Ein Auto steht am 26.07.2020 nach dem Zusammenstoß mit einer Menschengruppe am Hardenbergplatz an einem zerstörten Briefkasten. (Bild: dpa/Paul Zinken)
Audio: rbb 88,8 | 27.07.2020 | Andreas Marschner | Bild: dpa/Paul Zinken

Unfall am Hardenbergplatz - Polizei ermittelt nicht mehr wegen versuchten Totschlags

Sechs Menschen wurden am Sonntag bei dem schweren Unfall vorm Berliner Bahnhof Zoo verletzt - drei werden weiterhin in einer Klinik behandelt. Derweil ist der SUV-Fahrer, der zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert war, wieder auf freiem Fuß.

Nach dem schweren Unfall am Berliner Hardenbergplatz werden drei schwer verletzte Obdachlose weiter in Kliniken behandelt. Der Fahrer eines Geländewagens kam nach seiner Vernehmung wieder auf freien Fuß, wie die Polizei am Montag mitteilte. Bei dem Crash am Sonntagmorgen wurden neben den auf der Straße lebenden Männern auch drei Passanten leicht verletzt. Der 24-Jährige hatte beim Abbiegen die Kontrolle über das massive Auto verloren und war in die Gruppe gerast. Der Fahrer soll viel zu schnell unterwegs gewesen sein.

Polizei geht von Unfall aus

Der Fall ist inzwischen der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Es werde von einem Unfall ausgegangen, sagte eine Sprecherin. Ermittelt werd wegen Gefährdung des Straßenverkehrs sowie fahrlässiger Körperverletzung. Zunächst hatte die Polizei Ermittlungen wegen versuchten Totschlags und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr aufgenommen.

Der unverletzte Fahrer war nach dem Unfall zunächst festgenommen worden, noch am Sonntag konnte er aber den Polizeigewahrsam wieder verlassen.

Fahrer hatte keine Fluchtabsicht

Laut Polizei gibt es bislang keine Erkenntnisse, dass der 24-Jährige vom Unfallort flüchten wollte. Es lägen auch keine Hinweise vor, dass er in suizidaler Absicht mit dem Wagen in die Gruppe krachte, so der Sprecher. Dies habe sich aus der Vernehmung des Mannes ergeben.

Ein Atemalkoholtest hatte laut Angaben etwa 0,7 Promille ergeben. Der Wagen wurde beschlagnahmt. Dem Mann sei auch Blut abgenommen worden. Es gebe keine Hinweise auf eine "Intoxikation durch Betäubungsmittel", hieß es.

Zwei Verletzte bisher nicht ansprechbar

Auch auf eine politische oder religiöse Motivation gibt es nach Polizeiangaben bislang keine Hiweise. Auf einen Anschlag habe nichts hingedeutet. Auch ein illegales Autorennen wurde nicht angenommen.

Die Schwerverletzten sollten noch zu dem Unfall befragt werden. Zwei Obdachlose konnten noch nicht identifiziert werden, der dritte ist 32 Jahre alt. Bislang waren zwei der Männer wegen ihrer Verletzungen nicht ansprechbar.

Spuren am Unfallort deuten auf überhöhte Geschwindigkeit

Einer von ihnen schwebte laut Polizei am Sonntag in Lebensgefahr, über seinen Zustand wurde am Montag zunächst nichts bekannt. Er war laut Feuerwehr unter dem Fahrzeug eingeklemmt worden und musste nach der Bergung reanimiert werden.

Zeugen hatten laut Polizei beobachtet, dass der Mann deutlich zu schnell unterwegs gewesen sei. Darauf deuteten auch die Spuren am Unfallort hin. Zum Stehen kam der Wagen schließlich an einem Briefkasten - die Wucht des Aufpralls riss diesen aus der Verankerung.

Wer laut Strafgesetzbuch den Straßenverkehr gefährdet und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, kann mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe sanktioniert werden.

Sendung: Inforadio, 27.07.2020, 07:05 Uhr

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41 Kommentare

  1. 41.

    Der Nick nichtbescheuert spricht Bände. Dann sollten Sie sich aber etwas mehr Mühe geben in Ihren Anassen. .
    Natürlich ist ein Aufprall auf jegliche Art von Fahrzeugen schmerzhaft, gar tödlich. Wenn Sie die Seite der Berliner Polizei öffnen (https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/) werden selbst Sie erkennen, dass der Anteil von SUV'S am Unfallgeschehen in dieser Stadt eher gering ist.
    Das Sie und ihresgleichen wie verrückt an den Ihnen hingeworfenen SUV-Knochen nagen, ist das doch einfach mit dem hohen Verbrauch und dem dazugehörigen CO2-Ausstoß zu erklären.
    Dass Sie das nun in Verbindung mit dem Unfall bringen, scheint nur Wasser auf Ihre Mühlen zu sein. Bei der Situation, der Geschichte und dem Geschehen am Hardenbergplatz, hätte jedes andere Modell auch solchein verherrenden Verlauf gehabt.
    So, nun beruhigen wir uns wieder Alle und warten auf die Ermittlungsergebnisse der Polizei.

