Ein Radfahrer hat vor dem rechtsabbiegenden Bus die Vorfahrt (Bild: dpa/Sascha Steinach)
Bild: dpa/Sascha Steinach

Zwischenbilanz für 2020 - Weniger Unfälle, aber deutlich mehr Verkehrstote in Berlin

Obwohl es wegen der Corona-Pandemie weniger Straßenverkehr und weniger Unfälle gibt, ist die Zahl der Verkehrstoten in Berlin weiter deutlich gestiegen. Nach zwei tödlichen Fahrradunfällen am Montag zählt die Polizei in diesem Jahr bislang 38 Menschen, die auf den Straßen starben, wie ein Sprecher am Dienstag sagte. Im gesamten Vorjahr waren es 40.

Zwei Radfahrerinnen kamen in Spandau ums Leben

Die beiden Radfahrerinnen kamen in Spandau ums Leben. Bei dem ersten Unfall stieß am Vormittag der Fahrer eines Transporters in Wilhelmstadt mit einer Frau zusammen. Die lebensgefährlich verletzte Frau, deren Identität zunächst nicht geklärt war, starb im Krankenhaus. Bei dem zweiten Unfall starb eine ältere Frau. Sie wurde von einer Autofahrerin nahe dem S-Bahnhof Spandau angefahren. Die Seniorin erlitt schwerste innere Verletzungen und starb noch am Unfallort.

Wer jeweils Schuld an den Unfällen war, wird jetzt von der Polizei ermittelt. Nach den jährlichen Unfallstatistiken der Polizei sind Radfahrer etwa zur Hälfte Schuld oder Mitschuld an den Unfällen, an denen sie beteiligt sind. Weil sie weitgehend ungeschützt sind, erleiden sie allerdings viel eher und viel schwerere Verletzungen als Autofahrer.

Radfahrer-Verband kündigt Mahnwachen an

Der Radfahrer-Verband ADFC kündigte zwei Mahnwachen am Mittwochnachmittag eine Mahnwache an der Ecke Seegefelder Straße / Klosterstraße an. Anschließend ruft der ADFC zu einem Fahrradkorso an der Pichelsdorfer Straße / Brüderstraße auf.

Die Polizei empfahl als eine Maßnahme gegen bestimmte Unfälle über Twitter: "Ein kleiner Griff, der Schlimmes verhindern kann: Wenn Sie im Fahrzeug am Straßenrad die Fahrertür öffnen, nutzen Sie dazu die rechte Hand - somit schauen Sie ganz automatisch, ob ein Radfahrer kommt."

Von den 38 tödlich verunglückten Menschen waren 14 Fußgänger, 13 Radfahrer, 7 Motorrad- oder Rollerfahrer und 2 Autoinsassen. Dazu kamen 2 sonstige Verkehrsteilnehmer. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Berlin ging durch die Corona-Pandemie stark zurück. Es gab auch deutlich weniger verletzte Menschen. Zahlen liegen bisher beim Amt für Statistik nur bis Mai vor. Demnach ereigneten sich knapp 48.900 Unfälle, 18 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2019 (knapp 60.000). Knapp 5.200 Menschen wurden leicht oder schwer verletzt. Im Jahr davor waren es fast 6.500.

Der Radfahrer-Verband ADFC kündigte zwei Mahnwachen am Mittwochnachmittag an der Möckernstraße in Kreuzberg (15.30 Uhr) und am Unfallort in Spandau (17.30 Uhr) an.

 

Die Polizei empfahl als eine Maßnahme gegen bestimmte Unfälle über Twitter: "Ein kleiner Griff, der Schlimmes verhindern kann: Wenn Sie im Fahrzeug am Straßenrad die Fahrertür öffnen, nutzen Sie dazu die rechte Hand - somit schauen Sie ganz automatisch, ob ein Radfahrer kommt."

