13.06.2020, Brandenburg, Kremmen: Die Feuerwehr steht vor einem Haus im Ortsteil Sommerfeld von Kremmen, nachdem ein Blitz in das Hausdach eingschlagen war. (Quelle: dpa/Pörschmann)
Video: rbb|24 | 13.06.2020 | Material: NonstopNews, extremwetter.tv, rbb|24 | Bild: dpa/Pörschmann

Unwetter-Bilanz in Berlin und Brandenburg - Straßen überflutet, Bäume umgestürzt, Leitstelle vollgelaufen

Ein heftiges Sommergewitter hat in Berlin und Brandenburg am Samstag zu Starkregen und kräftigen Windböen geführt. Das Unwetter traf die Hauptstädter weniger stark als den Nachbarn. Zu größeren Schäden kam es aber in der gesamten Region nicht.

Schwere Gewitter, Starkregen und Hagel haben die Feuerwehren in Berlin und Brandenburg bis in die Nacht zum Sonntag beschäftigt. Größere Unwetterschäden wurden in der Region aber bislang nicht gemeldet.

In Brandenburg gab es mehr als 500 Einsätze. Nach Angaben der fünf Regionalleitstellen für Notrufe stürzten Bäume auf Straßen oder Fahrzeuge, an mehreren Orten schlugen Blitze ein, Wasser lief in Keller und überflutete Straßen, mancherorts standen Fahrstühle unter Wasser. Besonders stark betroffen waren die Landkreise Barnim, Ostprignitz-Ruppin und die Ortschaften rund um Frankfurt (Oder), wie die Leiststellen am Sonntagmorgen mitteilten. 

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) sichern in einem Umwetter mit Starkregen die Regionalleitstelle Nordost in Eberswalde. (Quelle: dpa/Julian Stähle)
THW sichert die Leitstelle in Eberswalde | Bild: dpa/Julian Stähle

Notruf-Leitstelle läuft mit Wasser voll

Ausgerechnet in der regionalen Leitstelle für Notrufe in Eberswalde (Barnim) verursachte das Unwetter zudem einen Wasserschaden. Dort lief nach Angaben des Landkreises Wasser in das Gebäude der Leitstelle für Brand- und Katastrophenschutz sowie den Rettungsdienst der Landkreise Barnim, Oberhavel und Uckermark. Ein Server musste deshalb ausgetauscht werden. Die Stelle sei aber immer für Notrufe erreichbar gewesen, hieß es.

In den Kreisen Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald stürzten Bäume um und Keller liefen voll, wie die Regionalleitstelle Cottbus mitteilte. Nach Angaben eines Polizeisprechers gab es mehrere Verkehrsunfälle auf den Autobahnen 9, 10 und 115, die möglicherweise durch Starkregen ausgelöst worden sind. Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) brannte ein Dachstuhl.

Die größte Regenmenge in Brandenburg fiel in den vergangenen 24 Stunden in Brück-Gömnigk im Kreis Potsdam-Mittelmark mit knapp 82 Litern pro Quadratmeter, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). In Butzow bei Brandenburg/Havel wurden 72 Liter pro Quadratmeter gemessen, in Pohlitz im Kreis Oder-Spree 64,5 Liter.

40 Zentimeter Wasser auf der Autobahn - Auffahrunfall

Menschen wurden nach bisherigen Informationen in Brandenburg durch das Unwetter nicht verletzt. Allerdings kam es in Ostprignitz-Ruppin am Nachmittag auf regennasser Fahrbahn zu einem Verkehrsunfall, bei dem eine schwangere Frau verletzt wurde. Ein Fahrer sei auf der Autobahn 19, auf der das Wasser bis zu 40 Zentimeter hoch stand, zu schnell unterwegs gewesen und nahe der Anschlusstelle Wittstock auf ein bremsendes Auto aufgefahren, wie die Polizei mitteilte. Die Schwangere in dem vorderen Fahrzeug wurde dabei leicht verletzt. Das auffahrende Auto überschlug sich, zwei Mitfahrerinnen wurden leicht verletzt, der Fahrer blieb unverletzt. 

