Vanessa H. in der Abendschau, 12.06.2020 (Quelle: rbb)
Video: Abendschau | 12.06.2020 | Bild: rbb

Berlin-Charlottenburg - Rassismus-Vorwurf gegen Drogeriemarkt und Berliner Polizei

Eine angeblich gefälschte EC-Karte führt an der Kasse einer Rossmann-Filiale in Berlin-Charlottenburg zu einer Diskussion: Eine Mitarbeiterin soll eine schwarze Kundin rassistisch beleidigt haben, dazugerufene Polizisten der Kundin nicht geglaubt haben.

Bei ihrem Einkauf in einem Berliner Drogeriemarkt soll am Dienstag eine schwarze Frau von einer Mitarbeiterin rassistisch beleidigt worden sein. Wie Vanessa H. am Freitag dem rbb sagte, wurde sie beim Bezahlen mit der EC-Karte des Betrugs beschuldigt. Die Kassiererin habe den deutschen Nachnamen auf der Bankkarte der Kundin für unvereinbar mit deren Hautfarbe gehalten, so der Vorwurf. 

Polizei soll mit Gefängnis gedroht haben

Als die Kundin H. daraufhin Anzeige erstatten wollte, hätten die hinzugerufenen Polizisten ihren Worten angeblich keinen Glauben geschenkt, ihr die Schuld zugewiesen und ihr gedroht. "Die Polizei hat sich inakzeptabel verhalten. Einer wollte mir seinen Dienstausweis nicht zeigen, ich musste mir anhören, ob ich deutsch sprechen kann", sagte Vanessa H. der rbb-Abendschau. Zudem habe einer der Beamten gedroht, dass sie ins Gefängnis kommen könne, wenn sie falsch aussage.

Auch der Linken-Politiker Hakan Tas bestätigt den Vorfall. Er kam am Dienstag zufällig an der Rossmann-Filiale am Tauentzien vorbei und postete später ein Video mit Schilderungen der Betroffenen. Dort habe die Kundin unter Tränen mehreren Menschen und auch ihm von dem angeblichen Vorfall berichtet.

Polizei verspricht Aufklärung "mit sämtlichen Konsequenzen"

Hakan Tas, selbst Sprecher der Linken für Partizipation und Integration, hat nun Aufklärung zum Vorgehen von Polizisten gefordert. Die Polizeiführung und Innensenator Andreas Geisel (SPD) müssten "gerade in solchen kritischen Zeiten" ihrer Verantwortung gerecht werden, sagte Tas am Freitag. 

Für die Berliner Polizei könnte darauf schnell ein handfester Rassismus-Skandal werden. "Die Vorwürfe der Frau wiegen schwer und daher haben wir auch ein starkes Interesse, diesen Sachverhalt rückhaltslos aufzuklären mit sämtlichen Konsequenzen", sagte Polizeisprecher Michael Gassen. 

Rossmann will Beschäftigte für Problem des Alltagsrassismus sensibilisieren

Die Drogeriemarktkette Rossmann teilte mit, sie bedauere sehr, was der Kundin widerfahren sei und sicherte ebenfalls Aufklärung zu. Das Unternehmen suche den Dialog mit allen Beteiligten, vor allem der Kundin, die man inzwischen über soziale Medien kontaktiert habe. 

Der Firma sei es wichtig, "nicht übereinander, sondern miteinander zu sprechen - um ein besseres Verständnis füreinander zu bekommen und voneinander zu lernen", hieß es weiter von Rossmann. Man wolle die eigenen Mitarbeiter für das Thema Alltagsrassismus noch einmal stärker sensibilisieren, "denn dieser hat bei uns keinen Platz", betonte eine Sprecherin. 

Gegen die Rossmann-Mitarbeiterin hat die Polizei eine Strafanzeige aufgenommen und leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung mit rassistischer Motivation ein, wie die Behörde auf Twitter schrieb.

Sendung: Abendschau, 12.06.2020, 19:30 Uhr

Kommentarfunktion am 13.06.2020, 14:00 Uhr geschlossen

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42 Kommentare

  1. 42.

    Guten Tag,
    nur zum Verständnis für Sie: Der Rassismus-Vorwurf rührt nicht daher, dass die Kassiererin den Name der Kreditkarte, mit der die Kundin bezahlen möchte, überprüfen wollte, sondern daher, dass die Kassiererin offenbar nicht glauben wollte, dass eine Frau mit schwarzer Hautfarbe einen deutschen Namen haben kann.

