Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen in einem Wald das Feuer zu löschen. (Quelle: dpa/Julian Stähle)
Bild: dpa/Julian Stähle

Brandenburger Forstministerium - Mehr als 100 Waldbrände in zwei Monaten registriert

In Brandenburg hat es zwischen März und Mitte Mai bereits mehr als 100 Waldbrände gegeben. Dadurch seien 14 Hektar Wald geschädigt worden, teilte das Brandenburger Umwelt- und Forstministerium am Mittwoch in Potsdam mit. In fast 20 Prozent bestehe der Verdacht der Brandstiftung unter anderem durch offene Feuer, weggeworfene Zigarettenreste oder Streichhölzer.

Forstminister fordert Waldumbau

Die vielen Waldbrände der vergangenen beiden Jahre und die mit dem Wassermangel verbundenen Waldschadensbilder zeigten für jeden erkennbar, dass es dringend Strategien zur Anpassung der Wälder an die zunehmenden Extremwetterereignisse geben müsse, sagte Forstminister Axel Vogel (Grüne). Deshalb werde die Regierung den Umbau hin zu mehr naturnahen Laubmischwäldern vorantreiben.

Brandenburg ist nach Aussage Vogels mit Abstand das Land mit den meisten Waldbränden. In den meisten Fällen könne der Schaden durch Waldbrandüberwachung gering gehalten werden, Vorbeugung durch Waldumbau sei aber dennoch entscheidend bei der Bekämpfung.

Mehr als 400 Feuerwehreinsätze pro Jahr

In den Dürrejahren 2018 und 2019 mussten laut Ministerium die Feuerwehren jeweils mehr als 400 Mal ausrücken und waren bei zahlreichen Einsätzen tagelang gefordert. 2018 gab es bis Ende Mai bereits 121 Waldbrände, 2019 waren es in 106.

Laut Ministerium werden die Brandenburger Wälder von 106 Kameras überwacht. Im März ging die modernisierte Waldbrandzentrale Süd in Wünsdorf in Betrieb, 2021 soll in Eberswalde die Zentrale Nord folgen.

Auch in diesem Jahr hat es in der Region Berlin-Brandenburg bisher wenig geregnet. Die Regenmengen seien in Südbrandenburg "deutlich unterdurchschnittlich" gewesen, erklärte das Landesumweltamt im Hinblick auf den Wasserstand der Spree. Nur der Februar habe über dem langjährigen Schnitt gelegen, sonst immer darunter.

Am Mittwoch wurde in vier von 14 Landkreisen Gefahrenstufe vier von fünf ausgerufen, wie das Umweltministerium auf seiner Internetseite mitteilte. In den restlichen Kreisen herrscht
Warnstufe drei (mittlere Gefahr). [mluk.brandenburg.de]
 

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3 Kommentare

  1. 2.

    Auch großflächige Landwirtschaftliche Monokulturen, sollten teilweise in Mischwälder umgewandelt werden. Das Klima in Brandenburg, ist viel zu trocken und heiß. Beim Waldumbau sollte nicht nur immer, bei bestehenden Wäldern, geschaut werden. Im Osthavelland zum Bsp., gibt es viel zu viele riesige Agrar-Flächen, die unser Klima aufheizen. Nur immer, in schon vorhandene Wälder zu investieren, ist für das trockene Brandenburger Klima, zu wenig.

  2. 1.

    Wie ignorant und/oder dumm kann man eigentlich sein?! Haben diese Leute, die im Wald mit offenem Feuer hantieren oder achtlos Kippen wegwerfen, die Großbrände der letzen Jahre schon wieder vergessen?

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