Flaschen liegen im Volkspark Hasenheide auf dem Boden, nachdem die Polizei eine Menschenansammlung aufgelöst hat (Bild: dpa/Christoph Soeder)
Audio: Inforadio | 22.06.2020 | Anke Michel | Bild: dpa/Christoph Soeder

Verstöße gegen Corona-Regeln - Illegale Partys laut Polizei in mehreren Berliner Parks

In Berliner Parks feiern hunderte Menschen illegale Partys - ohne Maske und Abstand, wie rbb-Aufnahmen aus der Hasenheide zuletzt zeigen. Dieser Park sei aber nicht der einzige Einsatzort, heißt es von der Berliner Polizei. Von Kira Pieper

Illegale Partys in Berliner Parks mit Verstößen gegen Corona-Auflagen gibt es nach Angaben der Polizei an mehreren Orten der Stadt. Das sagte Michael Gassen, Pressesprecher bei der Polizei Berlin, rbb|24 am Montag. So habe es neben Treffen in der Neuköllner Hasenheide bereits ähnliche Treffen in Kreuzberg und Pankow gegeben.

Der rbb hatte am Wochenende bekannt gemacht, dass sich offenbar schon seit Wochen regelmäßig hunderte Menschen zu illegalen Partys in der Neuköllner Hasenheide treffen und dabei gegen die Corona-Auflagen verstoßen. Aufnahmen von der rbb-Abendschau vom vergangenen Wochenende zeigen bis zu 500 Menschen, die gemeinsam feiern. Sie tanzen dicht gedrängt und ohne Maske. Getränke und Drogen haben die Partygäste offenbar selbst mitgebracht, ebenso Boxen und bunte Scheinwerfer.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind in Berlin Großveranstaltungen bis auf Weiteres untersagt. Zwar sind seit dem 2. Juni private Feiern wieder erlaubt, allerdings nur, wenn ein zwingender Grund vorliegt. Dieser Grund kann eine Hochzeit, eine Taufe oder eine Trauerfeier sein, Geburtstagsfeiern bleiben indes untersagt. Zudem gilt auch für den privaten Bereich eine Beschränkung von 50 Personen.

Gleisdreieck und Mauerpark auch Feier-Hotspots

Polizeisprecher Michael Gassen sagte rbb|24 am Montag, dass es am Wochenende zwei Einsätze in der Hasenheide gegeben habe. Die Beamten hätten die Feiernden auf die Abstandsregeln aufmerksam gemacht, so Gassen. Viele der Anwesenden seien daraufhin auch auseinandergegangen. Zudem hätten die Beamten die Musikanlage abbauen lassen. Beim zweiten Einsatz sei die Anlage dann beschlagnahmt worden.

Der Polizeisprecher sagte allerdings auch, dass die Hasenheide derzeit nicht der einzige Hotspot für Menschenansammlungen mit lauter Musik in der Hauptstadt sei. Auch im Park am Gleisdreieck in Kreuzberg und im Mauerpark im Prenzlauer Berg gebe es vermehrt Ansammlungen und damit auch Polizeieinsätze. "Wir sind präsent, fahren Streife und sprechen die Personen immer wieder an, dass sie die Abstände einhalten", so Gassen. Die meisten Berliner würden sich an die Anweisungen auch halten. "Nur manche Gruppen sind eben unbelehrbar." Das Nichteinhalten von Mindestabständen sei eine Ordnungswidrigkeit, erklärte Gassen. "Wir schreiben dann einen Bericht an das Gesundheitsamt und die müssen das dann ahnden."

Für die kommenden Wochen geht die Polizei von weiteren Einsätzen an den genannten Hotspots aus. Schließlich sei das Wetter gut, die Menschen halten sich mehr draußen auf und überdies fangen auch die Ferien an, so Gassen. Die Einsatzkräfte werden dann vemehrt Präsenz zeigen.

Clubcommission legt Senat Papier vor

Die Berliner Clubcommission will unterdessen erreichen, dass Open-air-Veranstaltungen für eine Teilnehmerzahl von bis zu 200 Personen erlaubt werden. Derzeit gebe es Gespräche mit dem Berliner Senat über ein entsprechendes Papier, sagte der Pressesprecher der Clubcommission, Lutz Leichsenring, auf Nachfrage des rbb. Natürlich solle es diese Events nur unter den gebotenen Hygiene- und Abstandsregelungen geben, betont der Pressesprecher. Nach dem öffentlich werden der illegalen Party in der Hasenheide, habe die Commission beim Senat nochmals Druck gemacht, zeitnah über das Papier zu entscheiden, so Leichsenring. Der Pressesprecher glaubt: Nur mit einer Veranstaltungs-Regelung könne langfristig verhindert werden, dass illegale Partys stattfänden.

Dass es keine Party in Clubs - also geschlossenen Räumen - geben dürfe, dafür habe die Clubcommission Verständnis, sagte Leichsenring. Denn in vielen Clubs können keine ausreichende Belüftung gewährleistet werden, zudem sei die Musik laut, die Menschen würden deswegen lauter sprechen und die Ansteckungsgefahr sei damit größer. Und Trinken und Rauchen mit Maske wäre ebenfalls nicht praktikabel, so der Sprecher.