  2. 40.

    Es macht auf Grund der Bauweise sehr wohl einen Unterschied, ob es ein kleines flaches Auto, Limousine (meinetwegen auch eine S-KLasse) oder ein SUV ist. Dabei spielt auch der Preis keine und das Gewicht nur eine untergeordnete Rolle. Denn bei einem niedrigen Auto werden Fußgänger über die Motorhaube geschleudert, was den Aufprall erstmal abdämpft. Ein SUV ist dafür zu hoch, dass bedeutet, dass Fußgänger zwangsweise unter das ´Fahrzeug geraten und überrollt werden.

    Frau Strittmatter, Sie sind eine ganz tolle Fahrerin. Das erwähnten Sie ja bereits zu dem anderen Artikel. Aber was tut das zur Sache?

  3. 39.

    @Alexandra Strittmatter ich habe nicht gegen Mercedes gekämpft. Ich wollte mit den Daten nur aufzeigen, dass hier gegen einen "schweren" SUV gewettert wird obwohl Familienkutschen wie ein T-Modell oder ein VW-Bus genauso schwer sind.
    Und wenn man SUVs verbietet dann werden eben Cabrios genommen um zu Possen. Die sind meist auch deutlich schwerer.
    Ich bin

  4. 38.

    Seit Jahren fahre ich unfallfrei den Urvater aller Geländewagen: eine G-Klasse. Momentan einen G 55 AMG, 2500kg
    Ich bin keine Landärztin, keine Försterin und nicht vom Bau. Warum also? Weil ich es mir leisten kann und es Spass macht und ich lasse mir das auch nicht von irgendeinem Neider absprechen, nur weil mal wieder hysterisch mit den Fingerschen auf die SUV-Fahrer gezeigt wird, weil ein bedauerlicher Unfall durch einen jungen, angetrunkenen Mann, der das Fahrzeug anscheinend nicht im Griff hatte, passierte.Statt sich mit Empathie den Opfern zuzuwenden, brechen Einige wieder einen dümmlichen Kulturkampf vom Zaun. Andreas, wenn Sie schon den Kampf gegen Mercedes aufnehmen, dann untermauern Sie Ihre Aussagen mit den zutreffenden Datenblätter der Fahrzeuge. Ansonsten klingt es, wie der Tenor einiger Meinungen, nur hysterisch und wie eine Neiddebatte.
    Es ist völlig egal, mit was für ein KFZ man in eine Menschansammlung rast.

  5. 37.

    Das ist alles richtig nur trotzdem nicht alles so einfach. Wenn ich nun mit einem Smart mit sagen wir mal 50 km/h in eine Gruppe von Menschen fahre warum auch immer aber sagen wir mal durch eine Herzinfarkt (das kann jeden treffen!) damit ist diese tangente immer gleich ! Und diese Gruppe besteht aus 7 Menschen dann ist das wurst ob es ein Smart oder SUV ist die 7 Menschen werden verletzt! Ein Unterschied würde ich erkennen beim Smart wird dann auch der Fahrer zusätzlich verletzt was beim SUV nicht passieren würde . Aber bei den 7 Menschen kein Unterschied! Und auch den Smart gibt es aufgedonnert von Brabus mit einem Maße Leistungsverhältniss jenseits des sinnvollen! Also sind all diese Vergleiche das da weniger passiert nicht sinnvoll! Es ist traurig was da wieder passiert ist und wenn man den aktuellen Meldungen glauben darf werde ich immer wütender über die Situation und der Vorgeschichte !!!! Mit tun einfach nur die Opfer leid! Lasst das diskutieren über die Größe des Fahrzeuges das bringt nichts ihr werdet diese Fahrzeuge nicht mehr von den Straßen bekommen! Denkt einfach an die Opfer hofft das der Verursacher noch recht und Gesetz voll zur Verantwortung gezogen wird!

  6. 35.

    In der Schule nicht aufgepasst: Kinetische Energie : Masse mal Geschwindigkeit. Noch die Erklärung für dich: Je größer die Masse eines Pkw bei gleicher Geschwindigkeit desto größer die kin. Energie. Noch Fragen? Physikbuch aufschlagen und dann argumentieren. Mann oh Mann

  7. 33.

    Es geht sowohl in den Berichten und Kommentaren nur um SUV und nicht um alles andere. Das ist ein Zeichen welch Niveau Berlin erreicht hat. Es geht nicht mehr um die Sache sondern nur noch um
    Ideologie bzw Feindbilder. Das ist krank.

