olizisten stehen vor einer Bank im Stadtteil Wilmersdorf.
Video: Abendschau | 04.08.2020 | Kerstin Breinig | Bild: dpa/Paul Zinken

Berlin-Wilmersdorf - Sicherheitsmann bei versuchtem Banküberfall angeschossen

Berliner Bundesplatz: Unbekannte versuchen, mit einem Fahrzeug in ein Bankgebäude einzudringen. Bei einem Schusswechsel wird ein Sicherheitsmitarbeiter verletzt. An selber Stelle gab es erst im Juni einen Überfall.

Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist es am Bundesplatz in Berlin-Wilmersdorf zu einem schweren Überfall gekommen. Mehrere bislang unbekannte Täter haben laut Polizei am Dienstag versucht, gewaltsam die Volksbankfiliale zu überfallen. Sie scheiterten jedoch am Widerstand der Wachleute.

Mit einem Pritschenwagen, auf dessen Ladefläche ein Stahlträger befestigt war, versuchten sich die Täter gegen 9:30 Uhr den Weg in das Bankgebäude freizurammen. "Sie sind dabei auf zwei Sicherheitsmitarbeiter gestoßen, woraufhin es zu einer oder mehreren Schussabgaben kam", sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz dem rbb. Dabei sei ein Sicherheitsmann verletzt worden, so Feuerwehrsprecher Dennis Passlack, allerdings ncht lebensgefährlich. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Polizisten und Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen vor einer Bank im Stadtteil Wilmersdorf. Dort war ein brennender Geldtransporter gemeldet worden, wie die Feuerwehr mitteilte. Ein verletzter Mensch sei von einem Notarzt versorgt und in ein Krankenhaus gebracht worden. Angaben zum Zusammenhang mit einem von der Polizei gemeldeten Überfall konnte die Feuerwehr zunächst nicht machen. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Bild: dpa/P. Zinken

Täter setzten Tatfahrzeug in Brand

Nach dem missglückten Überfallversuch setzten die Täter demnach das Tatfahrzeug in Brand. Die Polizei sprach von einem "Verdeckungsbrand", durch den offensichtlich Spuren vernichtet werden sollten. Augenzeugen berichteten dem rbb, die Täter seinen über einen Zaun gesprungen und eine nahegelegene Böschung zur Autobahn hochgelaufen. Ob dort ein Fluchtwagen stand, konnte die Polizei bisher nicht bestätigen.

Die Täter sind laut Polizei flüchtig. Nach ersten Informationen, auch des rbb, wurden insgsamt drei maskierte Menschen gesehen.

Kriminaltechniker untersuchten später den verbrannten Wagen, zudem kam eine Drohne zum Einsatz. Die Polizei befragte Zeugen, 80 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Die Sprecherin der Bank, Frauke van Bevern, zeigt sich erleichtert: "Bislang sehen wir nur Sachschaden", sagt sie. Zwei Angestellten, die vor der Öffnung der Filiale um 10 Uhr bereits vor Ort waren, gehe es den Umständen entsprechend gut. Ihnen werde eine psychologische Betreuung angeboten. Auch die Banksprecherin sagt, es sei unklar, ob Geld abhanden gekommen sei.

Erst im Juni Überfall an selber Stelle

Bereits am 16. Juni war ein Bote überfallen worden, der die Filiale in der Detmolder Straße mit Geld beliefern wollte. Zwei Unbekannte erbeuteten einen Geldkoffer und entkamen - es soll eine halbe Million Euro erbeutet worden sein. Die Täter bedrohten den Geldboten mit einer Waffe. Einer der Räuber sprühte Reizgas, es kam nach Angaben der Polizei zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit dem Boten. Dabei sei es dem Duo gelungen, dem 56-Jährigen den Geldkoffer und die Waffe zu entwenden. Anschließend rannten die Räuber zu einem wartenden Fluchtauto, unterwegs warfen sie die Waffe des Boten weg.

Erst am vergangenen Freitag war ein Überfall auf einen Geldboten in einer Bankfiliale in einem Kaufhaus am Neuköllner Hermannplatz missglückt. Die Täter versprühten Reizgas, 12 Menschen wurden leicht verletzt. Der Geldbote konnte sich und das Geld jedoch in Sicherheit bringen, so dass die Täter nach Polizeiangaben vom Sonntag ohne Beute flüchteten. 200 Einsatzkräfte waren beteiligt, unter anderem an einer aufwendigen Durchsuchung des Gebäudes.

Polizisten stehen vor einer Bank im Stadtteil Wilmersdorf. Dort war ein brennender Geldtransporter gemeldet worden, wie die Feuerwehr mitteilte. Ein verletzter Mensch sei von einem Notarzt versorgt und in ein Krankenhaus gebracht worden. Angaben zum Zusammenhang mit einem von der Polizei gemeldeten Überfall konnte die Feuerwehr zunächst nicht machen. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Bild: dpa/P. Zinken

Polizei geht nicht von Überfallserie aus

Von einer Häufung solcher Vorfälle könne man nicht sprechen, sagt Polizeisprecher Cablitz wenige Stunden nach dem neuen Fall. Er verwies auch auf unterschiedliche Vorgehensweisen der Täter. Ein Zusammenhang werde aber selbstverständlich geprüft. "Wir sind nicht naiv." Zu der Tat vom Freitag gehe die Polizei aktuell den umfangreich gesicherten Spuren nach.

