ARCHIV - 12.11.2015, Brandenburg, Potsdam: ILLUSTRATION - Eine entschärfte Bombe liegt an der Fundstelle. (Quelle: dpa/Hirschberger)
Symbolbild | Bild: dpa/Hirschberger

7.500 Menschen müssen Sperrkreis verlassen - Weltkriegsbombe in Potsdam soll unter Wasser gesprengt werden

Im Aradosee an der Nuthestraße in Potsdam soll am Mittwoch eine 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe gesprengt werden. Im Sperrkreis liegen drei Senioreneinrichtungen, vier Kitas, zwei Schulen, das Bundespolizeipräsidium - und die Häuser von 7.500 Menschen.

Die Weltkriegsbombe im Aradosee in Potsdamer Stadtteil Teltower Vorstadt soll am Mittwoch gesprengt werden. Das gab die Stadt Potsdam am Montag durch eine Pressemitteilung bekannt. Der 250 kg schwere Blindgänger US-amerikanischer Bauart war vergangenen Freitag gefunden worden und soll laut Mitteilung von Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg unschädlich gemacht werden.

Sprengung unter Wasser geplant - 7.500 Menschen im Sperrkreis

Die Fliegerbombe wurde bei einer systematischen Suche auf dem Grund des Sees entdeckt. Sie liegt in etwa drei Metern Tiefe unter einer dicken Schlammschicht. Entschärft werden kann sie laut Kampfmittelbeseitigungsdienst offenbar nicht. "Da die Bombe am Heck stark verkrustet ist, der Zünder nicht identifiziert werden kann und ein großer Baum samt Krone auf dem Blindgänger liegt, muss die Bombe nach Einschätzung des Kampmittelbeseitigungsdienstes am Mittwoch gesprengt werden", erklärte die Stadtverwaltung in am Montag einer Mitteilung. Um den Splitterflug zu begrenzen, werde ein rund 50 Quadratmeter großes Strohfloß über der Bombe platziert.

Um den Fundort der Bombe werde ein Sperrkreis mit einem Radius von rund 800 Metern eingerichtet. Davon betroffen seien die Teltower Vorstadt, Babelsberg und das Zentrum Ost. Etwa 7.500 Menschen in Babelsberg, Zentrum Ost und der Teltower Vorstadt, die innerhalb des Sperrkreises leben, müssen diesen bis 8 Uhr morgens verlassen. Davon seien auch drei Senioreneinrichtungen, vier Kitas, zwei Schulen sowie das Bundespolizeipräsidium betroffen. Alle müssten evakuiert werden.

Sperrkreis am Aradosee (Quelle: mappa.pro/rbb24)

Evakuierung in Zeiten der Pandemie

Stadtsprecherin Christine Homann betonte gegenüber rbb|24, dass während des Einsatzes auch der Infektionsschutz berücksichtigt werde. Pflegeheimbewohner würden bei der Evakuierung auf drei verschiedene Schulen im Stadtgebiet verteilt, Menschen aus unterschiedlichen Seniorenheimen müssten auf die Art nicht im selben Gebäude unterkommen. Wegen der Sommerferien gebe es in den Schulen ausreichend Platz. Über die Ausweichquartiere für die anderen Menschen, die im Sperrkreis leben, will das Rathaus noch auf der Website potsdam.de informieren.

Der Sperrbereich sei begrenzt durch den Horstweg, die Heinrich-Mann-Allee, den Humboldtring sowie die Rudolf-Breitscheid-Straße. Die Nuthestraße werde an der Abfahrt Horstweg gesperrt, bis zur Abfahrt Wetzlarer Straße bleibt sie offen, im Norden ist die Berliner Straße frei, eine Auffahrt auf die Nuthestraße ist dort auf Grund der Sperrung nicht möglich.

S-Bahnen aus Berlin enden in Babelsberg

Der Potsdamer Hauptbahnhof und der S-Bahnhof Babelsberg liegen zwar nicht im Sperrkreis, die Strecke zwischen den Bahnhöfen wird aber trotzdem gesperrt, sobald der Sperrkreis steht. Die S-Bahnen aus Berlin enden dann am Bahnhof Babelsberg. Sämtliche Straßenbahnlinien könnten wie gewohnt fahren, einzelne Buslinien werden umgeleitet.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 13.07.2020, 19:30 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Mir fehlt eine große Karte, die man ordentlich zoomen kann.

    Das "rote Areal" wird ja nicht exakt so kreisrund gesperrt. Eine alphabetische Liste mit den Straßen, die evakuiert werden, wäre immer praktisch in derartigen Fällen.

    Nicht so viel Fließtext, dafür übersichtlich alle Fakten genau in Kürze auflisten - das wäre schön.

  2. 1.

    Bei Kampmittelbeseitigungsdienstes dürfte meines Empfindens ein f fehlen.

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