Brauhaus Neulich in Neukölln (Quelle: rbb|24)
Bild: rbb|24/Mitya

Brauhaus-Besucher Mitte Juli - 18 Corona-Infektionen: Neukölln sucht Kneipenbesucher

Das Gesundheitsamt Neukölln sucht Dutzende Personen, die sich in einer Kneipe mit Corona infiziert haben könnten. Weil sie falsche Angaben hinterlassen haben, sei ein Nachverfolgung unmöglich. Mehr als 70 Menschen befinden sich bereits in Quarantäne.

Offenbar besteht ein Zusammenhang zwischen mehreren neuen Corona-Infektionen und einer Kneipe im Neuköllner Schillerkiez: Das Gesundheitsamt des Bezirks sucht Personen, die sich zwischen dem 16. und 18. Juli im Brauhaus Neulich aufgehalten haben. In dieser Zeit sei es zu einem Infektionsgeschehen gekommen, dem bisher 18 infizierte Personen zugewiesen werden konnten, teilte das Bezirksamt am Dienstag mit [berlin.de].

"Wer diese Verantwortung nicht ernst nimmt, trägt eine Mitschuld"

Insbesondere werden 41 Gäste gesucht, die am 16. Juli in dem Lokal waren, aber unvollständige oder falsche Angaben in der Anwesenheitsdokumentation machten. Dies würde die Nachverfolgung "erschweren bzw. verhindern", hieß es. Bisher stünden 68 Gäste und sieben Beschäftigte unter Quarantäne. Man müsse davon ausgehen, dass weitere Gäste bisher unerkannt blieben. "Das Bezirksamt Neukölln prüft in diesem Zusammenhang die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens."

Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) sagte laut der Mitteilung, dass eine Nachverfolgung nur gelingen könne, wenn Anwesenheitslisten vollständig und wahrheitsgemäß ausgefüllt würden. "Jeder Gastwirt, aber auch jeder Gast trägt dafür eine Verantwortung", so Liecke. "Wer diese Verantwortung nicht ernst nimmt, trägt eine Mitschuld an der weiteren Verbreitung der Infektion, an möglicherweise schweren Krankheitsverläufen und an möglicherweise erneuten tiefen Einschnitten in unser aller Freiheit durch neue harte Eindämmungsmaßnahmen."

13 Infizierte in Spandau nach England-Reise

Innerhalb weniger Tage sind damit bereits zwei Ausbrüche mit mehreren Infektionen in Berlin von den Behörden entdeckt worden. So befinden sich derzeit 54 Menschen im Bezirk Spandau in Quarantäne, nachdem dort 13 Infektionen festgestellt worden waren. Dieser Ausbruch ist auf ein Ehepaar zurückzuführen, das sich zuvor im englischen Manchester aufgehalten hatte.

Erst vergangene Woche hatte der Bezirk Mitte nach Corona-Fällen im Zusammenhang mit einem Party-Abend in einer Bar unter dem Fernsehturm Gäste aufgerufen, sich zu melden. Laut Bezirk waren auch dort Kontaktlisten fehlerhaft und unvollständig.

 

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54 Kommentare

  1. 54.

    Der Unterschied zur App liegt aber schlicht darin, dass derjenige, der sie installiert, auch wissen will, ob und wann er ein Risiko für eine Infektion hatte. Sonst hätte man die App nicht installiert. Derjenige wird dann auch ein Interesse daran haben, getestet zu werden. Jemand der bewusst falsche Daten angibt, möchte von einer Infektionsmöglichkeit gar nichts wissen.

  2. 53.

    Ich finde es unwahrscheinlich dass jemand zurückruft. Du hast ja nur Nachteile (Quarantäne) wenn du zurückrufst. Keinen Gewinn.

  3. 52.

    @Thomas im Beitrag 48 hat es schon richtig geschrieben ... Die im Vergleich zur Bevölkerungszahl und im Vergleich zu anderen Ländern überschaubaren Infektionszahlen und Todesfälle sind alles andere als ein Selbstläufer sondern Verdienst unseres Gesundheitssystems und Weitsicht der Politik und Wissenschaftler in unserem Land die mit entsprechenden Maßnahmen dafür gesorgt haben das die Zahlen niedrig bleiben. Länder die von Rechtsorientierten Populisten regiert werden wie Brasilien , die USA oder Großbritannien und diese Pandemie besonders in den ersten Monaten absolut verharmlost haben zahlen bis zum heutigen Tag den Preis dafür !!

    Im übrigen kommen immer mehr Studien ans Tageslicht in denen mit Sorge beobachtet wird das bei einen großen Teil der Menschen die mit Corona infiziert waren Langzeitschäden insbesondere am Herz , an der Lunge und den Nieren vorkommen können u.a. auch bei denen wo kaum Symptome festgestellt wurden bzw. der Verlauf sehr leicht und unauffällig war .

  4. 51.

