Ein aus einer grünen Plane gebautes Zelt steht am Landwehrkanal. (Bild: rbb)
rbb
Video: rbb|24 | 15.09.2020 | Naomi Donath | Bild: rbb

Friedrichshain-Kreuzberg - Müll und Obdachlosen-Zelte - wie in Berlin Grünflächen verwahrlosen

In den Grünanlagen Friedrichshain-Kreuzbergs liegt immer mehr Müll, die Bezirksbürgermeisterin beklagt eine Verwahrlosung des öffentlichen Raums. Das betrifft auch zeltende Obdachlose. Von Naomi Noa Donath

Mehr als 20 Menschen campieren momentan an einem Uferstück des Landwehrkanals, nahe des sogenannten Dreiländerecks an der Grenze von Friedrichshain, Kreuzberg und Treptow. Viele von ihnen haben aufgelesene Möbel aufgestellt: Hinter einem Absperrungsgeländer am Wasser stehen ein alter gepolsterter Stuhl, ein Grill, ein Fahrrad. Manche haben sich Sessel an den Kanal gestellt und hören dort Musik. "Wir schlafen hier zu dritt, manchmal zu viert", sagt Kader, ein Obdachloser aus Burkina Faso auf Englisch, als er das Innere seines aus einer grünen Plane selbstgebauten Zelts zeigt. Er campiere seit vier Monaten an dieser Stelle. "Dieser Platz hier ist scheiße. Ich mag dieses Leben nicht", sagt er. Je öfter Menschen draußen schliefen, umso gestresster seien sie.

Zelten ist im öffentlichen Raum, damit auch in Berliner Grünanlagen, verboten. Es sei alles erlaubt, was die Natur und Pflanzen nicht beeinträchtige, sagt die Sprecherin der Bezirksverwaltung Friedrichshain-Kreuzberg, Sara Lühmann, rbb|24. "Das heißt, ich kann mich da aufhalten. Was aber nicht erlaubt ist, ist die Verschmutzung und das Aufstellen oder Aufbauen", sagt Lühmann.

Deshalb hatte die Bezirksverwaltung Kader und die anderen Zeltbewohner aufgefordert, alles abzubauen. An seinem Zelt und an einem weiteren hing eine schriftliche Aufforderung: Kämen die Bewohner ihr nicht bis zum 11. September nach, werde das Straßen- und Grünflächenamt sie entsorgen, hieß es.

Reinigungskosten steigen

Denn unübersehbar ist auch der Müll rund um die Fläche, auf der die Obdachlosen ihre Zelte gestellt haben. Kader gibt an, den Müll hätten andere dahin gestellt - das Ordnungsamt solle ihn wegräumen.

Lühmann zufolge hat die Müllmenge und Verschmutzung der Grünanlagen im Bezirk - unabhängig von der Obdachlosen-Thematik - massiv zugenommen. Die Reinigung der Grünanlagen würden die Bezirksverwaltung deshalb immer mehr Geld kosten: 2016 habe der Bezirk etwa 450.000 Euro dafür ausgegeben, in diesem Jahr würden es ungefähr 900.000 Euro sein.

Bezirksbürgermeisterin fordert mehr Unterstützung vom Senat

Die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) kritisierte in diesem Zusammenhang Anfang September eine Verwahrlosung im öffentlichen Raum: mehr Müll in den Parks und auf den Straßen, zudem mehr Drogenabhängige, obdachlose Menschen, psychisch Kranke. Herrmann ist seit sieben Jahren Bezirksbürgermeisterin. Die vergangenen Monate des coronabedingten sogenannten Lockdowns hätten gezeigt, dass Vermüllung nicht wie - auch von ihr - lange angenommen, vor allem von Partytouristen im Bezirk ausgehe, sagte sie. "Das Müllaufkommen war in der Zeit keinesfalls geringer", so Herrmann in einer Pressekonferenz. Mit all dem zusätzlichen Müll fertigzuwerden übersteige das Budget der Bezirksverwaltung. Deshalb fordere sie, dass die BSR die Reinigung des gesamten öffentlichen Raums übernehme.

