Aktivisten der UmweUmwelt-Aktivisten haben auf einem der Türme auf dem Gelände des Heizkraftwerks in Berlin-Moabit Transparente aufgehangen. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: Inforadio | 08.08.2020 | L. Schwarzer | Bild: dpa/Paul Zinken

Vattenfall hat kein Interesse an Räumung - Klimaaktivisten besetzen Heizkraftwerk in Berlin-Moabit

Klimaaktivisten sind auf das Gelände des Heizkraftwerk Moabit eingedrungen, kletterten auf Türme und enthüllten Anti-Kohle-Slogans. Der Betreiber Vattenfall hat kein Interesse an einer Räumung - das Kraftwerk sei momentan außer Betrieb.

Klimaaktivisten haben am Samstagmorgen das Heizkraftwerk in Berlin-Moabit besetzt, um so für einen schnelleren Kohleausstieg zu demonstrieren. Rund 20 Personen verschafften sich gegen 5 Uhr Zugang auf das Gelände, wie ein Polizeisprecher am Vormittag sagte. Nach seinen Angaben befanden sich auch am Samstagabend noch etwa zehn Aktivisten auf den Türmen des Kraftwerks. Auf dem Gelände selbst hätten sich zudem zehn weitere Personen zu einer angemeldeten Kundgebung eingefunden. Die Lage sei friedlich, so der Sprecher. Die Umweltaktivisten wollten die Aktion noch bis 23 Uhr fortsetzen.

Die Aktivisten stehen bei hohen Temperaturen auf den Förderkränen und dem Aschesilo des Kraftwerks, wie ein Sprecher des Betreibers Vattenfall sagte. Die Besetzer entrollten Transparente mit Slogans wie "Wer uns räumt, ist für Kohle!" und "Aufstand mit Abstand". Außerdem hatten sie ein Transparent mit der Aufschrift "Wer uns räumt, ist für Kohle!" entrollt.

Vattenfall: "Haben kein Interesse an Räumung, Kraftwerk ist momentan nicht in Betrieb"

Laut Polizei blieb die Lage am Vormittag ruhig, etwa 40 Einsatzkräfte beobachteten den Protest. Der Vattenfall-Sprecher sagte, man habe kein Interesse an der Räumung des Geländes. Das Kraftwerk ist wegen Wartungsarbeiten momentan nicht in Betrieb.

Parallel zur Besetzung meldeten die Aktivisten in der Nähe am S-Bahnhof Westhafen eine "Mahnwache" an, bei der laut Polizei zunächst niemand anwesend war. Am Nachmittag kamen nach Angaben der Veranstalter rund 40 Personen dorthin, die vorher am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte unter dem Titel "Steinkohle ist Blutkohle" demonstriert hatten.

Aktivisten fordern schnelleren Kohleausstieg

Mit ihrer Aktion fordern die Klimaaktivisten unter anderem einen schnelleren Kohleausstieg sowie "ein Ende des fossilen Kapitalismus", wie die Aktionsgruppe "Direkte Aktion Berlin" mitteilte. Das geplante "Kohleverlängerungsgesetz" der Bundesregierung sei ein Schlag ins Gesicht für alle, die seit Jahren für Klimagerechtigkeit kämpften.

Im Jahr 1900 erbauten Heizkraftwerk Moabit wird Steinkohle und seit 2013 auch Biomasse verfeuert. Betreiber des Kraftwerks am Friedrich-Krause-Ufer ist der schwedische Energiekonzern Vattenfall.

Sendung: Inforadio, 08.08.2020, 08:00 Uhr

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104 Kommentare

  1. 104.

    Solche angeblichen Klimaaktivisten sind Staftäter und keine Helden. Was ist los wenn die AfD beim BUND oder bei dessen Ideologen den Grünen eine ähnlche Aktion macht.

  2. 103.

    Die Grünen haben den Klimawandel verschlaffen. Schlimmer noch Sie verhindern um Wähler anzulocken sogar Freileitungen und damit fehlen Millarden beim Energiewandel.

  3. 102.

    "Zudem gibt es ..... guter Umweltpolitik, wohl aber unzählige marktwirtschaftliche Staaten."
    Welche wären dies bitte?
    "Konkurrenzkampf Innovationen fördert, die staatliche Planlenkung diese aber behindert."
    Antwort: Warum gab es dann aber nur Innovationen auch in der Planwirtschaft ?
    "Im Sozialismus werden die Regeln, so sie denn als Alibi überhaupt vorhanden sind, durch den Staat selber gebrochen, weil es einen enormen Kostendruck gibt."
    Den enormen Kostendruck im Sozialismus bitte erklären
    "Welche Angriffe auf den Sozialismus Sie meinen, erschließt sich mir nicht."
    Dass ist doch nicht ihr Ernst? Sie haben noch nichts von den Morden, Wirtschaftssabotage, Rüstung, Kriege und der politischen Unterwanderungen mit Hilfe der Medien und des Geheimdiensts gehört?
    "Glauben Sie, die DDR war ohne Grund wirtschaftlich am Ende?"
    Wie hoch waren die Schulden der DDR und die der BRD. Marode ist das Westsystem, da es auf Kosten der zukünftigen Generationen lebt.

