
Brandschäden - Neuköllner Haus wegen Einsturzgefahr geräumt
Erst mussten Mieter eines Hauses in Neukölln am Montag das Gebäude verlassen, weil Autobrände auf das Gebäude übergegriffen hatten. Dann am Donnerstagabend die Hiobsbotschaft: Das Haus ist einsturzgefährdet - 80 Bewohner müssen ihre Wohnungen räumen.
Weil es nach rbb-Informationen ein Problem mit der Statik gibt, haben die Berliner Polizei und die Feuerwehr ein Wohnhaus in der Jahnstraße in Berlin-Neukölln geräumt. Einem Gutachter zufolge besteht bei dem Gebäude Einsturzgefahr. In dem Gebäude hatte es am Montag gebrannt.
Rund 80 Bewohner mussten am Donnerstag ihre Wohnungen in dem Haus verlassen. Laut einem Sprecher des Bezirksamts Neukölln wurden die Leute in ein Hotel in der Nähe gebracht. Er bedankte sich im rbb für den ruhigen und geordneten Ablauf der Räumung.
Feuerwehr mit 20 Kräften im Einsatz
Die Feuerwehr war von etwa 16:00 bis 20:00 Uhr mit 20 Kräften im Einsatz, um die Polizei bei der Räumung zu unterstützen. Das sagte Rolf Erbe, Sprecher der Berliner Feuerwehr am Donnerstagabend im rbb. "Wir sind in Amtshilfe von der Polizei angefordert und unterstützen das Bezirksamt, primär, um für die Gesundheit da zu sein. Sollte es jemanden schlecht gehen", so Erbe.
Unter anderem musste eine 19-jährige Krankenschwester ihre Wohnung verlassen. Sie erzählt, dass sie auf der Arbeit war und gerade Feierabend hatte, als die schockierende Nachricht von zu Hause kam. Die Wohnung ihrer Familie sei gesperrt. "Wir sind alle angeschlagen und wissen nicht, was wir machen sollen".
Hotelzimmer für die Bewohner
Nach Angaben der Feuerwehr stellt der Bezirk Übernachtungsmöglichkeiten wie Hotels zur Verfügung. Für die Räumung wurde die Buschkrugallee auf Höhe der Jahnstraße gesperrt. Das Bezirksamt Neukölln koordiniert vor Ort. Christopher Dathe aus der Abteilung Stadtentwicklung und Soziales sagt, dass es noch unklar sei, wie lange die Bewohner im Hotel bleiben müssen. "Das hängt davon ab, wie sich die Lage im Haus entwickelt. Ob man da wieder rein kann und wann. Dann müssen wir weiter sehen, ob wir sie weiter da unterbringen oder dezentral."
Polizei geht von Brandstiftung aus
Dass das Gebäude nun einsturzgefährdet ist, ist für Feuerwehr-Sprecher Erbe nichts Ungewöhnliches: "Wenn es da zu einem Brand kommt, dann entsteht eine sehr große Hitze. Da drüber ist Stahlbeton. Es kann durch die Wärmebeaufschlagung zu Problemen kommen."
Am frühen Montagmorgen hatten in der Jahnstraße zunächst acht Autos und zwei Mopeds auf einem Mieterparkplatz gebrannt. Das Feuer griff auf das zugehörige Wohnhaus über. Sechs Mieter erlitten Rauchgasverletzungen und wurden von Sanitätern behandelt. Die Berliner Polizei geht von Brandstiftung aus. Die mutmaßlichen Täter sind noch nicht ermittelt.
Angst vor Brandstiftern bleibt
Die Angst der Bewohnerin vor den Brandstiftern bleibt: Bereits im Dezember gab es einen Kellerbrand, danach fiel über zwei Monate der Strom aus. "Jedes Mal mit der Angst zu schlafen oder gar nicht zu schlafen, mit dem Gedanken, dass was passieren wird."
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel von der SPD hat angekündigt, sich nach seinem Urlaub mit der Bewohnerin zu treffen, die den Brand in der Nacht zu Montag bemerkt hatte. Er will ihr eine Anerkennung überreichen. Denn die 19-Jährige hatte die Feuerwehr alarmiert, die Nachbarn gewarnt und ihre kleinen Geschwister nach draußen geführt.
Sendung: Abendschau, 16.07.2020, 19.30 Uhr









11 Kommentare
Hm. Pomadige Aussage? Denke, Alltagssprache ist in diesem Zusammenhang doch besser, als hochwissenschaftliche Expertisen. Man muss wissen, was der gegenüber hören will!
Wer hat übrigens eine physikalische Definition und Erklärung erfragt?
