Die Collage zeigt links eine Bus-Demonstration der Reisebusbranche am 27.05.2020 (Bild: imago images/bernd Friedel) und rechts Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion auf dem Weg zu einer Fahrrad-Demonstration am 02.06.2020 (Bild: imago images/Martin Müller)
Bild: imago images/Bernd Friedel/Martin Müller

XR, Reisebranche und Gesundheitsbündnis - Mittwoch wird der Tag der Protest-Sternfahrten in Berlin

Am Mittwoch wird es voll in Berlin: "Extinction Rebellion" und die Reisebranche protestieren mit Sternfahrten und einer weiteren Demonstration. Und das ist nur der Vormittag. Am Nachmittag gibt es eine weitere Sternfahrt, dieses Mal mit Fahrrädern.

Wegen mehrerer zeitgleich stattfindenden Demonstrationen wird es am Mittwochvormittag in Berlin voraussichtlich zu Staus auf den Straßen kommen. Die Reisebus-Branche will ab 10 Uhr mit Hunderten Fahrzeugen auf drei Routen in Richtung Brandenburger Tor fahren. Bereits um 8:30 Uhr soll die Fahrradsternfahrt der Bewegung "Extinction Rebellion" aus drei Richtungen bis zum Großen Stern fahren. Zudem haben ebenfalls für den Vormittag Reisebüros und Reiseveranstalter in Mitte Proteste angekündigt.

XR-Fahrradsternfahrt für eine autofreie Stadt

Mit ihrer Fahrradsternfahrt von Potsdam, Lichtenberg und Tegel aus wollen die Aktivisten von "Extinction Rebellion" (XR) für eine Verkehrswende demonstrieren. Der Potsdamer Korso startet um 8:30 Uhr an der Glienicker Brücke, auf dieser Route wird die Avus zeitweise für den Autoverkehr gesperrt. Ein weiterer Korso um 9 Uhr am Tegeler Hafen und ein dritter Fahrradzug um 9:15 Uhr am S- und U-Bahnhof Lichtenberg. Alle drei Fahrradkorsos sollen um 11 Uhr am Großen Stern zusammentreffen, von wo aus es weitergehen soll zum Roten Rathaus. "Wir wollen demonstrieren, wie eine zukunftsgerechte, autofreie Stadt aussieht und wie viel Platz die Berliner Straßen eigentlich bieten", heißt es in dem Demonstrationsaufruf.

Reisebranche protestiert mit Bussen und zu Fuß

Dieser Platz auf den Straßen soll am Mittwochvormittag allerdings auch von vielen Reisebussen genutzt werden. Die Reisebus-Unternehmen wollen mit ihrer zweiten Protestfahrt auf ihre prekäre Lage in der Corona-Krise aufmerksam machen. Von Norden, Westen und Süden her wollen sie in die Berliner Innenstadt fahren.

Zunächst startet den Planungen zufolge der Buskorso Nord um 10 Uhr auf dem Rastplatz Stolper Heide beziehungsweise um 10:30 Uhr auf dem Kurt-Schumacher-Damm. Die Route West beginnt demnach um 11 Uhr am Olympiastadion, die Route Süd startet um 10:30 Uhr vom BER-Parkplatz in Schönefeld. Für 12 Uhr sind eine Kundgebung vor dem Brandenburger Tor sowie eine Bus-Karawane auf der Straße des 17. Juni geplant. Die Organisatoren erwarten fast 1.000 Fahrzeuge. Mit ihrem Aktionstag fordert die Branche mehr staatliche Unterstützung und Entschädigungen wegen des im März verhängten Reiseverbots.

Auch Reisebüros und Reiseveranstalter wollen am Mittwochvormittag auf die Straße gehen. Sie kritisieren ebenso wie die Reisebus-Unternehmen, dass die Hilfen der Bundesregierung am Bedarf der Branche vorbeigehe. Der Demonstrationszug beginnt um 11 Uhr mit einer Kundgebung am Alexanderplatz. Die Teilnehmer ziehen anschließend zum Bundestag, wo um 13 Uhr eine Abschlusskundgebung geplant ist.

