Der Verkehr fließt über die achtstreifige Erweiterung der Autobahn A10 zwischen Potsdam und Nuthetal. Seit Anfang Juni rollt bereits der Verkehr auf dem ausgebauten 8,2 Kilometer langen Stück. Die Bauarbeiten sind am 08.07.2020 offiziell beendet worden. (Quelle: dpa/B. Pedersen)
Video: Abendschau | 08.07.2020 | Karsten Blumenthal | Bild: dpa/B. Pedersen

A10 auf acht Spuren ausgebaut - Südlicher Berliner Ring bei Michendorf offiziell freigegeben

Die Bauarbeiten zur Erweiterung des südlichen Berliner Ringes auf acht Spuren sind am Mittwoch offiziell beendet worden.

Der Verkehr rollt bereits seit Anfang Juni auf dem ausgebauten 8,2 Kilometer langen Stück der A10 zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal in Brandenburg. Nun ist auch die Tank- und Rastanlage Michendorf-Süd ausgebaut worden.

Verbreiterung auf acht Spuren - bei laufendem Verkehr

Die Strecke gilt nach Angaben der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) als der Abschnitt des Berliner Rings, der am stärksten belastet ist. Etwa 100.000 Fahrzeuge täglich nutzen dieses Verbindungsstück zwischen den Autobahnen 2 und 9 sowie der Autobahn 115. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte bei der symbolischen Freigabe, nirgendwo in den neuen Bundesländern sei eine Autobahn leistungsfähiger.

Der Bund investierte rund 150 Millionen Euro. Der Ausbau hatte 2016 begonnen. Bei laufendem Verkehr wurde die Autobahn von sechs auf acht Spuren verbreitert. Zeitweise gab es mehrere Unfälle am Tag an der Baustelle. Auch für die Arbeiter war die Baustelle laut Projektleiter Holger Behrmann nicht einfach. Insbesondere Lkw hätten dazu beigetragen, "dass das Arbeiten an den Fahrbahnrändern extrem gefährlich war".

Flüsterasphalt und Lärmschutzwände

Verarbeitet wurde lärmarmer Asphalt, sogenannter Flüsterasphalt. Eine Bürgerinitiative hatte zuvor den aus ihrer Sicht mangelnden Lärmschutz kritisiert. Allerdings hält dieser offenporige Asphalt nur etwa zehn Jahre, andere Mischungen können bis zu 25 Jahre halten. Zudem wurden Lärmschutzwände errichtet. Die Ursprungsidee, Teile der Lärmschutzwände mit Solarmodulen zu verkleiden und so Ökostrom zu erzeugen, platzte, weil das Bieterverfahren erfolglos blieb.

Rund 18 Hektar Laubwald sowie eine Hektar Hecken und mehr als 100 Obstbäume sind als Ausgleichsmaßnahme im Rahmen des Projektes gepflanzt worden. Außerdem wurden Zauneidechsen, Fledermäuse und Knoblauchkröten umgesiedelt.

Sendung: Inforadio, 08.07.2020, 18:30 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    In diesem Video fehlt die Info, wo und wieviele Flächen entsiegelt wurden, damit für diese Autobahn Flächen versiegelt werden dürfen. Die größte Frechheit dabei ist, daß zum Bau eine wichtige Eisenbahnstrecke unterbrochen wurde. Die Autosw fahren wegen verkehrspolitischer Fehlsteuerung, ua. weil die Billiglöhne für osteuropäische Lkw-Fahrer die Tariflöhne deutscher Lokführer ausstechen. Dieses Projekt hat den freien Verkehrsfluß extrem geschadet. Wer so was macht, sollte besser den Müll auf Straßen, Bahnanlagen, in der Natur usw. aufsammeln, damit die lernen, was sinnvolles zu tun und der Gesellschaft zu nutzen. Statt des Autobahnausbaus hätte man den Verkehr anders organisieren müssen. Den Verkehr auf Autobahnen und Straßen mit Maut auf einen Bruchteil begrenzen, der Rest fährt Bahn. Aber der Mautminister und die Mautpartei können nur große Worte und sind zur Umsetzung nicht fähig. Schade um die 150 Mio €, die der Bahn dringend fehlen. Mir fällt da der Artikel zur Wriezener Bahn ein,

  2. 5.

    100000 täglich.
    Wer lesen kann ist klar im Vorteil...

  3. 4.

    Es geht doch gar nicht um ''Autohasser''. Ich bin vorwiegend per Rad, ÖPNV und zu Fuß unterwegs, aber ab und an auch per Auto (Carsharing).

    Autos sind manchmal extrem nützlich, da gibt es nix. Das Problem ist wie so oft im Leben die Dosis: es gibt absurd viele Kfz bei uns (und in vielen anderen Ländern) mit all' den sattsam bekannten negativen Folgen - das ist das ganze Problem dabei.

    Und das angesichts einer immer mehr aus dem Ruder laufenden Natur (ach ja: von der wir übrigens ein Teil sind) im Jahr 2020 noch neue Autobahnen gebaut, verlängert oder ausgebaut werden ist einfach nur unverantwortlich: die Land- und Forstwirte in Brandenburg und anderswo könnten zu diesem Thema ein paar ''schöne'' Geschichten erzählen.

    Aber mit einem Bundesautominister wie Herrn Scheuer scheint eine Änderung dieser Verkehrspolitik ja nicht möglich zu sein; da bleibt nur das Hoffen auf den Herbst 2021.

  4. 3.

    Auf welcher Berliner Autobahnstrecke gibt es Radspuren? Richtig: Auf keiner. Und dass Sie sich so vor Brandenburger Blitzern fürchten, erzählt mir einiges über Ihren Fahrstil.

    Übrigens: Nicht jeder, der kein Autofanatiker ist, ist deswegen gleich ein Autohasser. Aber manche Leute fühlen sich eben nur auf Beton und Asphalt wohl; wenn sie einen Grashalm sehen, flüchten sie panisch in ihre geliebte Blechhülle.

  5. 2.

    100 000 Fahrzeuge pro Stunde? Das wären ja auf den Tag hochgerechnet weit über eine Million... Soviel ist auf den Autobahnen auch wieder nicht los. Wahrscheinlich sind 100 000 Fz./Tag (DTV) gemeint...

  6. 1.

    Gehört dieses BAB-Abschnit zu Brandenburg? In Berlin wären auf dieser 8 spurigen Autobahn in sehr schneller Zeit minestens zwei Spuren pro Richtung für Radfahrer reserviert und eine für Fußgänger. So wie es tägliche Praxis im R2G nen Berlin ist. Anderseits für Brandenburger Verhältniss sind dann dort bestimmt Tempo 80 die Regel und mindestens 2 Blitzanlagen pro Seite. Fazit: die Milionen hätte man sich sparen können. In einer Region wo Autohasser die Tagespolitik bestimmen wären Wanderwege die Lösung. Bitterer Sarkasmus ENDE!!!

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