ILLUSTRATION - Verschiedene Warn-Apps, darunter die Notfall-Informations- und Nachrichten-App "Nina" des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, sind auf auf einem Smartphone vor einem Hinweis auf den "Warntag 2020" am 10. September zu sehen. Mit der App kann die Bevölkerung direkt vor Gefahrenlagen gewarnt werden. Die Nutzer erhalten per Push-Nachricht Informationen zu aktuellen Gefahren und Verhaltenshinweise direkt auf das Handy. Die Orte, für die man Warnungen erhalten möchte, können festgelegt werden. (Quelle: dpa/J. Kalaene)
Audio: rbb | 10.09.2020 | Matthias Bartsch | Bild: dpa/J. Kalaene

Bundesweiter Warntag - Probealarm in Berlin und Brandenburg beendet

In Berlin und Brandenburg wurde zwischen 11 Uhr und 11:20 Uhr Katastrophenalarm geprobt. Über Apps, Warntafeln, mit Sirenen und über Rundfunk sollte die Bevölkerung erreicht werden. Es bestand kein Grund zur Beunruhigung, denn es handelte sich um eine Übung.

Zwischen 11 Uhr und 11:20 herrschte in Berlin und Brandenburg Probealarm. Es handelte sich um eine deutschlandweite Übung, die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Zusammenarbeit mit den regionalen Behörden initiiert wurde. Es bestand kein Grund zur Beunruhigung.

Ein Überblick über den ersten bundesweiten Warntag:

Was passiert genau?

Am Donnerstag sollen alle vorhandenen Warnmittel getestet werden. Dazu gehören zum Beispiel Warn-Apps, Nachrichten über Radio und Fernsehen, aber auch Sirenen. Um 11:20 Uhr folgt die Entwarnung.

Bei Sirenen, die zum Beispiel in Brandenburg eingesetzt werden, erfolgt die Warnung über einen einminütigen auf- und abschwellenden Heulton - die Entwarnung dann über einen einminütigen durchgehenden Heulton.

Berlin setzt dagegen verstärkt auf Warnungen über Apps, Radio und Fernsehen oder digitale Werbetafeln. Dort wird am Donnerstag als Text zu lesen sein: "Bundesweiter Warntag 2020 - Probewarnung; Bundesland: Land Berlin; In Deutschland findet heute der Warntag 2020 mit einem bundesweiten Probealarm für alle Warnmittel statt. Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung; Handlungsempfehlung: Informieren Sie Ihre Nachbarn."

Warum ist der Warntag am 10. September?

Im größten Teil des Landes ist schon wieder Schule, so dass man davon ausgehen kann, möglichst viele Menschen zu erreichen. Der Warntag soll künftig jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September stattfinden.

Welchen Sinn hat der Warntag?

Laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) geht es vor allem darum, den Ernstfall mit der Bevölkerung einzuüben.

"Es hat sich gezeigt, dass Menschen in Krisensituationen vor allem auf Bekanntes und bereits Erlerntes zurückgreifen", sagt BBK-Präsident Christoph Unger. Außerdem gebe es eine zunehmende Zahl von Naturkatastrophen, zum Beispiel die Hitzewellen von 2018 und 2019, Terroranschläge wie in Halle oder Hanau zuletzt oder Pandemien wie aktuell Corona. Diese Ereignisse hätten gezeigt, dass ein Warnsystem wichtig sei.

Ähnlich äußerte sich auch Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU): „Wer rechtzeitig gewarnt wird und weiß, was zu tun ist, kann sich in einem Notfall besser selbst helfen. In Brandenburg können zum Beispiel bei schweren Hochwassern oder großen Waldbränden im schlimmsten Fall nur wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden. Der Warntag trägt hoffentlich dazu bei, dass die Menschen sich intensiver mit dem Thema Warnung auseinandersetzen. Das kann Leben retten."

Auch Berlin möchte seine Bürger für das Thema sensibilisieren: "Es geht vor allem darum, sich schnell auf eine mögliche Gefahr einzustellen und zu wissen, wo man sich informieren kann und wie man reagieren sollte", sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD). Die Menschen sollen wissen, "was im Fall der Fälle zu tun ist".

Heulen überall Sirenen?

Es heulen viele Sirenen, aber welche Warnmittel jeweils genau zum Einsatz kommen, entscheiden die örtlichen Behörden.

