Eine Frau verunglückte tödlich nach einem Fahrradunfall mit einem LKW auf einer Kreuzung in Berlin Friedrichshain. (Quelle: TeleNewsNetwork)
Video: rbb|24 | 03.06.2020 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: TeleNewsNetwork

Berlin-Friedrichshain - 62-jährige Radfahrerin bei Lkw-Unfall getötet

Erneut ist in Berlin eine Fahrradfahrerin von einem rechts abbiegenden Lastwagen überrollt worden - die 62-jährige Frau starb am Mittwochmittag in Friedrichshain noch am Unfallort. Drei weitere Menschen wurden bei dem Unfall verletzt.

Eine Fahrradfahrerin ist in Berlin-Friedrichshain von einem Lastwagen überfahren und getötet worden. Der Unfall ereignete sich am Mittwochmittag gegen 11.50 Uhr an der Kreuzung Petersburger Straße und Mühsamstraße, wie die Polizei mitteilte.

Die 62 Jahre alte Radfahrerin fuhr demnach Richtung Prenzlauer Berg auf einem erst kürzlich angelegten Pop-up-Radweg, als der parallel fahrende 58-jährige Lkw-Fahrer mit seinem Betonmischfahrzeug nach rechts abbog und die Frau überrollte. Fotos vom Unfallort zeigen das völlig zerstörte Fahrrad unter dem Lastwagen.

Drei weitere Menschen wurden bei dem Unfall verletzt, wie die Berliner Feuerwehr am Mittag twitterte. Dazu zählte auch der Fahrer des Betonmischers, wie die Polizei später mitteilte. Der 58-Jährige erlitt einen Schock und wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, wo er ambulant behandelt wurde. Wie genau es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar.

Bislang 26 Verkehrstote in Berlin

Damit wurden seit Jahresbeginn laut Berliner Polizeistatistik 26 Menschen im Straßenverkehr getötet: neun Fußgänger, acht Radfahrer, fünf Motorrad- oder Rollerfahrer, zwei Autoinsassen und zwei sonstige Verkehrsteilnehmer. Im vergangenen Jahr kamen 40 Menschen in Berlin durch Verkehrsunfälle ums Leben. Darunter stellten die Fußgänger die größte Gruppe (24).

Immer wieder werden Fahrradfahrer und Fußgänger von abbiegenden Lastwagen getötet oder schwer verletzt. Erst am vergangenen Donnerstag wurde in Temeplhof eine Fußgängerin von einem Lkw erfasst und überrollt. Seit Inkrafttreten der neuen Straßenverkehrsordnung Ende April dürfen Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren.

Sendung: Abendschau, 03.06.2020, 19:30 Uhr

Kommentarfunktion am 03.06.2020, 18:14 Uhr geschlossen

Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. 

15 Kommentare

  1. 15.

    Ach, jetzt sind wieder die Fahrradfahrer schuld, weil sie bei rot fahren? Fuhr diese Dame bei rot??? Warum sind Fußgänger auch verletzt? Fuhr der LKW Schrittgeschwindigkeit? Schritt heißt SCHRITT. So langsam, wie jemand GEHT. Nicht rennt.
    Nein, Freunde, so einfach ist das nicht! Wenn es getrennte Rotphasen GÄBE, müsste das nicht passieren.

  2. 14.

    Und schon sind sie wieder da die Kommentatoren, die unter jedem Beitrag in dem es um einen tödlichesn Abbiegeunfall unter Beteiligung eines LKW geht Radfahren vorwerfen, sich an keine Ampelphase zu halten - oder meinen, ein Radler muss eben mehr aufpassen, nicht auf seiner Vorfahrt bestehen etc., wenn ihm sein Leben lieb ist. Es ist unerträglich!

  3. 13.

    Abbiegeassistent wurde doch verpflichtend von der EU ab Juli 2022 bzw. Juli 2024 beschlossen. Bis dahin ist eine Installation auf freiwilliger Basis möglich, einen Zwang zum Einbau gibt es bis zu den o.g. Terminen nicht.

  4. 12.

    Bin selbst Radfahrer, fahre aber langsam. Bei Rot halte ich immer an, denn Rot ist Rot! Berlin ist gefährlich für Fußgänger u. Biker aller Art. Ich sehe jeden Tag Radler, die die rote Ampel ignorieren. Es wird wieder viel gebaut in Berlin, daher ist viel Schwerlastverkehr unterwegs. Will man überleben, muss man rechtzeitig Gefahren sehen und ausweichen bzw. abwarten!

  5. 11.

    Genau !! Die roten Ampeln müssen von ALLEN Verkehrsteilnehmern beachtet werden! Aber wie so oft sind es die Radfahrer, die diese missachten.

  6. 10.

    Herzliches Beileid für die tote Radfahrerin! Egal wer nun Schuld hat. Aber wo bitte gibt es Radfahrer, die bei Roter Fahrradampel anhalten???? Zum Beispiel Oberbaumbrücke. Trotz Rot fahren oft 5-10 Radfahrer weiter gradeaus durch, und man schafft es mit dem Auto nicht zügig rechts abzubiegen.

  7. 9.

    Bitte, werte Mitkommentatoren: Einfach mal keine Anschuldigungen und Schlussfolgerungen, bis Details bekannt sind.

  8. 8.

    Wieder ein Sinnloser Tod. Es ist zum ausflippen. Mein Beileid den Angehörigen.

  9. 6.

    Wenn Radfahrer und Fußgänger rot haben? Tagtäglich sehe ich Radfahrer und Fußgänger, dich sich nicht für rote Ampeln interessieren und schbell noch rüber huschen wollen. Nee, so wird das auch nichts.

  10. 4.

    Wann gibt es endlich getrennte Grünphasen für Radler und Fußgänger?? Rechts Abbiegen geht NUR, wenn Radler und Fußgänger rot haben! Was für ein sinnloser Tod.. :-(

    Mein herzliches Beileid gilt den Angehörigen und Freunden....

  11. 3.

    Es darf doch wohl nicht allzu schwer sein von Gesetzes wegen elektronisch-optische Abbiegeassistenten vorzuschreiben (ja, auch Nachrüstung!), ohne die LKW nicht mehr innerstädtisch unterwegs sein dürfen - in ganz Deutschland, ausnahmslos. Für die Übergangszeit bis alle nachgerüstet haben muß eben ein Beifahrer den Job übernehmen. Das kostet nämlich bloß Geld aber keine Menschenleben! Einzige wirkliches Problem an der Sache ist wohl aber unser toller E-Roller-Autobahnmaut-Minister ausm Süden. #ichfasseeseinfachnicht

  12. 1.

    Wann gibt es endlich das Gesetz zum Abbiegeassistenten? Winkst der Aufschrei aller Verängstigten, die momentan alles tun wollen, um Leben zu schützen?

Das könnte Sie auch interessieren

Symbolbild: Eine Frau singt zu hause (Quelle: imago images)
imago images

Der Absacker - Auf Fliesen und Dielen, die die Welt bedeuten

Zwar ist viel Normalität wieder eingekehrt, das kulturelle Leben leidet aber unter Corona nach wie vor. Haluka Maier-Borst macht sich Gedanken um sein eigenes Kulturkonzept – für zu Hause und die Szene, die es gerade nicht leicht hat.