ARCHIV - Eine Regionalbahn in Polen (Quelle: dpa/Trenkler)
Video: Brandenburg Aktuell | 09.07.2020 | Riccardo Wittig | Bild: dpa/Trenkler

Fahrtzeit sinkt auf 90 Minuten - Bahnstrecke Berlin-Stettin wird bis 2026 ausgebaut

In 90 Minuten von der deutschen Hauptstadt bis ins polnische Stettin reisen - das soll nach einem Ausbau der Bahnstrecke in wenigen Jahren möglich sein. Am Donnerstag wurden die Pläne im Detail vorgestellt.

Bahnreisende sollen künftig schneller von Berlin in die polnische Großstadt Stettin reisen können. Die Deutsche Bahn will mit dem fast eine halbe Milliarde Euro teuren Streckenausbau 2021 beginnen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. 2026 soll alles fertig sein.

Reisende sollen dann in 90 Minuten von der deutschen Hauptstadt nach Stettin nahe der Ostsee reisen können - und damit gut 20 Minuten schneller als bisher.

Der Bund stellt für das Projekt rund 380 Millionen Euro zur Verfügung, Berlin und Brandenburg steuern insgesamt 100 Millionen Euro bei.

Projekt in Angermünde vorgestellt

"Das wird eine leistungsfähige, attraktive Verbindung, die beide Metropol-Regionen und auch die Kommunen und Menschen an der Strecke enger zusammenrückt", sagte der Infrastruktur-Vorstand der Deutschen Bahn, Ronald Pofalla. Am Donnerstag wurde das Projekt gemeinsam mit Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne), Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU) und der Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Tamara Zieschang (CDU), in Angermünde (Uckermark) vorgestellt.

Im Bahnverkehr zwischen Deutschland und Polen fehlen oft direkte, schnelle und komfortable Verbindungen gerade zwischen größeren Städten. Erklärtes Ziel der deutschen wie auch polnischen Seite ist es, hier zu Verbesserungen zu kommen.

"Wir schließen damit nicht nur eine große Lücke im transeuropäischen Eisenbahnnetz", sagte Verkehrssenatorin Günther. "Mit dem durchgehend elektrifizierten Schienenverkehr leisten wir außerdem einen wichtigen Beitrag zum Ausbau umweltfreundlicher Mobilität und stärken die solidarische Entwicklung unserer Region."

Sendung: Inforadio, 9.7.2020, 7.30 Uhr

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21 Kommentare

  1. 21.

    In Europa ist es üblich, landesspezifische Namen (so vorhanden ) für andere Länder, Regionen und Städte zu verwenden. Ich habe in Aachen studiert. Die Niederländer und Flamen nennen es Aken. (Das steht auch auf allen Richtungshinweisen.) Köln heißt dort Keulen ['kö-len]. Aachen ist auch als Aix-la-Chapelle bekannt, Köln als Cologne. Lüttich heißt auch Liège oder Luik [löik] usw. Alle beteiligten Länder haben keine Probleme mit dieser unterschiedlichen Benennung.

  2. 20.

    Warum? Reden Sie von Napoli, wenn Sie Neapel meinen? Oder von Nice, wenn Sie Nizza meinen? Sind Sie erbost, wenn im Ausland von Munich, an Stelle von München gesprochen wird? Bei den Italienern heißt Berlin "Berlino", auch nicht schlecht, oder ??? Es ist also vollkommen legitim und gängige Praxis, jahrhundertelang etablierte Städtenamen in den jeweiligen Landessprachen zu benutzen. Da muss man nun wirklich nichts hineinkonstruieren.

  3. 19.

    Wäre besser, wenn der RE66 dann über Ostkreuz bis zum Flughafen fährt. Zum Hauptbahnhof fährt ja schon der RE3.

  4. 18.

    Gute Nachricht und freue mich auf die Fahrt.

  5. 17.

    Da habe ich doch mal zum Vergleich in mein Reichsbahn - Kursbuch von 1943 geschaut:
    Abfahrt mit dem D25 8:20 Uhr von Berlin Stett. Bf.
    Ankunft Stett. Hbf. 10:17 Uhr

  6. 16.

    Das war ein peinlicher Bahn-Termin in Angermünde! Im Nordkurier heißt es dazu passend: Mit großem Tamtam inszenierte die Bahn in Angermünde den geplanten Ausbau der Strecke nach Stettin.... Sie sollten sich schämen. Denn was Pofalla und Beermann als großartige Nachricht für die Region verkündeten, ist in Wahrheit das unwürdige Ende einer noch unwürdigeren Hängepartie. Touche! Besser kann es nicht auf den Punkt gebracht werden. Bereits am 18. September 2003 wurde der zweigleisige Ausbau verkündet! 17 Jahre später inszenieren sich einige noch einmal.

  7. 15.

    Die Fahrzeit der Bahn und die Fahrzeit per Auto sind so grundverschieden, wie sie nicht mehr sein können: Die Fahrzeit der Bahn ist neutrale Zeit, die im Auto ist eine verlorene Zeit. Verloren deshalb, weil außer dem Auto-Fahren keine andere Tätigkeit wirklich ausgeführt werden kann Alles andere ist mithin Illusion und die Annehme von Fahrspaß eine Zweckbehauptung, um nicht zu sagen: Zwecklüge.

    Jetzt also mehr als eine halbe Stunde verkürzte Bahnfahrt. Während der Fahrt kann gelesen, entspannt aus dem Fenster geschaut und gedöst werden, es können für Zweckorientierte während der Fahrt Unterlagen durchgearbeitet werden. Und das Schönste noch: Wer zu Dritt, zu Viert oder zu Fünft reist, kann mit dem Berlin-Brandenburg-Ticket sogar den öff. Nahverkehr im polnischen Szczecin nutzen.

