Wiederaufbau der Garnisonskirche Potsdam, zu sehen ist die Wetterfahne vor dem Rechenzentrum. (Quelle: dpa/A. Franke)
Bild: dpa/A. Franke

80.000 Besucher im Jahr erwartet - Turm-Besucher sollen Finanzierung der Garnisonkirche sichern

Die Stiftung Garnisonkirche hat ihre Ziele für die Nutzung des wiederrichteten Turms der ehemaligen Militärkirche in Potsdam vorgestellt, der bis zum Sommer 2022 fertiggestellt werden soll.

Erstes Ziel sei die touristische Nutzung als Sehenswürdigkeit, die auf einer Aussichtsplattform in 57 Metern Höhe einen großartigen Ausblick biete, sagte der theologische Vorstand Martin Vogel am Freitag. Bei ihrer Kalkulation geht die Stiftung davon aus, dass der Turm mit 80.000 Besuchern jährlich wirtschaftlich zu betreiben ist.

Ausstellung über die Zeit bis zur Sprengung

Im bereits fertiggestellten Sockelbau des Turms soll in einer Ausstellung die Geschichte der preußischen Garnisonkirche von der Grundsteinlegung im Jahr 1730 bis zur Sprengung der Turmruine 1968 gezeigt werden. Zudem sind Bildungsangebote geplant, die insbesondere junge Menschen motivieren sollen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, so Vogel.

Die Konzepte für die Ausstellung und die Bildungsarbeit stehen allerdings noch nicht, sondern sollen bis zur Fertigstellung des Turms erarbeitet werden.

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5 Kommentare

  1. 5.

    Was für ein Frieden kann das sein? Möchte man durch das Portal in den Versöhnungsort gelangen, wird man flankiert von steinernen Waffen - Säbeln und Pistolen. Für mich ist es Missbrauch der Bibelstelle: „und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ Lk 1,79. Taube und Ölzweig wären da anstelle der Waffen angebracht. Deshalb wird ja nach wie vor der Bruch am Turm gefordert.

  2. 4.

    Der Aufbau der Nazikirche ist in der Tat peinlich. Architektonisch ein widerlicher Fremdkörper. Poltisch gegen den Willen der Mehrheit Bürger errichtet. Schulisch wird einseitig dort Preußen als Hort der Guten dargestellt, so wird der Völkermord des preußischen Königs verschwiegen. Steuerlich werden Gelder für den Prestigebau einer kleiner Minderheit verschwendet. Historisch wird der Tag von Potsdam zum banalen Handschlag marginalisiert. Versöhnung kann es mit dem Verbrechern aus dem Faschismus nicht geben. Denkmalschützerisch ist die Attrappe vollkommen wertlos und die Gelder fehlen an echten Denkmälern.

  3. 3.

    Der Aufbau einer Attrappe der Garnisonskirche / Nazikirche gegen den Willen der Potsdamer Bürger zeigt eindrucksvoll wie Verlogen das ganze Versöhnungskonzept ist. Verlogen wie das Versprechen war der Prestige-Bau solle nur aus Steuergeldern bezahlt werden.

  4. 2.

    Mit Verlaub: Die Kapelle am Standort der Garnisonkirche ist bereits gesegnet und geweiht worden und sie trägt sogar das Signum des internationalen Nagelkreuzes. Es gibt eben versöhnlichere Menschen auf der Welt als jene, die aus der vergangenen Nutzung eines Bauwerkes heraus jegliche Veränderung schon per Definition für unmöglich erklären.

    Die DDR, die die Garnisonkirche aus genau dieser Denkhaltung hat sprengen lassen, hat sich übrigens überhaupt nicht betulich gezeigt, den wirklichen Nazi-Bau, den Prototyp der Welthauptstadt Germania, das eh. Reichsluftfahrtministerium in Berlin als "Haus der Ministerien" zu nutzen. Dort gingen Regierungsbeamte ein und aus.

    Derlei ist mit der wiedererrichteten Potsdamer Garnisonkirche nicht zu befürchten. Sie wird geistig ein gewandelter Bau sein, was sich schon jetzt, am Beginn des Baus mit dem Ausspruch "Setze unsere Füße auf den Weg des Friedens" in Deutsch, Englisch, Französisch und selbstverständlich auch in Polnisch und Russisch zeigt.

  5. 1.

    Es ist so unermässlich peinlich, Potsdam … Ihr habt da am Ende nicht die hübsche Frauenkirche (Dresden). Sondern die verfluchte, verachtenswerte und ekelige GARNISIONSKIRCHE. Die, die in allen Geschichtsbüchern der Welt als der Ort genannt ist an dem Hindenburg die Weimarer Republik der Nazi-Diktatur opferte! … Das wird ein Wallfahrtsort für Neo-Nazis. Da kann man noch so viele mahnende Ausstellungen darin planen. Das interessiert die nicht.

    Ich hoffe inständig, dass sich die Kirche weigern wird, die darin geplante Kapelle zu segnen und/oder einen Pfarrer zuzuteilen. Das wäre grotesk und dazu ein weiterer Skandal, neben diesem.

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