  4. 101.

    Was haben Sie denn für einen abgefahrenen Diskussionsstil? Weder das eine noch das andere hat irgendjemand unterstellt!
    Im Übrigen gab es auch schon vor der Parteigründung der Grünen ein stetig steigendes Umweltbewusstsein, gewachsen auf den teils schlimmsten Umweltsauereien während der Wirtschaftswunderjahre. Die Grünen sind aber sehr erfolgreich auf dieser Welle mitgeschwommen und gewachsen. Alleiniges Anliegen der Grünen war Umweltschutz aber nie!

  5. 100.

    Ich habe auch nicht behauptet, dass der Kapitalismus frei von schlimmen Fehlern wäre. Allerdings ist dieser enorm anpassungsfähig, sofern ein starker Staat dahinter steht und klare Grenzen setzt und auch überwacht. Im Sozialismus werden die Regeln, so sie denn als Alibi überhaupt vorhanden sind, durch den Staat selber gebrochen, weil es einen enormen Kostendruck gibt. Länder mit schwachen Regierungen dienen daher nicht als Beispiel. Zudem gibt es keinen einzigen sozialistischen Staat mit guter Umweltpolitik, wohl aber unzählige marktwirtschaftliche Staaten.

    Welche Angriffe auf den Sozialismus Sie meinen, erschließt sich mir nicht. Der Kapitalismus war und bleibt diesem einfach grundlegend überlegen, weil Konkurrenzkampf Innovationen fördert, die staatliche Planlenkung diese aber behindert. Glauben Sie, die DDR war ohne Grund wirtschaftlich am Ende?

  6. 99.

    Wenn wir Russland die Schuld am 2. Weltkrieg geben dann sicher doch den Grünen wegen jahrzehntelanger Untätigkeit beim Klimaschutz die Verantwortung für das Klimaproblem?

  7. 98.

    Hätte der Sozialismus sich nicht ständig geben die Angriffe des Kapitalismus verteidigen müssen wäre vieles möglich gewesen. Dass der Kapitalismus besser sei ist auch Quatsch. Einfach einmal über den Tellerrand schauen. Der Müll in den Weltmeeren ist Kapitalismus. Die Waldbrände in Südamerika sind alles Kapitalismus. Was wir jetzt haben ist eben Kapitalismus und der versagt wiedereinmal auf ganzer Linie. Klar hatte es die Planwirtschaft einfacher. Da wurde einfach beschlossen. Zum Beispiel alles ich glaube es waren 50 km was drüber lag wird mit der Reichsbahn transportiert. Im Westen gibt es da die Kapitalisten mit ihrer Lobby die so was verhindert hätten.

  8. 96.

    Zu Befehl!
    Wo haben Sie denn die letzten 30-40 Jahre gedient, dass Sie so mit mir reden. Sie spinnen wohl.

  9. 95.

    Finde man muss ehrlich sein. Gab keine 30 Jahre leere Versprechungen. Gibt einfach seit 30 Jahren keine ausreichend bewusste, fordernde und auch sich um sich selbst bemühende Gesellschaft, die etwas anderes gewollt hätte...als das man halt paar klimatechnisch-ökologische Parameter als wissenschaftlich gesichert ansieht. Da hat man 30, 40, 50 Jahre gut mit gelebt, solange niemand forderte und durchsetzte, es müsse nun mal was zur Anwendung kommen. In Wahrheit haben wir viel erreicht. Aber eben mal wieder mehr nur und vergleichsweise im Dorf. Vor 50 jähren haben uns haargenau dieselben Interessen und Interessenvertreter erzählt, der Rhein als reiner Abwasserkanal sei unvermeidlich. Es sind jene, die die EU immer dann bekämpfen, wenn es um Verbraucherschutz, Sozialstandards, Ökologie, soziale Gerechtigkeit geht. Jene die demokratische Erneuerung und Teilhabe fürchten. Dagegen hilft nur Bewusstsein und Organisation. Daraus wächst Stimme und Vertretung. Wir haben es selbst in der Hand.

  10. 94.

    Nichts für Ungut, Frau Martina, aber ich habe schön weit bessere Versuche der Ablenkung und Diffamierung gesehen als hier. Dass Sie generell ein Problem mit anderen Meinungen als der Ihren haben und alles andere plump beschimpfen, wissen wir ja nun, ist Ihnen oft genug gesagt worden. Also belassen wir es einfach dabei, von Ihnen erhoffte ich mir keinen Erkenntnisgewinn, der mich meine Meinung überdenken lassen könnte.

  11. 91.

    @Martina Vielen Dank, das wäre wirklich nicht nötig gewesen.

