Mauerpark inlusive Erweiterung aus der Luft (Bild: grünberlin/Frauendorf Fotografie)
Video: rbb|24 | 25.06.2020 | Material: Abendschau | Bild: grünberlin/Frauendorf Fotografie

Eröffnung am Freitag - Der Berliner Mauerpark ist jetzt doppelt so groß

Karaoke, Live-Musik, Flohmarkt, Party-Treffpunkt: In den vergangenen Jahren platzte der Mauerpark im Herzen Berlins häufig aus allen Nähten, zum Unmut vieler Anwohner. Doch jetzt soll alles besser werden: Am Freitag wird der erweiterte Parkbereich eröffnet.

Die umfangreichen Erweiterungsarbeiten im Berliner Mauerpark sind abgeschlossen. Der neue Teil des Parks wird am Freitag um 17 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet, wie die landeseigene Grün Berlin GmbH am Donnerstag mitteilte. Deren Projektentwickler waren von den Senats- und Bezirksverwaltungen mit dem Ausbau des Mauerparks beauftragt worden. An dem Ausbau waren auch Bürgerinitiativen beteiligt.

Die Grünanlage umfasst nun mit knapp 15 Hektar eine doppelt so große Fläche wie zuvor. Er entstand auf den Flächen des ehemaligen Gewerbegebietes Richtung Brunnenviertel/Wedding.

Der Erweiterungspark verbindet die Stadtteile Wedding und Prenzlauer Berg, er liegt zwischen Bernauer- und Gleimstraße. Neben neuen Rasen- und Wiesenflächen, einem Bereich zum Gärtnern, mehr als 200 neuen Bäumen, Promenaden und einem neuen Spielplatz ist ein großer Steinkreis als Mittelpunkt ein Highlight des neuen Parkgeländes.

Spielplatz im neuen mauerpark (Bild: grün berlin/Manuel Frauendorf)
Neuer Spielplatz | Bild: grün berlin/Manuel Frauendorf

"Das wird das Miteinander im Park erleichtern"

"Damit schaffen wir mehr Grün in einem hochverdichteten Wohnviertel und wir schaffen mehr Platz für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher des Mauerparks", sagte Umwelt- und Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) zu dem erweiterten Mauerpark. "Es gibt ruhigere Ecken für Erholungsuchende, Platz für gemeinsames Gärtnern und mehr Spielmöglichkeiten."

Die beliebten Karaoke-Veranstaltungen und der Flohmarkt behielten ihren Platz im Mauerpark, betonte sie weiter. "Das wird das Miteinander im Park erleichtern", so Günther.

Die beliebten Karaoke-Veranstaltungen und der Flohmarkt behielten ihren Platz im Mauerpark, betonte sie weiter. "Das wird das Miteinander im Park erleichtern", so Günther.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Anwohnerbeschwerden wegen des Lärms und Mülls im Mauerpark gegeben. Die Planer und Ausführer des Erweiterungsparks hoffen nun auf Entspannung. Die zusätzlich geschaffenen Bereiche würden einen ruhigen Gegenpol zum quirligen Bestandspark bieten und sollen den stark frequentierten Mauerpark entlasten, so die Stiftung Grün Berlin.

Gehweg im erweiterten Mauerpark (Bild: rbb)Mehr Platz zum Ausruhen

Flohmarkt jetzt auf befestigter Fläche

Auch Vollrad Kuhn, Stadtrat für Stadtentwicklung im Bezirksamt Pankow, hofft auf eine entlastende Wirkung: "Mit der Erweiterung wird der Mauerpark zu einer grünen Oase inmitten der Stadt. (...) Er bietet nun mehr ruhige Rückzugsorte für Anwohner*innen und Familien mit vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten", teilte er mit.

Erleichterung herrscht auch bei der am Erweiterungsbau beteiligten "Bürgerwerkstatt Mauerpark-Fertigstellen". Deren Sprecher Alexander Puell teilte mit, er freue sich über den "ruhigeren Bereich, der auch Rückzugsorte bietet. Für uns ein idealer Kontrast zum quirligen und weltweit für seine Musik geliebten Bestands-Mauerpark."

