Berlin: Eine U-Bahn der Linie 55 fährt in die Station Hauptbahnhof ein. (Quelle: dpa/Stache)
Bild: dpa/Stache

Lücke in Berlin-Mitte geschlossen - BVG will verlängerte U5 am 4. Dezember eröffnen

Nach vielen Jahren Bauzeit ist jetzt klar, wann die U5 komplett genutzt werden kann: Für den 4. Dezember lädt die BVG zur Jungfernfahrt zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz.

Nach rund zehn Jahren Bauzeit soll in diesem Winter die Verlängerung der U-Bahn Linie U5 in Berlin-Mitte in Betrieb gehen. "Wir werden am 4. Dezember diese Strecke eröffnen, dem Tag der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute und der Tunnelbauer", kündigte der Betriebschef der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Rolf Erfurt, am Montag an.

Eröffnung war eigentlich schon 2017 geplant

Die insgesamt 2,2 Kilometer lange Strecke schließt die Lücke der U5 zwischen dem Brandenburger Tor und dem Alexanderplatz. Fahrgäste können dann ohne Umstieg zwischen dem Hauptbahnhof und Hönow im Osten der Stadt hin- und herfahren.

Neben den beiden Tunnelröhren im Herzen der Stadt wurden auch die Bahnhöfe Rotes Rathaus, Museumsinsel und Unter den Linden gebaut. Das Projekt hatte ein Budget von 525 Millionen Euro. Die BVG geht davon aus, dass täglich bis zu 155.000 Fahrgäste die Gesamtstrecke nutzen werden.

Zuerst war die Inbetriebnahme für 2017 geplant. Der Baugrund in Berlin-Mitte hatte aber immer wieder Schwierigkeiten gemacht. Auf dem kurzen Stück zwischen Hauptbahnhof, Bundestag und Brandenburger Tor pendelten in den vergangenen Jahren bereits Züge, unter dem Namen U55. Die Strecke wird aber schon seit einigen Wochen wegen der Vorbereitungen auf den U5-Lückenschluss nicht mehr bedient.

BVG plant mit neuen Zügen

Ende 2022 wird dann ein weiteres Großvorhaben für die U-Bahn-Kunden sichtbar: Dann fahren die ersten Testzüge einer milliardenschweren Bestellung durch die Stadt. "Wir wollen unsere Flotte erneuern", sagte Erfurt, 24 Testwagen machten den Anfang.

Die BVG will bis 2030 insgesamt bis zu 1.500 Wagen der neuen "Baureihe J" kaufen, mindestens aber 606. Der Auftrag hat ein Volumen von bis zu drei Milliarden Euro und ist der größte in der Geschichte der BVG.

Sendung: Inforadio, 24.08.2020, 11:40 Uhr

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56 Kommentare

  1. 56.

    Die Kleinprofil-U-Bahnen der DDR fahren nicht mehr... also nicht in Deutschland, sondern in Nordkorea.
    Die jetzigen Bahnen sind doch die alten aus dem Westbestand, wenn es nicht die durchgängig (2 teilig) "neue" Variante ist.

  2. 55.

    Weitgehende Zustimmung zu Ihrer Forderung: "U-Bahn nur da, wo eine Tram mit dem zu erwartenden Fahrgastaufkommen absolut überfordert wäre." Wobei man die Kapazität der Tram bei Bedarf schon ziemlich hochschrauben kann, indem man die Züge wirklich unmittelbar aufeinander folgen lässt. Das ist bei der U-Bahn m.E. nicht möglich. Zudem vielleicht noch folgende Ergänzung: "Wo das städtische Leben oder anderer Verkehr durch eine oberirdische Tram sehr stark negativ beeinflusst würde, sollte auch eine streckenweise Tunnelführung geprüft werden." Ich halte das an manchen Engstellen für einen guten Kompromiss, der jedoch im Gegensatz z.B. zu Frankfurt/Main oder Köln in Berlin offenbar kaum in Erwägung gezogen wird.

  3. 54.

    Eine Rechnung, die selten oder garnicht aufgemacht wird, ist diejenige nach den laufenden Betriebskosten im Zuge der Bestandsdauer einer Anlage. Und auch die Einschätzung eines Störpotenzials. Wenn eine Fahrtreppe und/oder ein Fahrstuhl ausfällt, sind Mobilitätseingeschränkte - gleich ob mit Kinderwagen, Rollator oder schwerem Gepäck - schlichtweg aufgeschmissen.

    Die Logik: U-Bahn überall da, wo es irgend geht und nur dort, wo die Kosten astronomisch würden, kann es auch schon mal eine Tram sein, wäre umzudrehen. U-Bahn nur da, wo eine Tram mit dem zu erwartenden Fahrgastaufkommen absolut überfordert wäre. Das war ja schließlich auch mal der Entstehungsgrund für die U-Bahn / die Metro, bevor sie dann zum vor Eitelkeit sprühenden Aushängeschild wurde.

  4. 53.