    Die Zahlen sind so gut, weil wir eine überalterte Republik sind. Ältere Menschen überwiegen. Überall. Bei den Wahlen, in der Werbungszielgruppe, in Filmen, TV, Supermärkten. Diese älteren Leute feiern nicht, demonstrieren nicht, schützen sich aus Angst vorm Tod. Insofern also eine Gruppe, die riesig ist und für die wir sehr viel Aufwand treiben. Allerdings beschert uns das niedrige Zahlen.

    In Ländern, die nicht so überaltert sind, geht gerade die Post ab bei den jungen/mittelalten Leuten. Kontakt = Ansteckung, ist wie bei Erkältung oder Norovirus...

  5. 50.

    Wer irgendwo hingeht,wo er seine Daten zwecks späterer "Corona- Kontaktprüfung" hinterlegen soll,sollte dann auch ehrlich sein oder wegbleiben. Egal ob in Bars,Restaurants oder beim Friseur.Aber sind falsche Datenangaben immer mit Datenschutz begründet? Vlt. wollen ja auch bei einem Coronaausbruch viele nicht erkannt werden um als identifizierte Kontaktperson nicht in Quarantäne zu landen. Wer aus der Presse erfährt,wo deshalb Personen gesucht werden und selbst keine Symptome hat, duckt sich evtl. lieber, in der Hoffnung,der Kelch geht an ihm vorbei. Problematisch,denn auch symtomlos kann man das Virus in der Bevölkerung verteilen. Bei der Corona-Warn-App entscheiden Infizierte doch auch selbst,ob sie das weitergeben und damit andere informieren,dass ihre Handys in unmittelbare Nähe zu seinem Handy waren.

  6. 49.

    Immer mehr Menschen werden selbstsüchtig und verantwortungslos. Das rechtfertigen sie dann mit populistischen Parolen oder sonstigen Halbwissen. Fakt ist, die Pandemie stellt jede Gesellschaft auf eine harte Probe und wahrscheinlich beschleunigt sie nur die Umwälzung der Gesellschaft. Ob zum positiven oder negativen, das will mir nicht ausmalen. Deswegen sollte jeder mal überlegen in was für einer Gesellschaft er noch leben möchte und sollte dementsprechend auch handeln. Egal ob er dadurch seine Bedürfnisse zurückstecken muss, die nachkommende Generation wird es einen danken.

  7. 48.

    Und warum sind die Zahlen derzeit noch so gut? Weil sich in den letzten Monaten alle an die Vorgaben und Regeln gehalten haben.
    Sie müssen nur ihren Blick in die USA werfen, dort können Sie genau sehen was passiert wenn man die Lage auf die leichte Schulter nimmt.
    Oder hören Sie genau hin was das RKI vorgibt, dort sieht man die aktuelle Entwicklung mit größter Sorge.

  8. 46.

    Ich würde als Gastronom sogar Personalausweis vorlegen lassen um den Vergleich Liste / Personalausweis vor zu nehmen.
    Und wer sich weigert den Personalausweis vor zu legen - Hausverbot.

    So langsam muss es doch klar sein, was uns Corona Anfang des Jahres gebracht hat- oder will man das ganze nochmal haben ?

    Die Bundesregierung sollte zusätzlich dafür sorgen das Jogger entweder nur abends ab 19.00 Uhr starten können oder am Tag mit Mundschutz.
    Und wer sich nicht daran hält sollte zur Kasse gebeten werden von mindesten 50,00 EUR.
    Es ist eine Zumutung was Spaziergänger ertragen sollen, wenn diese Leute an einem vorbei laufen und teilweise kräftig ausatmen und keine 1,50 m einhalten.

  9. 45.

    "Wäre Deutschland nicht Schlusslicht in Sachen Digitalisierung, wären alle Personalausweise mit einer elektronischen Signatur ausgestattet."

    Haben wir seit 2010 mit dem "neuen Personalausweis", nennt sich eID-Funktion und kann bzw. könnte für allerlei sinnvolle Anwendungen eingesetzt werden.

  10. 44.

    Es reicht doch vollkommen aus, wenn die Email Adresse stimmt. Es geht niemanden vom Gaststättenpersonal an, wie ich heiße.

    Kurze Mail genügt, dann rufe ich zurück und kläre das. Keine unnötige Datensammlerei, sondern kurzer und datenschutzkonformer Weg.

  11. 43.

    Sie haben ja grundsätzlich Recht, vor allem wenn man bedenkt, dass Stand heute vielleicht noch etwa 300 infiziert sind, weil der Rest bereits genesen oder eben bedauerlicherweise verstorben ist. Etwas mehr Sachlichkeit wäre langsam mal wieder angebracht.
    Jetzt nicht mehr an Sie gerichtet: Trotzdem bleibt es wichtig, Infektionsketten schnell nachvollziehen zu können, insbesondere bei Orten mit hohem Publikumsverkehr bei längerem Verweilen. Daher ist es asozial, dort falsche Angaben zu hinterlassen, nur aus einer unbegründeten Furcht vor der Staatsgewalt. Meine Daten interessieren niemanden bei der Polizei, was sollten die damit wollen. Ansonsten werden sie nach vier Wochen vom Gastwirt vernichtet. Damit kann ich vorübergehend leben, wenn dadurch Infektionsketten aufgedeckt werden können, was letztlich Leben rettet.