Während Brandenburg dabei auch auf Sirenen setzt, stehen in Berlin Warnungen per App und Rundfunk im Vordergrund. In der Hauptstadt gibt es aktuell keine Sirenen. Dafür können laut Innensenator Andreas Geisel seit diesem Jahr digitale Webetafeln einbezogen werden.

Warum sind Sirenen heute immer noch nötig?

Sirenen gelten vor allem nachts als zuverlässiges Warnmittel. Ihr Heulton holt die Menschen aus dem Schlaf, wenn Fernseher, Radio und Handy ausgeschaltet sind.

Das System hat aber auch Schwächen: Sirenen können nur signalisieren, dass Gefahr im Verzug ist - aber nicht welche. Über Lautsprecherfahrzeuge kann man die Bevölkerung viel konkreter warnen. Und über die Warn-App "Nina" - die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes - kommt die Warnung sogar direkt auf das Handy. Berlin empfiehlt außerdem die Warn-App "Katwarn".

Wie funktionieren die Warn-Apps?

"Nina" wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn entwickelt und ist mit dem sogenannten Modularen Warnsystem verknüpft. Das ist das satellitengestützte Warnsystem des Bundes, das Warnungen des BBK und lokale Warnungen der Leitstellen verbreitet. "Nina" empfängt aber auch Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserwarnungen.

"Katwarn" ist laut dem Berliner Senat ein "ergänzendes Warnsystem". Entwickelt wurde die App vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme. Sie soll beispielsweise bei Bränden, Unwettern oder plötzlichen Gefahren per SMS, E-Mail oder Smartphone-App warnen und Verhaltensempfehlungen übermitteln. Nach Angaben der Berliner Feuerwehr sind die Warnungen ortsgenau auf die gefährdeten Postleitzahlenbereiche abgestimmt.

Kommentar

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Antwort auf [haha] vom 11.09.2020 um 15:20
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157 Kommentare

  1. 157.

    Wie wäre es denn mit dem Einsatz von Kirchenglocken? Das funktionierte schon, als an bis jetzt nicht funktionierende Warnapps nicht zu denken war.

  2. 156.

    Ganz ehrlich, ohne Sirenen ist doch das ganze sinnlos. Ich stelle mir vor, der Notfall tritt nachts um 2 Uhr ein. Wer hört da Radio, guckt TV und hat sein Handy am Start? Mal abgesehen davon, dass diese Medien auch tagsüber ein Flop waren.

  3. 153.

    Da hat ja der Probe-Warntag prima funktioniert. Jetzt hat man einen Eindruck davon, was alles verbessert werden muss.

  4. 152.

    Innenministerium: Warntag (Probealarm) war "Fehlschlag" Sehr peinlich, stellt euch in die Ecke und schämt euch.

  5. 151.

    In Strausberg war gar nicht. Keine Sirene - nichts. Und die NINA-App hat auch erst später was angezeigt. Ganz ehrlich, der Warnung war ein voller Reinfall.

  6. 150.

    Was immer ihr euch reinpfeift. Lasst es. Die Wahrnehmung hat Schieflage. Nix Sirene. Affenzirkus!!

  7. 149.

    Voller Reinfall und Steuerverschwändung.

  8. 148.

    Für alle Mitlesenden: Der Text ist russisch und bedeutet: "Schlaf weiter, mein Freund"
    Iswinitje, ja nje ponimaju (heisst: "Sorry, ich kapiers nicht") ist meine Antwort.
    Wir wollen uns ja verständlich unterhalten und nicht auf russisch.
    Das müssten wir möglicherweise wohl wieder oder neu lernen, wenn der Donner aus völlig überholten Kanonen verhallt wäre. Wer benutzt denn wohl noch solch alte Technologien. Das Zeug wird aktuell doch billigst schon in Ostukraine und Syrien entsorgt.
    Zurück zum Thema: Das war wohl ein ziemlicher Misserfolg mit dem Warntag.


  9. 147.

    Liebes rbb Team,

    das ist sehr schön, dass sie im Fernsehen darüber informieren. Meistenteils haben viele gewusst, dass es eine Warnung geben sollte. Aber was ist im Ernstfall? Tornadowarnung z.B. Meinen sie das ich im Büro einen Fernseher laufen habe oder mitten in der Nacht von ihnen per Laufband geweckt werden könnte? Fakt ist, das dieser Warntag die Bürger eher zutiefst verunsichert und damit gewarnt hat, das es mit der Warnung durch offizielle Stellen nicht weit her ist. Und ein Nachtrag, die Warntafeln funktionieren auch nur, wenn wer da ist, der sie liest.
    Ich für meinen Teil plädiere dafür, dass die Sirenen wieder eingerichtet werden. Diese können sicherlich auch vereinzelt in betroffenen PLZ-Gebieten ausgelöst und mit den Lautsprecherwagen der Polizei kombiniert die Bürger schnell informiert werden. Das würde das Sicherheitsgefühl der Bürger bestimmt mehr erhöhen als so eine blöde App.