 

Von den 38 tödlich verunglückten Menschen waren 14 Fußgänger, 13 Radfahrer, 7 Motorrad- oder Rollerfahrer und 2 Autoinsassen. Dazu kamen 2 sonstige Verkehrsteilnehmer.

 

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Berlin ging durch die Corona-Pandemie stark zurück. Es gab auch deutlich weniger verletzte Menschen. Zahlen liegen bisher beim Amt für Statistik nur bis Mai vor. Demnach ereigneten sich knapp 48 900 Unfälle, 18 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2019 (knapp 60 000). Knapp 5200 Menschen wurden leicht oder schwer verletzt. Im Jahr davor waren es fast 6500.

Der Radfahrer-Verband ADFC kündigte zwei Mahnwachen am Mittwochnachmittag an der Möckernstraße in Kreuzberg (15.30 Uhr) und am Unfallort in Spandau (17.30 Uhr) an.

 

Die Polizei empfahl als eine Maßnahme gegen bestimmte Unfälle über Twitter: "Ein kleiner Griff, der Schlimmes verhindern kann: Wenn Sie im Fahrzeug am Straßenrad die Fahrertür öffnen, nutzen Sie dazu die rechte Hand - somit schauen Sie ganz automatisch, ob ein Radfahrer kommt."

 

Von den 38 tödlich verunglückten Menschen waren 14 Fußgänger, 13 Radfahrer, 7 Motorrad- oder Rollerfahrer und 2 Autoinsassen. Dazu kamen 2 sonstige Verkehrsteilnehmer.

 

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Berlin ging durch die Corona-Pandemie stark zurück. Es gab auch deutlich weniger verletzte Menschen. Zahlen liegen bisher beim Amt für Statistik nur bis Mai vor. Demnach ereigneten sich knapp 48 900 Unfälle, 18 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2019 (knapp 60 000). Knapp 5200 Menschen wurden leicht oder schwer verletzt. Im Jahr davor waren es fast 6500.

Sendung: Abendschau, 18.08.2020, 19 Uhr 30

Korrektur: Die Mahnwachen und der Fahrradkorso finden in Spandau statt. In Kreuzberg findet am Mittwochnachmittag eine "Vision Zero"-Demo statt. Wir haben das entsprechend im Text korrigiert.

18 Kommentare

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  1. 17.

    Wann rafft die Politik endlich, dass Radfahrer wandelnde Unfallschwerpunkte sind. Trotzdem presst man sie mit aller Macht in eine Rolle, die viele Radfahrer überfordert (natürlich nicht nach eigener Wahrnehmung) und für alle Verkehrsteilnehmer eine Gefahr ist. Das reicht von Unwillen, Unkenntnis über Arglosigkeit, Rücksichtslosigkeit bis Dreistigkeit. Bis es mal schief geht.
    Ohne erfolgreich den theoretischen Teil einer Fahrschule bestanden zu haben, sollte niemand am Verkehr teilnehmen. Egal mit welchem Fahrzeug. Bei Radfahrern hapert es ja oft schon bei §1.

  2. 16.

    Der Verein Changing Cities ruft zu den Mahnwachen auf. Der ADFC stellt ein Geisterrad auf.

  3. 15.

    Tja, dass ich mit Gewalt natürlich nicht die physische Gewalt im Sinne einer tätlichen Handlung meine ist doch wohl klar, wie sollte auch ein Radfahrer einen LKW zur Seite schieben. Was ich natürlich meine ist, dass viele Radfahrer versuchen ohne Rücksicht auf (eigene) Verluste ihr Recht auf Vorfahrt zu erzwingen und sich oft auch ohne das Recht auf Vorfahrt versuchen diese zu verschaffen. Was den Vergleich mit den 70ern und 80ern anbelangt rede ich nicht von einem vergleichbaren Verkehrsgeschehen sondern es geht ausschließlich um Rotlichtverstöße und den Willen der Radfahrer sich an Verkehrsregeln zu halten (was ja unabhängig von der Dichte des Verkehrs ist). Im übrigen hinken doch bei Ihnen manche Vergleiche, denn glauben Sie mir, wenn Räder 10 Tonne wiegen würde käme so mancher PKW nicht mehr aus seiner Parklücke. Räder können eben zur Not auch beseite geschoben werden, PKWs nicht. Soviel zur Vergleichbarkeit.