  8. 32.

    Um hier mal den Blödsinn mit dem SUV weiterzuspinnen:
    Die Fahrzeuge von Tesla (und nicht unbedingt SUV) bringen je nach Typ ca. 1700 kg - min. 2500kg auf die Waage!!!
    Also müssten konsequenterweise die SUV Hasser Hr.Musk verbieten in Grünheide zu produzieren.

  9. 31.

    Kopfschütteln ... der Fahrer war betrunken ...aus und fertig ....
    Wahrscheinlich hätte es wohl besser Tote geben sollen oder einen sogenannten Promi erst treffen müssen ..

  10. 30.

    Das Problem mit dem Wagen erinnert mich doch sehr an die ähnliche Waffendiskussion in den USA. Ein Sturmgewehr tötet ja niemanden. Der Schütze war betrunken...oh...das kommt halt immer wieder vor...allein die Schuld des Schützen...Da kann man nix machen! Wirklich jetzt?

  11. 29.

    Also lt. Tagesspiegel handelt es sich bei dem
    schwarzen Geländewagen um einen Firmenwagen mit estnischem Kennzeichen. Der Fahrer ist in Detmold gemeldet. Der Atemalkoholtest ergab 0,7 Promille.
    Nicht nur mit dem Privatwagen ,sondern auch mit dem Firmenwagen sollte man mit angemessener Geschwindigkeit und NULL Promille fahren.
    Sein Arbeitgeber ist sicher auch begeistert,zumal der Unfallfahrer nun sicher erst mal keinen Wagen mehr selbst fahren darf.

  12. 28.

    Das Hauptproblem ist doch nicht der Wagen, sondern die Unfähigkeit des Fahrers, mit NULL Promille und angepasster Geschwindigkeit durch die Stadt zu fahren.
    Dann verliert man wohl auch eher nicht die Kontrolle über sein Fahrzeug egal ob Smart oder SUV.
    Allen Verletzten wünsche ich gute Besserung.

  13. 27.

    Nennen Sie mir ein Land was kein Autoland ist und wo Großstädte frei von Autos sind.
    Den Verletzten wünsche ich das sie das alles gut überstehen und wieder ganz gesund werden.

  14. 26.

    Alkoholisiert und extremes Rasen mit diesen Straßen-Panzern in der engen Innenstadt - kein Vorsatz?
    Sechs zum Teil schwerverletzte unschuldige Opfer bekommen lebenslänglich (gesundheitliche Folgen) und der Täter ist nach wenigen Stunden frei! Diese Einschränkung der Polizei ist fast Wahlhilfe für Rechts-Außen.
    Liebe rbb-Redakteure, bitte recherchieren Sie doch in diesem Zusammenhang, wie es dem "an Epilepsie" erkrankten Porsche-Cayenne-Fahrer, der im Herbst in Berlin-Mitte ein Kind und drei Erwachsene tötete, heute geht, ob er regelmäßig seine Medikamente nimmt.
    Übrigens, eine hervorragende Leistung der Porsche-Pressestelle: Schon nach wenigen Stunden des damaligen Unfalls kam die SUV-Marke gar nicht in der Berichterstattung aller Zeitungen, Radio- und TV-Berichte vor.

  15. 25.

    Der SUV auf den Bildern sieht aus wie ein GLK der hat ein Leergewicht von 1790-1925 kg. Eine Mercedes E-Klasse E200d t-Modell hat ein Leergewicht von 1835 kg.
    Beide Fahrzeuge gibt es mit Motoren die zum Angeben und Rasen geeignet sind. Wenn man SUVs verbietet wird das Problem von Posern und Protzern und Fahreren, die die Grenzen der Fahrphysik nicht kennen nicht gelöst. Die hören dann nicht auf mit dem Auto fahren.

  16. 24.

    Ja, Lothar, diesen Wunsch haben sicher viele, die woanders schon mal ÖPN "genießen" konnten. Aber leider müssen wir halt mit BVG und SBahn leben, so wie sie sind. Ich glaube, jeder hätte da lieber etwas mehr... mehr von allem. Takt, Sauberkeit, Strecken. Aber leider ist es so sparsam, wie es gerad ist, und wir müssen damit leben.... ich befürchte, ich erlebe die Verkehrswende mit funktionierendem ÖPNV nicht mehr...

  17. 23.

    Und wann, David, brettert ein Smart mit 120 kmh linksherum um die Ecke, um den gleichen Schaden anzurichten wie ein SUV mit 60 kmh??? Und welcher Smart-Fahrer hat es NÖTIG, mit stark überhöhter Geschwindigkeit durch Berlin zu brettern, um sein Ego aufzuwerten?

  18. 22.

    Stimme Ihnen auch zu. Hat aber mit diesen tragischen Unfall hier rein gar nichts zu tun.

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