An einem Baum bei Groß Drewitz ist ein Schild angebracht mit der Aufschrift: "Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen Kerngebiet" (Quelle: DPA/Bernd Settnik)
Bild: DPA/Bernd Settnik

Nach Fund von infiziertem Kadaver - Mobiler Zaun zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest steht

Vergangene Woche wurde in Brandenburg der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest bestätigt. In einem weiten Radius rund um die Fundstelle wurde nun ein Zaun gezogen. Unterdessen wird die Tragweite des Falls für Fleischproduzenten deutlich.

Der Zaun gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) steht. Der mobile Elektrozaun sei am Samstag Abend in einer Kernzone rund um den Fundort des mit ASP infizierten Wildschweins in der Gemeinde Schenkendöbern in einem Radius von drei Kilometer fertig aufgebaut worden, wie das Brandenburger Gesundheitsministerium am Sonntag bestätigte. Der Landesforstbetrieb hatte die örtlichen Kräfte unterstützt.

In der Kernzone liegen die Landkreise Neiße-Spree und Oder-Spree. Insgesamt wurde das Gefährdungsgebiet auf einen Radius von bis zu 24 Kilometer um den Fundort herum festgelegt. Davon ist auch ein Teil des Kreises Dahme-Spreewald betroffen. Der Zaun stammt aus Beständen der Landkreise und des Landes.

Für abgesperrte Zone gelten bestimmte Beschränkungen

Nachdem im Landkreis Spree-Neiße am Donnerstag der deutschlandweit erste ASP-Fall amtlich festgestellt wurde, hatten sich das Landeskrisenzentrum Tierseuchenbekämpfung und die Krisenzentren der betroffenen Landkreise Spree-Neiße, Oder-Spree und Dahme-Spreewald auf die Ausmaße der Schutz-und Kontrollzonen abgestimmt. Für dieses Gebiet gelten ganz bestimmte Beschränkungen für den Tierverkehr. Ab diesem Montag soll eine Allgemeinverfügung in Kraft treten. Dann dürfen auch Felder und Wäldern nicht mehr betreten werden.

Entdeckt wurde das tote Wildschwein auf einem abgeernteten Maisfeld sieben Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. Laut Verbraucherministerium gibt es in der Gefährdungszone rund 20 Schweinehalter, ein Halter mit 5.000 Schweinen ist sieben Kilometer vom Fundort entfernt.

Schlachthöfe schließen Tore für Schweine aus Brandenburg

Laut Landesbauernpräsident Henrik Wendorff droht Brandenburgs Schweinehaltern wegen der Seuche nun ein "Tierstau". Die Fleischproduzenten könnten die Bestände nicht unbegrenzt in ihren Ställen halten, sagte er dem rbb. Ein Problem sei, dass Schlachthöfe bereits keine Tiere aus Brandenburg mehr annehmen würden. Die Tierhalter könnten diese Situation nicht lange aushalten, sagte Wendorff Antenne Brandenburg.

Auch mit Blick auf den Export sprach er von einer "ganz komplexen und schwierigen Lage". Am Samstag hatte mit China der wichtigste Abnehmer außerhalb der EU ein Importstopp für deutsches Schweinfleisch verhängt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 13.09.2020, 19.30 Uhr

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Antwort auf [Kräbs] vom 13.09.2020 um 19:53
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1 Kommentar

  1. 1.

    Wo genau verläuft eigentlich der Zaun und was passiert dort, wo Wege, Straßen oder Eisenbahnlinien ihn kreuzen?

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