  4. 14.

    Na,wie ich es schon einmal geschrieben habe, das Feindbild muss bestehen bleiben.

  5. 13.

    Belesen Sie sich doch mal zu dem Begriff "Gewalt". Im Strassenverkehr wird Gewalt vom PKW-/LKW-Fahrer*in gegen den Radverkehr und Fußgänger*innen und vom Radverkehr gegen Fußgänger*innen ausgeübt. Ein(e) Fahrradfahrer*in kann keine Gewalt gegen den motorisierten Verkehr ausüben, sondern lediglich fahrlässig handeln. Es sind die Fahrer*innen tonnenschwerer Fahrzeuge, die Gewalt in Form von Abdrängen, andere Verkehrsteilnehmer (besonders Radfahrer*innen) erziehen wollen, zu hoher Geschwindigkeit und Missachtung des roten Ampelsignals ausüben.
    Was soll auch dieser Vergleich zu den 70er und 80er Jahren? Da gab es wesentlich weniger Autoverkehr, da konnten Kinder noch auf Straßen spielen. Der Vergleich hinkt sehr. Was für ein Unrechtsbewusstsein? Dass der Autofahrer*innen? Da gebe ich Ihnen recht. Radfahrer*innen müssen sich täglich ihr recht erstreiten. Haben sie schon mal eine(n) Radfahrer*in die Straße zuparken sehen?
    Ihre Argumentation ist am Ende doch recht einseitig.

  6. 12.

    Täglich beobachte ich die Radfahrer die coronabedingt immer zahlreicher in Berlins Strassen unterwegs sind und stelle fest, dass die Disziplin und der Wille sich an die Verkehrsregeln zu halten im Gegensatz zu den 70er und 80er Jahren dramatisch abgenommen hat. Ich sehe jeden Tag hunderte von Radfahrern die bei Rot über die Ampeln fahren, abbiegen ohne den Blick über die Schulter zu werfen (meist mit Kopfhörer) oder die sich mit Gewalt ihre Vorfahrt vor Bussen, LKW und PKW erstreiten wollen und es dabei drauf ankommen lassen. Ich habe sehr den Eindruck, dass es hier massiv an Unrechtsbewusstsein, Vernunft und an Selbsterhaltungstrieb fehlt. Solange ich genauso oft Polizisten daneben stehen sehe die das Verhalten ignorieren statt es zu ahnden wundere ich mich nicht über eine weiter steigende Zahl von Toten. Da hilft auch kein Popup-Radweg und auch kein Abbiegeassisstent.

  7. 11.

    Selber fahre ich am Rathaus Spandau des öfteren lang.

    Leider habe ich an dieser Kreuzung schon sehr oft beobachten müssen, wie Autofahrer beim abbiegen, Radfahrer übersehen haben und die Radfahrer abbremsen oder ausweichen müssen.

    Jedoch ist auch an dieser Ecke zu beobachten, dass einige Radfahrer, die Verkehrsregeln konsequent ignorieren.

    Wenn sich jeder Verkehrsteilnehmer (auch Radfahrer) sich ganz einfach an den §1 der STVO halten würde, gebe es weniger Unfälle.

  8. 10.

    "Die erste Frau wurde vom Fahrer eines Transporters getötet. Sie schob ihr Rad." Demnach hätte sie dem Geradeazs-Verkehr wie dem Teansporter die Vorfahrt gewähren müssen. Die Polizei ist sich in der Hinsicht aber nicht so sicher und sucht weitere Zeigen. Ihre Quelle reicht den Ermittlern nicht aus.

