Demonstration gegen rechte Gewalt am 26.06.2020 in Neukölln. (Quelle: rbb/Torsten Mandalka)
Audio: rbb 88,8 | 26.06.2020 | Matthias Bartsch | Bild: rbb/Torsten Mandalka

Aufruf linker Gruppen - Mehr als 1.000 Menschen demonstrieren in Neukölln gegen Rechts

Hunderte Menschen haben sich am Freitagabend in Berlin-Neukölln versammelt, um gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren. Unter dem Motto "Den rechten Terror stoppen" zogen sie vom Hermannplatz aus über die Sonnenallee.

Die Veranstalter sprachen von 1.200 Teilnehmern, angemeldet waren laut Polizei 500. Ein Reporter des rbb schätzte die Zahl auf deutlich über 1.000 Menschen. Aufgerufen zu der Demonstration hatten verschiedene linke Gruppen.

Soldarität mit betroffener Bäckerei

Aktueller Anlass war ein Brandanschlag auf einen Lieferwagen in der Sonnenallee in der Nacht zum vergangenen Freitag. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, wurde an der Hauswand direkt neben dem Tatort ein "mit Farbe aufgetragenes NS-Symbol" festgestellt, daher landete der Fall beim Landeskriminalamt (LKA). Laut einem rbb-Bericht wurde ein Hakenkreuz auf die Fassade der Bäckerei gesprüht.

Der Demonstrationszug am Freitagabend führte auch an der Bäckerei vorbei. Die Demonstrationsteilnehmer bekundeten in einer Zwischenkundgebung ihre Solidarität mit den Betreibern.

Seit Jahren Anschläge und Nazi-Schmierereien

"Seit 11 Jahren terrorisieren Nazis Neuköllner*innen, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Hass und Hetze, für ein buntes und vielfältiges Neukölln engagieren", sagte Mitorganisator Ferat Kocak von der Linken Neukölln. Die Aufklärungsquote liege bei Null.

Seit Jahren werden in dem Bezirk, besonders in Süd-Neukölln, Nazi-Symbole und Drohungen an Hauswände geschmiert, Hass-Botschaften verschickt und Schaufenster beschädigt. Anfang 2018 wurden die Autos eines Kommunalpolitikers und eines Buchhändlers angezündet. Danach durchsuchte die Polizei Wohnungen von mehreren verdächtigen Rechtsextremisten, fand aber keine Beweise. Betroffene fordern einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Zudem war bekannt geworden, dass mutmaßliche Rechtsextremisten zahlreiche Menschen als Gegner und mögliche Opfer ausgespäht hatten.

 

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6 Kommentare

  1. 6.

    Danke Ben. Wir alle sind gefordert wachsam zu bleiben. Den Rechten Mob kein Fußbreit schenken.

  2. 5.

    Erschreckend, dass wieder Hakenkreuze gegen bestimmte Gruppen eingesetzt werden: Früher gegen Juden, heute gegen Muslime!

  3. 4.

    "In Rudow geraten seit Jahren Menschen ins Visier mutmaßlicher Rechtsextremisten, die sich im Kampf gegen Rechts engagieren: Sie erhalten Drohungen, Hass-Mails, die Wände ihrer Wohnhäuser werden mit rechtsextremen Codes beschmiert, Schaufenster werden beschädigt. Vor zwei Jahren wurden die Autos von einem Kommunalpolitiker und einem Buchhändler angezündet. Die Polizei setzte eigens eine Ermittlungsgruppe zur Aufklärung der rechten Anschlagsserie ein, die Besondere Aufbauorganisation (BAO) "Fokus", die von bislang 72 Einzeltaten ausgeht, darunter 23 Brandstiftungen. Als tatverdächtig gelten bekannte rechtsextreme Aktivisten aus dem Süden Neuköllns, wo es schon seit langem eine entsprechende Szene gibt. Verurteilt wurde bislang kleiner von ihnen."

    Weil es entsprechende Hinweise und Beschlagnahme von Beweisen gab. Es liegt an etwas anderen warum nicht gerichtsfest ermittelt wird. Die Täter sind polizeibekannt. Sehr gut sogar. Zu gut.

  4. 3.

    "Anfang 2018 wurden die Autos eines Kommunalpolitikers und eines Buchhändlers angezündet. Danach durchsuchte die Polizei Wohnungen von mehreren verdächtigen Rechtsextremisten, fand aber keine Beweise." Ich glaube, das habe ich schon zehnmal beim RBB gelesen.
    Neuerdings sagt doch die Polizei, die mutmaßlichen "Rechten" wären andere Rechte als die alten Neuköllner Rechten, die mit der Geschichte vom Buchhändler und dem türkischstämmigen Versicherungsmann stets genannt worden sind.

    Leider geht aus dem RBB Beitrag nicht hervor, gegen welche Sorte Rechte die Demonstranten nun am Freitag demonstriert haben.

  5. 2.

    Diese angebliche Zerstörungs Orgie gab es nur in ihrer Brandenburger AFD Blase, von daher können sie sich gerne zurück trollen.

  6. 1.

    Die Doppelmoral und Instrumentalisierung ist langsam unerträglich. De Zerstörungsorgie der Antifa in Neukölln vom 08.06 wird unter dem Teppich gekehrt. Wo bleibt die Demo gegen Linken und Rechten Terror?

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