Schwer bewaffnete Polizeibeamte stehen an einem Kaufhaus am Hermannplatz. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Video: Abendschau | 31.07.2020 | Kerstin Breinig | Bild: dpa/Fabian Sommer

Vier mutmaßliche Täter auf der Flucht - Zwölf Verletzte bei missglücktem Raubüberfall am Hermannplatz

Vereitelter Raubüberfall in einer Bank im Karstadt-Gebäude am Berliner Hermannplatz: Zwölf Menschen sollen vor allem durch Reizgas verletzt worden sein. Vier mutmaßliche Täter sind auf der Flucht, Platz und U-Bahn-Station gesperrt.

Mindestens vier Männer haben am Freitag versucht, in einer Bankfiliale im Karstadt-Gebäude am Berliner Hermannplatz eine Geldtransporter-Besatzung zu überfallen. Zeugenaussagen und Ermittlungen hätten ergeben, dass die Täter einem Mitarbeiter des Unternehmens in der Bankfiliale eine Geldkassette entreißen wollten, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz am Abend. Als das nicht gelang, seien die Täter ohne Beute geflüchtet.

Dabei sollen mindestens zwölf Menschen vor allem durch versprühtes Reizgas Augen- und Atemwegsreizungen erlitten haben, eine Person wurde dabei schwer, die anderen leicht verletzt, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein dem rbb am Nachmittag. Vier Menschen mussten demnach ins Krankenhaus gebracht werden. Die Verletzten sollen Bankkunden sein.

Täter auf der Flucht

Die mutmaßlichen Täter seien derweil mit einem Fahrzeug auf der Flucht, so die Polizei. Nach den Räubern und dem Fluchtwagen wird gefahndet. "Wir haben Täterbeschreibungen", sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz. Herausbekommen hat die Polizei auch, dass Kennzeichen und Fahrzeug nicht übereinstimmen.

Weil es zunächst sich widersprechende Zeugenaussagen gab, hatte die Polizei unter Beteiligung des Spezialeinsatzkommandos (SEK) das geräumte Gebäude nach weiteren Tatverdächtigen durchsucht. Gefunden wurden sie bislang nicht.

Die Feuerwehr sei um 13:36 Uhr alarmiert worden, sagte Sprecher Kirstein dem rbb. Sie hatte zunächst von einem "Reizgas-Vorfall" und acht Menschen gesprochen, die "im Gehweg-Bereich" behandelt würden. Die Einsatzkräfte bereiteten sich zu dem Zeitpunkt, bei dem die Lage noch äußerst unübersichtlich und unklar war, auf weitere Betroffene vor. Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz.

Überfall Postbank Karstadt Hermannplatz (Quelle: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Hermannplatz war komplett gesperrt

Die Hasenheide und Teile des Hermannplatzes waren weiträumig abgesperrt. Die U7 und U8 hielten über mehrere Stunden nicht am U-Bahnhof Hermannplatz. Auf Twitter gepostete Fotos zeigten Dutzende Rettungs- und Polizeiwagen. Beamte mit schusssicheren Westen postierten sich. Von einer akuten Gefahr ging die Polizei am Tatort nach dem Überfall aber nicht aus.

Sendung: Inforadio, 31.07.2020, 15.00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [Wortklauberei] vom 31.07.2020 um 19:19
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

29 Kommentare

  1. 29.

    Das sind die typischen Ausreden der Dienste, sobald es um Kohle geht.
    Nach DIN gibt es natürlich den Unterschied. Abrechnungstechnisch ist lediglich interessant, ob die Indikation für einen Rettungswagen gegeben ist. Rettungsdienst ist Ländersache und bundesweit recht unterschiedlich geregelt.
    Deshalb fahren andere Bundesländer die Mehrzweckfahrzeugstrategie.
    Ein Blick z.B. auf die Feuerwehr Wiesbaden, immerhin Landeshauptstadt.
    https://www.wiesbaden.de/microsite/feuerwehr/fuhrpark/content/rettungsdienst-fuhrpark.php
    Da gibt es für einen Krankentransport auch nur die Kohle für einen solchen, egal ob mit KTW, RTW oder Mehrzweckfahrzeug eingeliefert.
    Es ist ein rein strukturelles Problem, welches die Berliner FW nicht angehen möchte.

  2. 28.

    Warum nicht ?
    Da ja in der U-Bahn Maskenpflicht besteht, sind die Räuber mit Maske garnicht groß aufgefallen und sind evt. unerkannt aus Tatortnähe geflüchtet. Corona machts möglich!







    Räub

  3. 27.

    Gute Besserung für die Verletzten.
    Da waren wieder bestimmt Leute von den arab.Clans am Werk. Diese Masche ist ja wohl bekannt.

  4. 26.

    Lach. Das habe ich auch gedacht, als ich vom Wechsel des Fluchtautos las. Wieso sollten die ein Auto benutzen? Wo es doch zu Fuß viel schneller heim ging.

  5. 25.

    Aha es gibt Täterbeschreibungen. Man könnte ja mal schreiben wie die Täter aussahen oder spielt das wieder den falschen in die Hände? Ich kann mich daran erinnern dass früher die Polizei Täterbeschreibungen an die Bevölkerung weitergegeben hat, um Fahndungserfolge zu erzielen.

  6. 24.

    Ok, wenn wir schon Haare spalten: der Unterschied zwischen Rettungswagen und Krankenwagen ist DIN 1789; der erste muss ihr entsprechen, der zweite nicht.