Ach. Sie wissen schon aus welchem politischen Milieu die Täter stammen? Da musste ich doch wirklich erst mal lachen. Wenn es um den "Kampf gegen das Kapital" gegangen wäre, wüssten wir das alle schon. Wer zündet schon Autos aus politischen Gründen an und hält es dann geheim? Eben!
Nehmen Sie mal zur Kenntnis, dass von den vielen Brandstiftungen an Kraftfahrzeugen in den letzten Jahren in Berlin die meisten keinen politischen Hintergrund hatten. Nicht dass es das irgend etwas irgendwie besser machen würde, aber es gibt Straftäter, die einfach nur Straftaten begehen.
Ich finde es furchtbar, was den Bewohnern angetan wurde. Sein Zuhause zu verlieren, im unklaren sein, ob mann seine Sachen noch retten kann und wo wohnen, dass finde ich schlimmer als der materielle Schaden an den Autos.
Nicht brüchig sondern verformbar, ansonsten korrekt. Wenn die Zugkraft des Armierungsstahls verloren ist, ist meist der verbleibende Beton nicht in der Lage, die darauf lastende Masse sicher abzufangen. Ist dann der Beton durch Abplatzungen auch noch beschädigt, wird es ganz ernst. Das gleiche Prinzip hat das WTC in New York einstürzen lassen.
Bleibt nur zu hoffen, dass die betroffenen Mieter schnell eine akzeptable Ersatzbleibe finden werden und der Täter hoffentlich ermittelt wird. Wer an dieser Stelle zündelt, nimmt Tote in Kauf!
"Wenn es da zu einem Brand kommt, dann entsteht eine sehr große Hitze. Da drüber ist Stahlbeton. Es kann durch die Wärmebeaufschlagung zu Problemen kommen."
Hinter dieser pomadigen Aussage verbirgt sich der physikalische Aspekt, dass Stahl ab einer sehr hohen Erhitzung seine Legierung verändert und damit brüchiger wird und weniger Zugkraft aufnehmen kann.
Vor Brandstifter im öffentlichen Raum schützen keine Brandschutzmaßnahmen. Eher geeignet sind da wohl Wachschutz vorm Haus. Aber welche Mieter können sich das leisten oder haben eine abgeschlossene Tiefgarage.
Und auf Polizeipräsenz kann man wohl nicht hoffen.
Selbst Fahrzeuge auf abgeschlossenen Betriebsgelände wurden schon in Brand gesteckt.
Also Hauptsache....... versichert
Zur Räumung kommt es wegen Brandstiftung und dieses nicht das erste mal. Da hilft auch wenig ein Brandschutz.
Da waren kriminelle am Werk.
Der mangelhafte Brandschutz ist vielfach anzutreffen. In den Tiefgaragen keine Sprinkleranlagen und der Zugang ist einfach möglich. Selbst bei Neubauten habe ich dies bemerkt. Die Brandschutzverordnung scheint entweder lasch oder unzureichend kontrolliert zu werden.
Den Opfern baldige Genesung und viel Erfolg bei der Ersatzwohnungssuche. In der Wasserstadt und angrenzenden Gebieten sind in Kürze viele Wohnungen frei.
Schutz gegen Brandstifter? Wie soll das gehen?
Was hilft der Brandschutz, wenn es Verbrecher und kriminelle Strukturen gibt, die bewußt und mit voller Absicht, Fahrzeuge und Motorräder abfackeln. Leider ist es ein probates Mittel geworden, in bestimmten politischen Kreisen so ihren Kampf gegen das Kapital, bestimmte Firmen und Personen auszudrücken.
Vor diesem Personenkreis hilft kein noch so ausgeklügelter Brandschutz.
Ansonsten schließe ich mich den Wünschen zur Genesung der Bewohner an.
Was geht nur in den Köpfen solcher Brandstifter vor?
Wahrscheinlich gar nichts, denn viel Gehirn wird da nicht drin sein.
Leere, stumpfsinnige Menschen, die sinnlos zerstören und das Leben Anderer gefährden nur weil sie ihr Leben verpfuscht haben und nichts auf die Reihe kriegen.
Hoffentlich ermittelt und bestraft man sie dann auch ordentlich.
Mangelhafter Brandschutz? Ich hoffe die Wohnungsbaugesellschaften prüfen zumindest in ähnlichen Gebäudetypen nochmal den Brandschutz bei im/vor den Gebäuden befindlichen PKW Stellplätzen. Den ehemaligen Bewohnern wünsche ich eine schnelle Genesung und alles Gute. Auch gute Umsetzwohnungen und, dass sie gegebenenfalls in das reparierte bzw. ein neu errichtetes Gebäude wieder einziehen dürfen.