ARCHIV - 09.07.2018, Brandenburg, Lieberose: Wald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg. (Quelle:dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Höchste Gefahrenstufe in neun Landkreisen - Mehrere Waldbrände in Brandenburg - Bahnstrecke gesperrt

In neun Brandenburger Landkreisen ist zurzeit die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Die Feuerwehr musste bereits mehrere kleine Feuer löschen. Von einem Brand in Nordsachsen ist noch immer die Bahnstrecke zwischen Falkenberg/Elster und Torgau betroffen.

In Brandenburg ist es am Wochenende zu mehreren kleineren Waldbränden gekommen. In Jüterbog (Teltow-Fläming) brannten am Samstagabend jeweils 200 Quadratmeter Waldboden am Kapellenberg und im Neuheimer Weg, wie die Polizeidirektion West am Sonntag mitteilte. Da die Brandmeldetürme früh Alarm schlugen und die Feuerwehr schnell mit der Arbeit begann, konnten die Brände zügig gelöscht werden, wie es hieß.

Der Wald rund um Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming gehört zu den Brandschwerpunkten im Land, weil sich dort vor der Wende ein Truppenübungsplatz befand. Im Boden liegende Munition entzündet sich bei großer Hitze. Der Brandschutz der Kreisverwaltung geht davon aus, dass das noch lange so weitergehen wird. Vor zwei Jahren loderten die Flammen dort sogar tagelang. Damals hatten die Feuerwehrleute zum Teil Schwierigkeiten, sich abzustimmen, weil sie im Wald keinen Handy-Empfang hatten. Das Problem existiert mancherorts nach wie vor. Auch im vergangenen Jahr hatte es dort gebrannt.

Bahnstrecke zwischen Torgau und Falkenberg/Elster noch gesperrt

Nach Angaben der Deutschen Bahn ist wegen eines Brandes seit Samstagnachmittag außerdem die Strecke zwischen Torgau und Falkenberg/Elster gesperrt. Betroffen sind die Linien S4 (Markkleeberg-Gaschwitz) und der RE10 Leipzig-Cottbus. Die Deutsche Bahn hat einen Busnotverkehr eingerichtet. Zurzeit kann die Bahn noch keine Prognose zur Dauer abgeben.

Ursache war ein Brand in einem Waldstück in Nordsachsen, der möglicherweise durch Funkenflug eines Zuges ausgelöst wurde. Unweit der Landesgrenze kämpften mehrere Feuerwehren der Region und insgesamt über 100 Einsatzkräfte bis zum Abend gegen die Flammen, wie Eckhard Rexroth, der Umweltdezernent des Landkreises Nordsachsen, am Sonntag sagte. Auch die Bundespolizei war mit Löschhubschrauber beteiligt.

Nach Angaben Rexroths wurden 30 Hektar in Mitleidenschaft gezogen. Das Feuer war am späten Abend gelöscht, seitdem werde Brandwache gehalten.

Höchste Waldbrandgefahr in vielen Landkreisen

Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragen des Landes, Raimund Engel, brannten in der Nacht zu Sonntag außerdem 50 Quadratmeter Wald in Cottbus, 100 Quadratmeter Waldfläche hinter einem Sportplatz in Rückersdorf und rund 1.000 Quadratmeter in Schlieben (beides Elbe-Elster).

220 Mal hat es in diesem Jahr in Brandenburgs Wäldern bereits gebrannt. 110 Hektar standen in Flammen, wie Engel sagte.

Am Sonntag herrscht, wie am Vortag, in 9 von 14 Landkreisen die höchste Waldbrandgefahr. Dies teilt das Umweltministerium auf seiner Internetseite mit. In den übrigen fünf Kreisen, darunter die Uckermark und Spree-Neiße, gilt die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe.

Sendung: Inforadio, 09.08.2020, 13:30 Uhr

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