Der Eingangsbereich des Berliner Landgerichts. (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Prozess am Landgericht - Berliner gesteht versuchten Totschlag an seinem Vater

Ein 23 Jahre alter Berliner hat am Dienstag vor Gericht eine Attacke auf seinen Vater gestanden. Er soll seinem Vater laut Anklage auf einem Laubengrundstück in Berlin-Britz ein Messer in die Schläfe gerammt haben. Er sei wütend und in Rage gewesen, weil ihn sein Vater vor die Tür setzen wollte, erklärte der Angeklagte zum Prozessbeginn am Berliner Landgericht. Bei dem Angriff im März 2020 habe er sich im Recht gefühlt. Inzwischen sei ihm sein Verhalten unerklärlich. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag.

Vater war drei Tage im Krankenhaus

Zunächst soll der 23-Jährige den Vater mit einem Baseballschläger angegriffen haben. Nachdem der 45 Jahre alte Mann den Schlag abwehren konnte und beide Männer dabei zu Boden gegangen seien, habe der Sohn ein Messer aus seiner Hosentasche gezogen, heißt es in der Anlage. Er habe dem Vater "mit weiter fortbestehendem Tötungsvorsatz" in die linke Schläfe gestochen. Die Lebensgefährtin des Opfers sei dazwischen gegangen und habe den Sohn mit einer Gartenharke abwehren können. Der Vater habe eine Stichwunde nahe dem Auge und einen Jochbeinbruch erlitten. Drei Tage sei er stationär behandelt worden.

Sohn: "Er interessierte sich nicht für mich"

Er habe "Rot" gesehen und befürchtet, obdachlos zu werden, führte der Angeklagte am Dienstag vor Gericht aus. Das Verhältnis zwischen ihm und seinem Vater sei seit Jahren schwierig. "Er interessierte sich nicht für mich", sagte der Sohn. Kurz vor seiner Tat habe er Alkohol getrunken. Er sei froh, dass sein Vater den Angriff überlebte. "Was geschah, tut mir leid", sagte er. Am 2. Juli wird der Prozess fortgesetzt. Als Strafe droht bei versuchtem Totschlag eine Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren.

Sendung: Abendschau, 30.06.20, 19:30 Uhr

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