Sternenhimmel (Quelle: dpa/Patrick Seeger)
Bild: dpa/Patrick Seeger

Meteoridenhöhepunkt in der Nacht zum Mittwoch - In den nächtlichen Wolkenlücken leuchten die Aquariden

Erst die Aquariden. Und später dann noch die Perseiden. Für Sternenfreunde haben diese späten Juli- und ersten Augusttage einen ganz besonderen Schein. Die Sommernächte leuchten und warten auf Wünsche. Allerdings funken ein paar Wolken etwas dazwischen.
Am Himmel über Berlin und Brandenburg leuchtet es wieder. Also nachts vor allem. Der Grund sind die Sterne. Den Auftakt dieses großen Leuchtens erleben Sterneninteressierte in der Nacht zum Mittwoch. In den Stunden nach Sonnenuntergang am 28. Juli und in den ersten Stunden des 29. Juli erreichen die sogenannten Aquariden-Meteore ihr Sichtbarkeitsmaximum, wie die Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland mitteilte. Rasend schnell mit bis zu 40 Kilometer pro Sekunde tauchen sie in die Erdatmosphäre ein und verglühen.

Erst die Konstellation und dann auch noch das Wetter

Auf das ganz große Spektakel machen die Sternenfreude aber keine Hoffnung. Hintergrund dieser Einschränkung ist die Konstellation: Der Ausstrahlungspunkt liegt demnach tief im Sternbild Wassermann - oder lateinisch Aquarius. Das bedeutet: recht tief am Horizont. Diese Konstellation bewirkt, dass von den theoretisch 20 bis 25 Sternschnuppen pro Stunde in hiesigen Breitengraden gerade einmal die Hälfte an unserem Himmel auch sichtbar sind. Das Sternbild steht in südöstlicher, nach Mitternacht in südlicher Richtung.

Insgesamt ist dieser Meteorstrom bereits seit dem 12. Juli an unserem Nachthimmel aktiv und noch bis zum 23. August zu beobachten.

Es ist nur ein bisschen Sternguckerwetter

Und die zweite kleine Einschränkung ergibt sich aus der Wettervorhersage. Meteogroup-Meteorologe Dirk Thiele prognostiziert für Dienstag eine "immerhin schon klarere Nacht als noch am Montag". Und weiter: "Aktuell ist in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zwar mit einigen tiefen Wolkenfeldern zu rechnen, doch besonders im Norden Brandenburgs wird es da auch viele freie Sichtfelder geben mit Blick auf die Sterne." Der Meteorologe empfiehlt hier vor allem die erste Nachthälfte mit "guten Chancen für Sternengucker".

Bessere Aussichten haben also die Am-Dienstag-lange-Wachbleiber gegenüber den Am-Mittwoch-früh-Aufsteher. Die dann immerhin teilweise Klarheit am Himmel macht sich auch in den Nachttemperaturen bemerkbar: Auf etwa zwölf Grad sinken hier die Nachttemperaturen, prognostiziert der Meteorologe: "Wenn Sterngucken in der Nacht zum Mittwoch - dann besser dabei etwas wärmer anziehen!" rät Meteorologe Dirk Thiele.

Früher klar, aber später die bessere Konstellation

Ein kleine Einschränkung allerdings hat diese Wetterprognose: Sie kollidiert so ziemlich genau mit der Himmelskonstellation, denn die beste Beobachtungszeit ist hier vor allem nach Mitternacht, denn der Radiant dieser Juli-Aquariden hat da dann seinen höchsten Punkt über dem Horizont erreicht. Und neben dem Wetter funkt bei der Sternenbeobachterei natürlich auch der Mond dazwischen, denn der ist zunehmend und bleibt bis nach Mitternacht am Himmel und geht am 29. Juli erst nach ein Uhr unter.

Eine Nacht später dann können sich Himmelsbeobachter noch über einen weiteren Sternschnuppenstrom freuen: Die Alpha-Capricorniden. Sie erreichen am 30. Juli und 31. Juli ihren Höhepunkt, eingeschränkt allerdings durch das lange und helle Mondlicht. Die Alpha-Capricorniden senden durchschnittlich etwa fünf Sternschnuppen pro Stunde aus, dann hell in gelbem Licht und recht lange glänzend, weil sie langsam sind.

Sternenprofis wissen, dass die Aquariden oder die Alpha-Capricorniden quasi nur die laue Trainingseinheit sind für das Schauspiel, das mit extra Leuchterei am Himmel aufwartet: der Meteorstrom der Perseiden. Die haben ihr Maximum am 12. August. Und zwar dann heller, höher und mehr.

Sendung: Inforadio, 27. 7. 2020, 21 Uhr

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