    Diese Vergleiche allerdings hinken recht ordentlich: Es ist ja nun doch ein ganz grundsätzlicher Unterschied, ob irgendwo neue öffentliche Verkehrsmittel (ober- und/oder unterirdisch) bessere Mobilität für ALLE erreichen sollen, oder ob motorisierter Individualverkehr einschließlich seiner bekannten Nachteile (z.B. hoher Platz- und Energiebedarf) ausgebaut werden soll.

  5. 52.

    Mit Verlaub: Im Grunde genommen bestätigen Sie mich in meiner Argumentation. Allenfalls etwas modifiziert. Dass "im Keller" irgendwo ein U-Bahn-Tunnel im Rohbau liegt, ist noch lange keine Begründung dafür, eine U-Bahn auch tatsächlich dorthin zu bauen. Die Liste angedachter, im Rohbau erstellter Bauvorhaben, würde sie berlinweit erstellt, wäre jedenfalls unermesslich lang.

    Und das liegt keinesfalls am Unvermögen von Behörden, sondern vor allem darauf, dass nicht zuletzt aufgrund von Bürgerinitiativen die Planenden wieder schlichtweg "geerdet" wurden.

    Damit ist Berlin nicht allein. Ganz Hamburg-Ottensen sollte zur seelenlosen Bürostadt werden mit einem Schnellstraßenkreuz, das Bremer Ostertorviertel wäre Opfer der beschönigend so bezeichneten Mozarttrasse geworden und selbst in Amsterdam wären zahllose Grachten mit Stadtautobahnen überbaut worden.

    Die geänderte Wertschätzung war eine kulturelle, keine politische.

  6. 51.

    Warum sind Sie so erpicht darauf, alles in den Untergrund zu verlegen? Nicht nur Streckentunnel sind sehr teuer(auch bei offener Bauweise bis zu 10 x so viel wie oben; denken Sie alleine an die Unmengen von Beton), sondern auch die Bahnhöfe sind viel aufwändiger - damit seltener und schlechter zu erreichen. Schon alleine wenn ich einen Koffer habe, steige ich viel lieber in eine Tram als in eine U-Bahn - und erst recht, wenn ich z.B. auf einen Rolli angewiesen bin oder einen Kinderwagen habe. Und Ihre Aussage über den "schon fertigen Tunnel" halte ich für einen dreisten Euphemismus: M.E. befindet sich über dem Bahnsteig der U9 ein kurzer Tunnelstumpf. Die verbleibenden 1,5 km müsste man aber noch komplett buddeln. Wozu denn, wenn man mit einem Bruchteil des zeitlichen, finanziellen und materiellen Aufwands die Tram dorthin führen könnte?

  7. 50.

    Darum geht es nicht, und ich dachte, das wird in einem Kommentar deutlich. Eine U-Bahnverbindung zu einem internationalen Flughafen(!) nicht fertig zu bauen in einer Zeit, als sehr viel Geld nach Berlin geflossen ist, kann ich nur mit Berliner Wurschtigkeit erklären. Was wäre das für eine enorme Erleichterung gewesen! Spätestens nach der Wende hätte man da weiterbauen müssen.
    TXL wird Wohnquartier, Forschungs- und Gewerbestandort. Ins Hauptgebäude (mit dem U-Bahnhof im Keller) zieht eine Hochschule. Und dann zuckeln weiterhin viele Menschen mit dem Bus dahin. Geldverschwendung ist für mich der Neubau der Tram bis Turmstraße. Die Trasse verläuft über einem schon fertigen U-Bahn Tunnel, der Teil der Verlängerung der U5 sein könnte.

  8. 49.

    Es erscheint mir typisch deutsch, dass etwas, bloß weil es angefangen worden ist, auch unbedingt zu Ende gebaut werden müsse. Gemäß dieser Logik hätten wir einen um ein Viertel verkleinerten Botanischen Garten in Steglitz, weil das abgegangene Viertel dem Ausbau der Bundesstraße 1 geopfert worden wäre, wofür es sowohl Planungen als auch Vorleistungen gibt; gemäß dieser Logik bestünde der Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg aus einem Autobahnkreuz und über die Insel Schwanenwerder in Bln-Wannsee würde sich die verlängerte Südmeile ziehen, die faktisch nicht mehr an der Waldsassener Straße in Lichterfelde-Süd enden würde, sondern über Osdorfer Straße und der Lissabonallee bis nach Kladow reichen würde.



    So also auch mit dem ÖPNV: Mahnmale einer seinerzeitigen Geldverschwendung. U-Bahn bis Halensee, obwohl die S-Bahn parallel fährt, die aber gehörte zu derartigen Planungszeiten ja "dem Osten". U 10 bis Steglitz, parallel zur heutigen S 1, weil seinerzeit "eben Osten."

  9. 48.

    Von mir aus sehr gerne. Zumal es ja schon U-Bahnhöfe und Tunnel gibt, die bei passenden Gelegenheiten auf Vorrat gebaut wurden. Alleine zwischen HBF und TXL, so habe ich mir sagen lassen, gibt es vieles davon, incl. U-Bahnhof unter dem Terminal! Bei der genannten U3 werden demnach zwischen Krumme Lanke und Mexikoplatz auch schon etwa 100m Tunnel genutzt, und der U8 fehlt nicht mehr viel bis zum Märkischen Viertel, etc.