  2. 41.

    Rassimus ? nur weil die Rossmann Angestellte sich vergewissern muss, das der Name der Kreditkarte mit der die Bezahlen möchte übereinstimmt? Der Kassiererin deswegen rassimsus zu unterstellen, weil sie ihre Arbeit gründlich macht, finde Grenz selber an Rassimus gegenüber der Kasssiererin. Die Dame sollte ersteinmal hinterfragen, warum die Kassiererin ihren Ausweis verlangt und die Erklärung annimt.
    Nur weil die Dame das Verhalten der Kassererin nicht nachvollziehen kann, ist es gefährlich, der Kassirerin rassimsus zu unterstellen.
    Der Politiker sollte sich erst einmal ein gesamt Bild, der Situation machen, bevor er auf die Schiene des Rassismus stellt.
    Es ist schnell und einfach, den Begriff Rassismus hervor zuheben. die Frage stellt sich, ob die Dame selber nicht ein Problem mit andes denken Mitmenschen hat?

  3. 40.
    Antwort auf [Peter] vom 13.06.2020 um 08:26

    Sie werden sicherlich nicht rund um die Uhr den Rossmann-Laden beobachten und können daher die Lage gar nicht seriös beurteilen. Sie waren nicht dabei - im Gegensatz zu den Zeugen. Es macht keinen Sinn, die Vorfälle kleinzureden oder zu verharmlosen. Das hilft im Zweifel nur den Tätern und wirkt für das Opfer nochmals wie ein Fußtritt. Wollen Sie das gerne? Man sollte doch hier mal den Sicherheitskräften die Ermittlungen überlassen. Auch gegen den eigenen Polizeimitarbeiter, der sich womöglich nicht korrekt verhalten hat. Da stehen mehrere Straftaten im Raum. Und zu Ihrer These Links/Rechts": Auch Rechtsextreme haben bekanntlich eine Abneigung gegen alle, die anders ticken als sie selber. Das haben alle Extremisten gemeinsam. Sie picken sich hier aber gezielt nur "Linke" heraus. Haben Sie etwas gegen diese, aber gegen die anderen nicht? Diskriminierung und Rassismus von Rechts ist okay?

  4. 39.
    Antwort auf [Peter] vom 13.06.2020 um 08:26

    Sie meinen vermutlich meinen Kommentar,auch wenn Sie nicht direkt darauf antworten.
    Was für einen Vorteil soll ich denn mitnehmen?
    Ich habe sowas bei uns hier noch nicht erlebt- Punkt.
    Die Reaktion von Rossmann, sein Personal nachzuschulen,ist o.k. Da arbeitet nämlich auch nur das Spuegelbild der Bevölkerung und manche brauchen eben keine fachliche Nachschulung sondern beim Umgang mit Kunden - generell. Rassismus beschränkt sich nicht nur auf Schwarze und Diskriminierung kann jeden treffen.

  5. 38.

    Auch ich denke, dass hier ein sehr genauer Blick nötig ist: Zu klären ist z.B., ob und ggf warum die Laden-Mitarbeiter tatsächlich nicht einmal den Ausweis von Frau H. als Beweis der Echtheit der EC-Karte akzeptiert haben, wie es im BZ-Artikel heisst. Ich halte diskriminierendes bzw diskreditierendes und eskalierendes Verhalten der Ladenmitarbeiter und der Polizei ebenso für möglich wie einen überzogenen oder gar falschen Rassismus-Vorwurf. Als älterer weißer Mann habe ich BEIDES schon am eigenen Leib erlebt (Diskriminierung ist auch durch Weiße an Weißen möglich. Und auch durch Schwarze ggüber Weißen). Gerade deshalb begrüße ich das Anti-Diskriminierungs-Gesetz, weil es die genauere - und damit hoffentlich jeweils zu klareren Ergebnissen führende - Untersuchung strittiger Vorfälle zumindest im offiziellen Bereich verbessert.

  6. 37.
    Antwort auf [A. Hamann] vom 13.06.2020 um 08:23

    Nein,leider nicht und so war mein letzter Satz auch nicht gemeint.

  7. 36.