  12. 42.

    Pass auf, ich hab jetzt keinen Bock mehr... erst ist mein einer Kollege, den ich gern im Auto mitnehme, in der Trompete gewesen am entscheidenden Abend (hat mir im Auto lang und breit von dem tollen, lustigen Abend vorgeschwärmt...) und jetzt ist mein Schiller-Kiez-Kollege mit seinem Feierabend-Bierschen dran... hallo? Ich geb mir ja echt Mühe, wirklich, gehe seltenst Lebensmittel einkaufen, treffe nur Familienmitglieder und Kollegen... ja und genau DIE finden spielend jeden Hotspot mit Superspreadern? Und ich habe überhaupt nur drei Kollegen! Zweie sind schon durch... ja soll dette so weitergehen? Achso, genau, meine Kollegin... deren Tochter war auf Ski-Klassenfahrt, der erste Lehrer/die erste Schule, die von Corona betroffen war, ratet welche? Genau.

    Irgendwie ging der Eimer ja an mir vorüber, kein Treffer, aber die Einschläge sind verdammt dicht... (alles ohne Corinna-App übrigens...)

  13. 41.

    Wenn es nach Thomas und Co Logik hier gehen würde, hätten wir schon mindestens drei Millionen infizierte und zwei Millionen Tote in Berlin.
    Komischerweise sind es aber gerade mal 9060 infizierte und 222 Tote.
    Vielleicht bin ich ja die einzige die noch bei klarem Verstand ist, aber ich halte diese Zahlen für extrem gering, vor allem wenn man bedenkt dass am Tag in Berlin, ohne Corona alleine, über 90 Menschen sterben.

  14. 40.

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Wenn man in die Kneipe heißt man mal Ingo, mal Alex oder Jochen. Fast jeder erzählt doch nur erfundene Geschichten beim Kneipengang. In Corona Zeiten kann man auch Corona Müller oder Sebastian Corona heißen. Ist doch schön.

  15. 39.

    Sie wissen schon, dass Berlin eine Stadt mit knapp 4.000.000 Einwohnern ist? Und dass, wenn sich tausende Menschen im eng besiedelten Kern am Wochenende an Hotspots zusammenfinden, keine vollkommene Kontrolle möglich ist, dürfte eigentlich jedem einleuchten. Zudem ist Ihre "ideologisch Suppe" Aussage rein ideologisch geprägt, und dürfte auf einem diffusen Bauchgefühl Ihrerseits begründen.

  16. 38.

    Ich habe selbst hier selten noch polemischere Zeilen gelesen: "...es geht um unser aller Leben".
    Das Virus ist da, keine Frage. Es ist wahrscheinlich nicht ganz ungefährlich, darüber sind wir uns auch einig. Dafür allerdings den mühevoll erlangten Datenschutz über Bord zu werfen geht eindeutig zu weit.
    Oder anders ausgedrückt: Wir haben geltende Gesetze, die auch ein Virus nicht mal eben so aushebeln kann und darf!

    Mich ängstigen Leute, die die Gesundheit (meist noch ihre eigene) in Sachen COVID-19 über Alles setzen wollen (und dabei völlig andere Gefahren für Leib und Leben völlig ausblenden - ich spiele auf den Straßenverkehr an - ) wesentlich mehr, als das Virus selbst. Es ist erschreckend, wie leichtfertig hier Grundrechte (das sind im Übrigen IMMER Abwehrrechte gegenüber dem Staat) aufgegeben werden sollen.

    Beste Grüße

  17. 37.

    Was Sie und viele andere nicht bedenken ist die Tatsache, dass es sehr wohl ein großer Unterschied ist, ob ein Unternehmen (von mir aus Google, Facebook, Banken, etc) oder der Staat meine Daten auf Vorrat will. Dieser Unterschied ist auch simpel zu verstehen: Unternehmen können mit den Daten zwar alles mögliche anstellen, haben aber kein Gewaltmonopol, dass sie gegen mich einsetzen können. Der Staat hingegen hat dieses Monopol und niemand garantiert, dass der Staat nicht sein Gewaltmonopol mir gegenüber einsetzt, nur weil die Daten zu einem völlig anderen Zweck genutzt werden, als ursprünglich zugesagt (der Staat kann nämlich auch die Gesetze so anpassen, wie es ihm gerade sinnvoll erscheint).
    Und aus dieser Betrachtungsweise ist der ewige Vergleich von Datensammelei bei Facebook (und was auch immer) mit der Datensammelei durch den Staat völlig daneben.
    Die missbräuchliche Nutzung der Gastwirtschaftsdaten durch die Polizei ist ja hier schon mehrfach besprochen worden.

    Beste Grüße

  18. 35.

    So einfach ist die Welt leider tatsächlich. Denn diese dumm-dreiste Partymeute hört vom RRG Senat immer nur Parolen und kann sich sicher sein das keine ernsthaften Konsequenzen folgen.
    Die schwimmen ideologisch alle in der selben Suppe.

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