  10. 146.

    Hier in Rüdersdorf haben die Sirenen auch nicht um 11Uhr ausgelöst erst 11:20 Uhr gab es zweimal kurz einen Ton. Nina hat auch bei mir keine Warnung gesendet.

  11. 145.

    Der Müller und sein Senat kümmern sich ja auch eher um Frauentage, Pop-Up-Radewege und Straßenumbenennungen ... Schutz der Bevölkerung? Ach was ...

  12. 144.

    Das war jetzt ein toller Warntag. Mir ist zwar bekannt, daß es einer sein sollte, aber gewarnt wurde ich hier (nahe Alex) nicht. Keine Sirene, kein Lautsprecherwagen, gar nichts.

    Seit Ende des kalten Krieges wird das Thema sträflich vernachlässigt. Dabei geht es gar nicht nur um Krieg, sondern auch um Katastrophen. Wenn ich hier so sitze, kein Radio, keinen Fernseher und kein App anhabe, dann kriege ich rein gar nichts mit.

    Dabei haben es Katastrophen so in sich, daß sie oft mit Ausfällen von Strom- und Kommunikationsnetzen einher gehen. Die einfachste Warnmöglichkeit wären also batteriegepufferte Sirenen (wenn es die noch gibt).

    Die Idee mit der Warn-App ist grundsätzlich Quatsch, da sie wenigstens ein mobiles Netz voraus setzt. Dann wäre schon eine Warnung per SMS, wo man sich vorher anmeldet, besser, denn das Telefonnetz ist flächendeckender ausgebaut…

  13. 143.

    Also wenn sie im Kriegsfall den Kanonendonner nicht mitbekommen hätten, muss die Party am Tage grausam gewesen sein. Spokoynoy nochi, moy drug ;-) .

  14. 141.

    Sehr merkwürdig - es war nichts zu hören! Oder ist der Barnim gar nicht Brandenburg?

  15. 140.

    Im Ernstfall wäre ich jetzt wohl tot. Und? Was lernen wir alle aus dem #Warntag? Richtig. Wir sind verloren.


    https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/un-sicherheitsrat-zu-corona-guterres-warnt-vor-viren-als-waffe,RvjwNRG
    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/guterres-un-grundsatzrede-weltordnung-100.html

  16. 139.

    Keine Sirene war weit und breit zu hören. Die gehen übrigens auch nicht, wenn die Elektrik ausgefallen ist.
    Aber KatWarn hat sich gemeldet. Nämlich um 11:55 Uhr !!! mit der Meldung, dass die Testwarnung vorüber sei und
    dem Hinweis, dass man seinen Standort aktiviert haben muss, um rechtzeitig gewarnt werden zu können.
    Komisch, dass die Entwarnung aber ohne eingeschaltetem Standort angekommen war.
    Keine senderübergreifende und die aktuellen Programme automatisch überlagernde akustische Warnmeldung,
    keine automatische Warnung der Streamingdienste. Alexa könnte z.B. selbsständig mal gezielt aufwachen und
    mit Lautstärke 10 die Warnung verkünden.
    Ich hätte jedenfalls trotz laufendem Radio (rbb Inforadio), Streaming Speakern, offenem Fenster nichts bemerkt
    und wäre im angemeldeten z.B. Kriegsfall vor dem uniformierten Gegner gestanden und hätte gefragt, ob wegen Corona
    der Fasching oder Karnevall schon vorgezogen nun stattfindet.

  17. 138.

    Das mit den Warnmeldungen hat ja prima geklappt ... (Ironie aus) Sirenen gibts ja nicht mehr (wohl zu teuer) ... Meldungen über Katwarn kamen zwar für andere Bundesländer an, aber nicht für Berlin .... rumfahrende Autos mit Lautsprecher? Nö ... Meldung im Radio? Ich habe nix mitbekommen und meine Kollegen auch nicht ...

    Sollen die Berliner im Ernstfall elendig dahinscheiden?

    Aus meiner Sicht ist Berlin mit Pauken und Trompeten bei dem Warntest durchgefallen. Bleibt nur entweder die Politiker austauschen oder das Bundesland wechseln ...

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