    Polizisten sind Teil unserer Gesellschaft und somit auch ihr Spiegelbild. Das gilt dann auch für alle Bewerber zum Polizeidienst. Nicht jeder ist charakterlich und mental für diesen Beruf geeignet und Bildung und sein Weltbild sind auch von Bedeutung. Wenn das nicht berücksichtigt wird und auch später im Dienst nicht beobachtet wird,haben wir eben auch Mitglieder aus der Bevölkerung bei der Polizei,die dort eigentlich nichts zu suchen haben und auch dem Gesamteindruck der Polizei schadden. Das Problem ist also auch hausgemacht,wie wir am Beispiel dieses einen Polizisten sehen. Nun warten wir die Aufklärung ab.

  8. 35.

    Gefährlich ist nicht nur das,was manche Leute sagen.Viel
    schlimmer ist,was sie denken.Denn nur deshalb sagen sie es z.B. auch in Streßsituationen bei bei Rossmann an der Kasse. Wenn ich an der Kasse um meinen Perso gebeten werde,weil ich z.B. an dem Tag so eine Klaue habe,dass die Unterschrift nicht so ganz mit der auf der Karte übereinstimmt, ist das o.k. und dient auch der Sicherheit meines Zahlungsmittels. Im vorliegenden Fall wurde aber offensichtlich gleich unterstellt,dass eine schwarze Frau doch wohl keine Bankkarte mit deutschem Namen haben kann. Das hat m.E. was mit der Denke und Einstellung der Kassiererin zu tun und nicht mit ihrem Job,egal ob bei Rossmann oder sonstwo. Auf so eine Idee muss man doch erst mal kommen. Bildung und auch politische Bildung fängt zuhause an und dann muss auch unsere Gesellschaft sich darum kümmern, in welche Richtung das geht,gehen kann.

  9. 34.

    Irgendwie komisch, dass manchen Leuten das nicht passt. Auch er muss mal einkaufen gehen. Was ist denn da komisch dran? Machen Sie das nicht? Wenn Sie jemand in der Stadt trifft, dann steckt da gleich eine böse Verschwörung dahinter? Wenn Sie Zeuge einer Straftat sind, dann dürfen Sie dazu nichts sagen, weil Sie von der "falschen" Partei sind? Also nee! Aber keine Sorge, die Ermittlungen in diesem Fall können durch Verschwörungstheorien und Aluhut-Träger sicherlich nicht unterbrochen werden. Wir haben einen Rechtsstaat und keinen Rechts-Staat.

  10. 33.

    Was hat der vom anderen Kommentator geäußerte Verdacht damit zu tun, welche Medien darüber berichten? Aber gut zu wissen, dass Sie B.Z. Leser sind. Bleiben Sie bei der Boulevardpresse.... Trotzdem schön, dass Sie zum rbb verlaufen haben. Zum Verdacht des Kommentarors... Die Meinung kann man haben, wenn zufällig ein Vertreter einer Partei auftaucht, dessen Fachgebiet eben dieses Thema ist. Aber es gab schon seltsamere Zufälle. Warten wir ab, was ermittelt wird

  11. 32.

    Nun, bei allem Respekt: aber ich verstehe nicht, dass die rassistisch beleidigte Person, die, nach eigenen Aussagen, am Dienstag diese Demütigung erlitt, erst gestern, Freitag, an die Öffentlichkeit geht, und dass "zufällig" der Linken-Politiker vor Ort war.
    Mich wundert auch, dass die betroffene Mitarbeiterin noch nicht zu Wort kam. Vielleicht kommt es dann zu einer Neubewertung dieses "Falls".
    Nebenbei: Ich wurde auch schon von einer Mitarbeiterin aufgefordert, mein Ausweis zu zeigen, als ich mit einer Kreditkarte bezahlen wollte. Wo also ist das Problem?

  12. 31.

    Oh, da sprichst Du mir aber jetzt hier von der Seele. Solch unausgebildete Billig-Arbeitskräfte sind mir im Verkaufswesen schon mehrfach untergekommen. Versuche mit denen ein aufklärendes Gespräch zu führen, verliefen zumindest bei mir leider immer ergebnislos. Und der Ton macht die Musik. Nur bin ich da recht konsequent und drehe mich um und gehe ohne dort eingekauft zu haben weg.

  13. 30.