Fahrradkorso für ein anderes Gesundheitssystem

Für den Nachmittag hat das Bündnis "Keine Profite mit unserer Gesundheit" ebenfalls zu einer Fahrradsternfahrt aufgerufen. Ab 16 Uhr sollen die Teilnehmer vom Charité-Campus in Mitte, vom Klinikum am Urban und vom Vivantes Klinikum Friedrichshain zur Senatsgesundheitsverwaltung in der Kreuzberger Oranienstraße fahren. Dort ist um 17 Uhr eine Kundgebung geplant. Das Bündnis fordert mit der Protestaktion unter anderem eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte sowie die Vergesellschaftung des Gesundheitswesens.

Sendung: Radioeins, 16.06.2020, 18:30 Uhr

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47 Kommentare

  1. 46.

    Ausgerechnet GB und ESP. Um tot umzufallen braucht es Deutschland nicht. In beiden Ländern reicht ein wahnsinnig gut funktionierendes Gesundheitssystem .... Die Häme ihrer Verwandtschaft ist einfach nur peinlich.

  2. 45.

    Erschreckend ist eher wieviele Leute hier Nachhilfe in Demokratie brauchen. Haben sie alle in der Schule geschwänzt oder nur Staatsbürgerkunde gehabt?

  3. 44.

    "In welcher Stadt soll man denn sonst demonstrieren, wenn man als Adressat die Bundesregierung hat?"
    Und deswegen muss man die Avus blockieren? Glauben sie wirklich das interessiert irgendeinen Politiker?
    Und wenn sie täglich 24 Std. lang Protest machen werden sie nix erreichen. Politiker sind gewählte Volksvertreter (Mehrheiten) und nicht die Handlanger von ein paar .......... ! (Netiquette)

  4. 43.

    Me, Myself and I - das ist das Einzige, was zählt. "Querdenker, Querfümitfühlen, gibt es offenbar nicht mehr.
    Wenn 4.000 Reisebusse insolvent sind, dann wird es ruhig, sehr ruhig - Hauptsache die haben nicht vor meiner Tür gehupt - demonstriert.

  5. 42.

    Es ist immer wieder erschreckend, dass es offenbar nur noch Schwarz-Weiss gibt, Kompromisse entsprechen nicht mehr dem Mainstream. Es wird die eigene Ansicht im Rahmen von Demos durchgeprügelt, wer von dieser Ansicht abweicht wird sofort abgewatscht und gilt bereits als Weltzerstörer. Alle Aspekte haben ein für und wieder aber es gilt nur noch "Ich will alles was ich für Richtig halte und zwar sofort!!!" Ohne Rücksicht auf die Belange derer, die andere Schwerpunkte haben. Insofern sehe ich das inflationäre rücksichtslose demonstrieren eher als Spaßparty als politisch motiviert.

  6. 41.

    dann zieh doch aufs Dorf , Berlin ist ne Großstadt ,kein Kurort

  7. 40.

    Irgendwann wird auch der letzte Klimahysteriker merken das sich kaum jemand für Ihre lächerlichen Protestaktionen interressiert ,dann hört der Spuk ganz von alleine wieder auf !

  8. 39.

    Kann man in Berlin nicht mal einen Demonstrationsplatz einrichten, vor dem Olympiastadion oder auf dem Tempelhofer Feld. Dort können alle die wollen ihre Meinung kund tun und werden auch genug Aufmerksamkeit bekommen. Oder geht es nur um Nötigung von Unbeteiligten.

  9. 38.

    Mich behindert und verpestet der unendliche Autostau hier tagtäglich mehr als die kurzweiligen Demos - egal ob zu Fuß, mit Rad oder im Bus unterwegs. Apropo, wo bleiben die für dieses Jahr wieder angekündigten neuen Busspuren? Der lokalen Demo um 16 Uhr für die Vergesellschaftung des Gesundheitswesens schließe ich mich gerne an. Bei der Sternfahrt für Radschnellwege heute morgen konnten wie ich viele wegen anderer Verpflichtungen wohl leider nicht dabei sein.

  10. 37.

    Das können Sie ja gern machen und fordern.
    Ich fahre dagegen immer mit dem Auto und fordere eine fahrradfreie Stadt - ist natürlich auch Quatsch...
    Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte und im Kompromiss. Die Maximalforderungen, egal von welcher Seite bringen uns nicht weiter und nerven nur noch.
    Insofern ist es doch gelebte Demokratie, wenn sowohl dieselnde Reisebusse als auch Öko-Idealisten gleichzeitig demonstrieren. Bleibt mein Auto heute eben in der Garage, wie gut, dass ich zu meiner Arbeitsstelle hinlaufen kann. Das Privileg hat leider nicht jeder. Insofern brauchen wir eine leistungsfähige Infrastruktur, und zwar auf allen Ebenen.

