08.08.2020,Berlin,Deutschland,GER,Teufelssee im Ortsteil Grunewald Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf (Quelle: imago-images/Zeitz)
Audio: Inforadio | 10.08.2020 | Ricardo Westphal | Bild: imago-images/Zeitz

Drei Menschen zunächst wiederbelebt - Vier Badetote in Berliner Seen am Wochenende

In Berlin sind am vergangenen Wochenende mindestens vier Menschen bei Badeunfällen gestorben. Neben einem von der Feuerwehr gemeldeten Badetoten am Teufelssee berichtete die Polizei am Montag von drei weiteren Toten.

Inzwischen sind demnach drei Männer verstorben, die zunächst noch reanimiert werden konnten. Ein 30-Jähriger, der am Samstag im Plötzensee verunglückte und ein 28-Jähriger, der am Sonntag im Großen Spektesee ertrank, überlebten trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen nicht. Darüber hinaus verunglückte laut Polizei am Sonntagabend ein Mann im Malchower See in Lichtenberg. Zu ihm konnte die Polizei noch keine weiteren Angaben machen, da noch ermittelt werde. Auch er konnte zunächst gerettet werden, starb dann aber noch am Ufer.

150 Einsätze am Wochenende

Laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist Selbstüberschätzung eine häufige Ursache für Badeunfälle. Weil die Freibäder der Berliner Bäderbetriebe (BBB) momentan nur begrenzte Kapazitäten haben, drängen sich die Badegäste zudem an anderen, auch unbewachten, Badestellen umso mehr.

"Viele halten sich nicht an die klassischen Baderegeln", sagte DLRG-Sprecher Christopher Wellner. Man solle beispielsweise nicht mit erhitztem Körper ins kalte Wasser gehen. "Dann kann der Kreislauf schnell schlapp machen", so Wellner. Bei Kindern sei es häufig problematisch, dass die Eltern sie nicht im Blick hätten.

Von Donnerstagabend bis Sonntagabend rückten die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer zu knapp 150 Einsätzen auf den Berliner Gewässern aus. Zehn Mal wurde die DLRG zu Ertrinkungsfällen alarmiert. An jedem Einsatztag seien 200 Retter unterwegs. Sie sind an 26 Stationen in Berlin im Dienst und überwachen mit ihren 40 Rettungsbooten bei Streifen auch Badestellen ohne Rettungsschwimmer. Daneben sind auch zahlreiche ehrenamtliche Lebensretter des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an Berliner Gewässern aktiv.

Schon jetzt die meisten Bäder wieder ausverkauft

Am Wochenende herrschte in den Berliner und Brandenburger Badeseen großer Andrang. Limitierte Tickets für die Frei- und Sommerbäder der Berliner Bäderbetriebe waren komplett vergriffen.

Auch die neue Woche hält laut Deutschem Wetterdienst für Berlin und Brandenburg schwüle Temperaturen mit bis zu 34 Grad sowie viel Sonne bereit. Trotz Ende der Sommerferien sind schon jetzt für die kommenden Tage nur noch für wenige Einrichtungen der Berliner Bäderbetriebe Tickets erhältlich [berliner-baeder.de]. BBB-Sprecher Matthias Oloew zufolge dürfen derzeit nur 16.800 Badegäste pro Tag in die Bäder gelassen werden. "Wir können die Kapazitäten leider nicht ausweiten und bedauern das sehr", sagte Oloew.

Vor Corona habe es keine Beschränkungen gegeben, so dass beispielsweise Spitzenwerte von rund 82.000 Badegästen an einem Tag erreicht wurden. Offiziell endet die Freibadsaison Ende August. Ob Bäder teilweise noch darüber hinaus öffnen, werde geprüft. Auch die Eröffnung der Schwimmhallen werde derzeit geplant. Vieles sei noch unklar. "Eine Hallenbadsaison, wie wir sie bisher kannten, ist unter dem Vorzeichen der Corona-Pandemie nicht zu erwarten", so Oloew.

Sendung: Abendschau, 10.08.2020, 19:30 Uhr

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11 Kommentare

  1. 10.

    Entschuldigung! Da sind Menschen gestorben.

    Jedes Mal erschtaunt wie empathielos die meisten Menschen sind.

    Führt Grundsatzdisskusionen an anderer Stelle

  2. 9.

    Bei allem Respekt, ich verstehe sie nicht. Erklären sie doch bitte mal ihren letzten Satz "Ein Schelm, der Böses dabei denkt... " Und was hat ihr Kommentar eigentlich mit dem Beitrag zu tun, bei dem es ja um tödliche Badeunfälle geht?

  3. 7.

    Hätten die bisher üblichen Strandbäder und Freibäder geöffnet mit Verkauf von Karten am Kassenhäuschen, wäre das vielleicht nicht passiert, dann müssten nicht so viele nach jwd ausweichen. Wer natürlich alles schließt oder Hindernisse einbaut, muss sich nicht wundern.
    Im Ruhrpott sollen jetzt schon Pools in Schrebergärten zusätzlich verboten und abgebaut werden.
    In NRW wird NACH den Sommerferien in der "Neuen Westfälischen" eine Beilage "Baden an Seen/Strandbädern" beigelegt.
    In Berlin wird NACH den Sommerferien das Zahlen an der Kasse ermöglicht.
    In Brandenburg werden gegen Ende Juli die Strandbäder überhaupt erst geöffnet.

    Ein Schelm, der Böses dabei denkt...

  4. 4.

    Liebe RBB-Redaktion,
    neben den Helfern der DLRG engagieren sich auch jedes Wochenende zahlreiche Ehrenamtliche des ASB sowie der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes. Die freuen sich auch, wenn Sie in Ihrere Berichtserstattung berücksichtigt werden.

    Nähere Informationen können Sie auch auf Seiten der Senatsverwaltung finden:
    https://www.berlin.de/sen/inneres/sicherheit/rettungsdienst/organisation/artikel.30723.php#wasser
    https://www.berlin.de/buergeraktiv/informieren/buergerschaftliches-engagement/artikel.85775.php

  5. 2.

    Malchower See. Naturschutzgebiet. Und dennoch geht man da baden. Ohne Rücksicht

    Vielleicht würde derjenige noch leben, wenn er eine erlaubte Stelle zum Baden genutzt hätte. Wer einmal jemanden im Naturschutzgebiet aus den Schlingpflanzen geholt hat, der weiß, was dort alles passieren kann.

  6. 1.

    Malchower See. Naturschutzgebiet. Und dennoch geht man da baden. Ohne Rücksicht

    Vielleicht würde derjenige noch leben, wenn er eine erlaubte Stelle zum Baden genutzt hätte. Wer einmal jemanden im Naturschutzgebiet aus den Schlingpflanzen geholt hat, der weiß, was dort alles passieren kann.

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