    Rassistische Äußerungen sind grundsätzlich unmöglich!
    Aber auch sonst hört man am besten weg und sagt nichts, wenn es evtl. mit einem Migranten eine Auseinandersetzung geben könnte. Wer weiß, wie sonst da einem jedes Wort verdreht oder falsch interpretiert wird.
    Ich habe jedenfalls meine Konsequenzen auch mit den Neubürgern gezogen, nichts tun, wegschauen, nicht helfen und sich nicht engagieren, ansonsten ist man inzwischen nur der Dumme.

  14. 29.

    Schon der zweite Kommentar von Ihnen, in dem Sie Polizisten als „doof“ darstellen. Und nun sind auch „schlecht bezahlte“ Mitarbeiter pauschal „doof“? Ihr Kommentar ist ein klassisches Beispiel für Schubladenken Und Diskriminierung. Mal so neben bei, an den Kassen jobben manchmal auch Schüler und Studenten. Oder auch ausländische Mitbürger, deren Ausbildung nicht in Deutschland anerkannt wurde. Und bei der Polizei sind auch Menschen mit Migrationshintergrund. Usw.. Wäre toll, wenn Sie die Schubladen mal aufräumen würden. Dann würden Sie sich auch nicht mehr „Alt-West“ nennen.

  15. 28.

    Auch der muss mal einkaufen gehen. Oder wollen Sie jetzt daraus eine wilde Verschwörungstheorie basteln, nur weil er sich als Zeuge zur Verfügung gestellt hat? Da sind immerhin offenbar Straftaten passiert: Rassistische Beleidigung, Unterstellung von Betrug, usw. Passt es ihnen nicht, dass der Mann es beobachtet hat?

  16. 27.

    Boah, diese blöde Autokorrektur!
    Ich wollte schreiben:
    Rassismus ist scheiße, das vorneweg.
    Aber der Gedanke, ob der da so zufällig daherlief, kam mit auch. War Frau Esken nicht auch in der Nähe?^^

  17. 26.

    Der darf genauso einkaufen gehen wie alle anderen auch. Wenn ich Sie zufällig in einem Laden treffe, dann steckt da ja auch keine böse Verschwörung dahinter. Und ja: Rassismus ist wirklich scheiße. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das gilt nicht nur für Weiße, sondern für alle. Auch für schwarze Menschen. Das Tragen eines deutschen Namens ist nicht an eine bestimmte Hautfarbe geknüpft.

  18. 25.

    Selbstredend haben Sie vollkommen recht mit Ihrer Aussage. Ich hatte einen ähnlichen Fall einmal an der Kasse in einer Rewefiliale mitangesehen, während ich in der Warteschlange stand. Eine Kundin mit Kopftuch begleitet gemeinsam mit ihrer Tochter, die schon beim einpacken der Waren war, bezahlte mit Karte. Diese wurde aber nicht v.Lesegerät akzeptiert. Die Kassiererin versuchte es erneut und wieder das gleiche. Dann noch einmal. Es entstand kein Wortwechsel. Die Tochter packte alle Waren anstandslos wieder aus und Mutter u.Tochter verließen den Laden. So kann’s auch gehen, ohne gleich rassistisch angemacht zu werden.

  19. 24.

    Mal sehen , wer noch alles in der Nähe war.
    Berlin ist Krank ......

  20. 23.

    Ich frage mich, was mit dieser Kassiererin los ist. In einer Weltstadt wie Berlin ist es doch nicht ungewöhnlich, das schwarze Menschen auch deutsche Namen tragen. Zumal, wenn sie hier sowieso geboren und aufgewachsen sind. Das müsste die Kassiererin eigentlich wissen - sonst ist sie sowieso falsch an dem Platz. So weltfremd kann doch man nicht sein, wenn man mitten in der City arbeitet. Eine andere Möglichkeit wäre es, wenn die Kassiererin extra diesen Aufstand gemacht hat, weil sie Schwarze nicht mag und ihnen generell alles Schlechte unterstellen will. Das ist dann extem bösartig. Wer so tickt, hat im Kundenkontakt absolut nichts zu suchen. Ich hoffe, das ganze wird restlos aufgeklärt und entsprechend geahndet. Auch das Verhalten des einen Polizisten, der anscheinend auch noch in die gleiche Kerbe schlug. Ich dachte eigentlich, dass wir solche Zeiten lange hinter uns haben. Eine Schande, was da passiert ist.

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