In Wittstock/Dosse (Kreis Ostprignitz-Ruppin) stürzte ein Baum auf ein Auto, in dem noch die Fahrerin saß. Die 60-Jährige kam nach Angaben der Polizei mit dem Schrecken davon. Bei Linow nahe Rheinsberg stürzten mehrere Bäume auf eine Landesstraße, die deshalb zeitweise gesperrt war. Eine Autofahrerin regte sich so darüber auf, dass sie durch die Absperrung fuhr. Zwei Feuerwehrleute konnten sich laut Polizei noch retten, indem sie zur Seite sprangen.

Bis zu 40 Liter Regen im Berliner Südosten

Laut den Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde Berlin weniger stark von dem Unwetter getroffen als das Nachbarland. Am stärksten regnete es im Südosten rund um Köpenick. In diesem Bereich wurde mit 25 bis 40 Litern pro Stunde je Quadratmeter der meiste Niederschlag gemessen, sagte ein DWD-Sprecher am Sonntag. In Mitte und im Südwesten der Stadt in Richtung Potsdam wurden rund 15 Liter je Quadratmeter gemessen.  

Auch in der Hauptstadt wurden zunächst keine größeren Schäden bekannt, wie die Feuerwehr mitteilte. Verletzte im Zusammenhang mit dem Unwetter wurden nicht gemeldet. 

Brandenburg, Eberswalde: Autos fahren auf einer Straße, die nach einem Unwetter mit Starkregen überschwemmt ist
Überschwemmte Straße in Brandenburg | Bild: dpa/Julian Stähle

Blitzeinschlag - Verkehr auf der S7 gestört

Vollgelaufene Keller und vereinzelt umgestürzte Bäume führten bis in die späten Abendstunden zu mehreren Einsätzen der Feuerwehr, wie ein Sprecher berichtete. "Es gab rund 40 kleinere Einsätze, was bei Gewitter nichts Ungewöhnliches ist", sagte er am Sonntagmorgen. 

Wegen eines Blitzeinschlags gab es Einschränkungen bei der S-Bahn-Linie S7. Zwischen Berlin-Wannsee und Potsdam Hauptbahnhof verkehrten die Züge zeitweise nur im 20-Minuten-Takt. Am Sonntagmorgen fuhren sie wieder planmäßig alle zehn Minuten. 

Sendung: Inforadio, 13.06.2020, 21:00 Uhr

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81 Kommentare

  1. 80.

    Ach, der Friedrich mal wieder... Kein Wort zum Thema erwähnt, aber über andere herumlästern, nicht wahr, Friedrich du Großer?

    Zum Wetter am Samstag bleibt nur zu sagen, daß die Unwetterwarnung in der Stufe Extrem für Berlin total übertrieben war! So wie fast immer, wenn der DWD eine Unwetterwarnung für unsere Stadt herausgibt. Macht er dies nicht, dann passiert es. Da gebe ich Toska im Kommentar Nr. 11 vollkommen Recht.

  2. 78.

    das mit den 82Litern/Quadratmeter waere hier wohl spielend zu toppen. Einige Eimer zum bauen standen draussen und waren abens leer aber morgens waren dann 22-25cm Wasser drin - nach meiner Rechnung waeren das dann ca. 200 Liter/Quadratmeter

  3. 76.

    "Ausgerechnet in der regionalen Leitstelle für Notrufe in Eberswalde (Barnim) verursachte das Unwetter zudem einen Wasserschaden. Dort lief nach Angaben des Landkreises Wasser in das Gebäude der Leitstelle für Brand- und Katastrophenschutz sowie den Rettungsdienst der Landkreise Barnim, Oberhavel und Uckermark. Ein Server musste deshalb ausgetauscht werden."


    Wasser kann ja überall reinlaufen, auch in eine Leitstelle für Notrufe. Aber wo und wie haben die Eberswalder denn ihre Server aufgestellt? Schon kurios das ganze. ;-)

  4. 75.