Um mehr Sicherheit und besseren Schutz vor Vandalismus zu erreichen, brauche der Bezirk eine andere Polizeiarbeit als bisher, mit mehr Präsenz und Streifen auf der Straße und mit einer Rückkehr zur Idee des Kontaktbereichsbeamten. Von den Verantwortlichen höre sie auf diesen Wunsch hin allerdings, "dass dies die Kapazitäten übersteigert, die die Polizei hat". Auch die Drogenpolitik des Senats funktioniere nicht.

Unterkünfte öffnen Ende Oktober

Die Zelte an der Stelle des Landwehrkanals bilden kein Camp, die meisten Bewohner der mehr als zehn Zelte bleiben für sich. Einige schlafen auch nur im Schlafsack. Zwischen den meisten Obdachlosen gibt es kein Miteinander. Stattdessen wirkt die Stimmung eher gleichgültig bis aggressiv.

Am Montag, dem Tag der geplanten Räumung, taucht dann niemand vom Grünflächenamt auf - aber ein unter Drogen stehender Obdachloser, der Kaders Zelt vor den Augen der rbb|24-Reporterin mit einem Messer zerstört. Er reißt die hellgrüne Plane auseinander, begründet seine Attacke damit, dass die Zeltbewohner ihm sein Handy und 170 Euro geklaut hätten. Dann zündet er die Matratzen an und verschwindet mit drei kleinen Beuteln, mutmaßlich Kokain.

Die Bewohner können das Feuer selber löschen, mit einem Eimer und Wasser aus dem Landwehrkanal, bevor Schlimmeres geschieht. "Ich denke, ich baue ein neues Zelt", sagt Kader danach. Eine andere Idee habe er nicht. Die sogenannte Kältesaison beginnt Ende Oktober, Anfang November. Dann öffnen Obdachlosenunterkünfte wie die Notübernachtung in der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in der nahegelegenen Ohlauer Straße wieder. "Ich weiß, dass ich dann dort übernachten kann", sagt Kader.

Beitrag von Naomi Noa Donath

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

37 Kommentare

  1. 37.

    Der Bezirk laesst Kreuzberg vermuellen. Eine tolle gruene Politik, bei der keiner mehr die Gruenflaechen nutzen kann, weil sie von wenigen, zum Teil extrem aggressiven Obdachlosen und Junkies verdreckt werden. Die Anwohnerinnen, vor allem die Aelteren, werden verdraengt. Das ist echte Verdraengungspolitik. Danke, Frau Herrmann. und nun schnelll weg ins Abgeordnetenhaus.. Aber von den Anwohnerinnen wird sie keine Stimmen mehr bekommen. (Die Wahl wird sie nicht mehr gewinnen und sie wird sich bis zur Rente eine andere Versorgungsquelle suchen muessen.) Und nun soll der Bergmannkiez auch noch autofrei werden. Ist ja eine schoene Idee, aber die Zone wird dann mit Sicherheit zum Muellablade- und Zeltplatz. Und mal wieder Millionen verschwendet. Frau Herrmann sollte erstmal die bestehenden Probleme loesen anstatt mit neuen Großprojekten abzulenken.

  2. 35.

    Ich bin auch dafür, dass(zusätzlich zu bestehenden Einrichtungen) für Obdachlose "eigene Flächen" geschaffen werden, "betreutes Wohnen im Freien', wie auch immer man das nennen mag. Von mir aus mit sanitären Einrichtungen, wie auf einem Campingplatz, mit Müllentsorgung... Die Kosten trägt eh die Allgemeinheit, so, wie derzeit auch. Fakt ist, Vermüllung, Verwahrlosung, Verrohung und das Unsicherheitsgefühl wegen psychisch aggressiven und unkontrollierten Verhaltens hat sich total verschärft. Dies mindert zunehmend die Lebensqualität der übrigen Städter, die sich, außer in ihren eigenen vier Wänden, in ihrem sonstigen Wohnumfeld, Naherholungsgebieten (Parks), auf Spielplätzen oder Arbeitswegen nicht mehr wohl fühlen, erholen können oder bedroht fühlen. Und das ist nicht in Ordnung, denn die brauchen diese Ressourcen für Arbeit und Familie und um ihren Beitrag zu oben erwähnten Kosten zu leisten!

