh die ich lade kommen 75 KWh am Ende wieder raus.
    Die 1.Batterie hat nach 6 Monaten noch einen SOH von 83 %, dann die Tauschbatterie nach weiteren 6 Monaten 90 %.
    Das waren dann etwa 2,5 KWh Entnahme über Nacht.
    In einem Jahr habe ich 1000 KWh geladen und 750 KWh entnommen.
    Das wären in 10 Jahren ca 7500 KWh also bei reinen Batteriekosten von 2500 Euro 33 Cent /KWh +4 Cent Ladeverluste bzw entgangene Einspeisevergütung + Einkommen und Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch.
    Summa summarum also ca 45 Cent /KWh und darin sind die 3500 Euro für den Wechselrichter und Installation noch nicht berücksichtigt.
    Nun habe ich die Dritte Batterie.
    Wenn die Batterie nun 10 Jahre hält hat sie ca 1125 Euro VERLUST eingefahren.

    Dazu kommt noch dass die Netzstromzähler bei einphasigen Batteriesystemen zuviel Bezug zählen un man dann noch mehr draufzahlt

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