Unfall auf der A11 bei Gramzow, Brandenburg (Bild: TeleNewsNetwork)
Video: rbb|24 | 06.07.2020 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: TeleNewsNetwork

Geisterfahrt bei Gramzow - Polizei: Wendemanöver führte zu schwerem Unfall

Nach dem schweren Verkehrsunfall am Montag auf der A11 bei Gramzow (Uckermark) mit einem Toten und sechs Verletzten hat die Polizei Erkenntnisse zum Unfallhergang. Demnach hatte ein 82-Jähriger auf der Autobahn gewendet.

Die Ursache für den schweren Unfall bei Gramzow (Uckermark) auf der A11 am Montag ist geklärt. Wie ein Polizeisprecher am Dienstag mitteilte, wurde die Karambolage durch den 82-jährigen Falschfahrer verursacht. Dieser war zuerst ordnungsgemäß auf die A11 Richtung Norden gefahren. Weil er aber offenbar nach Süden wollte, wendete er auf der Autobahn. Danach stieß sein Pkw mit einem anderen Auto und einem Transporter zusammen.

Der 82-Jährige verstarb noch am Unfallort, sechs weitere Menschen wurden verletzt - darunter eine Familie aus Pirna (Sachsen), die sich auf dem Weg in den Ostsee-Urlaub befand.

Verletzte außer Lebensgefahr

Keiner der Verletzten schwebe in Lebensgefahr, sagte der Sprecher. Die Familie im Pkw war aus der Region Pirna auf dem Weg in den Urlaub Richtung Ostsee, hieß es. Die beiden zwei und sechs Jahre alten Jungen und die Eltern seien noch in der Klinik. Die Fahrerin des Transporters habe die Klinik wieder verlassen können. Die 81 Jahre alte Beifahrerin des Unfallverursachers aus der Uckermark wurde schwer verletzt.

Die Autobahn A11 war an der Unfallstelle in Richtung Norden bis zum frühen Nachmittag voll gesperrt. Inzwischen ist die Unfallstelle geräumt und alle Spuren wurden wieder freigegeben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.07.2020, 11:30 Uhr

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25 Kommentare

  1. 25.

    Sperrklinken hätten in diesem Fall nichts genutzt. Dem Falschfahrer fiel offenbar nachdem er richtig aufgefahren war ein, dass er eigentlich in die entgegengesetzte Richtung wollte. Dies veranlasste ihn zu dem verhängnisvollen Wendemanöver.

  2. 24.

    Moin Micha,
    Respekt für die Entscheidung. So geht es uns auch. Unserer Mutter mussten wir ein Jahr ins Gewissen reden und mit ihren jetzt 84 Jahren hat sie ihr Auto endlich aufgegeben, nachdem es mehr als 1 Jahr nur noch durch uns Kinder in ihrer Begleitung bewegt wurde. Wir sind froh darüber und fahren sie gerne umher oder begleiten sie mit ihrem Scooter.
    Ich fahre selbst Motorrad, Auto und bin Hobbypilot mit jährlicher flugmedizinischer Untersuchung mit allem fachärztlichem Checkup.
    Gäbe es Probleme, würde ich es abklären lassen und entsprechend reagieren. Nichts ist schlimmer, als wegen des Egoismus Unbeteiligte in Gefahr zu bringen.

  3. 23.

    Hut ab und schöne Grüße an den Herrn Vater! - So blickig und selbstreflektierend sind die meisten Menschen (gänzlich ungeachtet des Alters) nicht. Wirklich Respekt!!!

  4. 22.

    Das Problem sehe ich auch. Ich fände es durchaus gut, wenn beginnend mit dem gewünschten Führerscheinerwerb (also vor Prüfungszulassung) und danach alle fünf Jahre ein physischer und psychischer Checkup mit Führerschein-Inhabern gemacht würde.

    Der Führerschein würde alle fünf Jahre ablaufen und könnte durch das Durchlaufen dieser Tests verlängert werden. Wer die Verlängerung verpasst durchzuführen muss erneut die Fahrschule komplett durchlaufen. Wer untauglich ist, kann erst nach einem weiteren unauffälligen Testdurchlauf und anschließendem Neu-Besuch der Fahrschule den Führerschein erneut erwerben.