    Auch am Bahnhof wäre zu ermitteln, wer Grün gehabt hatte.

    Zudem muss ermittelt werden, ob die Unfallbeteiligten ausreichend aufmerksam gewesen sind, um den Unfall zu verhindern

  9. 9.

    Ich sehe einen Radfahrer und einen Bus. Ende.

  10. 8.

    Ich als Fahrradfahrer würde auch so fahren, lieber etwas mehr Abstand zu solch Großen Fahrzeugen. Mir bringt es nicht viel, wenn ich nachher recht hatte und exakt auf dem Fahrradweg gefahren bin, aber der LKW oder Bus mich überrollt.

  11. 7.

    Man man ,hier sind ja wieder Spezialisten am kommentieren. Wir haben hier ein Bild kein Video.Niemand kann sagen, ob der Radler ausweicht oder sowieso dort gefahren ist. Ebenso kann keiner Sagen, der Bus fährt (Fahrer hat den Radler nicht gesehen oder ignoriert ).Das BILD zeigt eher, Fahrer(schaut nach rechts ) hat den Radler gesehen, läßt ihn Passieren und biegt danach ab. Aber so ist es, das Feindbild muss ja sein.

  12. 6.

    Gerade am Bahnhof kann man aber auch immer wieder beobachten, dass Radfahrer von der Seegefelder kommend rechts abbiegen und erst im weiteren Verlauf der Kreuzung auf den markierten Radweg fahren. Haben Sie auch die Blickrichtung des Busfahrers beachtet?

  13. 5.

    Wie man auf dem Bild sieht ist der Bus gerade abgebogen und kommt dem Radweg sehr nahe! Deshalb fährt der Radfahrer sicherheitshalber rechts daneben. Vermutlich weil er nicht vom Bus gestriffen werden will.

  14. 4.

    @rbb Um 15.30 startet eine Fahrraddemo vom "Velo-Kiez" (Geschäftsstelle und Selbsthilfe-Werkstatt des ADFC) für die allseits befürwortete "Vision-Zero" (Null Verkehrstote statt bereits 38 Verkehrstote in Berlin dieses Jahr).
    "Keine zwei Kilometer liegen zwischen den beiden Orten in Spandau, an denen am Montag zwei ungeschützte Verkehrsteilnehmerinnen getötet wurden. Die erste Frau wurde vom Fahrer eines Transporters getötet. Sie schob ihr Rad. Die zweite Frau wurde beim Fahrradfahren von einer rechtsabbiegenden Pkw-Fahrerin getötet. Changing Cities e.V. spricht den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus und ruft zu Mahnwachen an den beiden Unfallorten auf.
    WANN: Mittwoch, 19. August, 17:30 Uhr
    WO #1: Altstädter Ring Ecke Seegefelder Straße in 13597 Berlin-Spandau
    WO #2: Brüderstraße Ecke Pichelsdorfer Straße in 13595 Berlin-Spandau"
    https://changing-cities.org/mahnwachen-in-spandau/
    https://adfc-berlin.de/radverkehr/sicherheit/aktionen/62-geisterraeder/891-gr13-2020.html

  15. 3.

    @Siehste So kann man ein Foto auch falsch einschätzen. Der Radler auf dem Foto weicht dem rechtsabbiegenden Bus aus, um auf dem Radweg nicht unter den Bus zu geraten.

  16. 2.

    Vielleicht sollten Sie den Artikel noch einmal lesen. Die Toten sind hauptsächlich Fußgänger.

  17. 1.

    Die Toten sind hauptsächlich Fahrradfahrer, das ist sehr bedauerlich. Aber dieses Foto sagt vieles aus, da ist ein Fahrradweg, aber der Radler fährt auf der Straße. Der Busfahrer sieht den Radler, dem jedoch ist das große Gefährt von links scheißegal. Das sind die zwei Probleme, warum es immer wieder zu Verkehrstoten unter den Radlern kommt.

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