    "auch für Leute wie Sie habe ich mir vor 30-40 Jahren die Fresse polieren lassen, mich beschimpfen, kriminalisieren zur Linksradikalen, bestenfalls Träumerin erklären lassen. Damit am Ende Regierungspolitik ist, keine Atomkraftwerke mehr zu betreiben."

  12. 90.

    Sie machen es sich hübsch einfach. Um dann anderen vorzuhalten sie kopierten aus dem Propagandahandbuch.
    Sie haben nicht einmal einen Begriff davon was Ihnen als Handwerkszeug fehlt, um die grundsätzlichen Linien bei der Organisation und beim aushandeln unseres Gemeinwesens zu erfassen. Das ist nicht weil Sie doof sind. Das ist weil man bei Ihnen nicht weiss, ob Sie tatsächlich Aktien in der z. B. Kohlewirtschaft haben und deshalb zu Recht fürchten, was die Menschheitsgeschichte aber leider nicht mehr ändern kann: Die Aktien werden sozusagen wertlos. Kohlewirtschaft in der vorliegenden Form ist bereits Vergangenenheit. Hat kein Sozialist oder Kommunist verordnet.
    oder ob Sie einfach schwindelig geredet sind von jenen die diese Aktien haben. Die Sie selbst aber ja gar nicht haben. Es reicht auch nicht nur Radikal-Kapitalismus (Gegenwart) und Stalinismus (Vergangenheit) zu kennen. Beides ist das ohne Demokratie. Das ist bekannt unter sozialen, oder sozialistischen Demokraten.

  13. 89.

    Jo, das ist halt das Ergebnis von über 30 Jahren leeren Versprechungen von Seiten der Politik. Sie wünschen sich wohl weitere 30 Jahre Stillstand. Wahrscheinlich sind Sie alt genug die Folgen des Klimawandels nicht mehr zu erleben? Anders ist das ja nicht zu erklären

  14. 88.

    "Es ist Ihr Problem wenn Sie nach Jahrzehnten -bestenfalls- Bummelantentum auch noch freundlich angesprochen werden wollen. Darauf gibt es aber kein Recht mehr."

    Sie meinen tatsächlich, Sie würden hier mit Verantwortlichen diskutieren? Selbst die Verantwortlichen hätten allerdings Anspruch auf Benehmen und freundlichen Umgangston. Daran mangelt es bei Ihnen allerdings komplett. Sie bringen Ihr Anliegen einfach nur äußerst abstoßend und unsympathisch rüber.

  15. 87.

    anorak2Sonntag, 09.08.2020 | 09:27 Uhr
    Antwort auf [Sargon] vom 09.08.2020 um 00:30
    "Was immer man tut, man darf nie den Ast absägen auf dem man sitzt." Genau dafür plädieren Sie jedoch.
    "Die gesamte Gesellschaft ohne Rücksicht auf Verluste daraufhin umzumodeln, welchen Einfluss sie vielleicht auf das Wetter ausüben mag (und dass ein solcher Einfluss wahrscheinlich besteht, bestreite ich trotz mehrfacher gegenteiliger Unterstellung immer noch nicht), ist aber genau das: Das Bein amputieren, weil es im kleinen Zeh juckt." Nein, das Bein wird amputiert, weil die Auswirkungen des kranken Beines dazu führen, dass der ganze Körper stirbt, wenn das Bein nicht amputiert wird.

    "Auch und gerade wirkliche Linke können das nicht wollen, denn soziales Bewusstsein bedeutet, alles am Wohlergehen der Mitmenschen auszurichten, und nicht an esoterischen Nebensachen." Und genau deswegen sind auch echte Linke dafür, dass das Klima so gut es geht erträglich zu erhalten.

  16. 86.

    Herr peer,
    auch für Leute wie Sie habe ich mir vor 30-40 Jahren die Fresse polieren lassen, mich beschimpfen, kriminalisieren zur Linksradikalen, bestenfalls Träumerin erklären lassen.
    Damit am Ende Regierungspolitik ist, keine Atomkraftwerke mehr zu betreiben. Nicht auszudenken wie viel mehr und wie viel mehr strahlender Atommüll im Salzwasser des sogenannten Endlagers Asse II verrosten und verrotten würden.
    Wo waren Sie denn vor 40 Jahren, oder was glauben Sie wer Sie sind, glauben Sie den politisch-ökologischenStatus quo einfach erben zu können, ohne jene zu respektieren und zu ehren die ihn durchsetzten. Weshalb sollte man mit solcher Haltung freundlich sein? Sie ist anmassend. Mit was wäre die Geduld damit verdient? Es haben sich jene zu bewegen, die entweder seit Jahrzehnten nachhaltige Klimapolitik verhinderten, oder dazu schwiegen da sie nicht stattfand. Sie sind zu spät. Sie müssen Nachsitzen. Müssen auch streng angegangen werden, wie es bockige Schüler manchmal brauchen.

  17. 85.

    Jetzt wird's aber völlig wird! Gibt das Propagandahandbuch zu diesem Thema nicht genug kopierbare Phrasen mehr her?

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