  3. 34.

    Hallo, Timo,
    Sie haben Recht, der Prozess ist mühselig und sehr langwierig. Ich habe dies mit unserem Sohn, dem die Wohnung aufgrund von Eigenbedarf des Vermieters gekündigt wurde, selbst durch. Aber: Bevor durch eine Kündigung die Zwangsräumung erfolgt, vergehen ca. 6 Monate, wenn alles rechtens sein soll. Man sollte sich also gleich kümmern, wenn man eine Kündigung erhält. In dieser digitalen Zeit kann man sich sehr wohl im Internet oder mithilfe von Familie/Freunden informieren, Rat beim Mieterverein/Schuldnerberatungsstellen holen, wenn man selbst nicht weiterweiß. Dass die Agentur für Arbeit und das Jobcenter schwerfällig u. oft schlampig sind, ist ja bekannt. Hier sollte man sich Hilfe holen:
    https://www.caritas-berlin.de/beratungundhilfe/berlin/wohnungsnot/wohnungsnot
    https://www.berlin.de/familie/de/informationen/drohende-wohnungslosigkeit-51
    https://service.berlin.de/dienstleistung/324485/

  4. 33.

    Wer mit Kindern in Friedrichshain wohnt, so wie wir, ist angeschmiert. Viele Obdachlose liegen überall auf der Straße herum, pinkeln an Wände, hinterlassen viel Müll, wie haben auch schon menschlichen Kot vor der Tür gefunden. Dazwischen Drogendealer, Diebe, Gröhler, deutsche Punks mit freilaufenden Hunden usw. Unsere Tochter fühlt sich teilweise bedroht. Wir haben schon persönlich Fr. Hermann auf die Verwahrlosung des öffentlichen Raumes aufmerksam gemacht. Sie forderte uns auf, die Urbanität einer Stadt anzuerkennen und Mitgefühl mit den Ausgestoßenen der Gesellschaft zu haben. In den letzten Jahren konnte ich leider nicht feststellen, dass sie Mitgefühl mit den Familien und Normalbürgern im Kiez gehabt hätte. Hätte sie mit der gleichen Vehemenz, mit der sie Falschparker bekämpfen ließ, etwas für mehr Sauberkeit und Ordnung im öffentlichen Raum getan, gäbe es das Problem jetzt nicht. Aber es ist ihre und Berliner Taktik, die Verantwortung für eigenes Versagen auf andere abzuleiten.

  5. 32.

    Es ist unsere Stadt. Wir sind aktive BürgerInnen. Z.B. den LUX Universalgreifer Classic besorgen, ein paar Gartenhandschuhe und einen Müllsack und selber loslegen. Machen wir regelmäßig und letztens folgte von einem Café-Betreiber eine Einladung auf einen Kaffee - als Anerkennung. Sowas stärkt die Verwurzelung und Gemeinschaft. Aber Schimpfen über die da oben oder die da unten ist leichter, als sich die Hände selber schmutzig machen...

  6. 31.

    Nun, für die Bergmannstraße scheint das Geld zu reichen.
    Natürlich geht der Blick und die Erkenntnis verloren, wenn sich Frau Herrmann nicht mehr in die Parks traut, die sie und der Rest ihrer Grünen Verantwortlichen aus dem Blick verloren haben.
    Natürlich ist Kritik unangebracht und werden von den Chlaqeuren grüner Politik als "antidemokratischen herumgepöbel" diffamiert.

  7. 30.

    Die Träger der Obdachlosenhilfe müssten reagieren.
    Es braucht weitere niedrigschwellige Angebote, welche von den Obdachlosen akzeptiert werden.
    Viele Obdachlose bevorzugen auch im Winter das kleine Zelt. Wer die Zustände in den stationären Einrichtungen kennt, der weiß auch warum.
    Es braucht betreute Flächen für Zelte.
    Kostet halt Geld für Mitarbeiter und Sozialarbeiter.
    Die caritativen Einrichtungen machen den Finger nur noch gegen Kohle krumm. Bedürfnisse der Menschen zählen da nicht mehr. Siehe ehemalige Treberhilfe oder Landesverbände von AWO und ASB.
    Das Sozialunternehmertum breitet sich wie eine Krake aus.

