Waldbrand im Moorgebiet "Loben" am 01.06.20 (Quelle: rbb/Jan Urbanski)
Bild: rbb/Jan Urbanski

Naturschutzgebiet in Elbe-Elster - Situation nach Großbrand im Loben-Moor "nicht mehr kritisch"

Nach tagelanger Schwerstarbeit können die Feuerwehrleute im Loben-Moor langsam aufatmen: Der große Brand, der knapp 100 Hektar des Gebiets zerstört hat, ist unter Kontrolle - der Landrat gibt vorsichtig Entwarnung. Doch vorbei ist der Einsatz noch nicht.

Der Großbrand im Südbrandenburger Moorgebiet "Der Loben" ist nach tagelangen Löscharbeiten nachhaltig unter Kontrolle, die Gefahr scheint vorerst gebannt. "Wir haben einen Stand erreicht, der nicht mehr als kritisch bezeichnet werden kann", sagte der diensthabende Landrat Marten Frontzek am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur. Der Einsatz werde die Feuerwehr aber wegen der gefährlichen Glutnester im trockenen Boden noch länger beschäftigen. "Das kann noch Tage gehen", schätzte Fronzek. Knapp 100 Hektar des größtenteils unter Naturschutz stehenden Gebiets sind abgebrannt.

Der Brandenburger Umweltminister Axel Vogel (Grüne) kündigte an, sich am Dienstag vor Ort ein Bild von der Lage im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft zu machen.  Vogel bedankte sich am Montag bei den Einsatzkräften. Die Kommunikationskette zum Ausbruch des Brandes habe gut funktioniert, sagte er. Die Brandmeldesensoren hätten Feuer im Wald- und Moorgebiet frühzeitig erkannt und an die erst im Frühjahr eingeweihte Waldbrandzentrale Süd in Wünsdorf gemeldet. Nur kurze Zeit später seien die Einsatzkräfte vor Ort gewesen.

Schutzstreifen mit Beregnungsanlage

Um die Umgebung zu sichern, arbeiten Feuerwehrleute noch immer daran, einen Schutzstreifen um das Brandgebiet anzulegen. Dieser 20 Meter breite Streifen werde erst einmal nur oberirdisch auf einer Länge von knapp einem Kilometer hergerichtet. Dafür würden brennbare Bäume und Sträucher entfernt. Die Arbeiten seien am Montagabend allerdings wegen des Verdachts auf dort lagernde Munition unterbrochen worden. Nun sucht der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Gebiet zunächst ab, dann soll es weitergehen.

Auf dem Schutzstreifen sollen punktgenau Beregnungsanlagen eingesetzt werden, um das zum Teil unterirdisch brennende Moor zu löschen. Dafür sei auch ein Hochleistungssystem zum Transport von großen Wassermengen im Einsatz, erklärte Frontzek. 

Regen ist wegen des stabilen Hochdruckwetters auch in den kommenden Tagen nicht in Sicht. Auch der sich drehende Wind bereite den Brandbekämpfern noch Sorgen, sagte der Landrat. Am Pfingstmontag waren noch bis zu 200 Feuerwehrleute vor Ort. Auch ein Löschhubschrauber der Bundespolizei war zwischenzeitlich wieder im Einsatz. Ab Dienstag gehe man allerdings davon aus, dass man mit weniger Personal weitermachen könne, sagte Fronzeck.

Höchste Waldbrandwarnstufe in der Hälfte der Landkreise

Das Feuer war am Freitagmittag ausgebrochen und hatte sich über Nacht innerhalb weniger Stunden stark ausgebreitet. Ein Moorgebiet, ein angrenzendes Waldstück und ein Schilfgürtel brannten. Ortschaften waren zunächst nicht in Gefahr. Die Brandursache war zunächst noch unklar und soll untersucht werden. 

Nach Angaben des Umweltministeriums gilt derzeit für die Hälfte der Brandenburger Landkreise die höchste Waldbrandwarnstufe fünf, darunter auch in Elbe-Elster. In den anderen sieben Landkreisen wurde die zweithöchste Gefahrenstufe vier ausgerufen.

Sendung: Fritz, 01.06.2020, 12:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

1 Kommentar

  1. 1.

    Zu Lieberose kam gestern im ZDF ("Wildnis in Deutschland", sehr zu empfehlen in der Mediathek) das die Moore zum Teil unterirdisch brennen, da bringt so ein Brandschutzstreifen natürlich wenig und löschen kann man die dann auch nicht. Wird ein harter Sommer.

Das könnte Sie auch interessieren