    Das nennt sich Balkonjogging. Oder auch Pflanzenjogging. Meine Tomaten sind schon ganz irritiert vom vielen Rein- und Raustragen. :-)

    "Wie bereits in einigen Kommentaren erwähnt wird aus jeder Wetterlage ein Katastrophen Szenario gezimmert und wenn es dann nicht Eintritt sind die Medien sehr enttäuscht" Würde nicht gewarnt, wäre das auch ein Grund zum Meckern. So ist der Berliner halt.

  5. 74.

    Das nennt sich Balkonjogging. Oder auch Pflanzenjogging. Meine Tomaten sind schon ganz irritiert vom vielen Rein- und Raustragen. :-)

    "Wie bereits in einigen Kommentaren erwähnt wird aus jeder Wetterlage ein Katastrophen Szenario gezimmert und wenn es dann nicht Eintritt sind die Medien sehr enttäuscht" Würde nicht gewarnt, wäre das auch ein Grund zum Meckern. So ist der Berliner halt.

  6. 73.

    Das nennt sich Balkonjogging. Oder auch Pflanzenjogging. Meine Tomaten sind schon ganz irritiert vom vielen Rein- und Raustragen. :-)

    "Wie bereits in einigen Kommentaren erwähnt wird aus jeder Wetterlage ein Katastrophen Szenario gezimmert und wenn es dann nicht Eintritt sind die Medien sehr enttäuscht" Würde nicht gewarnt, wäre das auch ein Grund zum Meckern. So ist der Berliner halt.

  7. 72.

    Wenn ich rechtzeitig gewarnt bin, mache ich das mit so einem Schitm auch aber mit zusätzlichen Spanngurten.
    Im 7. OG als letzte Wohnung ist bei Sturm hier echt was los. Muss man aber eben vorher wissen,wenn man den ganzen Tag nicht zuhause ist.

  8. 71.

    Das nennt sich Balkonjogging. Oder auch Pflanzenjogging. Meine Tomaten sind schon ganz irritiert vom vielen Rein- und Raustragen. :-)

    "Wie bereits in einigen Kommentaren erwähnt wird aus jeder Wetterlage ein Katastrophen Szenario gezimmert und wenn es dann nicht Eintritt sind die Medien sehr enttäuscht" Würde nicht gewarnt, wäre das auch ein Grund zum Meckern. So ist der Berliner halt.

  9. 70.

    Witzig, so ein Schirm bildet auch mein Terrassendach :-) ganz nah an die Wand/Fenster/Tür, manchmal ein Endstück mit Schirmständer mittels Leine verknotet. Nur, wenns ganz arg hackt, klappe ich ihn ein und mach eine Kordel drum, damit er nicht raketengleich abschwirrt. Ich hab so einen unleidlichen Nachbarn...

  10. 69.

    Ich habe mir ganz ganz schnell die Autoren/Buchtips rauskopiert und gedruckt - da kann Schrubber-Olaf nix mehr anrichten ;-)
    Bine schrieb auch unterdessen, "sauren" Eintopf würdest du sicher bemerkten :-) die überall vorhandenen Milchsäurebakterien (macht man sich beim Sauerkraut zu Nutze) und auch leider die Pilzsporen sind im Sommer ja hoch aktiv, ich beäuge meinen Hollerblütensirup auch stündlich...

    Ich habe auf der Terrasse (bin ja ebenerdige..) einen Balkonkasten mit Kräutern, den trage ich seit 4 Wochen nun auch bei jedem Wetter rum. Zu sonnig, zu trocken: Schattplatz. Gewitter droht? Unter den Hollunderbaum bei den Tomaten. Wind? Ans Carport. Man ist schon ein bisschen plemplem, aber man will ja auch, dass es den Pflänzchen gut geht :-)

  11. 68.