    Vor dem Krieg war Stettin der nächstgelegene Ostseehafen für Berlin. Im Prinzip ist das immer noch so. Nur eben, dass die Grenze vor allem in den Köpfen existiert.

  8. 14.

    Interessant. Stettin ist mehr als 150 km von Berlin entfernt, auf der ganzen Strecke gilt ein Tempolimit, und Sie schaffen das in weniger als 90 Minuten von Zuhause bis in die Stettiner Innenstadt?

  9. 13.

    Von Bernau bis Angermünde ist doch alles OK. Die beiden Klemmstellen sind: Passow-Gryfino (eingleisig, nicht elektrifiziert) und Pankow-Bernau (stellenweise eingleisig, 22 neu zu bauende Brücken). An der letztgenannten wird bereits gearbeitet. Dort soll bald alles fertig sein – bis auf den Umsteigebahnhof Karower Kreuz, der wohl kaum vor 2030 in Betrieb geht, und eine Brücke in Bernau. Übrigens wird auch auf der Stettiner Strecke bereits gebuddelt; im vorigen Jahr wurde mit Freischnitt und Trassenberäumung begonnen. Nächstes Jahr geht es dann richtig los: zweites Gleis, Elektrifizierung, Bahnhofsausbau usw.

    Hier nähere Informationen:
    https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/angermuende-stettin

    Schade, dass der RBB die Presseinformation nicht verlinkt hat. Da wird übrigens auch der Bürgermeister erwähnt, den Sie vermisst haben. ;-)
    https://www.deutschebahn.com/pr-berlin-de/aktuell/presseinformationen/Berlin-Stettin-20-Minuten-schneller-ab-2026-5376100

  10. 12.

    Sollte es nach 74 Jahren nicht möglich sein, die Stadt mit ihrem offiziellen Namen zu nennen: Szczecin?

  11. 11.

    „Mir ist keine Initiative des Bürgermeisters aus Angermünde bekannt, die den Streckenausbau nach Tantow gefordert hat“

    Aber mir. Seit -zig Jahren drängeln der Kreis und die Orte an der Strecke, aber immer haben sie auf Granit gebissen. Nun lassen dieselben Institutionen, die sich jahrelang stur gestellt haben, sich feiern und laden nicht mal Vertreter_innen der Region dazu ein. Ein schäbiges Spiel.

  12. 10.

    90 Minuten? Da bin ich ja mit dem Auto immer noch schneller, wenn es keinen Stau gibt. Aber sonderlich attraktiv ist die Fahrzeit nicht.

  13. 9.

    Gesprochener Text Inforadio: [Stettin] "... nahe der Ostsee ...". Ich habe mal nachgeschaut. Entfernung Stettin - Swinemünde: Luftlinie 57,84 km, Fahrstrecke 105,18 km.

    Es gab vor einiger Zeit eine durchgehende Bahnverbindung Berlin - Swinemünde über Stettin, mit der ich einmal gefahren bin. Ich war Stunden unterwegs. "Nahe der Ostsee" finde ich ein bisschen zu weit -öh- zu nah gegriffen.

  14. 8.

    Gesprochener Text Inforadio: [Stettin] "... nahe der Ostsee ...". Ich habe mal nachgesehen: Entfernung Stettin - Swinemünde Luftlinie 57,84 km, Fahrstrecke 105,18 km.

    Es gab vor einiger Zeit eine durchgehende Verbindung Berlin - Swinemünde über Stettin, mit der ich einmal gefahren bin. "Nahe der Ostsee" finde ich ein bisschen zu weit -öh- zu nah gegriffen.

  15. 7.

    Was sehr merkwürdig ist, dass die Vertreter aus dem Landkreis Uckermark, Kreistag oder Bürgermeister entlang der Strecke nicht vor Ort waren.
    Mir ist keine Initiative des Bürgermeisters aus Angermünde bekannt, die den Streckenausbau nach Tantow gefordert hat...
    Es wird bald gebaut und das ist bei einem so großen Infrastrukturprojekt sehr wichtig. Danke Gartz, Potsdam und Berlin!

  16. 6.

    Ich fand es bisher ganz friedlich, wenn hinter unseren Äckern in der Uckermark die Regionalbahn und Güterzüge mit gefühlten Tempo 50 so schön langsam dahin fuhren.

  17. 5.

    Ich finde diesen Ausbau längst überfällig!
    Was wird mit dem Abschnitt Bernau-Angermünde?
    Die Strecke Berlin-Angermünde-Stralsund ist doch im vordringlichen Bundesverkehrswegeplan seit Jahrzehnten.. wann geht es hier los?

    Glückwunsch an die Unterstützer für diese wichtige Verbindung in den Nordosten...

  18. 3.

    Hallo Bernd, wir haben mittlerweile die offizielle Mitteilung der Deutschen Bahn vorliegen, dass die Fahrtzeit auf 90 Minuten sinken soll und ändern das auch im Text. Vielen Dank für den Hinweis.

  19. 2.

    Abfahrt des nächsten Direktzuges heute von Gesundbrunnen zum Stettiner Hauptbahnhof: 14:53 Uhr ab, 16:45 Uhr an, Fahrzeit 1:52.
    @rbb: Wird wirklich nach(!) dem Ausbau eine Fahrzeit von unter 2 Stunden angepeilt? Na alles andere wäre doch auch lächerlich. Eine Fahrzeit unter anderthalb Stunden wäre hingegen ein schöner Fortschritt für eine Verbindung zwischen zwei Nachbargroßstädten.

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