    Das sollte für alle Klassen gelten und könnte für Inhaber mehrer Klassen synchronisiert werden. (Da ja bei weiterem Klassen-Erwerb ein neuer Test nötig ist, wird dieser gewissermaßen als vorgezogener Test auch für die anderen, bereits vorhandenen Klassen behandelt.)

  5. 21.

    Mein Vater hat vor 5 Jahren im Alter von 70 Jahren entschieden, selbst nicht mehr das Auto zu fahren, da er selbst merkte, wie seine Reaktionen nachlassen. Dabei ist er fit wie'n Turnschuh, läuft und radelt noch durch die Wälder Brandenburgs und geht auch immer Treppen, statt Fahrstühle zu nutzen. Aber er ist halt auch intelligent genug, sich selbst einzugestehen, dass es mit dem Auto eben nicht mehr geht. Seither fahre ich ihn wohin auch immer er will. Ich habe damit überhaupt kein Problem. Richtig wütend werden wir, wenn wir Leute mit 80 und mehr Jahren hören, die meinen, sie fahren immer unfallfrei und sicher ... ja ... aber auch nur, weil die überhaupt nicht mehr merken, welches Chaos sie hinter sich lassen!

  6. 20.

    Die Tauglichkeit zum Fliegen oder zum Autofahren ist sicher nicht vom Alter abhängig sondern von den physischen und psychischen Befindlichkeiten .
    Was ein Krampfanfall bewirken kann, haben wir bei dem Unfall in der Chausseestr gesehen. Hier spielt das Alter keine Rolle.
    Ich kenne sehr fitte Alte und eingeschränkte Junge.

  7. 19.

    Genauso sehe ich es auch...
    Bedauerlich für alle Beteiligten in diesem Fall ist, das der Fahrer auf der Autobahn direkt versucht hat zu wenden.Und das mit ganz schrecklichen Folgen.
    Geisterfahrer gibt es jedoch immer wieder und die müssen auch nicht unter Drogen stehen oder zu alt sein. Wenn ich an so manche Autobahnauffahrt denke. Kurz abgelenkt und schon kann es passieren.
    Ich will jedoch dennoch nichts entschuldigen.

  8. 18.

    Kurz mal außerhalb des eigentlichen Themas:
    Stimmt, ich habe das Wort Insulinpflicht nicht beachtet. Jedoch bedeutet eine Erstdiagnose Diabetes definitiv eine vorläufige Untauglichkeit, nach Einreichung der Diagnosestellung durch den Facharzt nach erneuter Begutachtung durch den Flugmediziner in eine eingeschränkte Flugtauglichkeit gewandelt werden KANN, so keine Insulinpflicht besteht und diese durch Ernährung kompensiert werden kann. Hängt allerdings auch von der Klasse des Medicals ab - ist aber hier kein Thema für diesen Beitrag.
    Jedoch ist eine Diabetes auch eine Einschränkung der Fahrtauglichkeit, ebenso wie beispielsweise "banale" Erkältungskrankheiten.
    Daher ist eine Alterbeschränkung einer möglichen Fahrtauglichkeit nicht zielführend und sollte alle Fahrerlaubnisinhaber/innen beinhalten.

  9. 17.

    Richtig ok schon zum Erwerb der Fahrerlaubnis wäre das manchmal spannend ob der ein oder andere geeignet ist! Es hängen zu viele Schicksale davon ab.

  10. 16.

    Das mit der Fluguntauglichkeit bei Diabetes mellitus stimmt so nicht . Bei nicht insulinpflichtigem Diabetes kann eine Tauglichkeit erteilt werden. Bitte noch einmal informieren.
    Das schreibt eine Hobbypilotin, die im Übrigen Ihrer Meinung ist.

  11. 15.

    Fahre mit 73 gern unf bisher sicher. Hätte aber nichts gegen regelmäßige Fahrtauglichkeitstests. Es ändert sich schließlich etwas im Körper. Nach einer ambulanten Operation am Grauen Star habe ich den Arzt gefragt, ob ich jetzt mit oder ohne Brille fahren soll. Sowas könnte ebenso wie Hinweise auf Einnahme von Medikamenten regelmäßig erfolgen.

  12. 14.

