In einer Kneipe in Spandau - Paar wird nach Kuss homophob beleidigt und angegriffen

So 14.06.20 | 17:49 Uhr
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Tresen einer Bar (Quelle: dpa/May)
Bild: dpa/May

Zwei Männer sind im Berliner Bezirk Spandau in einer Kneipe angegriffen worden, als sie sich küssten. Ein 36-Jähriger habe ersten Erkenntnissen zufolge einem der beiden Männer, einem 20-Jährigen, in der Nacht zum Sonntag einen Aschenbecher gegen den Hinterkopf geworfen, teilte die Polizei am Sonntagnachmittag mit. Den 53-jährigen Partner des Mannes habe der Tatverdächtige homophob beleidigt, woraufhin ihm dieser mit der Hand ins Gesicht geschlagen haben soll.

Der 36-jährige Tatverdächtige sei betrunken gewesen, so die Polizei. Nach einer Blutentnahme kam er auf freien Fuß.

Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt nun unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung. Gegen den 53-Jährigen wird den Angaben zufolge wegen einfacher Körperverletzung ermittelt.

6 Kommentare

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  1. 6.

    Nein, das täuscht Sie nicht. Das Klima in Berlin hat sich in den letzten Jahren zum Negativen verändert.Einerseits sind viele Zugezogene dabei Berlin ständig verändern zu wollen,obwohl Etliche hergezogen sind,weil sie Berlin toll fanden. Wie bei Paare,die sich toll finden und dann anfangen,den anderen ändern zu wollen. Als hier geborene West-Berlinerin hat man jetzt oft den Eindruck ,man stört in seiner eigenen Heimatstadt. Dann kommt dazu, dass auch intolerantes Verhalten migriert wurde. Das mit der Integration klappt an vielen Stellen nicht und oft eben auch nicht, wenn in der alten Heimat erlerntes und praktiziertes Verhalten hier 1 zu 1 weitergeführt wird. Das betrifft nicht nur respektloses Verhalten gegenüber Frauen,egal ob in Zivil oder Uniform sondern auch gegenüber der Gesellschaft und anderen Glaubensrichtungen. Und da genügt eine Minderheit,damit das Klima des Zusammenlebens leidet.
    Man kann keinem hinter die Stirn sehen aber viele verraten sich durch ihr Verhalten.

  2. 5.

    Täuscht mich das oder ist unserer Gesellschaft, so auch in Berlin, die Lockerheit und Entspanntheit der 90er und 2000 Jahre im Umgang miteinander verloren gegangen? Oder sind so viele stockkonservative Leute die letzten 10 Jahre hinzugekommen?

  3. 4.

    Ich hoffe doch Mal, dass die Ermittlungen gegen den 53jährigen als Notwehr oder wenigstens Nothilfe eingestellt werden. Ich hätte an dessen Stelle wohl nicht die Beherrschung gehabt, nur die flache Hand einzusetzen. Die Ohrfeige war mehr als verdient, obwohl ich Gewalt eigentlich ablehne.

  4. 3.

    Nun, Spandau ist nicht Mitte. Vieles sieht man da nicht sooo häufig. Der Gewöhnungseffekt bleibt aus. Obwohl Spandau vor 100 Jahren eingemeindet wurde, ist es manchmal etwas ab vom Schuss, aber das ist ja in Lichtenrade, Mariendorf oder Rahnsdorf nicht anders. Das ist natürlich keinesfalls eine Entschuldigung! Sowas geht gar nicht. Unfassbar, was sich manche Leute rausnehmen - Respekt sieht anders aus.

  5. 2.

    Kein Kommentar? Wo sich doch sonst hier alles überschlägt und zu allem ohne wenn und aber rumquakt? Wen interessiert's... Respekt!

  6. 1.

    Die Gesellschaft hat noch einen weiten Weg vor sich um alle Lebensformen als alltäglich und normal anzunehmen. Solange wir von Akzeptanz und Toleranz reden, ist das der 1. Schritt und den sind schon viele gegangen aber nicht das Ziel.
    Normalität muss ich schließlich nicht tolerieren oder akzeptieren.
    Mit Demos ändere ich nicht die Einstellung von Menschen, ich kann nur zum nachdenken anregen. Etwas an ihrer Einstellung und an ihrem Verhalten ändern,muss jeder für sich allein. Hätte der Besoffene dieses Ziel schon nüchtern erreicht,wäre er vermutlich auch mit Promille nicht auf den Mann losgegangen.
    Jedenfalls nicht aus homophoben Gründen. Und Eifersucht kann dem Bericht zufolge wohl ausgeschlossen werden.

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