Angriff auf das Kamerateam am 1. Mai in Berlin-Mitte (Symbolbild)
Bild: dpa/F. Bungert

Vor dem Berliner Landgericht - Fernsehteam des ZDF bedrängt und bedroht

Ein Team des ZDF ist nach Angaben des Senders am Rande eines Prozesses in Berlin bedrängt worden. Die Kollegen seien bei Dreharbeiten bedroht und angepöbelt worden, teilte das ZDF am Donnerstag mit.

Das Team bestand demnach aus einem Journalisten und einem Kameramann. Dieser wurde den Angaben zufolge auch gestoßen, verletzt wurde laut ZDF aber niemand. Die Journalisten berichteten von Bedrohungen sowie Schlägen gegen sich und ihre Kamera. Die Täter sollen laut der "taz" aus der rechten Szene stammen und Unterstützer des Rechtsextremisten Sven Liebich sein.

Auch Justizbeamte griffen ein

Während dem Gemenge auf dem Gehweg vor dem Gericht versuchten zudem zwei Justizbeamte, das Kamerateam am Filmen zu hindern und forderten sie auf, ihre Arbeit zu beenden. Einer der Beamten soll dabei mehrfach "Machen Sie mal die Kamera aus“ gerufen haben, obwohl sich diese im öffentlichen Raum befunden haben, wie der "Tagesspiegel" berichtete.

Die Polizei erklärte am Abend auf Anfrage, ihr lägen bisher keine Informationen zu dem Zwischenfall vor. Ein Gerichtssprecher sagte, dass es vor dem Gerichtsgebäude zu "Unruhe" gekommen sei. Wachtmeister hätten vorsorglich die Polizei gerufen. Im Gerichtsgebäude selbst sei es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Zuschauern und Journalisten gekommen. Bei dem Zivilverfahren ging es um einen Streit zwischen dem Rechtsextremisten Sven Liebich und Anetta Kahane, der Leiterin der Amadeu-Antonio-Stiftung. Liebich soll auf einer Internetseite eine antisemitische Karikatur von Kahane veröffentlicht haben. Kahane lies dies am Donnerstag untersagen.

In den vergangenen Wochen hat es wiederholt Angriffe auf Journalisten bei ihrer Arbeit gegeben. Bereits am 1. Mai war ein ZDF-Kamerateam in Berlin am Rande einer Demonstration am Rosa-Luxemburg-Platz attackiert worden. Bis heute ist unklar, wer die Täter sind. In Dortmund wurde ein WDR-Team bei einer Demonstration gegen Corona-Einschränkungen angegriffen, in Berlin zudem ein Kamerateam des ARD-Hauptstadtstudios.

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7 Kommentare

  1. 7.

    Zeig wieder mal, wie der deutsche Staat auf dem rechten Auge blind ist, zum kotzen.

  2. 6.

    Das sollte nicht schwierig sein. Auf Twitter sind schon Videos zu sehen, die genau den Dachverhalt zeigen. Die Justizbeamten versuchen die Arbeit der Journalisten zu unterbinden. https://twitter.com/gkdjournalisten/status/1268640051291918343?s=21

  3. 5.

    Genau so! Vorfällen schnelle Verurteilung wäre wünschenswert, nicht erst zwei, drei Jahre später, kurz vor der Verjährung. Auch Sozialstunden in der Pflege oder im Altenheim dürften die Sozialkompetenz dieser Subjekte etwas gerade rücken.

  4. 4.

    Sollten, wie berichtet, tatsächlich Justizbeamte die Jounalisten an Ihrer Arbeit gehindert haben, muß das auch dienstrechliche Konsequenzen haben. So ein bißchen erinnert mich das an die "Hutbürger" Vorkommnisse vor einiger Zeit.

  5. 3.

    Hier fühlt sich offensichtlich ein kleingeistiger Justizbeamter auf den Plan gerufen – in seinem Sinne – für Ordnung zu sorgen; er wird dabei gefilmt wie er grundlos gegen das ZDF-Team handgreiflich wird und zudem versucht die akkreditierten Medienvertreter wegzuschicken – dümmer geht’s nicht.

  6. 2.

    Ob da wirklich Justizbeamte beteiligt waren, muss unbedingt aufgeklärt werden. Es wird aber wohl schwierig sein, zuverlässige Aussagen zu erhalten. Amtsmissbrauch ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen!

  7. 1.

    Jeder Angriff muss zur Anzeige gebracht werden, egal wer die Täter sind und eine gerechte Strafe bekommen. Kann doch nicht sein, das Menschen, die ihre Arbeit machen, angegriffen werden. Nur durch eine Strafe, die Weh tut, wird sich jemand zwei Mal überlegen, ob er jemand angreift. Sowas regt mich auf. Jeder will Transparenz, aber hindert die Leute mit ihren Job daran, diese umzusetzen.

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