    Es ist höchste Zeit, dass es mindestens ab dem 70. Lebensjahr Fahrtauglichkeitsüberprüfungen gibt. Wenigstens die Augen und das Reaktionsvermögen.
    Bei allem Verständnis für Mobilität im Alter muss man da aber auch an das Verantwortungsbewusstsein der Senioren appellieren. Bei uns wohnt auch so ein Kamikazepilot (92). Wenn der aus unserer Tiefgarage fährt, gehen alle die ihn kennen in Deckung. Das ist nicht lustig sondern gefährlich für Mensch und Tier.

  13. 13.

    Sie haben mit allem Recht was Sie schreiben, jedoch hat es tatsächlich nichts mit dem Alter zu tun. Ich habe auch nichts gegen eine ärztliche Fahrtauglichkeitsprüfung. Die sollte bei jeden Autofahrer in regelmäßigen Abständen stattfinden. Und nicht wie im Kommentar1 gefordert ab einem gewissen Alter.

  14. 12.

    "hat nichts mit dem Alter zu tun"
    das ist "Aluhut", da sämtliche durch Erhebungen bestätigte Erfahrungen dagegen sprechen. Eine Tauglichkeituntersuchung, je älter desto engmaschiger, wäre vernünftig und sinnvoll. Die Verweigerung auch freiwillig möglicher Untersuchungen ist häufig schon ein Symptom der abnehmenden Fahrtauglichkeit.

  15. 11.

    Es steht ja nun die Unfallursache fest, da braucht nun niemand hier seine eigende Geschichte zum besten geben, es geht hier um einen schlimmen Unfall und nicht wer Hobbypilot ist und was man zahlen muss und , und... will keiner wissen.

    Ich wünsche allen Verletzen gute Besserung .

  16. 10.

    Was ist daran so dramatisch sich ärztlich auf fahrtauglichkeit prüfen zulassen? Nicht sofort schreien das hat nichts mit dem Alter zu tun! Das erklären sie bitte den Verletzten den Ersthelfern den ehrenamtlichen Helfern der Feuerwehr und denen die es beruflich ausbaden müssen(Polizei und Rettungsdienst) jeder der gewerblich was bewegen möchte (taxi lkw Bahn Flugzeug usw) muss in regelmäßigen Abständen zu einem Amtsarzt warum nicht auch private Nutzer von Fahrzeugen? Was ist daran so schwer?

  17. 9.

    Wann gibt es endlich die generell zeitlich befristet gültige Fahrerlaubnis?
    Alle 5 Jahre ärztliche Tauglichkeit für Leute bis 50, von 51 bis 60 Jahre alle 3 Jahre,, von 61 bis 67 alle 2 Jahre und ab 68 Jahre eine jährliche Tauglichkeitsprüfung.
    Als Hobbypilot muss ich bereits jetzt schon jedes Jahr zum Doc, dafür zahle ich pro Jahr 120 Euro. Als Fahrerlaubnisinhaber sollte dieser Betrag auf 25 Euro gedeckelt sein, der allerdings den Ärzten gehört. Das Tauglichkeitszeugnis ist mitzuführen und auf Verlangen vorzuzeigen. Sozusagen eine MPU Light. Und wer sich fragt, welche Tauglichkeit ich meine, diese sind auf der Webseiten der EASA, Thema Medical veröffentlicht. Beispielsweise ist man mit einer Diabetes sofort Fluguntauglich. Warum soll dann nicht bei dieser Diagnose auch sie Fahrtauglichkeitt wenigstens eingeschränkt werden?

  18. 8.

    Werte rbb Leser, wenn man heute wie wir, arbeitsbedingt nach Greifswald möchte....in der Ferne ein Auto sieht, was einem in Fahrtrichtung auf der gleichen Seite entgegen kommt, ist das ein sch.. Gefühl. Ein großes Lob an alle ersthelfer, die sich sofort um die PKW Insassen gekümmert haben. Große Kritik und Kopfschütteln an diejenigen Autofahrer die trotz Absperrung, per hochgehaltenem Warndreieck, durch die Unfallstelle durch wollten. Ein riesiges "fuck off" an die gaffer und fotojunkies, die die Ausfahrt granzow verstopft hatten.
    Und ja, es muss was passieren, politisch, Gesetzgebung usw. Schaut nach Österreich und andere europäische Länder...es funktioniert.

  19. 7.

    Ganz genau! Spätestens auf der "Beschleunigungsspur" sollte man seinen Fehler bemerken und hält doch nicht noch drauf zu.

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