  8. 29.

    Die "grüne" Frau Herrmann ist seit 7 Jahren Bezirksbürgermeisterin. Gottseidank will sie ja nicht mehr antreten - da fiele mir spontan im Bezirk noch ein anderer ideologiebeseelter Rücktritts- Kandidat ein, der aber leider nicht geht.

    So sieht ein Bezirk eben aus wenn die "Grünen" an der Macht sind - und wer jetzt noch R2G oder GR2 das Wort redet, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Allein die Pläne von Frau Günther, unser aller Verkehrssenatorin, müssen jedem vernunftbegabten Wähler erbleichen lassen................

  9. 28.

    Wir sind immer weniger verwurzelt mit dem, was uns umgibt und das drückt sich auch in der Verwahrlosung unserer Umgebung aus.
    Die Wohnungslosen sind nur der sichtbarste und verletzbarste Teil unserer Gemeinschaft.
    Ich hoffe, dass deren Überlebensstrategien nicht zu Vorbildern aller Übrigen werden müssen.

  10. 27.

    Die Zustände sind in Friedrichshain so, weil die Politik dieser Bezirksbürgermeisterin über viele Jahre genau dies möglich machte, dies war ihre Philosophie, und wenn sie jetzt nach Ende ihrer politischen Laufbahn in Kreuzberg ein derart pessimistisches Fazit zieht, von was will sie ablenken?
    Nein, Frau Herrmann hat dies zum großen Teil mitzuverantworten ebenso wie die Drogenumschlagplätze nebenan.

  11. 26.

    "Frau Herrmann ist seit sieben Jahren Bezirksbürgermeisterin."
    Und hat in dieser Zeit, außer ihrem Hass gegen Autofahrer, nichts geleistet.

  12. 25.

    Könnten Sie diesen Fall genauer beschreiben? Ihrem Freund wurde was gekündigt? Der Job oder die Wohnung?

  13. 24.

    Die Wege die zur Obdachlosigkeit führen sind mannigfaltig! Wirtschaftliche oder Phychische Probleme, Sucht, freier Wille/Konsumverzicht alles ziemlich individuell und komplex. Da haben wir hier schon eine grosse Freiheit. Ich denke das Hauptproblem ist wirklich die Verwahrlosung, und ab einen bestimmten Level muss und wird der Staat nunmal reagieren. Kann eben nicht jeder dauercampen wo er will, weder am Liebnitzsee noch in Kreuzberg.
    Ich frage mich auch, warum immer dieser Müll, bzw für mich ist es ein Anzeichen einer Psychischen Störung oder mindestens fehlender Empathie. Wenn die Obdachlosen ihr Umfeld sauber halten würden.(Wird es bestimmt auch geben) Würde das sicher von allen positiv aufgenommen werden und der fühlbare Störfaktor wäre kaum noch wahrnehmbar!

  14. 23.

    Wenn Sie meinen, "Obdachlosigkeit gehört dazu": Dann lassen Sie doch einfach ihr eigenes Grundstück oder ihr eigenes Zuhause von solchen Leuten in Beschlag nehmen. Stellen Sie Ihren Garten oder einen Ihrer Räume kostenlos zur Verfügung. Inklusive Vermüllung, Drogenproblematik und sanitäre Probleme. Sie dürfen dann dort aufräumen und saubermachen - genauso wie das Grünflächenamt im Park. Viel Spaß damit. "Gehört dazu" - aber nicht in meiner Umgebung?

  15. 22.

