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Audio: Inforadio | 16.09.2020 | Anke Michel | Quelle: dpa/Jörg Carstensen

Personen hatten "Gefährder"-Status

Wohnungen mutmaßlicher Linksextremisten durchsucht

Es geht um politisch motivierte Straftaten: Die Bundesanwaltschaft durchsucht Wohnungen von mutmaßlichen Linksextremisten in Berlin. Auch in Athen wird in dem Zusammenhang ermittelt. In Berlin wurde auch eine Bibliothek durchsucht - nicht zum ersten Mal.

Die Bundesanwaltschaft geht seit Mittwochmorgen in Berlin mit Durchsuchungen gegen mutmaßliche Linksextremisten vor. Die Wohnräume von fünf mutmaßlichen Mitgliedern einer linksextremistischen Vereiningung werden dabei durchsucht.

Den fünf Verdächtigen werde die Gründung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, sagte ein Sprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe. Sie stünden im Verdacht, sich zusammengeschlossen zu haben, um politisch motivierte Straftaten zu begehen. Festnahmen habe es zunächst nicht gegeben. 

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Nach Angaben des Sprechers werden auch die Räumlichkeiten von drei nicht tatverdächtigen Berlinern durchsucht. Wie die Bundesanwaltschaft auf Anfrage mitteilte, sollen zwei Verdächtige über Wohnräume in Athen verfügen. Aus diesem Grund würden in der griechischen Hauptstadt zeitgleich zwei Wohnräume durchsucht.

Die Ermittler vermuten nach dpa-Informationen Verbindungen zu den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017. Das Gipfeltreffen wichtiger Wirtschaftsmächte in der Hansestadt war von gewalttätigen Protesten und Krawallen überschattet gewesen. Randalierer hatten zahlreiche Autos angezündet, Streifenwagen angegriffen und im Schanzenviertel gewütet.

Kern der Gruppe zwei Brüder

Im Zentrum der Ermittlungen stehen nach Informationen aus Sicherheitskreisen zwei 29 und 26 Jahre alte Brüder aus Berlin. Das hatte zuvor der "Spiegel" berichtet. Demzufolge hat das Berliner Landeskriminalamt die Männer, die dem linksextremen Spektrum zugerechnet werden, bereits vor einiger Zeit als sogenannte relevante Personen eingestuft, eine Kategorie unter dem "Gefährder"-Status.

Wo genau die Durchsuchungen stattfanden, wurde nicht mitgeteilt. Der Sprecher der Bundesanwaltschaft bestätigte aber, dass die sogenannte anarchistische Bibliothek "Kalabal!k" in Kreuzberg betroffen war. Dort war zu beobachten, wie Polizisten mit Sturmhauben vor dem mit Graffiti besprühten Hauseingang standen, während Kartons und Gegenstände in Plastiksäcken aus dem Gebäude getragen wurden.

Die Bibliothek war im Mai 2018 schon einmal von der Berliner Polizei durchsucht worden. Die Razzien standen ebenfalls in Zusammenhang mit dem G20-Gipfel. Damals ging es um den Vorwurf der Verleumdung von Hamburger Politikern und Polizeiführern bei einer Plakat-Aktion.

Sendung: Inforadio, 16.09.2020, 08:30 Uhr

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