Keine Probleme in Brandenburg

In Brandenburg gebe es währenddessen keine Probleme mit großen Menschenansammlungen wie in der Hasenheide, teilte die Pressestelle der Polizei Brandenburg auf Anfrage von rbb|24 mit. Auch eine vermehrte Ansammlung von Partys im Grenzgebiet zu Berlin "beobachten wir nicht", so ein Polizeisprecher.

Die Corona-Auflagen in Brandenburg sind für Zusammenkünfte nicht so streng, wie in Berlin. Die Begrenzungen für öffentliche und private Veranstaltungen sind dort seit dem 12. Juni weitestgehend aufgehoben, die Veranstalter müssen allerdings sicherstellen, dass die Teilnehmer einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten. Clubs und Diskotheken bleiben wie bisher geschlossen. Laut Polizei kontrollieren die Beamten diese Auflage weiterhin streng. Sollte es zu Regelverstößen kommen, werden die Beamten die Abstandsregel "mit geeigneten Maßnahmen auch durchsetzen", so ein Polizeisprecher zum rbb.

Beitrag von Kira Pieper

41 Kommentare

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  1. 41.

    "Dieserlei Partys seinen unsolidarisch" Gut, wenn es um Demonstrationen geht, wo sich 15.000+ Menschen mit mehr oder weniger Mundschutz treffen, dann ist das solidarisch?
    Kann mir das Mal einer erklären?

  2. 40.

    ... achso, hätte ich fast vergessen; die sozialen und wirtschaftlichen Folgen sind natürlich viel besser zu ertragen, wenn (wie durch solche Parties) ganze Wohnblöcke unter Quarantäne gestellt werden... Ist schon klar ;-)

  3. 39.

    ... Ich reg mich weder auf, noch werde ich mir zehn weitere Alias' zulegen. Aber die Maßnahmen der Stadt haben einen Grund. Und wenn ich andere schützen kann, warum können das andere nicht für mich tun? Siehe Ausführungen von Papa aus Berlin...

  4. 38.

    Genau, Sie haben es verstanden - nicht! Melden Sie sich doch noch unter 10 weiteren Alias-Namen hier an, und regen sich noch ein bisschen mehr auf. Vielleicht fallen Ihnen sogar mal ein paar tatsächliche Argumente ein dafür die sozialen und wirtschaftlich verheerenden Folgen der Coronakrise auf unbestimmte Zeit weiter zu erdulden, außer: "Oh Gott, NIEMAND denkt an die Alten und Schwachen, diese EGOISTEN!!" Das wird nämlich langsam öde!

  5. 37.

    "zusammengerottete Jugendliche", das ich schon wieder so ein Niveau...was meinen Sie wie das bei der jungen Generation ankommt?
    Sie könnten sich z.b schützen mit einer FFP2 Maske - wäre eh sinnvoll für risikobehaftete Personen. Oder nicht zu Stoßzeiten einkaufen gehen, wenn die Corona-Panik so groß ist. Aber alles auf andere Abschieben und Gift und Galle in Foren spucken ist natürlich einfacher. Ich kann es langsam wirklich nicht mehr ernst nehmen.

  6. 36.

    Es geht hier nicht um das lahmlegen sondern darum WIE mit den Lockerungen umgegangen wird. Abstand halten und Maskenpflicht, ganz ehrlich das tut niemanden weh. Und für die, die das nicht einsehen müssen Strafen erfolgen.
    Und zu Ihrer Info...es gibt auch junge Menschen, Eltern und Kinder, die zur Risikogruppe gehören. Und diese können sich selber nur schützen wenn auch die anderen Abstand halten und Mundschutz tragen...man schützt sich nicht selber mit dem Mundschutz sondern den anderen. Oder sollen nun die Menschen der Risikogruppen nicht mehr das Recht haben einkaufen zu gehen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren und auch die Schule zu besuchen, nur weil es solche Egoisten gibt?

  7. 35.

    Ich gebe Ihnen da Recht...alle feierlustigen auf eine einsame Insel mit ner BeatBox und sie Ihren Schicksal ohne medizinische Versorgung hinterlassen. Mal sehen wie lange sie feiern...

  8. 34.

    Herrlich RBB, wie ihr es immer wieder schafft die gleichen 3-4 Wutbürger hier zu triggern, die am liebsten sofort die Todesstrafe für jeden einführen würden, der nicht mindestens 20 m Abstand zum nächsten hält.
    Der Witz ist ja, das sind meist die gleichen die sich selber nicht immer an die Regeln halten und im straßenverkehr eher den raudi raushängen lassen.
    Aber gut, scheinbar seid ihr nur für die älteren da.
    Eigentlich müsste schon halb Berlin ausgestorben sein, so oft wie hier die zweite Welle und sonstiges weltuntergangsszenario verkündet wurde.
    Derweil wird Teil von Dijon zerlegt, wo fast vier Tage lang keine Polizei eingreift und hier behaupten doch ernsthaft welche dass sie in Gefahr leben würden, so lächerlich alles.