    Bei allen Widrigkeiten handelt es sich hier um MENSCHEN, die, aus welchen Gründen auch immer, auf Berlins Straßen gelandet sind. Die Inkompetenz dieser Rot-Grünen Politik, ist seit Jahren nicht nur hinreichend bekannt sondern auch offensichtlich. In den Grünen Verwaltungen macht man sich mehr Gedanken darum, wie man Radfahrer glücklich macht, anstatt Prioritäten für ein gutes Miteinander zu setzen. Das Problem Obdachlosigkeit wurde in Berlin zu viele Jahre im Senat verschlampt: zuwenig bezahlbaren Wohnraum, zuwenig engagierte Sozialarbeiter, fehlende Anlaufstellen für von Wohnungsnot Bedrohte etc. Für Corona wurden in Null Koma Nix Container und Unterkünfte hochgezogen, ein Zeichen, das es geht, wenn man es muss und will. Sicher ist es nicht schön, wenn die Parks vermüllen. Doch anstatt sich darüber aufzuregen, sollten die Verantwortlichen endlich gemeinsam ihren Job machen. Der bürokratische Hickhack, wer wofür in den betroffenen Bezirken zuständig ist, ist wahrscheinlich vorrangiger.

  16. 21.

    Ich stimme Ihnen vollständig zu bzw. schließe mich Ihren Ausführungen an. Herzlicher Gruß: Carmen

  17. 20.

    Im Prinzip gebe ich Ihnen recht. Allerdings sind viele obdachlose psychisch krank, damit meine ich nicht nur Suchtkrankheiten, sondern Borderline, Depressionen etc. Und in diesem Zustand ist man eben einfach nicht in der Lage, mal "den Arsch zu bewegen" und von sich aus Hilfe zu suchen. So sehr man die Notwendigkeit einsieht, es geht einfach nicht. Viele wissen auch einfach nicht, wer der richtige Ansprechpartner ist. Da braucht es Hilfe von außen, Menschen die sich nicht zu schade sind, mit Obdachlosen zu sprechen, den Geruch einzuatmen, das Elend für eine kurze Zeit zu ertragen. Genau da sehe ich die Verantwortung der Gesellschaft, und dazu braucht es Geld.

  18. 19.

    Im Prinzip gebe ich Ihnen recht. Allerdings sind viele obdachlose psychisch krank, damit meine ich nicht nur Suchtkrankheiten, sondern Borderline, Depressionen etc. Und in diesem Zustand ist man eben einfach nicht in der Lage, mal "den Arsch zu bewegen" und von sich aus Hilfe zu suchen. So sehr man die Notwendigkeit einsieht, es geht einfach nicht. Viele wissen auch einfach nicht, wer der richtige Ansprechpartner ist. Da braucht es Hilfe von außen, Menschen die sich nicht zu schade sind, mit Obdachlosen zu sprechen, den Geruch einzuatmen, das Elend für eine kurze Zeit zu ertragen. Genau da sehe ich die Verantwortung der Gesellschaft, und dazu braucht es Geld.

  19. 18.

    jeder hat das Recht auf Verwahrlosung / Obdachlosigkeit! Alles was wir in Berlin sehen und wahrnehmen ist ein Spiegel unserer Gesselschaft. Von Obdachlosgkeit betroffene Menschen sind Überlebenskünstler und leisten den ganzen Tag schwerstarbeit um sich irgendiwe so organiseren! Es gibt eben auch Menschen, die aus diversen Gründen nur so leben oder überleben können.
    Ich frag mich, wenn das alles so schlimm ist, warum nicht auf das schöne idyllische Land ziehen?
    Berlin ist durch seine vielfältigen Hilfsangebote eine überlebensfähige statt für Menschen in prekiräen Lebenssituation!
    Mir fehlt bei diesen Debatten der Weitblick. Natürlich ist der Senat auch in der Verantwortung, doch auch jeder einzelne für sich.
    Wenn wir keine Obdachlosen mehr haben wollen, wen wollen wir dann als nächstes NICHT mehr in unserer schönen kleinen idyllischen Welt haben?
    Wir sollten öfter mit dem zufreiden sein was wir haben und vielleicht hilft uns dabei der Blick über den sogenannten Tellerrrand!

Das könnte Sie auch interessieren

Efthymis Angeloudis
rbb|24/Mitya

Der Absacker - Es war einmal in Berlin

Anfang des 20. Jahrhunderts kämpften strenggläubige Christen in den USA gegen das "Teufelszeug" Alkohol. Nun wird auch in Berlin über ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen gesprochen. Geht das an der Realität vorbei, fragt sich Efthymis Angeloudis.