Archivbild: Das geschlossene Strandbad Weißensee. (Quelle: imago images/B. Friedel)
Video: Abendschau | 15.06.2020 | Arndt Breitfeld | Bild: imago images/B. Friedel

Strenge Corona-Beschränkungen - Private Berliner Strandbäder fordern Pachterlass

Angesichts von massiven Einnahmeverlusten in der Corona-Krise haben die privat betriebenen Berliner Strandbäder den Senat am Montag in einem Brandbrief aufgefordert, ihnen die Pacht zu erlassen. Bislang dürfen sie die Zahlungen nur aufschieben, Ende September wäre aber die Gesamtsumme fällig.

Wegen der strengen Abstands- und Hygieneregeln können die Bäder aktuell nicht wirtschaftlich betrieben werden. "Mehr als drei Viertel weniger Gäste. Keine Zusatzgeschäfte", heißt es etwa in dem Brandbrief. Und: "Wir Bäder sind mehr als nur Sommer-Freibäder. Es sollte Konzerte, Sportveranstaltungen, Hochzeiten, Firmenfeiern, Biergärten, Eisbahnen und Silvesterpartys geben." 

Betrieb ist momentan ein Minus-Geschäft

Das Strandbad Weißensee etwa hat deswegen noch gar nicht geöffnet. "Wir können noch nicht öffnen, weil die Beschränkungen noch so umfangreich sind, dass der Betrieb ein tägliches Minus von 1.000 Euro aufweisen würde", sagte Pächter Alexander Schüller dem rbb. Der Betreiber des Strandbads in Friedrichshagen, Tobias Apelt, sagte in der rbb-Abendschau, es gehe bei der Forderung der Betreiber um einen Pachterlass von ein bis zwei Jahren. Zudem sollten die Verträge um zwei bis vier Jahre verlängert werden: "Dann können wir das Defizit, was jetzt während der Öffnung entsteht und was entstanden ist durch die Corona-Schließung, gut auf die Zeit aufrechnen und können damit zurechtkommen."

Verpächter sind die landeseigenen Berliner Bäderbetriebe. Dort hat man zwar Verständnis für die Forderung, sieht sich aber nach eigener Aussage nicht in der Lage, auf die Pacht zu verzichten. "Ein Verzicht würde unser Defizit weiter erhöhen", sagte Sprecher Matthias Oloew. Demnach rechnen die Bäderbetriebe bis Ende August mit einem Defizit von 3,4 Millionen Euro. Im Gegensatz zu den privaten Betreibern werden diese Verluste allerdings vom Land getragen.

Sendung: Abendschau, 15.06.2020, 19:30 Uhr

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