Archivbild: Nachgestellte Hauptverhandlung, Saal 500, Tag der Offenen Tür, Turmstraße, Kriminalgericht Moabit. (Quelle: dpa/Joko)
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Untersuchungshaft - Zwei Berliner Rechtsanwälte unter Verdacht: Millionen veruntreut

Zwei Berliner Rechtsanwälte werden verdächtigt, 38 Millionen Euro aus einem Bauunternehmen veruntreut zu haben. Gegen die beiden Männer sowie die Ex-Lebensgefährtin des Bauunternehmers und Kunstsammlers wurden Haftbefehle in Kraft gesetzt, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Die Beschwerden gegen die Aufhebung der Haftbefehle seien erfolgreich gewesen. Die Verdächtigen könnten aber gegen Kaution sowie weitere Auflagen auf freiem Fuß bleiben.

Ermittelt wird gegen die Anwälte im Alter von 43 und 75 Jahren sowie gegen die Frau wegen Untreue in besonders schwerem Fall. Die Anwälte sollen laut Mitteilung als Geschäftsführer beziehungsweise faktischer Geschäftsführer der Firma Aktien aus deren Eigentum für 38 Millionen Euro verkauft, übertragen und auf einen Kaufpreis verzichtet haben. Sie sollen damit angestrebt haben, die frühere Lebensgefährtin zu begünstigen. Die Anwälte sollen ihre Vermögens-Betreuungspflichten gegenüber dem Unternehmen verletzt und einen Vermögensnachteil großen Ausmaßes für die Firma verursacht haben.

Staatsanwaltschaft erwirkt wieder Untersuchungshaft

Gegen die drei waren im Juni Haftbefehle erlassen worden. Die beiden Anwälte saßen zunächst auch in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Tiergarten hob Ende Juni die drei Haftbefehle aber wieder auf. Das Gericht hatte keinen dringenden Tatverdacht mehr angenommen. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft nun erfolgreich Beschwerde eingelegt.

Jetzt werde neben dringenden Untreueverdachts auch wegen des dringenden Verdachts des schweren Parteiverrats ermittelt, so die Staatsanwaltschaft. Laut Strafgesetzbuch droht eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren, wenn ein Anwalt oder ein anderer Rechtsbeistand den ihm anvertrauten Angelegenheiten in derselben Rechtssache pflichtwidrig dient, wie es im Strafgesetzbuch heißt.

Sendung: Inforadio, 3.8.2020, 16:45 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Warum sollte es unter Rechtsanwälten keine Kriminellen geben? Die Wahrscheinlichkeit ist genau so hoch, wie in jeder anderen Berufsgruppe auch. Immerhin verlieren Anwälte bei einer Verurteilung ihr Niederlassungsrecht, was einem Berufsverbot gleichkommt. Insofern ist die Strafe sogar härter als bei Kriminellen aus anderen Berufsgruppen.

  2. 3.

    Kaum zu glauben. Was für eine Summe in der Baumafia versickert. Landowsky und Co lassen grüßen.

  3. 2.

    Kaum zu glauben eine solche Summe. Im Sumpf der Baumafia versickert. Landowsky lässt grüßen.

  4. 1.

    Nun sind auch schon die Rechtsanwälte
    kriminell . Geldgier kennt nun einmal keine Grenze.,,,

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