Sendung: Inforadio, 04.08.2020, 10:40 Uhr

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16 Kommentare

  1. 16.

    Genau! Der Sicherheitsmann sollte belohnt werden! Und mindestens ein danke schön bekommen. Frechheit von der Bank wirklich....

  2. 15.

    Kurz gesagt:
    1. Das Foto vom VW-Pritschen Wagen auf der Titelseite der BZ oder Bild. Das Fahrzeug Ist sehr auffällig!
    2. Auswertung von allen Dashcams und AutoKameras die im Zeitrahmen zwischen 9.00 Uhr und 10.00 Uhr am 4.08.2020 auf dem Weg zur oder von der Arbeit diese Fahrstrecken genutzt haben zb. Autobahn A 100 Richtung Wedding in Höhe Bundesplatz, Auffahrt Wexstrasse sowie die Fahrten über die Detmolderstrasse.
    3. Ich empfehle Ihnen in den Werkstätten im Umfeld von 50 Kilometer ein Fahnnungsfoto mit dem VW- Pritschenwagen erstellen. BG Frank Schroeder
    Dann haben Sie schnell den gewünschten erfolg.

  3. 14.

    Ich bin Geld-Wert.Bote und habe regelmäßig schiesstraining, aber trotzdem trifft man nicht immer,. Auf dem Schießstand ist es was anderes als in der realität,da ist man real aufgeregt und steht unter Stress,so das man die WAFFE auch mal vereist.

  4. 13.

    Ähmmm andere ganz doofe frage , was will nen Bankräuber erbeuten ? Kontoauzüge , Druckerpapier ? Kassen wie früher gibts doch garnicht mehr, sondern alles über automaten.

  5. 12.

    Nur mal nebenbei, da sie ja meinen früher unter anderen Senatoren war alles besser. Ich bin dort groß geworden. Es gab direkt am Bundesplatz eine Filiale der Berliner Bank. Diese wurde Anfang der 70er 4 mal hintereinander überfallen. Die Überfälle auf Geldtransporter hatten im gleichen Zeitraum so stark zugenommen, dass die Polizei diese begleiten musste.

  6. 11.

    Es ist doch nun wirklich kein Geheimnis, welcher Gruppe die Täter mit hoher Wahrscheinlichkeit zuzurechnen sind, die haben sich oft genug derartig betätigt. Rassistisch daran ist eher Ihre Denke, dass gleich auf Weitere geschlossen würde, wo dem gar nicht so ist. Dieser positive Rassismus ist auch nicht zielführend. Die Kommentatoren bisher hier können das schon sehr gut differenzieren.
    Die Biskuitkuppel heißt bei mir übrigens bis heute noch anders, so wie sie bis vor wenigen Jahren noch offiziell hieß. Ich pfeife da auf die Sprachpolizei und meine das kein bisschen rassistisch.

  7. 10.

    Was soll die Frage? Zweifeln Sie daran, dass sich Bankräuber maskieren? Oder geht es nur darum, rassistische Anspielungen zu machen?

    Davon abgesehen heißt Ihre "Biskuitkuppel" schon seit zwanzig Jahren Schaum- oder Schokokuss, das kann man nun wirklich nicht mehr neudeutsch nennen.

  8. 8.

    Bankräuber sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren - dauerhaft erfolglos und dann noch rumballern! Frechheit. Dem Verletzten wünsche ich ganz viel gute und rasche Besserung, möge der tapfere Sicherheitsmann belohnt werden (ich hoffe doch...) und nicht traumatisiert zurückbleiben.

    Und an die andere Seite: Jungs, Einbruch/Diebstahl ist kein tragfähiges Lebensmodell mehr...

  9. 7.

    Lieber rbb 24 !
    Zeigt doch noch mal die Kriminalitätsstatistik!
    Fast jeden Tag ein Raubüberfall , eine Vergewaltigung , ein Angriff auf Polizisten u.s.w. .... !?
    Der Innensenator und Justizsenatori machen wirklich ne richtig „ tolle „ Arbeit !

  10. 6.

    Die Sprecherin der Bank, Frauke van Bevern, zeigt sich erleichtert: "Bislang sehen wir nur Sachschaden", sagt sie.
    ....... Wusste sie zu diesem Zeitpunkt eigentlich bereits von dem Verletzten ?

  11. 5.

    Waren es Weiße, Gelbe oder Schwarze? Vermummungsmasken natürlich, kein rassistisches Profiling.
    Sprach‘s und biß in die neudeutsche „Biskuitkuppel“.

  12. 3.

    Ich sehe das etwas anders. Die sogenannten Sicherheitsmitarbeiter sollten vielleicht mehr Schiesstraining machen damit kann man derartige Ereignisse reduzieren.

  13. 2.

    So kann man es auch recht gut bezeichnen. Mein Kommentar hierzu viel wesentlich präziser aus. Wurde aber nicht freigeschaltet.

  14. 1.

    Da bei manchen die Mieteinnahmen nachgelassen haben, muss der Luxus ja irgendwie bezahlt werden.

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