  7. 23.

    Der Krankentransport im RTW erfolgt in aller Regel nur bei notfallmäßigen Verlegungen zwischen Kliniken, nicht von zu oder nach Hause.

  8. 22.

    Offiziell gibt es keine Krankenwagen, das ist rein umgangssprachlich. Es gibt RTW (Rettungstransportwagen, auch Rettungswagen genannt) und Krankentransportwagen (KTW für reine Krankentransporte). Ergänzt wird der Rettungsdienst durch NEF, Notarzteinsatzfahrzeuge, die die RTW unterstützen. Soweit mir bekannt inzwischen nicht mehr im Dienst sind Notarztwagen, also Rettungswagen mit fester Notarztbesetzung.
    Unabhängig davon hoffe ich, dass alle Betroffenen sich schnell wieder erholen werden.

  9. 21.

    Jeglicher Rettungsdienst ist gemäß Rettungsdienstgesetz zur Notfallrettung verpflichtet!
    Woher leiten Sie nun ab Krankentransporte fahren zu müssen?
    Weil die bösen Menschen die 112 wählen? Lachhafte Erklärung!
    Könnte man problemlos an den Krankentransport oder die Dienste der KV übergeben!
    Da gibt es dann ja keine fette Kohle, gele.

  10. 20.

    Nee, aber von einer vollendeten Tat. Das ist so ähnlich wie geglückt, nur halt Gesetzestextdiktion.
    Jetzt zufrieden?
    Gute Besserung den Betroffenen und an alle anderen: bleibt gesund.

  11. 19.

    Vor allem Punkt 2 dürfte wichtig sein. Die Möglichkeit einer Flucht in Richtung U 7 oder U 8 ist zwar gegeben, jedoch nicht unbedingt wahrscheinlich. Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass ahnungslose Fahrgäste aus beiden U-Bahn-Linien, die am Hermannplatz aussteigen, eine für unübersichtlich gehaltene Szenerie kraft Masse noch unübersichtlicher machen.

  12. 18.

    "Missglückter" Raubüberfall. Welch Sprachstil.
    Wenn Geld erbeutet worden wäre, würde man sicher kaum von einer "geglückten" Tat sprechen.

  13. 17.

    Es gibt keine klare Trennung zwischen Rettungs- und Krankenwagen, da ein Rettungswagen sehr wohl Krankentransporte fahren kann und mehrheitlich auch fährt.
    In anderen Bundesländern wird der rettungsdienstliche Rettungswagen unter der Bezeichnung Mehrzweckfahrzeug geführt.
    Wenn ich mit einem Rettungswagen einen Krankentransport fahre, so gibt es mitnichten eine Indikation, um einen Rettungswagen auch abrechen zu können oder zu dürfen.
    Würde die FW all ihre Krankentransporte auch nur als Krankentransport abrechnen dürfen, so würden unsere Notaufnahmen nicht mehr überquellen vor lauter Bagatellfälle.

  14. 16.

    @rbb24 Vielen Dank für die Korrektur!

  15. 15.

    Es gibt zwei Erklärungsmöglichkeiten: 1. Das Karstadt-Gebäude ist mit dem U-Bahnhof direkt verbunden, es gibt einen Zugang aus dem Bahnhof der U7. Möglicherweise wurde er abgesperrt, wegen Reizgasverbreitung bzw. wegen Spurensicherung, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass einer oder mehrere der Täter in die U-Bahn geflohen ist/sind, statt alle mit dem Fluchtauto. 2. Wenn mit zwei - erfahrungsgemäß gut ausgelasteten U-Bahn-Linien Menschen an den Hermannplatz "angeliefert" werden, kommen die der Spurensicherung oben auf dem Platz und der Straße in die Quere.

  16. 14.

    Die berliner Feuerwehr hat nur Rettungswagen, da sie gemäß Rettungsdienstgesetz nur Notfall Rettung fährt. Leider ist in Berlin die Notfall Rettung zum Krankentransport mutiert. Da die Bevölkerung wegen jeder Kleinigkeit die 112 wählt.

  17. 13.

    Der yBahnhof wird aus Gründen der Sicherheit gesperrt. Möglicher Fluchtweg der Täter. Früher gab es eine direkte Verbindung. Ob das heute noch so ist, ist mir nicht bekannt.

  18. 12.

    Warum der U-Bahnhof dicht gemacht wurde kann ich genau sagen da man durch das Kaufhaus direkt zur U8 und U7 kommt deshalb und somit hätten die Täter auch so fliehen können und durch den U-Bahnhof verschiedene Ausgänge haben die sehr nahe sind fahrt mal zum Hermannplatz und schaut selber dann wisst ihr es. Habe 28 Jahre nahe Hermannplatz gewohnt jetzt nicht mehr zum Glück

  19. 11.

    Es sind schon merkwürdigere Sachen passiert, und so mancher Verbrecher ist nicht wirklich die hellste Kerze auf dem Kuchen. Finde, es gehört zur Sorgfaltspflicht alle möglichen Fluchtwege zu blockieren. Nervig ists trotzdem ...
    Wünsche allen Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung.

  20. 10.

    @ Rolf Kranz: Klischeevorstellung? Nö, Klischee wäre ja, als ob alle Deutschen in Lederhosen und alle Franzosen mit einem Baguette unterm Arm herumlaufen. Ich habe aber eine Vorstellung.

Das könnte Sie auch interessieren