  11. 36.

    Ja Herr Neumann da haben Sie Recht. Von Köpenick bis zur Jannowitzbrücke kann man sehr gut die Öffentlichen nutzen. Auch Frau Günther. Die S-Bahn fährt keine 30 Minuten. Auch dass mit dem Rollstuhl mal ausprobieren in öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine gute Idee.

  12. 35.

    Na, Lieber rbb24 wunderbares Hupkonzert richtig schön laut am Kaiserdamm und Umgebung und Megastaus.

    @Kerstin nr. 31
    da stimme ich Ihnen völlig zu. Sehr guter Kommentar von Ihnen

  13. 34.

    Flüsse verschmutzen , Feuerwerk abbrennen jetzt dafür sorgen , das Autos im Stau stehen … diese ER Leute schaden der Umwelt wo sie nur können. Gott sei Dank sind es ja nur eine Handvoll Leute , sonst wäre unser Planet echt in Gefahr !

  14. 33.

    Wie soll man denn sonst FÜR eine Verkehrswende in Berlin demonstrieren?
    In welcher Stadt soll man denn sonst demonstrieren, wenn man als Adressat die Bundesregierung hat?

    Es ist erstaunlich bis erschreckend, mit welchen Argumenten hier ein Grundrecht massiv eingeschränkt werden soll.

  15. 31.

    Berlin ist mit Abstand Weltmeister beim Demonstrieren. In keiner anderen Stadt der Welt wird soviel demonstriert wie in Berlin.

    Ich frage mich, ob diejenigen, die dort mitlaufen, überhaupt wissen, worum es geht.

    Meiner Meinubg nach sollten Demos GEBEHMIGUNGSPFLICHTIG sein und nicht nur anmeldepflichtig. Die Behörde, die die Anmeldungen entgegennnimnt, sollte vielleicht mal soviel Daffke haben, auch mal Anmeldungen für Demos zu verwehren, denn es kann nicht sein, dass hier ständig die Stadt lahmgelegt wird, nur weil wegen jedem Furz und Feuerstein demonstriert werden muss.

    Grundrecht und Versammlungsfreiheit - alles gut und schön. Aber ergibt einen Rechrsgrundsatz, wonach ein Grundrecht dort endet, wo die Freiheit eines anderen eingeschränkt wird. Und hier werden eindeutig Freiheiten eingeschränkt, denn ich muss mich frei durch die Stadt bewegen können. Man muss immer noch die Möglichkeit haben, ungehindert zur Arbeit oder zu seinem Termin zu kommen oder ein Hobby auszuüben, für das man nun mal das Haus verlassen muss.

    Außerdem frage ich mich, wer das alles finanziert. Bestimmt nicht die Demofreaks. Nein, der Steuerzahler. Und diejenigen, die von einer Demo zur anderen rennen, haben keine Zeit zum Arbeiten und leben auch auf Kosten des Steuerzahlers.

  16. 30.

    Von mir aus sollen alle gegen alles und jeden demonstrieren, aber wieso werden für Radfahrer Hauptverkehrsstraßen gesperrt? Wer von den Verantwortlichen in der Senatsverwaltung nimmt sich diese Rechte heraus? Gleiches Recht für alle? Ungleichbehandlung der Bürger? Kennen diese Leute an den entsprechenden Stellen das überhaupt?

  17. 29.

    Warum muss jeder so einen dicken SUV fahren? Die sollte man besteuern, bis es pfeift. Ein kleiner Flitzer tut es auch, es sei denn man braucht den SUV beruflich, weil man viel zu transportieren hat.

  18. 28.

    Es gibt noch andere Branchen, denen es auch nicht anders geht. Von Theatern, Konzertbühnen Kinos, Opernhäusern, Musikern,Schauspielern usw. spricht keiner. Fast alle sind freiberulich tätig und die Soforthilfekönnen sienicht in Anspruch nehmen, weil sie keine hohen Betriebskosten haben. Die haben NULL Einkommen und Rücklagen sind auch nur schwer zu bilden.

    Aber darüber verliert keiner ein Wort. Aber die legen auch nicht gleich die ganze Stadt lahm. Die Reisebranchr tut wirklich so, als wären sie die einzigen, denenes so geht und als wären sie am schlimmsten von allen dran.

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