Auch auf dem Gelände des bestehenden Mauerparks hat sich einiges verändert: Der Bereich des Flohmarkts an der Bernauer Straße wurde befestigt, Basketballkörbe und Tischtennisplatten sollen dort zusätzliche Aktivitäten ermöglichen. Im Süden wurden die Gastronomien "Mauersegler" und "schönwetter*" mit Außengastronomie integriert. Weitere Baumaßnahmen im Mauerpark sind bereits geplant: Das Gewerbebaus "Kartoffelhalle" soll ab Herbst 2020 in ein Park- und Kulturzentrum umgestaltet werden, bis 2021 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Eingang des erweiterten Mauerparks (Bild: rbb)Bauarbeiter beim letzten Feinschliff

Erweiterungsarbeiten kosteten 14 Millionen Euro

Mit der Fertigstellung der Mauerpark-Erweiterung wird die vor über 25 Jahren entstandene Planung von Gustav Lange vollendet. Der Landschaftsarchitekt hatte bereits Anfang der 1990er-Jahre den Entwurf für den Mauerpark erarbeitet. Sein Ziel war, auf dem ehemaligen Grenzgelände eine Lichtung in der Stadt zu schaffen, mit verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten für unterschiedliche Bedürfnisse. Die Bauarbeiten für die Erweiterung des Mauerparks begannen im Juli 2016 und kosteten insgesamt rund 14 Millionen Euro.

Sendung: Abendschau, 25.06.2020, 19:30 Uhr

Die geplante Erweiterung des Mauerparks. (Quelle: rbb|24/Openstreetmap)

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19 Kommentare

  1. 19.

    Guten Abend wer sich in der Müllhalde wohl fühlt nach Kriminalität sucht und Drogen kaufen möchte
    ist da genau richtig. Berlin hat ja viel zu wenige solcher Orte.

  2. 18.

    19 jährige Opfer. Fürchte der junge Mann meint das wirklcih ernst.

    Der Park ist ziemlich gut gelungen. Der Spielplatz ist rappelvoll. Die Skater sind auf hervorragendem Asphalt unterwegs. Die Idee mit stonehenge ist hübsch und noch graffitifrei. Kein Müll bisher, aber der wird von den üblichen Verdächtigen mit Sicherheit noch kommen und den Park schwer beschädigen. Weil, wie Luna unten ja schreibt:Det is Balin. Ja, leider. Immer wieder.
    Wie allerdings die 14 Mill. € zusammengekommen sein mögen, kann ich nicht nachvollziehen.

  3. 17.

    Mal eine Frage wo waren Sie denn eingesperrt, in der DDR, in Schwedt, In Hohenschönhausen, in (West)Berlin? 19 Jahre?Was haben Sie denn von der DDR politisch erlebt als 19 Jähriger?

  4. 16.

    Danke für Ihre differenzierte Meinung, besonders im letzen Abschnitt sind wir uns fast einig. Ich finde allerdings dass komplettes Verdrängen der Alternativen aus der Rummelsburger Bucht eine wenig sozial verträgliche Lösung ist. Mir würde es um die Open Air Location Rummelsbucht und die Hausboote sehr leid tun, gerade weil das "Wilde" in der Bucht doch den Reiz des Gesamten ausmacht, und empfinde jeden dieser Neubauten als störend. (Das mögen die neu zugezogenen freilich anders sehen.)

  5. 15.

    Doch, doch, ich finde der Begriff Bonze passt auf die Besitzer der neuen Wohnungen dort ganz gut. "Mimimimi, die machen laut Musik und müssen in Zeltstädten dahinvegetieren!" Ja, meinen Sie etwa die Leute haben sich das so ausgesucht? Wo sollen diese Menschen denn bitte hin?
    Es geht doch einzig darum, dass man "sowas" in so einer wirtschaftlich attraktiven Lage nicht haben will, also müssen die da weg. Da finde ich die "armen" Anwohner, die sich belästigt fühlen doch fast asozialer als die Punks dort.
    Gehört halt irgendwo dazu wenn man in einer Großstadt leben will, dass da auch andere Leute sind die einem nicht passen - ansonsten bleibt immer noch der Rückzug ins Spießereigenheim im Speckgürtel, weil: dit is Berlin, wa?!

  6. 14.

    Ich kenne das Gelände in Rummelsburg persönlich da ich dort Mitte der 90siger Bauvorbereitende Maßnahmen durchgeführt habe und daher kann ich Ihnen sagen das der gesamte Ort dort kein schöner Anblick war !!! Und auch ich finde besonders die alten unter Denkmalschutz stehenden Klinkergebäude sehenswert und weniger die dazwischen gesetzten weißen Neubauten aber insgesamt ist das kein Vergleich zu vorher und Zustände wie sie sich bis letztes Jahr an der Rummelsburger Bucht im Bereich Ostkreuz entwickelt haben wo das größte Obdachlosen - Camp der Stadt entstanden war , sehr viel Dreck und Müll sich angesammelt hat , regelmäßig Gesetzesverstöße vorgekommen sind bis hin zu Mord und Totschlag sind nun auch kein Aushängeschild für Berlin . Richtig ist aber auch das alternative Lebensformen so lange Gesetze eingehalten werden ihren Raum in der Stadt bekommen aber nicht jeder Ort ist dafür gleich gut geeignet wie ich finde aber da hat sicher auch jeder seine eigene Meinung drüber .