    Mein Balkon geht nach Westen raus und ist leider nicht überdacht, da ich ganz oben wohne. Ist somit ein Allwetter Balkon. Zum Glück habe ich einen rechteckigen stabilen Sonnenschirm, den ich gleichzeitig auch vor meiner Küche, wovon der 4qm Balkon abgeht, als Markise nutzen kann. Zur Zeit stehen Topfpflanzen darunter wenn’s arg regnen tut. Klappt gut. Den Sonnenschirm soweit es geht herunterziehen und schon haben meine Pflänzchen ein Dach übern Kopf. Selbst Sturm hat er in dieser Position schon ausgehalten. Nur einmal vergaß ich ihn herunterzuziehen und schwupps wurde bei einer starken Windböe die Stange herausgerissen aus der Bodenverankerung und ich durfte den Schirm unversehrt von unten wieder hochholen. Dies geschah am späten Abend. Somit wurde niemand dabei verletzt.

  12. 67.

    Meist kommt die Regenfront frontal aus Falkensee/Nauen und dann sieht es hier mit Balkon und allen Fenstern nach Süd/ West bei Regen mit Sturm oft aus,wie in der Waschanlage. Da sind solche Rettungsmaßnahmen für meine Pflanzen überlebenswichtig. :-)
    Gestern hatte ich aber echt Glück, denn das Gewitter samt anfänglichem Sturm und Regen,später Landregen kam " von hinten" aus Richtung Charlottenburg/,Reinickendorf. So wurde mein Balkon kaum nass. Glück muss man haben :-)

  13. 66.

    Auch Dir liebe Bine, vielen,vielen Dank auch für diesen Ratschlag. Werde alles zukünftig beherzigen. Habe den Eintopf aber nur 1 Std. lang köcheln lassen. Alles ist noch bissfest u.er schmeckt nicht säuerlich. LG.

  14. 65.

    Vielen Dank für den Tipp. Er schmeckt noch gut. Nix säuerliches an sich. Ich koche ja auch immer auf Vorrat. Deshalb auch gleich wieder 2 Liter. Ab damit in den kleinen Jungesellen Tiefkühlschrank und fertig. Gerne würde ich Dir ja hier nun ein paar Buchautoren von Kriminalromanen empfehlen, wie ich es mit Heike schon mal tat. Doch dann wurden Heike und ich freundlichst v.der Redaktion angeschrieben, ob wir nicht unsere E-Mail Adressen austauschen sollten. Ich machs hier trotzdem. Meine ganz großen Favoriten sind: Karin Slaughter, Val McDermid, James Lee Burke, Tom Callagham, Garry Disher, George P.Pelecanos, Walter Mosley, Friedrich Ani u.v.a. Ein ganz bes.Tipp für Dich: Lotte Bromberg mit ihren Berlinkrimis. Super geschrieben. Oder auch Katja Bohnet. Puh, nun hoffe ich doch sehr, dass die Schrubberkolonne gerade ein Päuschen einlegt;-) LG.

  15. 64.

    Man hat leider insgesamt schon länger das Gefühl,dass man gute Nachrichten mit der Lupe suchen muss. Aber es gibt sie und das Glas ist halb voll und nicht halb leer.
    Es hieß auch früher schon " bad news sells" und Positives sei keine Schlagzeile wert.
    Die Welt ist aber nicht so schlecht wie sie dargestellt wird,auch wenn es viele Brennpunkte gibt.
    Lassen wir uns von den Medien erziehen oder umgekehrt?

  16. 63.

    Ach Sie auch? In den letzten Tagen ertappe ich mich dabei, wie ich meine Balkonkästen, worin gerade die Wildblumen anfangen zu sprießen, mal hereintrage ins trockene, dann wieder raus, sobald die Sonne herlugt zw. den Wolken, um dann wieder mit dem gleichen Prozedere von vorn zu Beginnen. Puh, anstrengend. Doch was tut man nicht alles für seine Lieblinge;-)

  17. 62.

    Wie bereits in einigen Kommentaren erwähnt wird aus jeder Wetterlage ein Katastrophen Szenario gezimmert und wenn es dann nicht Eintritt sind die Medien sehr enttäuscht. Wo sind wir hingekommen das nur noch Not und elend Schlagzeilen bringen?
    Es war einfach umgangssprachlich ein Sommergewitter.

    @ rbb die Katastrophen kommen auch nicht, nur wenn man verschiedenste Dienststellen anruft in Bild Manier.

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