Evakuierte Menschen am Bahnhof (Quelle: TeleNewsNetwork)
Audio: Antenne Brandenburg | 03.07.2020 | Robin Marienfeld | Bild: TeleNewsNetwork

320 Passagiere betroffen - ICE im Havelland geräumt - Polizei überwältigt pöbelnden Mann

Eine Spezialeinheit der Bundespolizei hat am Freitagnachmittag einen ICE von Berlin nach Hamburg im Havelland gestoppt, die Fahrgäste herausgeholt und einen auffällig gewordenen Passagier festgenommen. Der Mann sei pöbelnd durch den Zug gelaufen und dem Bordpersonal mit bedrohlichen Aussagen aufgefallen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Auf Twitter hatte die Bundespolizei zuvor mitgeteilt, bei dem Einsatz nahe Friesack habe es sich um eine "Bedrohungslage" gehandelt, die durch eine Spezialeinheit beendet worden sei. Man habe einen 30-jährigen Mann überwältigt, hieß es.

Polizeieinsatz wurde am Abend beendet

Etwa 320 Reisende mussten der Bundespolizei den Zug verlassen, es sei niemand verletzt worden. Alle Passagiere wurden zunächst gegen 13:15 Uhr auf einen Parkplatz am Bahnhof von Friesack westlich von Berlin gebracht und mussten kurz darauf das Gelände verlassen. Die Deutsche Bahn transportierte sie von dort aus mit Bussen weiter.

Am Freitagabend teilte die Bundespolizei bei Twitter mit, dass der Einsatz inzwischen beendet sei. Der Zug und die Strecke seien freigegeben. Im Einsatz waren den Angaben zufolge etwa 40 Bundespolizisten sowie weitere Kräfte der Polizei Brandenburg, der Feuerwehr und ziviler Hilfsorganisationen.

Wegen des Einsatzes gab es auf der Strecke zwischen Wittenberge und Berlin-Spandau Einschränkungen. Der Fernverkehr wurde über Stendal umgeleitet, außerdem war der Regionalverkehr auf der Linie RE2 zwischen Neustadt und Nauen unterbrochen - ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet.

Sendung: Brandenburg aktuell, 3.7.2020, 19:30 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Es war eine Bombendrohung, da dauert das nicht nur 10 Minuten, die Polizei muss dieser Drohung noch Nachgehen und eine Bombe suchen. So eine Drohung wird ernst genommen. Deshalb wurde der Zug ja auch evakuiert.

  2. 3.

    Ich denke (wieder einmal), es geht um zwei völlig verschiedene Strategien bzw. Vorgehensweisen:

    Die eine, tendenziell unkomplizierte, bei der aus "Unrichtiges" in Kauf genommen wird und jeder/r dann auch damit leben muss.

    Die andere, die versucht, alles hundertprozentig richtig zu machen und auch den Eventualflal des Eventualfalles des Eventualfalles ausschließen will.

    Wir leben in einer eng gesteckten Ver- und Absicherungsrepublik. Wenn´s schief läuft, muss irgendeine/r der, der für etwas Schiefgelaufenes definitiv schuldig sein muss. Alles Vertrauen gründet aber nicht auf einem Juristischen, sondern abseits eines Juristischen, denn die Juristerei ist ein Weg dann, wenn alle anderen Umgänge ausscheiden.

    Die Zahl der Polizeieinsätze im Bahnverkehr hat nach meiner persönlichen Einschätzung jedenfalls exorbitant zugenommen. Der Grund liegt nicht in der Zunahme bestimmter Verhaltensweisen, sondern dass vers.rechtl. kaum einer mehr befugt ist, vor Ort einzugreifen.

  3. 2.

    Entscheidend ist das Lagebild, das die Zugbsatzung meldet. Daraus schließt die Bundespolizei auf die maximal zu befürchtende Bedrohung. Es kommt - wie bei der Feuerwehr übrigens ebenso - dann die gesamte „Kavallerie“. Erst nachdem die öffentliche Sicherheit wieder hergestellt ist, weiß die Polizei wirklich, dass sie das ganze auch einfacher hätte lösen können. Der Feuerwehr geht es genauso: 4000 Liter Wasser haben sie dabei, ein Glas Wasser wird eingesetzt.
    Im Zweifel MUSS die Polizei auf Nummer Sicher gehen, zu unser aller Wohl. Wenns schief geht, war die Polizei blöde, wenn sie unsere Sicherheit maximal ernst nimmt, ist sie es auch. Von mir aber gibt es ein herzliches Dankeschön an die Polizei, auch wenn ich selbst keiner bin und keiner war. Super, dieser Alarmablauf: das ist wirklich professionell.

  4. 1.

    Warum so kompliziert . Einfach pöbelden Mann aus Zug mit Handschellen abführen und den Zug dann weiterfahren lassen. Der Zug hätte dann vielleicht 10 Minuten max. Verspätung. Aber nein, das wäre ja zu einfach. Lieber legt man deswegen die Strecke um Stunden lahm. Klar Sicherheit geht vor. Aber es klingt etwas übertrieben und unangemessen.

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