  10. 47.

    Was die Kosten des U-Bahn Baus betrifft: Es ist eine ganz große Ausnahme, dass wie bei der U5 bergmännisch und mit Tunnelbohrmaschine gebaut werden muss. Ganz zu schweigen von einem Bahnhof unter der Spree, was eine große Leistung war, aber leider eben auch (Pardon: sau-)teuer.
    Fast die ganze Berliner U-Bahn wurde in offener Bauweise gebaut. Ich kürze mal ab: Ein breiter / zwei schmälere Graben, Stahlbetonwände und -boden, Deckel drauf, Schienen rein, fertig.
    Inzwischen haben wir 2020 und bautechnisch ganz andere Möglichkeiten als z.B. in den 50ern oder den 20ern. Man schaue sich mal die Fundament-Gründungen auf größere Baustellen in Berlin an. Da geht sehr Viel.

  11. 45.

    @100Jahr, @Frank S. , @Alt-Berliner (dessen Kommentar verschwunden ist)
    Tram ist weder ein süddeutscher, noch ein sowjetischer/russischer Begriff. Tram kommt aus dem Bergbau und meint die kleinen Wagen auf schmalen Gleisen, mit denen Kohle, Erz oder Abraum unter Tage und dann auch über Tage befördert werden. Sie werden zu Zügen gekoppelt und von kleinen Lokomotiven (Druckluft oder elektrisch, selten Diesel, früher Pferde) gezogen, oder einzeln von Menschen geschoben. Der deutsche Begriff für einen Wagen ist übrigens Hunt oder Hund. Der schottische/britische Name ist Tram, und der ist älter als Straßenbahnen.

  12. 41.

    Es spricht nichts gegen ein Wiederaufleben der Straßenbahn besonders auch in Teilen des ehem. West-Berlins. Aber es sollte eine Aufgabenteilung zwischen den ÖPNV-Verkehrsmitteln geben, wo jedes seine spezifische Rolle spielt. Die Rolle der S- und U-Bahn ist dabei die schnelle Überbrückung langer Strecken und die Anbindung der Vororte, die Rolle der Straßenbahn kann die Erschließung der Fläche und Überbrückung nicht-schnellbahnwürdiger Strecken sein. Die Idee dass die Straßenbahn das Allheilmittel für einen großen Ballungsraum sein soll ist etwas abwegig.

  13. 40.

    Gegnerschaft zur U-Bahn und Bestehen auf dem Wort "Tram" ist für mich immer noch Kennzeichen für Zugezogene aus dem tiefsten Süddeutschland.

  14. 39.

    " Das "U" der U-Bahn steht im modernen Sprachgebrauch übrigens für "Unselten unnötig umständlich"

    Also ich finde weder die U Bahn noch S Bahn oder Straßenbahn als Unnötig !! Jeder Verkehrsträger hat seine Aufgaben und seinen Sinn . Das es viele Straßenbahnprojekte gibt der sehr sinnvoll währen aber seit Jahren NICHT umgesetzt werden ist genauso unstrittig wie einige U Bahn Erweiterungen die man sicher hinterfragen sollte . Dafür gibt es aber auch in Berlin die ein oder andere Erweiterung im U Bahn Netz die durchaus gerechtfertigt und damit NICHT Unnötig ist .

  15. 38.

    Mit "St" mögen katholisch geprägte Mitbürger gern Heilige verehren. Dass die verehrte Tram hingegen ooch hier inzwischen kurz UND lang Tram heisst, beweist die Modernität und Flexibilität der Berliner. Wir nenn' dit Ding ja nu ooch nich mehr "die Elektrische", oder? - Das "U" der U-Bahn steht im modernen Sprachgebrauch übrigens für "Unselten unnötig umständlich".

  16. 37.

    Das die Beschaffung von Zügen sehr wichtig ist, damit haben Sie vollkommen recht. Jedoch kommt das schon viel zu spät. Es gibt Züge, die schon fast 50 Jahre alt sind. Wenn man überlegt, im Kleinprofil die G1 Züge. Fuhren vor dem Mauerfall schon im Ostteil der Stadt und jetzt schon 30 Jahre in der vereinten Stadt.
    Von Fahrzeugmangel kann man sprechen, jedoch liegt es auch daran, das Züge ausfallen, weil zwar genug Wagen zur Verfügung stehen, aber nicht miteinander kuppelbar sind.
    Dann kommt natürlich auch der Personalmangel dazu. Eine Ausbildung zum Zugfahrer dauert nicht so lange, jedoch sind die Rahmenbedingungen für diesen Job äußerst Unattraktiv. Ziemlich schlechte Bezahlung und noch schlechtere Arbeitszeiten.
    Viele junge Leute die solch eine Ausbildung gemacht haben, haben nach kurzer Zeit wieder aufgehört oder sich innerhalb des Betriebes weiterbeworben.
    Solange dieser Job so miese Bedingungen aufweist, wird es immer am Personal mangeln.

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