  7. 13.

    Eine wirklich gute Idee, endlich mal wieder eine Sache, bei der nicht die Wirtschaft entscheidet. Klasse!

  8. 12.

    Nicht jeder der sich so eine Wohnung leisten kann ist gleich ein Bonze und Sie haben bestimmt nicht zu entscheiden wer in Berlin wohnen darf. Ich kenne die sogenannte Szene an der Rummelsburger Bucht. Nur Vermüllung und Dauerbeschallung und kein Respekt vor fremden Eigentum.Mir tun die angrenzenden Mieter leid.

  9. 11.

    jetzt noch eine Fußballarena auf der anderen Seite des Parks und ne Tram vom Gesundbrunnen dann ist chic

  10. 10.

    unfassbar hässlich; sieht aus wie so ein zubetonierter Vorgarten im Speckgürtel. Da haben sicher viele gut dran verdient.

  11. 9.

    "In der Vergangenheit hatte es immer wieder Anwohnerbeschwerden wegen des Lärms und Mülls im Mauerpark gegeben. Die Planer und Ausführer des Erweiterungsparks hoffen nun auf Entspannung. Die zusätzlich geschaffenen Bereiche würden einen ruhigen Gegenpol zum quirligen Bestandspark bieten und sollen den stark frequentierten Mauerpark entlasten, so die Stiftung Grün Berlin."

    Die Autorin oder der Autor (inklusive der befragten Politiker/innen) leben irgendwie in ihrer ignoranten Traumwelt. Da entspannt sich nichts, wenn die nicht-gewerblichen und gewerblichen Akteure des Mauerparks mit ihrem Lärm näher an die Häuser der Wolliner Str. heranrücken. Insbesondere, wenn auch noch kleine Mini-Bühnen aufgestellt werden.

    Der Bezirk Pankow und auch einige Lärmfans werden ihre Klagen bekommen. Erst dann wird traurigerweise, genau wie in Köln am Brüsseler Platz, oder hier in Berlin am Rüdesheimer Platz, etwas geschehen.

  12. 8.

    Sie glauben doch nicht im Ernst das dass irgendjemanden der Feierwütigen interessiert. 90% dürften nicht mal wissen was da bis vor 30 Jahren gewesen ist.

  13. 7.

    Rummelsburg ein gutes Beispiel? Wenn man bonzige Eigentumswohnungen als Beispiel für gute Stadtentwicklung sieht dann vielleicht (ich meine NICHT die roten Klinkerbauten, sondern die grässlichen neuen weißen Gebäude). Die Verdrängung der alternativen Lebensformen, Hausboote und des Clubs Rummelsbucht zugunsten von noch mehr unbezahlbaren Wohnungen sind ganz sicher nicht POSITIV. Das letzte was wir in dieser Stadt brauchen sind noch mehr Bonzen!

  14. 6.

    Genau ich bin ganz Ihrer Meinung . Der Mauerpark oder auch Rummelsburg sind 2 gute Beispiele in Sachen Stadtentwicklung !! Wer den Toten der Berliner Mauer gedenken möchte kann das auch an der Gedenkstätte " Berliner Mauer " tun die ja nicht weit entfernt an der Bernauer Straße liegt .

  15. 4.

    Aus dem früheren Knast in Rummelsburg sind jetzt doch auch beliebte Wohnungen entstanden. Es geht also schon mit der Bewältigung der Vergangenheit

  16. 3.

    Ich finde das gerade gut und hab noch ein Gefühl der Genugtuung, nachdem ich 19 Jahre meines Lebens eingesperrt war.

  17. 2.

    Ob das auf Dauer lustig ist auf dem ehemaligen Todesstreifen zu feiern?

  18. 1.

    Sehr gut. Nicht jeder Quadratmeter in Berlin muss mit Wohnungen, Büros, Straßen oder ähnlichem zugepflastert werden.

    Berlin ist eine der grünsten Metropolen, das sollte auch so bleiben.

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