Symbolbild: Polizeiwagen stehen vor dem Kriminalgericht in Moabit. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 06.07.2020 | Norbert Siegmund | Bild: dpa/Paul Zinken

Fünf Jahre Haft - Mann wegen Missbrauch des eigenen Sohns verurteilt

Ein 38-jähriger Berliner ist zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, weil er seinen von einer Leihmutter ausgetragenen Sohn missbraucht hat. Das Landgericht sprach ihn am Montag unter anderem des Kindesmissbrauchs sowie der Herstellung und des Besitzens von Kinderpornografie schuldig.

Ob er das Kind eigens zu dem Zweck zeugte, seine pädophilen Neigungen auszuleben, blieb unklar. Beweise dafür gebe es nicht, hieß es im Urteil. Die Annahme der Anklage, er habe das Kind eigens von einer Leihmutter außerhalb Deutschlands austragen lassen, um später an dem Jungen
seine pädophilen Neigungen auszuleben, sei eine Variante.

175.000 kinderpornografische Bilddateien sichergestellt

Laut Anklage war der Junge zwei Jahre alt, als es in der Wohnung des Vaters in Berlin-Hellersdof zu ersten Übergriffen kam - jeweils vor laufender Kamera. 16 Fälle in der Zeit von Juni bis August 2019 führten nun zur Verurteilung. Zudem seien bei dem Angeklagten rund 175.000 kinderpornografische Bilddateien sichergestellt worden.

Der geständige Angeklagte, der allein lebte, habe sich bereits seit 1997 mit dem Wunsch getragen, "in Zweisamkeit mit einem Kind zu leben", so das Gericht. Es könne sein, dass es ihm darum und nicht um einen späteren Missbrauch ging, als er im Jahr 2014 seinen Sohn von einer russischen Leihmutter austragen ließ. Ab Juni 2018 habe er Unterstützung durch das Jugendamt erhalten und angenommen. Körperliche Folgen durch die Taten seien bei dem Kind nicht festgestellt worden, führte das Gericht aus. Das Sorgerecht werde der seit Oktober 2019 inhaftierte Vater endgültig verlieren.

Sendung: Inforadio, 06.07.2020, 16.30 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Da gibt es keine
    " Aktivisten " die lautstark protestieren. Wenn dieses Individuum nach der Entlassung keinen Zugriff mehr auf seinen Sohn hat, wird er sich andere Opfer suchen. Dann kommt wieder kurzzeitig BetrOffenheit und alle machen weiter wie bisher. Nur die geschändeten Kinder haben diese Chance nicht. Einfach nur widerlich.

  2. 5.

    Ich arbeite nun seit 30jahren in der Jugendhilfe und bin es leid, das Richte ohne jegliche Aus- Fortbildung in Bereich Kinder & Familie Urteile sprechen, die mit unserer Realität rein gar nichts zu tun haben. Wie kann ein alleinerziehender Vater der wegen Besitz von Kinderpornografie verurteilt wurde das Sorgerecht behalten ? Wo war hier das Jugendamt ? Warum gibt es keine Aufarbeitung der Versäumnisse der Beteiligten ? Warum wird hier niemand zur Rechenschaft gezogen ? Verstehen sie mich richtig, ich halte in solchen Fällen nichts von " Kopf ab" Rufen ... aber 5 Jahre ? Für diese grauenvollen Taten ? Ich frage mich manchmal wer unmenschlicher ist. Täter oder Richter ?

  3. 4.

    Schön das dieses Thema hier endlich zu finden ist, dachte schon dem RBB liegt nichts daran auch darüber zu berichten.

    Es ist das allerletzte, fünf Jahre, für eine zerstörte Kinderseele, und wieder frage ich mich, wo sind hier die schockieren Kommentare? Sind Kinder nicht so wichtig wie Rassismus oder Diskriminierung?

    Armseelig, für und gegen alles wird auf die Straße gegangen, aber für unsere Kinder? Nein da bleiben alle brav zuhause, eine traurige Welt in der wir leben!

  4. 3.

    Dieser Mensch wurde 2017 schon mal auf Bewährung verurteilt. Er hat sich nicht bewährt. Bedeutet für mich als Mindeststrafe 10 Jahre. 5 Jahre sind einfach inakzeptabel und viel zu wenig. Solche Leute müssen lebenslänglich bekommen, die Opfer leiden darunter auch ein Leben lang.

  5. 2.

    Fünf mikrige Jahre für das zerstören einer Seele. Fünf Jahre ist auch das Strafmaß für Raubkopien erstellen und verkaufen. Was für ein Verhältnis. Unfassbar. Ob er vorsätzlich das Kind dafür zeugte? Ist diese Frage wirklich nötig? Das Kind war zwei als er damit nachweisbar anfing. Er hat sich sein Objekt der Begierde einfach selbst erzeugt statt es teuer zu bezahlen. Und dazu noch Geld mit Videos und Fotos verdient. Was muss ich da noch Fragen?

  6. 1.

    Soetwas ist so eine schlimme Sache, dass mir die Worte fehlen.
    Das was das Kind erdulden musste kann man nicht mehr gut machen.
    Schon das Kind aus diesem Grund zu zeugen, ist ekelhaft.
    Dafür ist die Strafe viel zu gering.
    Die Richter scheinen mir immer noch nicht begriffen zu haben, was diesen Kindern angetan wird.

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