  9. 33.

    ... Na das nenn ich mal eine super Aussage für die neue und gesunde Generation. Das lässt einiges mehr verstehen: deshalb wird den Alten kaum ein Platz angeboten, deshalb stehen Mütter mit Kinderwagen vor Treppen und alle laufen weiter, deshalb wird Blinden oder Rollstuhlfahrern seltener geholfen... Na klar Selbst- und Eigenverantwortung sind gefragt. Klingt logisch. Also ist das quasi ein Erziehungsprogramm der Jungen und Gesunden zu den Alten, Schwächen und Hilfebedürftigen. Jetzt hab ichs endlich verstanden... würg

  10. 32.

    Ich kann mich nicht schützen, wenn mir eine Horde zusammengerotteter Jugendlicher ohne Mund-Nasen-Schutz entgegenkommt. In den Öffentlichen ebensowenig wie im Supermarkt! Schon mal etwas von Verantwortung gehört?

  11. 31.

    "Also ich lasse mir das Feiern nicht verbieten, da mögen die Wutbürger hier noch so schäumen."
    Solche Leute wie Sie und Ansichten wie die Ihren führen nur dazu, dass erst recht Strafen eingeführt werden (müssen). Ist das bisschen Spaß es wirklich wert, andere massiv in Gefahr zu bringen - und auch sich selbst? Nein. Wer wie Sie nur an sich selbst denkt, sollte von einer Gesellschaft auch keinerlei Unterstützung erfahren (dürfen), wenn er sie denn mal nötig haben sollte.

  12. 30.

    "Vor zwei Wochen waren die grossen Demonstrationen mit 20000 Teilnehmern.
    Nichts passiert."
    Abwarten. Von der infektion bis zu den ersten Symptomen können 7-10 Tage vergehen und noch einmal so viele, bis es zu schwereren Symptomen kommt.

  13. 29.

    Das ist ja wohl auch die einzig realistische Möglichkeit. Oder wollen Sie das öffentliche Leben noch über Jahre hinweg lahmlegen, bis der Impfstoff endlich da ist? Wer macht das denn bitte so lange mit?

    Die Älteren und Risikogruppen müssen sich natürlich weiterhin selber schützen. Eigenverantwortung ist gefragt, aber das alles noch über Jahre auf dem Rücken der Gesunden und Jungen auszutragen - finde ich egoistisch. Solidarität ist keine Einbahnstraße.

  14. 28.

    Die aktuelle Ansteckungszahl liegt bei +29 und ist damit schon seit Wochen auf konstant niedrigem Niveau und das trotz Open Air Parties und Demos - dies zeigt eindeutig, dass das Ansteckungsrisiko unter freiem Himmel gering und der mediale Rummel um die Anti-Rassismus-Demo am Alex oder jetzt die Parties völlig übertrieben ist. Große Ansteckungen hat es bislang v.a. in Clubs, Großraumbüros und Schlachthöfen gegeben, also dort, wo viele Menschen längere Zeit in einem geschlossenen Raum sind, nicht an der frischen Luft.

  15. 27.

    Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Das sehe ich genauso.
    Die Ich - Generation, die da unterwegs ist, hat es nicht kapiert.
    „Das Problem mit dummen Menschen ist, dass sie oft zu dumm sind, selbst zu erkennen, dass sie dumm sind“, hat der britische Komiker John Cleese einmal gesagt.
    Wir recht er zu haben scheint.
    Dann können wir uns ja schon mal auf die zweite Welle vorbereiten.
    Zumindest die, denen es intellektuell möglich ist........ Die anderen gehen weiter feiern......

  16. 26.

    Und dann gibt’s da noch die Schlauen, so wie Sie.
    Also ich lasse mir das Feiern nicht verbieten, da mögen die Wutbürger hier noch so schäumen.

  17. 25.

    Dafür dass die Parties schon lange stattfinden , sind die Zahlen doch eher gering.
    Alles nur ein Fehlarlarm?
    Vor zwei Wochen waren die grossen Demonstrationen mit 20000 Teilnehmern.
    Nichts passiert.

  18. 23.

    Liebes Rbb-Team: Bitte richtig informieren, bevor sie hier schreiben, dass in Brandenburg Beschränkungen für Veranstaltungen weitestgehend aufgehoben sind. Dem ist nicht so. Tanzveranstaltungen im weitesten Sinne sind weiterhin verboten, somit auch Klubkonzerte oder Diskotheken mit den entsprechenden Folgen für die Veranstalter.
    Um so mehr ist dieses rücksichtslose Verhalten zu verurteilen. Es gefährdet die Zukunft aller Veranstalter, die auf eine Öffnung der Beschränkungen hoffen und darauf angewiesen sind.

  19. 22.

    Na und? Soll das jetzt deswegen ein Freibrief sein? Dumme Menschen machen es vor und noch dümmere Menschen machen es nach? Dieses Kommentar können sie sich doch echt sparen.

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